Der Baukünstler Le Corbusier sah in ihnen die "schönste natürliche Architektur der Welt", der Kletterpionier Emil Zsigmondy nannte sie "einen köstlichen Edelstein im Alpenland", und die Bergsteigerlegende Reinhold Messner stellte schlicht fest: "Die Dolomiten, das ist eine Tatsache, sind eines der faszinierendsten Gebirge der Erde."
Zumindest einmal im Leben sollte jeder ambitionierte Bergwanderer die steinerne Wunderwelt durchschritten haben – am besten auf einem der zehn "Alte Vie delle Dolomiti", die das UNESCO-Weltnaturerbe durchziehen (siehe Liste unten). Die meisten wählen den klassischen und einfachsten Dolomiten Höhenweg Nr. 1 (13 Tage, 150 km, 7300 Hm), der schon seit 1966 vom Pragser Wildsee nach Belluno durch die östlichen Gebirgsgruppen leitet. Doch auch der westliche Teil lässt sich auf einer unschwierigen Traumstrecke erkunden:
Die Highlights des Dolomiten Höhenweg Nr. 8
Der 1981 eröffnete Dolomiten Höhenweg Nr. 8 (13 Tage, 152 km, ca. 7800 Hm) zwischen Brixen und Salurn, entlang eines Kamms, der das Etschtal und das Eisacktal flankiert. Der Weg beginnt zusammen mit dem Höhenweg Nr. 2 in Brixen, später trennen sich die Wege. Der Höhenweg Nr. 8 bietet eine relativ einfache Durchquerung der Dolomiten.
Ihren Beinamen "Weg der Panoramen" trägt die Route nicht umsonst: Zu den Hinguckern gehören etwa die scharfen Felszacken der Geislergruppe, der unverkennbare Schlern und die bizarren Vajolet-Türme im bei Dämmerung rot und orange leuchtenden Rosengarten.

Blick auf die Vajolet-Türme im Rosengarten.
Die höchste Aussichtskanzel der Tour besteigt ihr an der Östlichen Latemarspitze (2791 m). Luftig wird es an der technischen Schlüsselstelle, dem Santnerpass-Klettersteig (Grad B/C), den man aber problemlos umgehen kann. Auch für die seit 2021 wegen Steinschlags geschlossene Panascharte gibt es eine Alternative: den rund drei Stunden längeren Weg über die Mittagsscharte. Buchtipp: Dolomiten Höhenwege 8-10, Rother 2020, 18,90 Euro. Weitere Infos zum Weg hier.
Die Dolomiten-Höhenwege – Bergwandern deluxe!
Habt ihr gewusst, dass es insgesamt 10 Dolomiten-Höhenwege gibt? – Wir stellen sie euch hier im Kurz-Porträt vor:

Dolomitenhöhenweg Nr. 1: Pragser Wildsee - Belluno
Der Dolomitenhöhenweg Nr. 1 ist der älteste der zehn Mehrtageswanderungen und führt von Nord nach Süd durch die Gebiete Ausserprags, Prags und die Dolomitenregion "Drei Zinnen" vom Pragser Wildsee (siehe Foto) nach Belluno. Auf insgesamt 106 km kann die Tour auf acht bis 12 Tagesetappen aufgeteilt werden. Einigermaßen ausdauernde und geübte Wandernde haben, mit Ausnahme der letzten Teilstrecke (die jedoch durch eine leichtere Variante ausgetauscht werden kann), kaum Schwierigkeiten.

Dolomitenhöhenweg Nr. 2: Brixen - Feltre
Von Brixen, der ältesten Stadt Südtirols, geht es auf dem Höhenweg Nr. 2 rund 15 Tage durch die Dolomitenregion Alta Badia nach Feltre. Während der Wanderung überqueren Outdoorer die drei Provinzen, Bozen, Trient und Belluno sowie zehn Gebirgsgruppen (Plose, Peitlerkofel, Geisler, Puez, Sella, Padon, Marmolada, Bocche, Pala, Feltriner Gruppe) wobei Plose-, Padon- und Bocche-Gruppe nicht zu den Dolomiten zählen. Insgesamt gilt der Dolomitenhöhenweg 2 mit seinen Kletterstellen (III), der Gletscheretappe am Marmolada und den 185 km als sehr anspruchsvoll.

Dolomitenhöhenweg Nr. 3: Niederdorf - Longarone
Großartige Hochgebirgsbilder und die östlichen Dolomiten warten auf dem 99 Kilometer langen Dolomitenhöhenweg Nr. 3, welcher in Niederdorf beginnt und durch die Region der Drei Zinnen führt. Zwischen sieben und zehn Tagesetappen muss man hier rechnen. Die meisten Abschnitte des Weges sind im Vergleich zu den Höhenwegen Nr. 1 und 2 entweder schwieriger oder länger - aufgrund der gravierenden Höhenunterschiede, den gesicherten, teils recht ausgesetzten Steiganlagen und den kurzen Klettersteigpassagen mit Schwierigkeitsgrad II auch deutlich beschwerlicher. Zwar sind für diese Abschnitte auch leichtere Varianten möglich - dennoch ist dieses Bergwanderweg für Familien mit Kindern oder Wanderanfänger nicht geeignet.

Dolomitenhöhenweg Nr. 4: Innichen - Pieve di Cadore
Der Dolomitenhöhenweg Nr. 4 gehört mit seinen 66 km zwar zu den kürzeren, jedoch auch zu den anspruchsvollsten Wegen. In acht bis zehn Tagesetappen geht es durch das gewaltige Felsenreich der Sextner Dolomiten und über die großartigen Dolomiten-Massive des Sorapis und Antelao. Die Tour ist nur erfahrenen Bergwanderern vorbehalten, da einige Abschnitte mitten durch senkrechte Wände und Kletterpassagen führen. Sie führt von Innichen im Pustertal durch die östlichen Dolomiten bis nach Pieve di Cadore in der Provinz Belluno.

Dolomitenhöhenweg Nr. 5: Sexten - Pieve di Cadore
In rund zehn bis 12 Tagen führt der Dolomitenhöhenweg Nr. 5 durch die traumhaften Sextner Dolomiten und die Drei Zinnen bis zum Endpunkt in Pieve di Cadore. Auf den drei Abschnitten Croda dei Tòni und Popèra; Marmaròle und Antelao wandert man auf insgesamt 67 km, die jedoch nur geübten, trittsicheren und enorm ausdauernden Wanderern zu empfehlen sind.

Dolomitenhöhenweg Nr. 6: Sappada - Vittorio Veneto
Lange, verlassene Strecken und faszinierende Umgebungen locken auf dem rund 180 Kilometer langen Dolomitenhöhenweg Nr. 6. Dabei durchquert die Route in elf Wandertagen Provinzen Udine, Pordenone, Belluno und Treviso und erreicht Vittorio Veneto durch den Rinaldo, die Tèrze und Clap Gruppen, die Monti di Sàuris, die Tiàrfin, die Crìdola, die Spalti und Monfalconi, die Duranno-Cima dei Preti und vom Col Nudo-Cavallo. Geeignet ist die mittelschwere Tour für erfahrene und trainierte Wanderer.

Dolomitenhöhenweg Nr. 7: Pieve d'Alpago - Segusino
Fünf Tagesetappen und rund 66 Kilometer umfasst der sehr schöne Dolomitenhöhenweg Nr. 7, der von Pieve d'Alpago durch die Karnischen Alpen und die Venetianischen Voralpen nach Segusino führt. Die Route verläuft am Kalksteinkamm der Col Nudo-Cavallo Gruppe und fällt nach Südwesten in die Provinz Belluno und nach Nordosten in die Provinz Pordenone. Bei einem maximalen Schwierigkeitsgrad II eignet sich der Höhenweg für Wander-Experten, die mit gemischtem, ausgesetztem Terrain und Kletterpassagen vertraut sind.

Dolomitenhöhenweg Nr. 8: Brixen - Salurn
Eine recht einfache Durchquerung der Dolomiten von Brixen nach Salurn bietet der Höhenweg Nr. 8. Dabei geht es über einen Kamm, der das Etschtal und das Eisacktal flankiert. Für die knapp 152 Kilometer lange Begehung sollten zwischen zehn und 13 Tage eingeplant werden, die als recht unschwierig und interessant für Familien gelten.

Dolomitenhöhenweg Nr. 9: Bozen - Santo Stefano
Die 176 Kilometer lange Route des Dolomiten Höhenwegs Nr. 9 verläuft im Gegensatz zu den meisten anderen Dolomiten-Höhenwegen als Transversale von Westen nach Osten über die zum Teil von Süd nach Nord verlaufenden Gratzüge der Dolomiten. Gestartet wird die Tour, die zwischen 12 und 14 Tage in Anspruch nimmt, in Südtirols Provinzhauptstadt Bozen, durchquert anschließend Südtirol und einen Teil der Provinz Belluno. Sie eignet sich auch gut für Wanderer mit weniger Kodition. Teilabschnitt ab Tiers, inkl. komoot-Karte hier

Dolomitenhöhenweg Nr. 10: Bozen - Gardasee
Von Bozen bis zum Gardasee, entlang der Zinnen des Etschtals und über die Karnischen Alpen geht es auf dem Dolomiten-Höhenweg Nr. 10. Mit empfohlenen 18 Tagesetappen und 200 km ist diese Route die Längste der Dolomitenregion und für diejenigen geeignet, die viel Erfahrung im Klettern und eine gute Ausdauer mitbringen. Einige kritische Stellen sind zwar durch einfachere Varianten ersetzbar, allerdings ist dieser Weitwanderweg sehr ambitioniert.












