OD 2015 Sarek Schweden Wildnis Gnielka 4 Boris Gnielka
Wildnis-Trekking im Sarek 5
Wildnis-Trekking im Sarek 6
Wildnis-Trekking im Sarek 7
Wildnis-Trekking im Sarek 8 63 Bilder

Lappland - Europas letzte Wildnis

16 Tage durch den Sarek

Abenteuer weltweit: Die Top-Wildnistrips

Der schwedische Nationalpark Sarek gilt als letzte Wildnis Europas – ein perfekter Spot zum Aussteigen auf Zeit. Alle Infos für eine Selbstversorgertour im Hohen Norden und viele tolle Bilder gibt es hier.

Der Bus in die Einsamkeit ist voll. Über 50 schwergerüstete Trekking-Fans drängeln sich auf den Sitzen und im Gang. Neben dem Bus hantieren weitere: mit kühlschrankgroßen Rucksäcken, die einfach nicht mehr in die Gepäckluken passen wollen. »Was muss hier erst in der Saison los sein, wenn selbst Ende August noch so ein Andrang herrscht?« fragt mich Katleen entgeistert. »Die wollen doch nicht alle wirklich in den Sarek?« Offensichtlich schon, das zeigen allein die Rucksäcke, an denen Isomatten, Zelte sowie Brennstoffflaschen hängen – alles Zeug, das man für Hüttenwanderungen, etwa über den ebenfalls mit der Buslinie 93 erreichbaren Padjelanta- oder Kungsleden, nicht braucht, für eine Tour durch den nordschwedischen Nationalpark Sarek allerdings unbedingt.

Kompletten Artikel kaufen
OD 2015 Sarek Schweden Wildnis Gnielka 6 Aufmacher
Schweden - Wildnistrekking - Sarek
Sie erhalten den kompletten Artikel (inkl. PDF, 7 Seiten)
1,99 €
Jetzt kaufen

In diesem 1909 gegründeten und damit ältesten Nationalpark Europas gibt es weder markierte Wege noch Übernachtungshütten, Brücken sind rar. Von mehreren hundert, oft von Gletschern gespeisten Flüssen haben nur vier eine Brücke. Flussquerungen gehörenzu einer Sarektour genauso dazu wie die Orientierung mit Karte, Kompass oder GPS sowie der Verzicht auf Smartphone, Handy und Co: In dem rund 2000 Quadratkilometer großen Park herrscht die Natur – und somit Funkstille. Im Falle eines Unglücks ist man auf sich allein gestellt, auf seinen Partner oder andere Wanderer angewiesen.

21st Century Adventurer Award
Menschen und Abenteuer

Der Bus bringt uns von der Bergbaustadt Gällivare zu einem Parkplatz am Staudamm des Akka-Stausees. Suorva heißt der beliebte Ausgangspunkt für Sarek-Trekker. Die Fahrt dorthin dauert zwei Stunden – in denen man inständig hofft, bloß nichts Wesentliches vergessen zu haben, denn Nachkaufen kann man jetzt nichts mehr.

OD 2015 Sarek Schweden Wildnis Karte
outdoor
Trekkingtour im Sarek - Karte

Ab in die Wildnis!

16 Tage lang wollen Katleen und ich die wilde Berglandschaft des Sareks genießen. 16 Tage nichts als Gipfel und Täler, Flüsse und Seen. 16 Tage, an denen nicht Wege und Pläne, sondern allein Wetter und Vegetation die Richtung vorgeben und wir das wirklich Wichtige wieder schätzen lernen: Essen, Trinken, Schlafen – und staunen. Staunen über die wild-herbe Natur, die hier oben vor allem aus Steinen, Flüssen, Seen, Flechten, Moosen, Büschen und Birken besteht. Auch Tiere gibt es. Die meisten halten sich in grünen Tälern auf, etwa im berühmten Rapatal. Elche, Vielfraße, ja sogar Wölfe und Bären soll es hier geben. Zu sehen bekommt sie nur, wer viel Geduld aufbringt und bereit ist, sich durch dichte Vegetation zu kämpfen. Auf den im Sarek vorherrschenden Freiflächen beschränkt sich die Fauna auf Lemminge, ulkig schnalzende Kolkraben, melancholisch piepende Goldregenpfeifer, Birkhühner und ein paar Möwen.

OD 2015 Sarek Schweden Wildnis Gnielka 6
Boris Gnielka

Wer das alles erleben will, muss keinen Survivalkurs absolvieren, sondern nur etwas Nordland-Erfahrung mitbringen. So wie Linda, Martin und Ralf, die neben uns im Bus sitzen. »Letztes Jahr sind wir in zehn Tagen den Padjelantaleden gelaufen, davor das Jahr den Kungsleden«, erzählt Linda. Jetzt fehle eben noch eine Sarek-Durchquerung. Nur sechs Tage haben sie dafür eingeplant, somit bleibt die Proviantmenge klein – und das Rucksackgewicht im Rahmen. »Das nächste Mal gehen wir auch nur eine Woche«, sagt Katleen, als sie in Suorva ihren 25-Kilo-Rucksack erst aufs Knie, dann mit einer schwungvollen Drehung auf den Rücken wuchtet. Auf die Trekkingstöcke gestützt wanken wir los, den anderen mit uns startenden Wanderern hinterher: über den Staudamm und rein in die Wildnis. Zum Glück wird es in drei Stunden dunkel, so bleibt die erste Tagesetappe automatisch kurz – gerade richtig, um sich an das Monstergepäck zu gewöhnen und den sumpfigen, zum Zelten ungeeigneten Waldgürtel zu durchqueren, der hinter dem Damm liegt.

Auf Trampelpfaden durch die Natur des Sarek

OD 2015 Sarek Schweden Wildnis Gnielka 2
Boris Gnielka

Trotz Trampelpfad – den wir immer wieder verlieren – geht es nur langsam voran: über umgestürzte Bäume, dichtes Gestrüpp und an den Schuhen saugenden Morast. Immer wieder hören wir Wortfetzen der anderen Trekker – bis wir endlich die letzten Bäume hinter uns lassen, auf die ersehnte Hochfläche treten und das Zelt aufbauen. »Wo sind die vielen Menschen geblieben?« fragt Katleen. Weit entfernt stehen zwei Zelte: blaue und rote Farbtupfer in einer unendlich scheinenden Landschaft. Es sollen die letzten sein, die wir in den nächsten Tagen zu Gesicht bekommen. Steine, überall Steine: busgroße, fußballkleine, runde, kantige – ein endloses Trümmerfeld macht uns am dritten Tag das Wandern schwer. Kein Laut ist zu hören, kein Lebenszeichen sichtbar. Nur wir beide in einem gigantischen Felslabyrinth. Stundenlang schieben wir uns durch Spalten, kraxeln auf Blöcke, eiern über Geröll und wackelige Klötze, immer auf der Suche nach dem Weg des geringsten Widerstandes – bis plötzlich mehr zu sehen ist als der nächste Granithaufen: die vergletscherte Bergkette des Sarektjakka.

Wer in den Sarek geht, braucht Zeit

Endlich sind wir da! Die Querung des Guhkesvakkjakka, der Nationalparkgrenze zum Sarek, erweist sich dank der Trockenheit als Kinderspiel: Balancierend von Stein zu Stein schaffen wir es trockenen Fußes. Bei Regen sieht das anders aus. Dann verwandeln sich gluckernde Rinnsale in tosende Ungeheuer – und sind mitunter unpassierbar. So etwas sollte man einkalkulieren ... »Wer in den Sarek geht, braucht Zeit und die Bereitschaft, Pläne jederzeit zu ändern«, sagte mir vor 16 Jahren der Hüttenwirt der an den Park grenzenden Partestugan. Allein die Suche nach einer sicheren Furtstelle kann bei Hochwasser viele Stunden dauern. Die Zeit lohnt, ertrinken doch im Sarek immer wieder Wanderer beim Waten. In den Monaten Juni und Juli ist es wegen enormer Schmelzwassermengen am gefährlichsten. Vor allem Gletscherbäche – eiskalt und voller loser Steine – fordern Augenmaß, Gleichgewichtssinn und Geduld. Am besten quert man sie morgens, wenn das Eis noch nicht taut.

Sarek-Trekking: Halbes Kilo Proviant pro Tag

Auch wir verschieben unseren Kneippgang über den Suottåsjjagåsj auf Tag vier – und zelten lieber am Ufer, als ein Risiko einzugehen. »Multebeeren!« schallt es über die sumpfige Ebene kurz vorm Nijak, unserem nächsten Tagesziel. Ich sehen einen roten Rucksack auf den Boden plumpsen und Katleen kriechend im Gras herumpflücken. Schnell ist eine Ziplock-Tüte mit orangefarbenen, duftenden Beeren gefüllt. Neben den eher seltenen Multebeeren bereichern vor allem Blaubeeren den Speiseplan – der sonst nichts Frisches bereithält: Müsli, Riegel, Nüsse und Fertignahrung aus der Tüte – eben alles, was klein verpackbar ist, ein optimales Energie-zu-Gewichts- Verhältnis hat und nicht kochen muss, denn das verbraucht Brennstoff. So schafft man es, mit einem halben Kilo Proviant pro Tag und Person auszukommen, inklusive Sprit. Richtig satt wird man davon aber nicht. Nähme man mehr mit, wöge der Rucksack mehr, was wiederum den Kalorienbedarf erhöhen würde. Um so wichtiger die Beeren. Abnehmen wird man so oder so ein paar Kilo.

Aufmarsch am Nijak

»Sind das etwa alles Zelte?« fragt Katleen beim Abstieg vom Nijak. Drei Tage lang haben wir keinen Menschen getroffen, jetzt steht plötzlich eine ganze Gruppe neben unserem Zelt. Vor fünf Stunden haben wir es an diesem öden Platz aufgebaut, um dem 1922 Meter hohen Geröllhaufen aufs Haupt zu steigen. Ein Dutzend Tschechen, wie sich herausstellt, will das Gleiche.

»Wie voll mag es wohl im Routesvagge sein, wenn selbst hier so viel los ist?« fährt es mir durch den Kopf. Das Routesvagge führt ins Herz des Sareks, zur mächtigen »Skarja«-Ebene, die auch wir uns nicht entgehen lassen wollen. Immerhin treffen dort vier der schönsten Sarek-Täler zusammen: Routesvagge, Rapadalen, Alkavagge und Kuoppervagge. Außerdem verbindet das Routesvagge den Padjelantaleden mit dem Kungsleden. In 4–6 Tagen wandern so, eine Wolke Wildnisluft schnuppernd, viele Trekker von einem Weg zum anderen – und das auf einem kommoden Pfad, der von Spöttern Sarek-Autobahn genannt wird und auf dem ich uns schon im Polonaise-Marsch mit weiteren Schwerbeladenen durchs Tal trampeln sehe.

Normalerweise regnet es im Sarek oft

Unsere Befürchtungen lösen sich anderntags in Luft auf: Trotz Sonnenschein treffen wir im Routesvagge nur vier Trekker: zwei Deutsche und zwei Schweden in Gummistiefeln. Sie haben ebenso wenig wie wir mit Sonnenschein gerechnet. Denn normalerweise regnet es im Sarek oft – und viel. Um 2000 Milliliter im Jahr. Zum Vergleich: Berlin kommt auf 900. Die hohen Berge, 200 von ihnen gipfeln auf über 1800 Metern, sind effektive Wolkenfänger! Das sollen auch wir noch zu spüren bekommen ... Doch zunächst bleibt es schön – und einsam: Kaum ein Tag, an dem wir mehr als zwei Wanderer treffen.

Selbst an der Mikkastugan, einer winzigen Hütte mit Nottelefon in der Skarja-Ebene, sehen wir weder Menschen noch Zelte. Und so leben wir die restliche Zeit weitgehend isoliert mitten in wilder Natur, ohne Kontakt zur Außenwelt und ohne die Möglichkeit, sich aufzuwärmen oder Proviant nachzukaufen. Nur von Stille, Flüssen und der Erhabenheit riesiger Bergmonster umgeben, ziehen wir dahin, fragil und verletzlich, ehrfürchtig und demütig, staunend und dankbar. Fast wie in Trance vergehen Stunden und Tage ... viel schneller als auf Hüttentour, bei der man stets weiß, wo es als nächstes langgeht, wie das Wetter wird und welche Hütten noch »fehlen«. Wir wissen nicht mal, welchen Wochentag wir haben, nur dass unser Proviant schrumpft und wir irgendwann zurückmüssen in die Welt der Häuser, Straßen und Nachrichten.

OD 2015 Sarek Schweden Wildnis Gnielka 5
Boris Gnielka
Zelten in Lappland

Reiseinfos Sarek in Nordschweden

Beste Jahreszeit
Die ideale Jahreszeit für eine Trekkingtour im Sarek ist der August. Im Juni und Juli machen enorme Schmelzwasserfluten das Furten gefährlich, außerdem liegt zumindest im Juni noch viel Schnee. Im September hingegen kann es schon wieder frieren, ab Mitte des Monats auch schneien.

Proviant
Bewährt haben sich Müslis, Riegel, Nüsse und Schokolade sowie gefriergetrocknete Fertigmahlzeiten. Sie müssen nicht kochen, sondern nur ein paar Minuten in heißem Wasser quellen, das spart Sprit.

Brennstoff
Ob Benzin oder Gas: Hauptsache, man hat genug davon dabei. Max. 20 Gramm verbraucht ein Kocher pro Liter kochendes Wasser - wenn man einen Windschutz benutzt und keinen Schnee schmelzen muss. __ Gramm Gas oder Benzin pro Tag und Person sollten also locker reichen.

Lektüre & Karten
Wanderführer Sarek von Claes Grundsten, Reise-Know-How-Verlag (14,90 Euro. DIE Karte: Lantmäteriets Fjällkarta BD10: Sareks Nationalpark, 1:100.000 (17 Euro).

Nordeuropa: Wildnis-Trekking im Sarek-Nationalpark

Wildnis-Trekking im Sarek 4
Wildnis-Trekking im Sarek 4 Wildnis-Trekking im Sarek 5 Wildnis-Trekking im Sarek 6 Wildnis-Trekking im Sarek 7 63 Bilder

Anreise

Die entspannteste Möglichkeit des Reisens in den Sarek erfolgt per Bahn: über Malmö nach Stockholm, von dort mit dem Nachtzug nach Gällivare. Weiter geht‘s mit dem Bus nach Kvikkjokk, Ritsem oder Suorva (der Bus fährt je nach Monat nur ein bis zwei Mal am Tag). Fahrplanauskunft: www.ltnbd.se

mit dem Flugzeug
Am besten mit Norwegian Airlines von Stockholm nach Gällivare oder Kiruna. Nachteile sind das Gepäcklimit von 20 Kilogramm und das Verbot, Brennstoff mitzunehmen.

mit dem Auto
Im Reisemobil und vielen Zwischenstopps macht‘s Spaß, sonst ist es nur etwas für Stoiker: von Frankfurt aus sind es rund 2600 Kilometer – auf denen oft nur 70 km/h erlaubt ist.

OD 2015 Sarek Schweden Wildnis Gnielka 6 Aufmacher
Boris Gnielka
Trekkingtour im Sarek

Camping
Sowohl in Kiruna als auch in Gällivare gibt es Zeltplätze, die bezahlbar sind, halbwegs ruhig liegen und neben einer Sauna einen Speisesaal mit Küchenausstattung bieten. Auch können spartanisch eingerichtete 4-Bett-Hütten gemietet werden.

Pension & Co.
Meist ein recht teurer Spaß - für wenig Komfort. Charmant und bezahlbar: das Hotel Vinterpalatset in Kiruna (vinterpalatset.se).

Essen & Trinken
In Kiruna und Gällivare kommen vor allem Fast-Food-Freunde auf ihre Kosten. Gut und günstig isst man in den asiatischen »Restaurants«. Besser (und viel teurer) in den Fjällstationen Kvikkjokk und Saltoluokta.

Ausrüstung
Vergessenes Equipment kann in den Intersport-Läden Kirunas und Gällivares beschafft werden. Dort bekommt man auch Gaskartuschen, Spiritus und Kocherbenzin.

Gepäck-Depot
Reisegepäck wie Daypacks, Stadtschuhe & Co. verwahrt das Info-Center im Bahnhof Gällivare gegen Gebühr tage- und wochenweise.

Ausgangsorte
Ideal: der Staudamm bei Suorva sowie die Fjällstationen Ritsem (Fähre über den Akka: nur bis Anfang September!), Saltoluokta und Kvikkjokk.

Routenwahl
Am einfachsten entlang der Täler, wo sich Trampelpfade gebildet haben. (einige Vorschläge für Trekkingtouren im Sarek finden Sie auf der nächsten Seite)

Orientierung
Bei guter Sicht einfach. Ein GPS-Gerät ist nur für die oft wolkenverhangenen Hochlagen nötig. Achtung: An einigen Stellen werden Kompanden von magnetischem Gestein irritiert.

Die schönsten Wanderrouten im Sarek

Wildnis-Trekking im Sarek 54
Boris Gnielka

1 - Über den Padjelanta

Von Ritsem nach Kvikkjokk, 140 km, 7-9 Tage, einfach

Die Route ist eine »Abkürzung« des markierten Padjelantaleden: Von der Fjällstation Ritsem geht es per Boot über den Akkajaure, weiter auf dem Padjelantaleden zur Kisurisstugan. Mit Blick auf den Akka (2015 m) folgt man dem Pfad am Fluss Sjnjuvtjudisjakka vorbei am Nijak (1922 m) in das Routesvagge. Am besten zeltet man vor der Watstelle am Smajlajakka, der morgens leichter zu furten ist. Ein Pfad führt westlich des Flusses zur unbewirteten Mikkastugan (Nottelefon), hinter der es feine Zeltplätze gibt: in den Blaubeeren und mit gigantischer Aussicht! Von hier geht‘s meist pfadlos zirka vier Kilometer nach Westen, bis man auf Höhe der »Renvaktarstuga« über den Kuopperjakka furtend ins Alkavagge wechselt. Ein Pfad führt zur Alkavare-Kapelle und weiter zur Brücke am Miellädno. Nun weglos Richtung Süd, Südwest, bis man an der Tuottarstugorna wieder auf den Padjelantaleden trifft. Über ihn in vier Tagen nach Kvikkjokk (Fjällstation).

2 - Die große Runde

Von Suorva bis nach Saltoluokta, 220 km, 12–16 Tage, mittelschwer

Auf dieser Runde durchwandern Sie die drei schönsten Sarek-Täler: Routes-, Kuopper- sowie Alkavagge und lernen außerdem besonders einsame Ecken kennen. Startpunkt ist die Bushaltestelle bei Suorva. Von hier folgen Sie der Staudammstraße, passieren die Rentierzäune uferseitig, bis ein Pfad rechts in den Wald führt. Erst sanft, später steiler geht es über Sumpf, Totholz und Geröll mühsam empor, bis der Wald sich lichtet und sich immer mehr Zeltmöglichkeiten bieten (ab ca. 650 m). Spätestens an der Furtstelle über den Njabbejakka verlassen Sie den nach Süden weiterführenden Pfad und gehen Richtung Westen bis hinter die drei großen Seen südlich des Stuor Átjek (1380 m). Es bietet sich ein toller Ausblick auf das gewaltige Massiv des Akka, kurz danach auch auf die lange Bergkette des Sarektjakka, an dessen rechtem Ende der Nijak aufsteilt. Nichts wie hin! Denn bei schönem Wetter lohnt seine Besteigung, bietet er doch eine großartige Rundumsicht. Als Basislager bietet sich der Nijak-See auf 1172 Metern an. Von hier um den Nijak herum ins Routesvagge und wie Route 1 weiter zur Hängebrücke am Miellädno. Von dort zwei Kilometer nach Norden, um entlang des Sees Nasasjaure von Westen in das beeindruckende Kuoppervagge zu wechseln. Dem Tal folgen Sie zur Mikkastugan, wo Sie über die Brücke und auf gutem Pfad südöstlich einen Abstecher zum Fuße des Bergs Laddebakte machen – die Aussicht ins Rapadal ist es wert! Danach geht es (am besten anderntags) sechs Kilometer zurück und nach Osten zum See Bierikjaure, hinter dem Sie gute Zeltplätze finden. Anschließend zur Brücke über den reißenden Guhkesvagge und Richtung Ost bis zur »Renvaktarstuga«. Von hier südöstlich emporsteigend zum See Guodekjaure. Nun sind es noch rund zehn Kilometer bis zum Kungsleden, dem Sie nach Saltoluokta folgen.

3 - Ins Herz des Sarek

Von und nach Saltoluokta, 110 km, 6–8 Tage, mittelschwer

Diese Route folgt dem Kungsleden von Saltoluokta bis auf die Hochfläche vor der Fjällhütte Aktse. Hier führt ein Pfad auf den Berg Skierffe, von dem man eine hervorragende Aussicht ins Rapadelta hat. Bei Trockenheit kann man vom Skierffe in einem kurzen Nordwestbogen ins Rapatal absteigen und dort auf einem sporadisch mit Planken versehenen Pfad zum Laddebakte folgen (tolle Zeltmöglichkeiten mit prächtiger Aussicht). Aufgrund des weichen Bodens und der wilden Vegetation kommt man im Rapatal vor allem nach Regenfällen nur mühsam voran. Einfacher wandert es sich am Hang: vom Skierffe bis zum Fluss Lulep Vassjajagasj, und erst an ihm hinunter ins Rapatal. Folgen Sie dem Pfad vom Laddebakte Richtung Norden, kraxeln Sie durch die steile Flanke des Bielatjakka, und biegen Sie auf seinem Nordhang auf zirka 850 Metern Höhe Richtung Osten ab. Bald führen Pfadspuren ins eng eingeschnittene Tal Bastavagge. Man folgt ihnen auf der rechten Seite des Flusses und dem später wieder besser sichtbaren Pfad zur Sami-Siedlung Rinim. Dort geht es mit dem Boot, das eine Samifamilie betreibt, zur bereits vom Hinweg bekannten Sitojaure Stugorna. Nun auf dem Kungsleden in einem (langen) Tag zurück zum Ausgangspunkt, der luxuriösen Saltoluokta-Fjällstation.

Video: Reise-Highlights bei outdoor-magazin.com

Die 5 beliebtesten Reiseziele unserer User
Die 5 beliebtesten Reiseziele unserer User

Mehr:

Bleiben Sie auf dem Laufenden - mit dem outdoor-Newsletter

Traumtouren Skandinavien Die Sunnmøre-Alpen in Norwegen Eine Fjordlandschaft zum Verlieben

Steile Gipfel am Fjord, verträumte Dörfer und großartige Blicke: Die...

Mehr zum Thema Abenteuer weltweit: Die Top-Wildnistrips + Ausrüstung
OD-0916-Norwegen-Jotunheimen-3 (jpg)
Skandinavien
EOFT 19/20 Key-Visual
Menschen und Abenteuer
Weltweit
Land Rover Discovery Landmark Edition
Sonstiges