Daunen- und Kunstfaserschlafsäcke im Test
Die Schlafsack-Highlights der Saison

Update 2022

Daunen- und Kunstfaserschlafsäcke fürs Zelten und Camping im Test – für Einsätze von Frühjahr bis Herbst ...

Mountain Equipment DOWN CODEX Jubiläum
Foto: Mountain Equipment
In diesem Artikel:
  • Dreijahreszeiten-Schlafsäcke im Test 2022
  • So testen wir Schlafsäcke
  • Schon ausprobiert? – Schlafsack für zwei
  • Vor dem Kauf, wo soll der Schlafsack zum Einsatz kommen?
  • Das sind Schlafsäcke für eisige Temperaturen
  • Sommerschlafsäcke sind dünn und atmungsaktiv
  • Hüttenschlafsäcke im Test
  • Schlafsack mit Beinen und Armen – Mantelschlafsack
  • Schlafsackgröße auf die Aktivität abstimmen
  • Packmaß und Gewicht deines Schlafsacks
  • Die wichtigsten Qualitätsmerkmale von Outdoor-Schlafsäcken
  • Daune vs. Kunstfaser, was soll im Schlafsack stecken?
  • Isomatten und Unterlagen
  • Bekannteste Schlafsack-Hersteller
  • Alle Beiträge zum Thema
  • Fazit

Dreijahreszeiten-Schlafsäcke im Test 2022

Diese Schlafsack-Modelle sind bestens geeignet für Wander-und Trekkingtouren von Frühling bis in den Spätherbst und müssen Reserven für kühle Nächte bieten, dürfen aber auch nicht zu warm sein – sonst schwitzt man bei bei lauen Temperaturen darin zu stark. Genau solche Dreijahreszeitenschlafsäcke haben wir auch 2022 wieder miteinander verglichen: mit einem unteren Temperaturlimit zwischen 0 und -5°C. Nach zig Stunden im Kühlhaus bei Temperaturen bis zur Frostgrenze, unzähligen lauen Sommernächten und aufwendigen Isolationsmessungen mit einer Hochleistungswärmebildkamera zeigte sich: Keines der Testmodelle hat ernsthafte Schwächen, sondern mehr oder weniger ausgeprägte Stärken. Entscheidend für die Wahl des Schlafsacks sind Einsatzbereich, persönliches Kälteempfinden und was du ausgeben willst. Die von uns ermittelte erste Temperaturgangabe zeigt an, bis wie viel Grad leicht frierende Schläfer das jeweilige Schlafsack-Modell einsetzen können. "Kälteresistente Schläfer orientieren sich hingegen am zweiten Wert unter Temperaturgrenze in den Testbeschreibungen unten", erklärt Ausrsüstungsredakteur Boris Gnielka.

Tipps für Mehrtagestouren

Gewinner auf einen Blick

Exped Ultra -5°/Ultra-10°
Überragend (Testsieger)
Schlafsack-Test
FazitNewcomer in Perfektion: der Exped Ultra –5° , einsetzbar bis -6°C (von uns im Test ermittelt).
  • Preis: ab 540/650 € (–5°/–10°)
  • Gewicht/Packmaß: 805 g/4,9 l
  • Temperaturgrenze: 2/–6° C

Exped bietet den klimaneutral hergestellten Ultra –5° in sechs Größen an: S, M, L, XL sowie zwei geräumigere Versionen (MW/LW). So findest du garantiert eine passende Variante. Der Ultra ist das mit Abstand teuerste Modell im Feld, aber dennoch jeden Cent wert. Bis ins Detail ausgereift, isoliert das bequeme Federgewicht top und glänzt mit bester Verarbeitung. So schützen von innen vernähte Stege den Faden vor Abrieb. Alles in allem ein top Allrounder – und der Testsieger.

Tipps für Mehrtagestouren

Schlafkomfort: Kuschelig, sehr angenehme, hoch atmungsaktive Stoffe, Kapuze und Wärmekragen sitzen hervorragend, in zwei Breiten erhältlich.

Ausstattung: Besitzt alles, was nötig ist, leichtgängige Zips/Züge. Gut lüften!

Wärme/Gewicht:

Qualität:

Füllung: 450 g (Gr. M) RDS-Daune* mit 840 cuin, PFC-frei imprägniert.

Sonstiges: Das wärmere Modell heißt Exped Ultra -10° (650 g Füllgewicht), 1010 g, 6,2 l, Temperaturlimit: –7/–15° C.

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Marmot Palisade/W Angle Fire
Gut
Schlafsack-Test
FazitDeckenähnlicher Bettgenosse: der Marmot Palisade. Einsetzbar bis ca. 1°C.
  • Preis: ab 280 €
  • Gewicht/Packmaß: 995 g/4,9 l
  • Temperatugrenze: 9/1° C

Statt des Seitenzips hat der neue Marmot Palisade (stärker gefüllte Damenversion: Angle Fire) auf jeder Seite einen hüftlangen Zip und lässt sich wie eine Decke aufklappen. Das Fußteil kannst du über einen extra Zip verbreitern, doch zur Abkühlung die Beine rausstrecken geht nicht. Weil sich der Kapuzenzug besser um den Hals schmiegt als ums Gesicht, solltest du eine dicke Mütze tragen. So können Heißsporne den Palisade bis knapp über den Gefrierpunkt einsetzen.

Tipps für Mehrtagestouren

Schlafkomfort: Oberteil lässt sich wie eine Decke aufklappen, sehr bequemer Schnitt, Das Recycelmaterial fühlt sich etwas glatt an, ist aber kaum schwitzig.

Ausstattung: Doppelzip oben, Fußteilverbreiterung. Gründlich lüften.

Wärme/Gewicht:

Qualität:

Füllung: 500 g RDS-Daune* mit 650 cuin, PFC-frei imprägniert.

Sonstiges: Das Damenmodell heißt Marmot Women's Angle Fire (320 €, 1240 g, 6,8 l, 660 g Daune, Temp.-Limit: 2/–6° C).

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Rab Ascent 500
Gut
Schlafsack-Test
FazitGünstiger Daunenschlafsack: der Ascent 500 von Rab. Einsetzbar bis ca. -2°C.
  • Preis: 300 €
  • Gewicht/Packmaß: 1055 g/4,9 l
  • Temperaturlimit: 6/–2° C

Mit dem Ascent 500 liefert Rab einen recht preiswerten, komfortabel geschnittenen Daunenschlafsack aus Recycelstoffen. Es gibt ihn in je zwei Längen (Regular/L) und Breiten (Regular/ weit) sowie als Damenmodell. Die Wärmeleistung ist gut, erreicht aber nicht das Niveau der teureren Konkurrenz – was auch für das Wärme-Gewichts-Verhältnis gilt. Dafür besitzt der Ascent eine weit zu öffnende Kapuze, die Hitzestau vorbeugt. Somit empfiehlt er sich vor allem für Sparfüchse.

Tipps für Mehrtagestouren

Schlafkomfort: Kuscheliger Schlafsack, die weit zu öffnende Kapuze und der Wärmekragen sitzen bequem, die Stoffe sind aber minimalst schwitzig.

Ausstattung: Praktische Features, sehr einfache Bedienung. Gründlich lüften.

Wärme/Gewicht:

Qualität:

Füllung: 500 g (Reg.) RDS-Daune*, 650 cuin, PFC-frei imprägniert.

Sonstiges: Gr. Regular passt bis 1,80 m, L bis 1,95 m, bietet unterhalb der Hüften recht viel Platz.

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Valandré Swing Co 450/650
Überragend/OUTDOOR-Kauftipp
Schlafsack-Test
FazitPreis-Leistungs-Sieger 2022: der Valandré Swing Co 450 und auch die wärmere Version Swing Co 650.
  • Preis: ab 331/359 € (450/650)
  • Gewicht/Packmaß: 860 g/4,6 l
  • Temperaturlimit: 3/–5° C

Aufwendig vorgeformte Stege schaffen beim neuen Swing von Valandré eine rundherum gleichmäßige Hülle, in der sich die Daune voll entfalten kann. Das ermöglicht ein top Wärme-Gewichts-Verhältnis. Die Stoffe zählen zu den angenehmsten im Feld. Auch stark: Von innen vernähte Stege schützen den Faden vor Beschädigungen. Dank dieser superben Performance zählt der Swing zu den besten Modellen im Test – in Anbetracht des Preises ist das ein sensationelles Ergebnis.

Tipps für Mehrtagestouren

Schlafkomfort: Angenehmer Innenstoff, bequemer, nur unterhalb der Knie schmaler Schnitt. Bequeme, weit zu öffnende Kapuze und guter Wärmekragen.

Ausstattung: Funktionelle Ausstattung, problemlose Handhabung. Gründlich lüften.

Wärme/Gewicht:

Qualität:

Füllung: 450/650 g Daune (Swing CO 450/650, Gr. M) mit 650 cuin.

Sonstiges: Erhältliche Längen S, M, L (bis 1,65, 1,75, 1,90 m); die Werte des Swing CO 650: 1105 g/6,3 l, Temp.: –5/–13°C.

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Mountain Equipment Helium 400/600
Sehr gut
Schlafsack-Test
FazitÜberarbeiteter Bestseller: der Mountain Equipment Helium 400, einsetzbar bis ca. -2°C.
  • Preis: ab 320/370 € (400/600)
  • Gewicht/Packmaß: 830 g/4,4 l
  • Temperaturlimit: 6/–2° C

Mountain Equipment hat seinem Verkaufsschlager ein Update verpasst, ihm eine Hülle aus Recycelnylon gegönnt und den Schnitt etwas geräumiger gemacht. Auch eine breite Version (Helium GT) gibt es. Das Damenmodell (Größe Reg./L bis 1,65/1,80 m) bietet an der Hüfte elastische Innennähte, durch die es sehr anschmiegsam ist. Genial: ein selbsteinrastender Magnetverschluss am Wärmekragen. Der Helium vereint ein starkes Wärme-Gewichts-Verhältnis mit recht günstigem Preis – klasse.

Tipps für Mehrtagestouren

Schlafkomfort: Sehr komfortabel: die Kapuze und der Wärmekragen, gute Belüftung. Etwas glatte, aber kaum schwitzige Stoffe, in zwei Breiten erhältlich.

Ausstattung: Funktionelle Features, einfachste Bedienung. Gründlich lüften.

Wärme/Gewicht:

Qualität:

Füllung: 403 g (Gr. Regular) mit 700 cuin, Down-Codex-zertifiziert*.

Sonstiges: Größen: Reg./L bis 1,75/1,90 m. Werte des Helium 600 (620 g Daune): 1045 g/5,9 l. Temp.: –3/–11° C.

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Norrona Falketind Down OC
Sehr gut
Schlafsack-Test
FazitGelungener Wiedereinstieg beim Norrona Faltekind Down OC, einsetzbar bis ca. -4°C.
  • Preis: 499 €
  • Gewicht/Packmaß: 990 g/5,1 l
  • Temperaturlimit: 4/–4° C

Nach über 30 Jahren Pause bietet Norrona wieder Daunenschlafsäcke an. Der Reißverschluss verläuft wie bei einer Jacke mittig auf der Front und lässt sich über drei Schieber sehr variabel öffnen, oben am Hals dichtet der Wärmekragen sauber ab – eine Ausnahme bei Modellen mit Frontzip. An Kopfund Fußteil schützt ein wasserdichtes, atmungsaktives Material vor Kondens, wenn der Schlafsack es von der Zeltwand abstreift. Auch top: die angenehmen, hochatmungsaktiven Recycelstoffe.

Tipps für Mehrtagestouren

Schlafkomfort: Eines der anschmiegsamsten Modelle im Feld mit passgenauer, praller Kapuze. Über den Mittelzip schön variabel zu belüften. Der Schlafsack bietet recht viel Platz an den Knien und Knöcheln.

Ausstattung: Gut gemachter Mittelzip, Fuß- und Kopfteil nässefest. Gründlich lüften.

Wärme/Gewicht:

Qualität:

Füllung: 490 g RDS-Daune* mit 800 cuin, PFC-frei imprägniert.

Sonstiges: Bislang nu auf der Norrona-Webseite bestellbar. Verfügbare Längen: 170/185 (bis 1,75/1,90 m).

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Grüezi Bag Biopod Downwool Subzero
Sehr gut
Schlafsack-Test
FazitInnovatives Komfortmodell: der Grüezi Bag Biopod Downwool Subzero, einsetzbar bis ca. -3°C.
  • Preis: ab 320 €
  • Gewicht/Packmaß: 1165 g/6,1 l
  • Temperaturlimit: 5/–3° C

Nur Grüezi Bag verarbeitet Downwool, eine Mischung aus Daune und Wolle (70/30 %). Sie bietet ein trockenwärmeres Schlafklima und ist etwas weniger druck- und feuchtigkeitsempfindlich als reine Daune. Der auf Knöchelhöhe auf die Schlafsackoberseite laufende Zip ermöglicht eine sehr effektive Belüftung. Die Isolation geht in Ordnung, für Grammzähler empfiehlt sich der verhältnismäßig schwere Subzero aber weniger, für Komfortschläfer und Camper dagegen umso mehr.

Tipps für Mehrtagestouren

Schlafkomfort: Hervorragendes Schlafklima, funktioneller, bequemer Schnitt, Kapuze und Wärmekragen sitzen komfortabel, wirkungsvolle Belüftung.

Ausstattung: Hat alles, was du brauchst, und lässt sich problemlos bedienen.

Wärme/Gewicht:

Qualität:

Füllung: 506 g Downwool in Gr. 185 (70 % RDS-Daune* mit 650 cuin).

Sonstiges: Erhältlih in drei Größen (175, 185, 200; bis 1,70/1,80/1,95 m), Außen- und Innenstoffe aus Recycelfasern.

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Alvivo Mount Everest
Gut/Outdoor-Kauftipp
Schlafsack-Test
FazitPreiswerter Kälteblocker: der Mount Everest von Alvivo, einsetzbar bis ca. -8°C.
  • Preis: 100/110 € (Größe 210/230)
  • Gewicht/Packmaß: 1820 g/12,7 l
  • Temperaturlimit: 0/–8° C

Trotz seines günstigen Preises isoliert der Alvivo Mount Everest stark. In Sachen Gewicht und Packmaß landet er dagegen am Endes des Felds. Dafür schmeicheln weiche, höchst atmungsaktive Stoffe auf der Haut, das Fußteil lässt sich durch einen umlaufenden Zip öffnen, und in der Kapuze gibt es einen herausnehmbaren, waschbaren Bezug. Alles in allem ein klasse Schlafsack für Sparfüchse, die Komfort und Wärme mehr schätzen als ein minimales Gewicht und Packmaß.

Tipps für Mehrtagestouren

Schlafkomfort: Wunderbar angenehme Stoffe, sehr gut zu belüften dank umlaufendem Zip, Kapuze und Wärmekragen sitzen recht komfortabel.

Ausstattung: Top Features, aber etwas umständliche Wärmekragenverstellung.

Wärme/Gewicht:

Qualität:

Füllung: 1000 g 4-Loch-Hohlfaser (Gr. 230) in Zweilagenverarbeitung.

Sonstiges: Größe 210 (bis 1,70 m) für kräftige Personen zu eng, Gr. 230 (bis 1,95 m) bietet mehr Platz.

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Carinthia G 280
Überragend
Schlafsack-Test
FazitEisbrecher mit Kunstfasern: der G 280 von Carinthia, einsetzbar bis ca. -13°C.
  • Preis: ab 372 € (Gr. M)
  • Gewicht/Packmaß: 1630 g/9,1 l
  • Temperaturlimit: -5/–13° C

Unsere Tests zeigen regelmäßig: Carinthia stellt die leistungsstärksten Synthetikschlafsäcke auf dem Markt her. Der G 280 zählt zu den wärmeren Modellen im Programm und bietet selbst verfrorenen Schläfern Reserven für eisige Nächte, etwa auf Herbsttreks im hohen Norden. Die extra Rumpfisolation ist sehr effektiv, da hier mehr Wärme verloren geht als an den Beinen. Auch top: der Komfort, das recht niedrige Gewicht und antibakterielle Fasern, die die Geruchsbildung reduzieren.

Tipps für Mehrtagestouren

Schlafkomfort: Superbe Stoffe, weiche Füllung, Kapuze und Wärmekragen lassen sich mit etwas Fingerspitzengefühl komfortabel anpassen.

Ausstattung: Bietet alle wichtigen Features inklusive Schlaufen für Inlets.

Wärme/Gewicht:

Qualität:

Füllung: 885 g G-Loft (Gr. M) in Mehrlagenkonstruktion.

Sonstiges: Gr. M (bis 1,85 m) für kräftige Personen zu eng, Gr. L bietet mehr Platz. Sie passt bis 2,00 m.

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Vaude Selun 800/1300
Sehr gut
Schlafsack-Test
FazitNässefester Umweltfreund: der Selun von Vaude, einsetzbar bis -4°C.
  • Preis: 200/230 € (Selun 800/1300)
  • Gewicht/Packmaß: 1195 g/8,0 l
  • Temperaturlimit: 4/–4° C

Aus Recycelfasern fair hergestellt und durch MyClimate CO2-kompensiert, erfüllt der Vaude Selun höchste Ansprüche in puncto Nachhaltigkeit. Auch die technischen Werte stimmen: Er zählt zu den wärmsten Modellen seiner Klasse und hält durch die nicht abgesteppte, wasserabweisende Primaloftfüllung Kondens und Tau ab. Nur der glatte Stoff gibt etwas Punktabzug. Dennoch verdient der Vaude Selun eine dicke Kaufempfehlung und ist der Tipp für alle, die gerne ohne Zelt übernachten.

Tipps für Mehrtagestouren

Schlafkomfort: Funktioneller Komfortschnitt, der dicke Wärmekragen und die Kapuze sitzen bequem. Etwas glattes, aber nur minimalst schwitziges Material.

Ausstattung: Wasserabweisende Hülle/Füllung, problemlose Bedienung.

Wärme/Gewicht:

Qualität:

Füllung: 850 g (Selun 800) Primaloft Black Rise aus Recycelfasern.

Sonstiges: Passt bis 1,90 m, wärmere Version: Vaude Selun 1300 (1580 g, 14,2 l, outdoor-Temperaturgrenze: –3/–11° C).

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Schlafsack-Test aus Heft 10/2022
17 Daunen- und Kunstfaserschlafsäcke im Test 2022
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So testen wir Schlafsäcke

Komfort/Handhabung

Wie gut sich die Zipper oder Züge bedienen lassen und wie bequem ein Schlafsack ist, wird in der Praxis beurteilt. Fühlen sich die Materialien und die Füllung angenehm kuschelig an? Sitzen die Kapuzen und Wärmekragen druckfrei? Auch der Schlafsackschnitt spielt eine wichtige Rolle: Manche mögen enge Modelle, weil weniger Luft aufgewärmt werden muss, andere brauchen Platz. Deshalb erstellt outdoor zu jedem Schlafsack eine Schnittskizze. Tipp: Die meisten Hersteller bieten ihre Modelle in unterschiedlichen Größen an – diese sollte man so wählen, dass die Zehen die Füllung bei geschlossener Kapuze nicht zusammendrücken. Die feuchtigkeitsunempfindlichen Kunstfaserschlafsäcke schneiden im Kriterium Praxis/Handling besser ab als Daunenschlafsäcke.

Qualitätsprüfung

Bewertet werden die Materialien, die Verarbeitung, die Nachhaltigkeit und die Langlebigkeit. Kunstfasern verlieren mit der Zeit ihre Isolation, gute Daune dagegen kaum. Stammt Letztere von ausgewachsenen Gänsen oder Enten, hält sie am längsten. Je höher die Füllkraft, gemessen in cuin (Kubikinch pro Unze), desto besser die Wärmeleistung pro Gramm.

Temperaturwerte

Wir ermitteln zwei untere Temperaturgrenzen, bis zu denen sich Schlafsäcke einsetzen lassen. Der obere Komfortwert gilt für verfrorene Personen, die tiefere Limitangabe für kältefeste. Erreicht werden sie nur mit einer gut isolierenden Isomatte, die Kapuze muss ganz zugezogen sein. Zum Teil weichen die outdoor-Angaben von den Herstellerwerten (EN-Norm) ab. Letztere werden mit Puppen ermittelt. Das kaschiert Konstruktionsschwächen.

Wärmebild aus dem OUTDOOR Schlafsack-Test
Datatec
Mit der Wärmekamera ans Licht gebracht: Eine Spezialkamera zeigt die Isolationsstärke und entlarvt Konstruktionsschwächen.

Damenmodelle

Zum Teil gibt es auch spezielle Damenvarianten. Diese Schlafsäcke für Frauen sind kürzer geschnitten und isolieren etwas besser als die Herrenmodelle. Im Schulterbereich meist etwas enger, bieten die an die weibliche Anatomie angepassten Schnitte im Hüftbereich dafür mehr Platz. Grundsätzlich spricht aber nichts gegen eine Unisex-Version, wenn man sich darin wohlfühlt.

Schon ausprobiert? – Schlafsack für zwei

Bei Sea-to-Summit beispielsweise gibt es Schlafsäcke für Herren und Damen, die sich zu einem gemeinsamen Schlafsack zusammenzippen lassen, z.B. den Kunstfaserschlafsack Sea to Summit Basecamp BcII den es auch als Doppel-Variante gibt. Preis: 330 Euro.

Vor dem Kauf, wo soll der Schlafsack zum Einsatz kommen?

Wer den Schlafsack nur bei Hüttenübernachtungen oder beim Sommer-Camping einsetzt, braucht keinen so besonders warmen und dick gefüllten Schlafsack, wie Outdoorer, die auch mal im Frühjahr oder Herbst im Zelt übernachten. Auf Zelttouren sollte man zudem auf ein möglichst gutes Wärme-Gewichts-Verhältnis achten – tagsüber steckt der Schlafsack ja im Rucksack. Hier haben Daunenschlafsäcke die Nase vorn. Sie wiegen meist etwas weniger als Kunstfaserschlafsäcke , isolieren aber in der Regel besser. Auch der Einsatzort spielt eine Rolle: Im lauen Südfrankreich ist ein Sommerschlafsack mit Sicherheit ausreichend – geht es dagegen in den hohen Norden – bspw. nach Skandinavien – muss auch im Sommer ein etwas wärmerer Schlafsack mit ins Gepäck.

Das sind Schlafsäcke für eisige Temperaturen

Für Wintercamper empfehlen wir den Carinthia TSS. Er besteht aus einer dünnen Außenhülle und einem einknüpfbaren, pralleren Innensack. In beiden steckt G-Loft Si, die derzeit beste Kunstfaser am Markt – das macht sie zu den wärmsten Synthetikschlafsäcken in ihren Gewichtsklassen. Zusammengeknüpft trotzt die Schlafsack-Kombi sogar klirrendem Frost bis minus 25 Grad (Komfortwert: –17 °C). Wer einen dicken, rundum komfortablen Daunenschlafsack sucht, wird beim Sea to Summit Ascent fündig. Dank der prallen Daunenfüllung (750 g) wärmt der Sea to Summit Ascent ACIII Frostbeulen bis minus fünf Grad, kältefeste Personen können ihn bis minus 13 Grad einsetzen. Die hochwertige Daune (Bauschkraft: 750 cuin) stammt aus artgerechter Haltung (RDS-Standard) und ist wasserabweisend imprägniert. Ebenfalls zu empfehlen: der Valandré Chill Out 650, einer der wärmsten Winterschlafsäcke aus unseren Tests.

Sommerschlafsäcke sind dünn und atmungsaktiv

Sommerschlafsäcke sind nicht besonders stark gefüttert und bestehen aus sehr dünnen Materialien. Der Temperaturbereich dieser Schlafsäcke liegt bei ca. 5 Grad Celcius aufwärts. Sie eignen sich in den meisten Fällen auch für die Berghütte im Sommer. Ein empfehlenswertes Modell aus unserem Test ist beispielsweise der Grüezi Bag Biopod Downwool Extreme Light – mit Daunen-Woll-Füllung. Ansonsten findet ihr hier in diesem Artikel bestimmt das passende Modell:

Hüttenschlafsäcke im Test

Schlafsack mit Beinen und Armen – Mantelschlafsack

Mantelschlafsäcke wie bspw. der Daunenschlafsack Exped DreamWalker Pro sind recht außergewöhnliche Schlafsäcke, denn sie lassen sich im Nu zur Decke, zum Outdoormantel oder einem Hängematten-Quilt umfunktionieren. Dafür besitzen diese Mantelschlafsäcke seitliche Armöffnungen, gefütterte Kapuzen und durchgehende Frontreißverschlüsse. Ähnlich beim Kunstfaserschlafsack Bergstop Cozybag, der spezielle Armöffnungen besitzt – praktisch beim Kochen und Lesen vor dem Zelt oder im Wohnmobil. Wird der Schlafsack im Fußbereich geöffnet, erhält man einen gemütlichen Sack, mit dem man prima vor dem Lagerfeuer sitzen oder angeln kann.

Schlafsackgröße auf die Aktivität abstimmen

Für Einsätze von Frühjahr bis Herbst empfehlen wir so genannte Dreijahreszeitenschlafsäcke mit einem Temperaturbereich zwischen 0 und -5 Grad Celcius. Für Touren im Spätherbst eher sogar bis -15 Grad Celcius. Auch wer mit seinem Schlafsack öfters mal in den Bergen übernachten möchte, sollte sich für ein wärmeres Modell entscheiden. Der Schlafsack soll so breit wie nötig und so schmal wie möglich sein. In weiten Schlafsäcken friert man schnell, in einem zu engen Schlafsack drückt man die Füllung zusammen und fühlt sich eingezwängt. Der Schlafsack sollte so lang und das Fußteil so geräumig sein, dass die Zehen die Füllung nicht zusammendrücken. Im Idealfall gibt es ein Schlafsack-Modell in unterschiedlichen Größen.

Packmaß und Gewicht deines Schlafsacks

Gute Schlafsäcke für Trekkingtouren wiegen möglichst wenig, isolieren aber trotzdem auch unter widrigsten Bedingungen. In unseren letzten Tests brachten die leichtesten Testschlafsäcke gerade mal ein halbes Kilo auf die Waage. Packmaß: winzige drei Liter. Die besten Daunenschlafsäcke in unseren Tests wiegen im Schnitt zwischen 900 bis 1200 Gramm – die besten Kunstfaserschlafsäcke zwischen 1000 und 1400 Gramm.

Die wichtigsten Qualitätsmerkmale von Outdoor-Schlafsäcken

  • Der Temperaturbereich eines Schlafsack ist abhängig vom Einsatzort, aber auch vom persönlichen Kälteempfinden. Wer schnell friert, sollte immer zu einer wärmeren Variante greifen, meist sind Daunenschlafsäcke hier die bessere und vor allem kuscheligere Wahl.
  • Die angegebene Komforttemperatur (oberes Limit) gilt für Menschen, die schnell frieren – die Grenztemperatur für weniger Verfrorene.
  • Man erkennt die Wärmeleistung eines Schlafsacks auch an seiner Dicke – je dicker gefüllt, desto wärmer der Schlafsack – zumindest in den allermeisten Fällen.
  • Über den Kopf geht viel Wärme verloren: Daher hat eine prall gefüllte, bequeme Kapuze, die das Gesicht sauber umschließt, großen Einfluss auf die Wärmeleistung.
  • Schlafsäcke für Outdoor-Übernachtungen sollten auch einen Wärmkragen haben. Dieser legt sich wie ein Schal um den Hals und hält die Wärme im Schlafsack – wichtig vor allem für Schläfer, die nachts die Kapuze nicht ganz schließen.
  • Gute Abdeckleisten sind dick und liegen selbst bei Drehungen mit dem Schlafsack sauber an. Verstärkungen verhindern, dass der Reißverschluss verklemmt.
  • Der Reißverschluss dient beim Schlafsack auch zur Belüftung. Wer gerne die Beine herausstreckt, muss auf einen bis zu den Knöcheln reichenden Zipper achten (Länge: mindestens 165 cm).

Daune vs. Kunstfaser, was soll im Schlafsack stecken?

Daunenschlafsäcke sind bei gleicher Leistung leichter und kleiner verpackbar als entsprechende Kunstfaserschlafsäcke. Außerdem bieten Daunenschlafsäcke mehr Schlafkomfort. Nachteil: Daunenschlafsäcke sind meist erheblich teurer und müssen gut gepflegt und gelüftet werden, damit sie länger halten und gleichbleibend gut isolieren. Kunstfaserschlafsäcke dagegen sind nässeunempfindlicher und nicht ganz so pflegebedürftig. Die Synthetikfüllung nimmt kaum Feuchtigkeit auf, so dass ein Kunstfaserschlafsack auch dann noch isoliert, wenn er nass wird. Außerdem sind Kunstfaserschlafsäcke meistens die günstigere Schlafsack-Alternative. Die bayerische Schlafsack-Schmiede Grüezi Bag bietet sogar noch eine Alternative, die Downwool heißt: Es handet sich dabei um eine wärmende, gut isolierende Füllung aus Daune (70 %) und Wolle (30%).

Isomatten und Unterlagen

Isomatten sind für einen guten Schlaf beim Camping und Trekking ebenso wichtig wie der Schlafsack, denn sie müssen Unebenheiten oder Steine glattbügeln und die Kälte von unten abhalten. Neben reinen Luftmatratzen gibt es mittlerweile auch viele mit Daunen und Kunstfasern gefüllte Isomatten-Modelle, z.B. der Marken Exped oder Themr-a-rest. Am unempfindlichsten sind Schaumstoffmatten – eine meist günstige Lösung für alle, die gerne im Freien schlafen. Praktisch dafür ist auch ein Biwaksack, wie z.B. der Interstellar Bivy von Outdoor Research.

Bekannteste Schlafsack-Hersteller

Zu den bekanntesten Schlafsack-Marken zählen hierzulande sicherlich Deuter, Vaude, Mammut und Marmot – sowie High Peak, ein Anbieter von günstigen Schlafsäcken, die es auch bei Lidl zu kaufen gibt. Ebenso bekannt sind hier die Decathlon-Eigenmarken Quechua und Forclaz.

Unsere beliebtesten Vergleichs- und Einzeltests zum Thema "Schlafsäcke"

In unseren Tests der letzten Jahre haben wir sehr gute Erfahrungen mit den Schlafsäcken von Carinthia, Exped, Sea to Summit, Valandré, Western Mountaineering, Montbell und Mountain Equipment gemacht.

Alle Beiträge zum Thema

Jedes Jahr testet outdoor viele Schlafsäcke im Einzel- und Vergleichstest. Außerdem gibt es auch sonst viel zum Thema zu erzählen. Wie werden Schlafsäcke am besten gepflegt? Auf was muss man beim Kauf achten? Welche Schlafsäcke sind für welchen Einsatz geeignet?

Fazit

Im starken Schlafsack-Testfeld 2022 gab es für jeden einen passenden Schlafsack. Preisbewusste Camper greifen zum Alvivo-Kunstfaserschlafsack Mount Everest, für Zelttouren bei Schmuddelwetter empfehlen wir die Synthetikschlafsäcke von Vaude oder Carinthia. Grammjäger landen dagegen bei einem der Daunenschlafsäcke: dem Testsieger Exped Ultra -5°, dem fast so leistungsfähigen, aber deutlich günstigeren Valandré Swing oder dem Mountain Equipment Helium. Heißsporne kaufen die dünne Variante, Frostbeulen die dickere. Und der Grüezi Bag Biopod Downwool ist eine gute Wahl für komfortbewusste Trekker und Camper.

Die aktuelle Ausgabe
12 / 2022

Erscheinungsdatum 08.11.2022

Abo ab 13,50 €