Ultraleichtes Trekking verbindet man automatisch mit fernen Zielen: mit Skandinavien, Schottland, Kanada und vor allem mit den USA, dem Mutterland der UL-Bewegung. Deutschland ist hier weniger im Blick – zu Unrecht! Schließlich bist du hier nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch einfacher und sicherer unterwegs. Und du bist schneller am Start, kannst oft von der Haustür aus loslaufen oder deinen Startpunkt recht zügig mit der Bahn erreichen. Das senkt die Hemmschwelle und erlaubt es – Stichwort Mikroabenteuer –, jedes freie Wochenende zu nutzen und zum Beispiel den Wald in deiner Nähe mit anderen Augen zu sehen: indem du dank leichtem Gepäck lange Strecken zurücklegst und auch die Nacht unter Bäumen verbringst. Das mag klein klingen, fühlt sich aber genauso nach Abenteuer an wie eine Fernreise.
Natürlich existiert in Deutschland kein Jedermannsrecht wie in Skandinavien, und freies Zelten ist fast überall verboten. Aber die Möglichkeiten erweitern sich. In vielen Regionen gibt es Trekkingcamps, Naturlager- oder Biwakplätze, wo man legal draußen übernachten darf. Beispiele sind Eifel, Pfälzerwald, Soonwaldsteig, Trekkingpark Sauerland, Forststeig oder "Wildes Schleswig-Holstein". Auch auf selbst geplanten Routen wie dem Schleswig-Holstein-Steig kann so eine längere Tour entstehen, bei der du jede Nacht im Zelt schlafen kannst – frei und legal! Dazu kommt eine Infrastruktur, die man leicht übersieht.
Deutschland ist ideal für den Einstieg ins Ultraleichttrekking
Deutschland hat ein extrem dichtes Netz aus Wanderwegen, offenen Schutzhütten, Picknick-Bänken, Dörfern, Bahnhöfen und Einkaufsmöglichkeiten. Gerade für den Einstieg ins Ultraleicht-Trekking oder fürs Testen eines neuen Setups ist dieses Sicherheitsnetz ein großer Vorteil. Wenn du etwas zu minimalistisch geplant hast, ist oft der nächste Ort, eine Bushaltestelle oder ein Bahnhof nicht weit. Das nimmt Ultraleicht-Einsteigern die Angst und macht Deutschland zu einem idealen Trainingsgelände. Zumal die "Top Trails of Germany" zeigen, wie großartig Fernwandern hier sein kann: Rheinsteig, Eifelsteig, Rothaarsteig, Westweg oder Heidschnuckenweg fühlen sich nicht wie Notlösungen an, sondern wie echte Abenteuer.
30 deutsche Trekking-Trails im Video
Was genau bedeutet eigentlich "ultraleicht"?Ultraleicht-Trekking beginnt bei einem Basisgewicht von unter fünf Kilogramm. Wer an seine letzte Tour mit 15 Kilo denkt, hält das im ersten Moment vielleicht für unrealistisch. Doch inzwischen lässt es sich ganz einfach umsetzen, hat die Industrie in den letzten Jahren doch extrem nachgezogen. Was früher eine winzige Nische für absolute Tüftler war, ist heute in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Es gibt mittlerweile fantastische Stoffe, die extrem leicht und trotzdem robust genug für harte Touren sind. Denn Ultraleicht heißt nicht, durch den Verzicht sportliche Rekorde zu brechen oder sich zu quälen. Im Gegenteil! Durch das leichtere Setup fühlst du dich wohler, bist du doch viel leichtfüßiger unterwegs – und erreichst dein Wanderziel nicht total erschöpft, sondern gut gelaunt.












