Was ist Hydrolyse überhaupt?
Hydrolyse ist ein chemischer Zersetzungsprozess, der vor allem Polyurethan (PU) betrifft – ein Material, das in den dämpfenden Zwischensohlen vieler Wanderschuhe steckt. Durch die Kombination von Feuchtigkeit, Luftsauerstoff und Zeit spaltet sich das Material buchstäblich auf. Die Sohle wird porös, bröckelt oder löst sich komplett vom Schuh ab.
Das Tückische: Hydrolyse trifft besonders oft Schuhe, die du selten trägst. Wanderschuhe, die jahrelang im Keller auf ihren nächsten Einsatz warten, sind besonders gefährdet. Paradoxerweise hält regelmäßige Bewegung das Material nämlich geschmeidig – Stillstand beschleunigt den Verfall.
So beugst du der Hydrolyse vor
Die gute Nachricht: Mit der richtigen Pflege und Lagerung kannst du das Risiko deutlich minimieren.
Regelmäßig tragen
Bewegung ist die beste Prävention. Das Material bleibt durch mechanische Beanspruchung elastisch. Auch wenn du deine Wanderschuhe gerade nicht für große Touren brauchst: Nimm sie alle paar Monate für einen Spaziergang mit. Das hält die Sohle fit.
Richtig lagern
Der Lagerort ist entscheidend:
- Kühl, trocken und dunkel – das ist die Idealformel
- Vermeide feuchte Keller und Garagen, wo sich Feuchtigkeit sammelt
- Nicht neben der Heizung oder in praller Sonne lagern – extreme Temperaturen beschleunigen die Zersetzung
- Gut belüftete Räume sind besser als stickige Abstellkammern
Richtig pflegen
Nach jeder Tour solltest du deine Schuhe:
- Gründlich von Schmutz befreien
- Vollständig trocknen lassen (aber nicht auf der Heizung!)
- Das Obermaterial regelmäßig mit geeignetem Pflegemittel behandeln, damit es geschmeidig bleibt
Wenn's schon passiert ist: Reparatur statt Neukauf
Hat die Hydrolyse bereits zugeschlagen und die Sohle bröckelt, lässt sich der chemische Prozess leider nicht mehr umkehren. Aber: Das ist noch kein Grund, die Schuhe wegzuwerfen!
Bei hochwertigen Wanderschuhen lohnt sich oft eine professionelle Neubesohlung. Dabei entfernt ein Fachmann oder der Hersteller den kompletten alten Sohlenblock und bringt eine neue Sohle an. Das ist nicht nur nachhaltiger, sondern oft auch günstiger als ein Neukauf – besonders wenn das Obermaterial noch in gutem Zustand ist.
Hanwag macht's vor: Reparaturservice aus Meisterhand
Der bayerische Wanderschuh-Hersteller Hanwag bietet einen vorbildlichen Reparaturservice an. In der Produktionsstätte in Vierkirchen kümmern sich Fachleute in echter Handarbeit um deine Schuhe:
So läuft die Neubesohlung ab:
- Prüfung: Nach Ankunft deiner Schuhe begutachtet das Team jedes Paar sorgfältig – schließlich braucht nicht jeder Schuh dasselbe
- Entfernung der alten Sohle: Die alte Sohle wird heruntergeschnitten, alle Reste werden entfernt, bei Bedarf auch der Geröllschutzrand
- Neuaufbau: Der komplette Sohlenaufbau wird erneuert – bei Bedarf wird der Geröllschutzrand neu gezogen und die neue Laufsohle mit integriertem Dämpfungskeil verklebt und gesetzt
- Feinschliff: Zum Abschluss erhalten die Schuhe eine neue Einlegesohle, neue Schnürsenkel und den letzten Feinschliff
Nach 3–4 Wochen bekommst du deine Boots wie neu zurück – für 120 Euro. Das ist nicht nur günstiger als ein Neukauf hochwertiger Wanderschuhe, sondern auch ein starkes Statement für Nachhaltigkeit.
Auch andere Markenhersteller und spezialisierte Schuhmacher bieten ähnliche Services an – nachfragen lohnt sich!












