Wildnis-Trekking im Sarek 35 Boris Gnielka

Schlafsack-Kaufberatung Alles über Schlafsäcke fürs Trekking & Camping

Der richtige Schlafsack macht jede Übernachtung im Zelt und auf der Hütte zum Vergnügen. Bei der Verarbeitung und den verwendeten Materialien gibt es große Unterschiede, ebenso beim Preis. Vor der Anschaffung des neuen Schlafsacks sollte vor allem klar sein, wo dieser voraussichtlich hauptsächlich zum Einsatz kommt. Dann ist der perfekte Schlafsack schnell gefunden. Wir wünschen vorab schöne Träume und einen erholsamen Schlaf!

Vor dem Kauf, wo soll der Schlafsack zum Einsatz kommen?

Wer den Schlafsack nur bei Hüttenübernachtungen oder beim Sommer-Camping einsetzt, braucht keinen so besonders warmen und dick gefüllten Schlafsack, wie Outdoorer, die auch mal im Frühjahr oder Herbst im Zelt übernachten. Auf Zelttouren sollte man zudem auf ein möglichst gutes Wärme-Gewichts-Verhältnis achten – tagsüber steckt der Schlafsack ja im Rucksack. Hier haben Daunenschlafsäcke die Nase vorn. Sie wiegen meist etwas weniger als Kunstfaserschlafsäcke , isolieren aber in der Regel besser. Auch der Einsatzort spielt eine Rolle: Im lauen Südfrankreich ist ein Sommerschlafsack mit Sicherheit ausreichend – geht es dagegen in den hohen Norden – bspw. nach Skandinavien – muss auch im Sommer ein etwas wärmerer Schlafsack mit ins Gepäck.
Weitere Tipps dazu gibt es hier im Video

Das sind Schlafsäcke für eisige Temperaturen

Für Wintercamper empfehlen wir den Carinthia TSS. Er besteht aus einer dünnen Außenhülle und einem einknüpfbaren, pralleren Innensack. In beiden steckt G-Loft Si, die derzeit beste Kunstfaser am Markt – das macht sie zu den wärmsten Synthetikschlafsäcken in ihren Gewichtsklassen. Zusammengeknüpft trotzt die Schlafsack-Kombi sogar klirrendem Frost bis minus 25 Grad (Komfortwert: –17 °C). Wer einen dicken, rundum komfortablen Daunenschlafsack sucht, wird beim Sea to Summit Ascent fündig. Dank der prallen Daunenfüllung (750 g) wärmt der Sea to Summit Ascent ACIII Frostbeulen bis minus fünf Grad, kältefeste Personen können ihn bis minus 13 Grad einsetzen. Die hochwertige Daune (Bauschkraft: 750 cuin) stammt aus artgerechter Haltung (RDS-Standard) und ist wasserabweisend imprägniert. Ebenfalls zu empfehlen: der Valandré Chill Out 650, das wärmste Testmodell im Schlafsack-Testfeld 2018.

Sommerschlafsäcke sind dünn und atmungsaktiv

Sommerschlafsäcke sind nicht besonders stark gefüttert und bestehen aus sehr dünnen Materialien. Der Temperaturbereich dieser Schlafsäcke liegt bei ca. 5 Grad Celcius aufwärts.

Schlafsackgröße auf die Aktivität abstimmen

Für Einsätze von Frühjahr bis Herbst empfehlen wir so genannte Dreijahreszeitenschlafsäcke mit einem Temperaturbereich zwischen 0 und -5 Grad Celcius. Für Touren im Spätherbst eher sogar bis -15 Grad Celcius. Auch wer mit seinem Schlafsack öfters mal in den Bergen übernachten möchte, sollte sich für ein wärmeres Modell entscheiden. Der Schlafsack soll so breit wie nötig und so schmal wie möglich sein. In weiten Schlafsäcken friert man schnell, in einem zu engen Schlafsack drückt man die Füllung zusammen und fühlt sich eingezwängt. Der Schlafsack sollte so lang und das Fußteil so geräumig sein, dass die Zehen die Füllung nicht zusammendrücken. Im Idealfall gibt es ein Schlafsack-Modell in unterschiedlichen Größen.

Packmaß und Gewicht deines Schlafsacks

Gute Schlafsäcke für Trekkingtouren wiegen möglichst wenig, isolieren aber trotzdem auch unter widrigsten Bedingungen. In unserem Schlafsacktest 2020 brachten die leichtesten Testschlafsäcke gerade mal ein halbes Kilo auf die Waage. Packmaß: winzige drei Liter. Die besten Daunenschlafsäcke in unseren Tests wiegen im Schnitt zwischen 900 bis 1200 Gramm – die besten Kunstfaserschlafsäcke zwischen 1000 und 1400 Gramm.

Die wichtigsten Qualitätsmerkmale von Outdoor-Schlafsäcken auf einen Blick

  • Der Temperaturbereich eines Schlafsack ist abhängig vom Einsatzort, aber auch vom persönlichen Kälteempfinden. Wer schnell friert, sollte immer zu einer wärmeren Variante greifen, meist sind Daunenschlafsäcke hier die bessere und vor allem kuscheligere Wahl.
  • Die angegebene Komforttemperatur (oberes Limit) gilt für Menschen, die schnell frieren – die Grenztemperatur für weniger Verfrorene.
  • Man erkennt die Wärmeleistung eines Schlafsacks auch an seiner Dicke – je dicker gefüllt, desto wärmer der Schlafsack – zumindest in den allermeisten Fällen.
  • Über den Kopf geht viel Wärme verloren: Daher hat eine prall gefüllte, bequeme Kapuze, die das Gesicht sauber umschließt, großen Einfluss auf die Wärmeleistung.
  • Schlafsäcke für Outdoor-Übernachtungen sollten auch einen Wärmkragen haben. Dieser legt sich wie ein Schal um den Hals und hält die Wärme im Schlafsack – wichtig vor allem für Schläfer, die nachts die Kapuze nicht ganz schließen.
  • Gute Abdeckleisten sind dick und liegen selbst bei Drehungen mit dem Schlafsack sauber an. Verstärkungen verhindern, dass der Reißverschluss verklemmt.
  • Der Reißverschluss dient beim Schlafsack auch zur Belüftung. Wer gerne die Beine herausstreckt, muss auf einen bis zu den Knöcheln reichenden Zipper achten (Länge: mindestens 165 cm).

Daune vs. Kunstfaser, was soll im Schlafsack stecken?

Daunenschlafsäcke sind bei gleicher Leistung leichter und kleiner verpackbar als entsprechende Kunstfaserschlafsäcke. Außerdem bieten Daunenschlafsäcke mehr Schlafkomfort. Nachteil: Daunenschlafsäcke sind meist erheblich teurer und müssen gut gepflegt und gelüftet werden, damit sie länger halten und gleichbleibend gut isolieren. Kunstfaserschlafsäcke dagegen sind nässeunempfindlicher und nicht ganz so pflegebedürftig. Die Synthetikfüllung nimmt kaum Feuchtigkeit auf, so dass ein Kunstfaserschlafsack auch dann noch isoliert, wenn er nass wird. Außerdem sind Kunstfaserschlafsäcke meistens die günstigere Schlafsack-Alternative. Die bayerische Schlafsack-Schmiede Grüezi Bag bietet sogar noch eine Alternative, die Downwool heißt: Es handet sich dabei um eine wärmende, gut isolierende Füllung aus Daune (70 %) und Wolle (30%).

Dieses Zubehör brauchst du zum perfekten Schlafsack:

Isomatten und Unterlagen

Isomatten sind für einen guten Schlaf beim Camping und Trekking ebenso wichtig wie der Schlafsack, denn sie müssen Unebenheiten oder Steine glattbügeln und die Kälte von unten abhalten. Neben reinen Luftmatratzen gibt es mittlerweile auch viele mit Daunen und Kunstfasern gefüllte Isomatten-Modelle, z.B. der Marken Exped oder Themr-a-rest. Am unempfindlichsten sind Schaumstoffmatten – eine meist günstige Lösung für alle, die gerne im Freien schlafen. Praktisch dafür ist auch ein Biwaksack, wie z.B. der Interstellar Bivy von Outdoor Research.

So reinigst du deinen Schlafsack richtig:

Waschmaschine oder Handwäsche

Unsere Erfahrungen zeigen, dass die Handwäsche in der Badewanne sowohl für Kunstfaser- als auch Daunenfüllungen am gründlichsten und schonendsten ist. Am besten klappt das bei kühlem, sonnigem Wetter – dann trocknen die Schlafsäcke am schnellsten. Synthetikschlafsäcke wäscht man mit Feinwaschmittel. Für Daunenschlafsäcke empfiehlt sich ein spezielles Waschmittel, etwa Downwash von Nikwax. Es enthält rückfettende Inhaltsstoffe, die die Langlebigkeit des natürlichen Isolationsmaterials erhalten. Für die Waschprozedur sollte man 60 bis 90 Minuten einplanen. Je stärker die Füllung des Schlafsacks, desto länger dauert es.

Auslüfte, Trocknen und Lagerung deines Schlafsacks

Zum Trocknen legt man den Schlafsack geöffnet und waagerecht über einen Wäscheständer. Da viel Wasser heraus¬laufen wird, trocknet man den Schlafsack an einem möglichst nässeunempfindlichen Ort, beispielsweise in der Waschküche oder im Garten. Der Trockenprozess kann auch 2-3 Tage in Anspruch nehmen. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung – mit Video - gibt's hier

Den Schlafsack in den Packsack, so rollst du richtig!

Wir empfehlen, den Schlafsack nicht zusammenzurollen, sondern in den Packsack zu stopfen. Das schont die Kunstfaser- bzw. Daunenfüllung.

Schon ausprobiert?

Schlafsack für zwei

Das Backcountry Bed Duo von Sierra Designs ist ein kuscheliger Daunenschlafsack für Zwei mit einem reißverschlusslosen Schließsystem für perfekte Isolierung und wohlige Wärme die ganze Nacht. Gegen kalte Hände helfen individuelle Armtaschen, wenn die Füße hingegen zu warm werden, kann der Fußbereich individuell geöffnet und gelüftet werden. Mit 2 kg ist das Backcountry Bed ein echtes Leichtgewicht, das jede Tour mitmacht. Preis: 470 Euro. Auch bei Seat o Summit gibt es Schlafsäcke für Herren und Damen, die sich zu einem gemeinsamen Schlafsack zusammenzippen lassen, z.B. den Kunstfaserschlafsack Sea to Summit Basecamp BcII den es auch als Doppel-Variante gibt. Preis: 330 Euro.

Schlafsack mit Beinen und Armen – Mantelschlafsack

Mantelschlafsäcke wie bspw. der Daunenschlafsack Exped DreamWalker -2° sind recht außergewöhnliche Schlafsäcke, denn sie lassen sich im Nu zur Decke, zum Outdoormantel oder einem Hängematten-Quilt umfunktionieren. Dafür besitzen diese Mantelschlafsäcke seitliche Armöffnungen, gefütterte Kapuzen und durchgehende Frontreißverschlüsse. Ähnlich beim Kunstfaserschlafsack Vaude Gamplüt 800, der spezielle Armöffnungen besitzt – praktisch beim Kochen und Lesen vor dem Zelt oder im Wohnmobil. Wird der Schlafsack im Fußbereich geöffnet, erhält man einen gemütlichen Sack, mit dem man prima vor dem Lagerfeuer sitzen oder angeln kann.

Schlafsackkaufberatung

Bekannteste Schlafsack-Hersteller

Zu den bekanntesten Schlafsack-Marken zählen hierzulande sicherlich Deuter, Vaude, Mammut und Marmot – sowie High Peak, ein Anbieter von günstigen Schlafsäcken, die es auch bei Lidl zu kaufen gibt. Ebenso bekannt sind hier die Decathlon-Eigenmarken Quechua und Forclaz.

Unsere beliebtesten Vergleichs- und Einzeltests zum Thema "Schlafsäcke"

In unseren Tests der letzten Jahre haben wir sehr gute Erfahrungen mit den Schlafsäcken von Carinthia, Exped, Sea to Summit, Valandré, Western Mountaineering, Montbell und Mountain Equipment gemacht.

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