Ultraleicht-Trekking: Geschichte, Ursprung & Philosophie

Von den US-Trails nach Europa
Die Wurzeln der Ultraleicht-Bewegung

ArtikeldatumVeröffentlicht am 05.05.2026
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Ultraleicht-Trekking
Foto: Robert Klink

Ultraleicht-Trekking wirkt heute auf viele wie ein brandneuer Trend. Tatsächlich reicht die Idee aber schon einige Jahrzehnte zurück. Um zu verstehen, wie die Ultraleicht-Philosophie entstanden ist, müssen wir in die USA der späten Achtzigerjahre schauen:

Einer der wichtigsten Vordenker: Ray Jardine

Er gilt bis heute als einer der wichtigsten Vordenker in diesem Bereich. Ray Jardine hatte schlicht keine Lust mehr, sich mit schwerem Gepäck durch die Berge zu quälen. Also begann er, fast alles an klassischer Trekkingausrüstung infrage zu stellen. Er nutzte leichtere Rucksäcke, ersetzte das schwere Zelt durch ein Tarp und lief lieber in leichten Schuhen als in massiven Wanderstiefeln. Seine Ideen verbreitete er über Bücher, die vor allem bei Weitwander-Fans auf großes Interesse stießen.

So fand Ultraleicht-Trekking über die Jahre auf den großen amerikanischen Fernwanderwegen, der sogenannten Triple Crown of Hiking, immer mehr Verbreitung und schließlich auch seinen Durchbruch.

Dazu gehören:

  1. der Pacific Crest Trail
  2. der Appalachian Trail
  3. und der Continental Divide Trail

Diese Wege führen Tausende Kilometer durch unterschiedlichste Landschaften von Mexiko bis nach Kanada. Wer dort über Monate unterwegs ist, merkt schnell, dass jedes unnötige Gramm Kraft kostet. Genau dort wurde Ultraleicht vom ungewöhnlichen Experiment zur praktischen Notwendigkeit. Wanderer begannen, ihre Ausrüstung immer weiter zu vereinfachen und ihre Systeme bis ins letzte Detail zu optimieren.

Mittlerweile ein fester Teil der Outdoorwelt

Nach Deutschland kam der Trend vor allem über Menschen, die selbst auf den großen US-Trails unterwegs waren. Sie brachten nicht nur tolle Geschichten mit, sondern auch eine ganz neue Sicht auf die Ausrüstung und generelle Herangehensweise an eine Weitwanderung. In Blogs, Foren und später in sozialen Medien wurde dieses Wissen immer breiter geteilt. Gleichzeitig entstanden auch in Europa kleine Hersteller, die sich auf leichte Ausrüstung spezialisierten, weil es hier lange Zeit kaum Möglichkeiten gab, spezielle Ultraleicht-Ausrüstung zu kaufen, und der Import aus den USA mit hohen Kosten verbunden war. Irgendwann zogen auch die großen Marken nach.

So wurde aus einer zunächst belächelten Idee amerikanischer Langstreckenwanderer ein fester Teil der Outdoorwelt. Heute sieht man leichte Rucksäcke und minimalistische Setups längst nicht mehr nur auf großen US-Trails, sondern auch regelmäßig auf den "Top Trails of Germany".

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Wie kann ich auf Tour Gewicht sparen?

Dazu noch 10 Tipps der outdoor-Redaktion:

1

Nur das Nötigste!

2

Bekleidungsschichten gut kombinieren

3

Zelt, Isomatte und Schlafsack

4

Einsparpotenzial am Fuß

5

Daunen- oder Kunstfaserjacken statt Fleece

6

Nach und nach einkaufen

7

Positive Gewichtsspirale in Schwung bringen

8

Darauf solltest du bei der Verpflegung achten

9

Unterwegs einkehren oder einkaufen

10

Achte auf ein niedriges Basisgewicht

Unsere Podcast-Folge zum Thema "Leichtausrüstung"

Ihr könnt den Podcast entweder gleich hier auf der Seite anhören oder auf einer der gängigen Plattformen: iTunes, Spotify, Deezer & Co.