Der Herbst ist eine großartige Zeit zum Wandern – die Temperaturen sind meist noch sehr angenehm, die Wälder zeigen ihre bunten Farben und der Nebel am Morgen verleiht jeder Tour etwas Mystisches. Wenn du einen Fernwanderweg suchst, der dich übers Wochenende oder sogar noch länger beschäftigt, ist der Westerwaldsteig eine solide Option.
Von Herborn aus steigt dieser deutsche Fernwanderweg allmählich an – bis auf 657 Meter zur Fuchskaute, der höchsten Erhebung des Westerwaldes. Danach führt er dich durch die wildromantische Holzbachschlucht und an Westerburg vorbei zur Westerwälder Seenplatte, einem Sumpfgebiet mit sieben Weihern. Unterwegs passierst du die Kurstadt Bad Marienberg mit ihrem Wild- und Basaltpark, das historische Hachenburg, die Klöster Marienstatt und Marienthal. Die Route führt auch an Stätten des Genossenschaftlers F. W. Raiffeisen vorbei, bevor sie durchs idyllische Wiedtal nach Waldbreitbach und schließlich nach Bad Hönningen bzw. in die RömerWelt in Rheinbrohl führt. Einzelne Etappenbeschreibungen findest du in der Fotostrecke (oben).
Das Wichtigste in Kürze
- Der Westerwaldsteig ist ein etablierter Fernwanderweg quer durch das Mittelgebirge.
- Auf 235 bis 240 Kilometern verteilt sich die Route auf 16 Etappen, die dich von Herborn in Hessen bis nach Bad Hönningen (oder Rheinbrohl) am Rhein führen.
- Der Weg verläuft in Teilen durch drei Bundesländer: Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.
- Im Herbst profitierst du von kühleren Temperaturen und weniger Publikumsverkehr auf den Wegen – ideal für entspanntes Wandern und Naturgenuss!
- Falls 235 Kilometer zu viel sind, lohnt sich ein Blick auf die Wällertouren. Diese kürzeren, zertifizierten Wanderwege sind gut zum Ausprobieren und für Wochenendtrips geeignet.
- Entlang des Westerwaldsteigs und der Wällertouren findest du verschiedene Restaurants und Gasthöfe mit regionaler Küche sowie Hotels und Gästehäuser zum Übernachten.
- Beste Zeit: Eine Wanderung auf dem Westerwaldsteig ist das ganze Jahr über möglich! In der Schmuddel-Jahreszeit kann es aber gerade bei widrigen Wetterverhältnissen bei naturnahen Wegen zu matschigen und rutschigen Passagen kommen. Außerdem sollte man darauf achten, dass das am Boden liegende Laub Unebenheiten, Wurzeln, Steine oder Löcher im Weg verdecken kann.
Orientierung auf dem Weg
Du brauchst dir keine Sorgen um deine Orientierung zu machen: Der gesamte Westerwaldsteig ist mit einem gut sichtbaren grünen "W" auf weißem Grund markiert. Diese Zeichen findest du an allen Abzweigungen und Kreuzungen, sowie etwa alle 200 Meter zur Absicherung.

Außerdem informieren hunderte von Wegweisern entlang der Strecke über Entfernungen, Ortschaften und Sehenswürdigkeiten. Die Piktogramme auf den Schildern zeigen dir, welche Einrichtungen dich erwarten – von Übernachtungsmöglichkeiten bis zu ÖPNV-Haltestellen. Zusätzlich gibt es grüne "W" auf gelbem Grund, die Zuwege zu Parkplätzen, Bahnhöfen und touristischen Highlights kennzeichnen.
Kürzere Alternativen: Die Westerwaldsteig-Erlebnisschleifen
Falls 235 Kilometer zu viel sind, sind die Westerwaldsteig-Erlebnisschleifen perfekt für dich. Diese rundherum wanderbaren Tagestouren beginnen und enden am selben Punkt – ideal, wenn du ohne großen Aufwand verschiedene Landschaften erkunden möchtest.
Ein besonderes Highlight ist die "Wäller Tour Bachgeflüster": Sie verbindet seit Mai 2026 die Gemeinden Atzelgift, Luckenbach, Limbach und Streithausen.
Die Besonderheiten der Bachgeflüster-Tour:
- 14 Audio-Guide-Stationen mit QR-Codes – du erfährst dort Wissenswertes zur Region, Geschichte und Bergbau
- Grube Edelstein in Luckenbach (mit Führungen)
- Dachschiefergrube Assberg (frei zugänglich, kostenlos)
- Abtei Marienstatt mit historischem Klosterhof
Die verschiedenen Streckenabschnitte lassen sich in geführten Wanderungen zwischen 4,5 und 16 Kilometern erkunden.
Einkehr und Übernachtung
Nach deinen Wanderetappen brauchst du einen Ort zum Essen und Schlafen. Die Abtei Marienstatt ist dafür ein interessanter Anlaufpunkt:
Darüber hinaus findest du entlang des Westerwaldsteigs verschiedene weitere Restaurants und Gasthöfe mit regionaler Küche sowie Pensionen und Gästehäuser zum Übernachten.
Regionale Spezialitäten
Prima als "Mitbringsel" oder für unterwegs in den Wanderrucksack:
- Westerwaldsteig-Schokolade der Birkenhof Brennerei aus Nistertal
- Westerwaldsteig-Brot der Bäckerei Grund aus Höchstenbach
- Westerwaldsteig-Spirituosen "Wegweiser" und "Meilenstein" der Birkenhof Brennerei aus Nistertal
Westerwaldsteig: So kommst du hin
Wer mit Bus und Bahn anreisten möchte, plant seine Anfahrt zum Herborn Bahnhof oder zum Bahnhof in Bad Hönningen. Vom Bahnhof Herborn ist ein Zuweg von knapp 400 m zum Startpunkt des Westerwald-Steiges auf dem Marktplatz markiert. Wer mit dem Pkw anreist nimmt aus Süden bzw. Norden kommend die A45 bis Ausfahrt Herborn-West, weiter über die B255 Richtung Herborn-Zentrum oder über die B277. Aus Osten oder Westen geht's über die B255 Richtung Herborn. Gebührenfrei parken lässt es sich in Herborn am City-Parkplatz (Schießplatz), an den Pendlerparkplätze am Bahnhof/ZOB. Gebührenpflichtig wird es in der Kallenbachstraße und dem Hintersand Schmaler Weg.
Weitere Informationen: Westerwald Touristik-Service, westerwald.info












