Eine Tagestour im Mittelgebirge, eine Hüttenwanderung in den Alpen, die Zelttour im hohen Norden oder ein E-Bike-Ausflug: Die Auswahl an Outdoor-Aktivitäten ist groß. Eine atmungsaktive Regenjacke gehört dabei zur Grundausstattung. Je nach Einsatzbereich muss sie aber unterschiedliche Anforderungen erfüllen: Im Sommer steckt der Nässeblocker meist im Rucksack und wird nur bei einem überraschenden Schauer oder als Windschutz in Pausen übergeworfen. Hier spielen ein niedriges Gewicht und Packmaß eine wichtigere Rolle als ultrarobuste Materialien – im Gegensatz zu einer herbstlichen Wildnistour in Nordskandinavien, auf der man die Jacke unter Umständen tagelang trägt, einen Monsterrucksack schleppt und sich auch mal durch dichtes Gestrüpp schlägt.
Aus diesem Grund bieten Hersteller die unterschiedlichsten Modelle. "Diese Vielfalt spiegelt der Test wider", sagt Ausrüstungsredakteur Boris Gnielka. Das Spektrum reicht vom preiswerten Federgewicht für 190 Euro, das etwas über 200 Gramm wiegt und verpackt nicht mehr Platz beansprucht als ein Apfel, bis zu ultrarobusten Allroundern. Sie wiegen maximal 500 Gramm. Preis: 650 €.

Mit dabei sind spannende Neuheiten: in der Kategorie der Leichtjacken zum Beispiel die Norrøna Falketind Dri1, der Nachfolger unseres Testsiegers. Oder die Rab Phantom Mountain für 190 Euro. Wenn die Performance stimmt, könnte sie das Zeug zum Bestseller haben. Und mit der Marke 7Mesh geht ein Newcomer an den Start, hinter dem ehemalige Arc’teryx-Entwickler stehen. Bis dato hatte das kanadische Label nur ausgefeilte Bike-Bekleidung im Sortiment, die unsere Radfahrer begeistert. Jetzt gibt es die ersten Multisport-Sachen.
Die besten Regenjacken im Test
Der outdoor-Regenjacken-Test im Detail
Waschmarathon
Alle Jacken und Hosen wurden vor dem Test zehn Mal gewaschen. Das entspricht dem Dauergebrauch vieler Monate. Danach sieht man, ob die zum Abdichten der Nähte aufgebrachten Bänder (Tapes) halten und wie gut der Außenstoff imprägniert ist. Wenig strapazierfähige Gewebe zeigen Abriebspuren oder ziehen Fäden.
Wetterschutz-Prüfung
Auf alle Jacken und Hosen prasselt die outdoor-Powerberegnung herunter. Sie gleicht einem mehrstündigen, stürmischen Wolkenbruch. Meistert ein Modell die Tortur, hält es auf Tour garantiert trocken. Die bei den Materialien angegebene Wassersäule in Millimeter gibt an, welchem Druck ein Laminat standhält, bevor es leckt. Häufig werben Hersteller mit Werten von über 20.000 Millimetern, unsere Tests und die der Eidgenössischen Materialprüfanstalt (EMPA) in St. Gallen zeigen aber, dass 4000 Millimetern selbst für härteste Beanspruchung reichen, solange dieser Wert erhalten bleibt – der deutlich über den von der DIN-Norm geforderten 1300 Millimetern liegt. Materialien halten übrigens auch dann noch dicht, wenn sich der Oberstoff aufgrund einer schwächelnden Imprägnierung vollsaugt. Es steigt aber das Risiko, dass Nässe über sogenannte Saugeffekte am Kragen, dem Saum oder an den Bündchen nach innen wandert. Im Praxiseinsatz kontrollieren wir, wie gut Kragen und Kapuzen vor eisigem Wind schützen.
Klima-Check
outdoor misst den Dampfdurchgang der Laminate und prüft, wie viel Kondens innen anfällt (je weniger, desto besser). Diese Werte und der Grad der Luftdurchlässigkeit der Membran ergeben die Atmungsaktivität. Auch die Imprägnierung beeinflusst das Klima: Saugt sich der Oberstoff mit Wasser voll, sinkt der Dampfdurchgang um bis zu 80 Prozent. Ein weiteres wichtiges Kriterium ist, wie gut sich die Temperatur im Innern über Pitzips, Ärmelbündchen oder Beinreißverschlüsse regulieren lässt. Und je weniger Tapes verarbeitet werden, desto besser fürs Klima, denn Nahtbänder sind dampfdicht.
Im Praxiseinsatz
Auf Tour beurteilt die Testcrew den Tragekomfort und die Bedienung der Zips und Züge und wie praxisgerecht die Ausstattung ausfällt.
Reibungsverluste
Die Abriebfestigkeit der Materialien prüfen wir auf rauen Granitplatten. Einen Anhaltspunkt für die Haltbarkeit gibt das Fadengewicht in Denier: Je höher der Wert, desto dicker und meist auch zäher ist das Gewebe. Robuste Materialien liegen zwischen 40 und 80D, Leichtstoffe unter 20D.
Die Stärken und Schwächen der einzelnen Regenjacken aus unserem aktuellen Test findet ihr in den Testbriefen (oben) – auch als PDF zum Download:
Der Regenjacken und Regenhosen Test aus 2025
Mehr Tipps zu Regenbekleidung im Podcast zum Anhören
Gibt es sie wirklich, die richtig dichte Regenjacke? Testredakteur und outdoor-Urgestein Frank Wacker sagt ganz klar: ja. Und führt in der aktuellen Episode aus, wie moderne 2,5- und 3-Lagen-Modelle die Nässe draußen und die Wärme drinnen halten. Dazu gibt er Tipps, wie jeder seine individuell passende Jacke findet. Und natürlich kommt ein Blick auf die aktuellen Regenhosen auch nicht zu kurz – warum eine bei Frank zwingend auf jeder Tour dabei ist? Erfahrt ihr, wenn ihr reinhört:












