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OD 2014 Baiersbronn Schwarzwald Naturwochenende Deutschland Kerstin Rotard
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Ausprobiert: Natur-Wochenende mit Biwak

Zurück zur Natur: Das Waldcamp im Schwarzwald

Wind und Wetter trotzen, unter freiem Himmel schlafen - wie fühlt sich ein Wochenende draußen an? outdoor-Redakteurin Kerstin Rotard hat ein Natur-Wochenende im Schwarzwald verbracht.

Dunkle Wolken ziehen auf, jenseits des Altensteigkopfs donnert es. Mit einsetzendem Regen erreicht die Gruppe gerade noch das Waldcamp in einem weltvergessenen Tal im Schwarzwald. Thomas, Norbert und Gundula schauen genauso trüb unter ihren Kapuzen hervor, wie sich das Wetter im Moment gibt. So haben sich die Teilnehmer ihren zweitägigen Natur-Schnupperkurs nicht vorgestellt. Noch heute Morgen sah alles ganz anders aus. Die Sonne lachte, als man sich am Naturschutzzentrum Ruhestein mit Ranger Charly Ebel traf.

Der Plan: Nur mit dem Allernötigsten im Rucksack durch wilde Winkel streifen, den Wald hautnah erleben und unter freiem Himmel schlafen. Gundula, 65, will die Zeit als Test nutzen. „Ich möchte den Jakobsweg wandern, vielleicht sogar den Appalachian Trail. Und jetzt will ich erst mal wissen, ob ich draußen überhaupt übernachten kann.“ Ihr Mann Norbert ist passionierter Hobby-Goldsucher und entsprechend viel in der Natur, aber meist per Jeep. Zur Abwechslung - und seiner Frau zuliebe – wandert er mit. Thomas hat die Tour vor fünf Jahren schon einmal gemacht. „Es ist toll, im Wald zu übernachten. Aber irgendwie macht man das alleine nicht“, sagt er. Gundula, Norbert und Thomas sind keine Einzelfälle.

Zurück zur Natur

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Kerstin Rotard
Lecker: Frische Kräuter aus dem Wald.

„Die Menschen sind es nicht mehr gewohnt, sich der Natur auszusetzen. Nachts empfinden sie jedes Geräusch als Bedrohung und kommen nicht so weit zur Ruhe, dass sie einschlafen können“, erklärt Charly im Camp. Es wurde vor allem für Familien eingerichtet, damit die Kinder die Natur wieder kennenlernen. „Ich war auch erstaunt, wie viele Erwachsene genau so ein Erlebnis wie eine Nacht draußen suchen.“

Nach dem Regenguss führt Charly seine Gruppe über die Naturcamp-Wiese. Es ist Zeit, Kräuter für das Abendessen zu sammeln. Schlangenknöterich, Bärwurz, Spitzwegerich, Sauerklee, Schafgarbe ... Charly kennt sie alle. „Hier, der Schlangenknöterich, der wurde früher wie Spinat verwendet. Und Bärwurz schmeckt recht herb und deswegen nicht jedem.“ Charly zupft hier und da, lässt kosten. Dann zaubert er mitgebrachtes Brot und Quark hervor - mit kleingeschnittenen Kräutern obenauf gestreut ein richtig guter Snack.

Schwarzwald: Schlafen in freier Natur

„Normalerweise suchen wir uns jetzt Plätze für die Nacht, auf einer Lichtung, unter Bäumen oder auf unserer Baumplattform. Jeder soll mindestens zwanzig Meter Abstand zum nächsten halten. Dann lässt man im Schlafsack die Geräusche der Natur herankommen: Mäuse, die im Gebüsch rascheln, Schreie von nachtaktiven Vögeln – im Dunkeln hört sich Gewohntes plötzlich fremd an“, erklärt Charly und schaut prüfend in den Himmel. Prompt setzt wieder Regen ein. „Doch bei dem Wetter haben wir keine andere Chance: Wir müssen im Unterstand schlafen.“ Kaum liegen die Schlafsäcke, huscht ein Feuersalamander über die Matten. Charly fängt den Lurch ein und bringt ihn wieder auf den salamandergerechten Pfad. Dann kehrt Ruhe ein; nur auf dem Dach trapst ein Siebenschläfer.

Am nächsten Morgen entzündet ein leicht übermüdeter Thomas das Feuer für den Morgenkaffee. „Der Siebenschläfer hat noch zwei Mal Krach gemacht, dann hat er draußen herumgeraschelt, zuletzt gegen drei.“ Außerdem hatte Thomas unangenehm wenig Luft in der Matte. Auch Gundula und Norbert wirken müde; Gundula ist trotzdem froh. „Die Nacht war nicht gerade entspannt, aber ich weiß jetzt, dass ich draußen schlafen kann, wenn es nötig ist.“

Mehr Infos zum Naturcamping im Schwarzwald:

  • Naturwochenende: "Packe 15 Dinge" (45 Euro, bspw. 7./8. Juni 2014)
  • Telefon: 07449-91020
  • www.naturschutzzentrum-ruhestein.de
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