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Von Leichtgewichts- bis Trekkingrucksack: 12 neue Modelle im Test

12 Rucksäcke aus drei Klassen im Test

Jedes Jahr gibt es Dutzende neuer Rucksäcke, die den Transport der Tourenausrüstung noch angenehmer gestalten sollen. Halten sie das Versprechen? outdoor hat zwölf der vielversprechendsten Newcomer getestet – vom Trekkingmodell bis zum Tagesrucksack.

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Björn Hänssler
Praxistest: Wie gut laufen Riemen, Zipper und Schnürzüge?

»Was für ein Anstieg!« Kein Zweifel, ­outdoor-Tester Felix Wiedmann hat es schwer unter der Last seines Rucksacks. Auch dem Rest der Testcrew sieht man die Anstrengung an. Kein Wunder, schließlich schleppt jeder mindestens 18 Kilo. Und selbst der beste Rucksack nimmt einem das Gewicht nicht ab – erleichtern kann er den Lastentransport aber schon. Doch wie gut gelingt das den neuesten Rucksackmodellen? Um das herauszufinden, hat outdoor sich zwölf der spannendsten Rucksackneuheiten des Jahres zum Test vorgenommen – vom Leichtrucksack mit weniger als einem Kilo Gewicht bis zum knapp drei Kilo schweren Trekkingmodell mit über 80 Liter Volumen.

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Den Anstieg hinauf ins Testcamp auf der Hochfläche der Schwäbischen Alb nutzt das Team gleich für die ersten Checks: Die vier Trekkingrucksäcke im Testfeld sind bis zum Anschlag vollgepackt mit Campingausrüstung – eine harte Probe für ihre gestählten Tragesysteme. Schon nach einer guten Viertelstunde stoppt die Gruppe. »Der hängt zu sehr an den Schultern«, kritisiert Tester Ralf Wildermuth sein Modell, den Aether von Osprey. Volontärin Christiane Wehnert wider­spricht. Sie trägt den Ariel, die Damenversion des Aether – aber mit etwas weniger Gewicht. Wie die anderen Damenrucksäcke im Test ­besitzt er einen kürzeren Rücken als die Herrenvariante, die Schulterträger sind kürzer, schmaler und haben eine ausgeprägte S-Form. Außerdem ist der Hüftgurt stärker angewinkelt und nicht so wuchtig. Ihr Eindruck: »Ich finde den Osprey klasse: sehr bequem und obenherum recht flexibel.«

Damit Tester Ralf Wildermuth keine Nacken­verspannungen ­bekommt, wird sein Osprey erleichtert – eine gute Möglichkeit, um gleich die Lastgrenze festzulegen. Nach einigem Probieren zeigt sich: 20 Kilo Beladung sind ok, darüber geht der Hüftgurt in die Knie, weswegen der Rucksack zu stark auf die Schultern drückt. »Überbewerten sollte man dieses Ergebnis aber nicht«, sagt Ausrüstungsredakteur Boris Gnielka. Denn der Aether gehört mit gut zwei Kilo Eigen­gewicht zu den leichten Testmodellen dieser Kategorie. Wenn man nicht den gesamten Hausrat mitnimmt und moderne Leichtausrüstung einsetzt, reicht seine Lastübertragung auch für Treks bis zu einer Woche.

Der Mammut Heron Pro ist da schon ein anderes Kaliber

Er bringt gut ein halbes Kilo mehr Leergewicht auf die ­Waage. Dafür glänzt er bei den Trekkingrucksäcken aber auch mit der besten Lastübertragung im Testfeld. Tester Wiedmann kommt aus dem Grinsen nicht heraus. »Selbst mit dem Zusatz­ballast aus dem Osprey steht er dank seines steifen Hüftgurts noch wie eine Eins auf den Hüften« – der ideale Großraumtransporter für mehrwöchige Treks. Oder für Komfort­trekker, die von allem etwas mehr mitnehmen. Auch beim deftigen Anstieg zur Ruine Rauber bleibt der positive Eindruck erhalten. »Der Rucksack liegt nur mit einer kleinen Fläche auf«, stellt Wiedmann fest. »Dadurch wird der Rücken gut belüftet und schwitzt weniger.« Außerdem gefällt, dass der beweglich gelagerte Hüftgurt dem Träger Bewegungsfreiheit lässt. Ähnlich zufrieden ist Tester ­Johannes Butscher mit dem Trageverhalten seines Testmodells, des Altra von Arc’teryx. Kein Wunder: Die Tragesysteme beruhen auf einem ähnlichen Prinzip.

Wie wichtig eine gute Lastenkontrolle ist, merkt die Testcrew auf dem rutschigen Bohlenweg durchs Schopflocher Hochmoor. Hier haben die komplett am Rücken anliegenden Modelle von Osprey und The North Face die Nase vorn: Wenn man rutscht, kann man mit ihnen besser das Gleichgewicht halten als mit Arc’teryx und Mammut. Nach einem weite­ren Wechsel bestätigt sich, was sich in jedem outdoor-Rucksacktest zeigt: Nur wenn ein Modell perfekt passt, trägt es sich angenehm. Ralf Wildermuth drücken zum Beispiel die dicken, festen Mammut-Schulterträger – die anderen Tester nicht. Schön, dass das hochkarätige Testfeld genügend Auswahl bietet.

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Tourenrucksäcke auf dem Prüfstand

Der Mountain Hardwear Koa und der Gregory Serac (Damenmodell: Inyo) haben um die 35 Liter Volumen. Das reicht für Hüttentreks oder Bergtouren, für die man Klettersteig- oder Hochtouren­ausrüstung braucht. Fjällräven und Tatonka bieten mit ihrem größeren Fassungsvermö­gen sogar Reserven für Kurztreks mit Zelt.

Als das Team sich in Bewegung setzt, wiegen der Gregory und der Mountain Hardwear knapp 14 Kilo – so viel kommt zusammen, wenn man für eine Hüttentour übers Wochen­ende packt inklusive Helm, Seil, Gurt und Karabiner. Bei den Rucksäcken von Tatonka und Fjällräven zeigt die Waage sogar 18 Kilo. Die Testroute, eine lange Tagestour, führt entlang des Steilabfalls der Schwäbischen Alb.

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Nicht zu stoppen: Auch bei Regen muss die outdoor-Testcrew los.

12 Rucksäcke für Tages- bis Trekkingtouren im Test

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Schnell zeigt sich: Alle Modelle kommen gut mit der Last klar

Bis auf eine Ausnahme tragen sie sich auch sehr komfortabel: Vom Hüftgurt des Tatonka-Modells fühlen sich die Tester etwas eingezwängt.

Ein Abstecher zur ­Kesselwand, einem schwäbischen Klettereldorado, führt in perfektes Terrain für einen Lastkontroll-Check. Top: Die Tourenrucksäcke sitzen fast wie festgeklebt am Rücken und bringen den Wanderer nicht aus dem Gleichgewicht. »Damit bieten sie auch auf ausgesetzten Bergpfaden Sicherheit«, notiert Redakteur Gnielka. Viel Lob auch für die Rückenkonstruktion des Mountain Hardwear. Tenor: »Durch das Netz bietet er eine bessere Belüftung als die anderen Tourenrucksäcke.« Nach der Abschlussdiskussion ist sich die Testcrew einig: Der Mountain Hardwear begeistert als Allroundtalent, während die Stärken von Gregory eher auf Bergtouren liegen. Der Fjällräven empfiehlt sich für lange Hüttentreks oder Wochenenden mit Zelt.

Erleichterung am letzten Testtag. Heute steht zwar nochmals die Route von gestern an, doch dieses Mal mit Leichtrucksäcken. Sie wiegen zwischen 860 und 1200 Gramm. »Ideal, um bei der Ausrüstung abzuspecken,« freut sich Grammzähler Gnielka.

Nur um ­seine Aussage später zu relativieren: »Spaß hat aber nur, wer das Konzept versteht.« Der knapp 900 Gramm leichte Golite Jam etwa richtet sich an Leichtgewichtstrekker, die nicht mehr als zehn Kilo dabeihaben. Damit kommt der Jam klar. Mehr sollte man ihm nicht zumuten – ein Rucksack für Profis, die genau wissen, was sie mitnehmen. Und was nicht. Die Modelle von Lowe Alpine und Bergans wiederum begeistern mit top Tragekomfort – solange man sie nicht mit mehr als 12 bis 15 Kilo vollstopft. Die richtige Wahl für erfahrene Trekker und Bergsportler.

Mit dem Deuter Spectro, einem leichten Tagesrucksack, kommt dagegen jeder klar. »Das perfekte Modell für gewichtsbewusste Tageswanderer«, findet Gnielka. Aber auch Fans von mehrtägigen oder mehrwöchi­gen Touren werden im Testfeld fündig: Insgesamt zehn Modelle schneiden sehr gut ab. Welches passt zu Ihren Plänen?

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