Malerisch thront das Märchenschloss Württembergs auf dem Albtrauf der Schwäbischen Alb über dem Dorf Honau und dem Tal der Echaz (bei Reutlingen, südlich von Stuttgart). Wie auch andere Schlösser in Deutschland entstammt das Schloss Lichtenstein der Zeit des Historismus im 19. Jahrhundert. Seit dem Mittelalter stand hier eine Burg, die jedoch in Kriegen zerstört wurde. Wilhelm Graf von Württemberg wollte eine mittelalterliche Ritterburg nach romantisierten Vorstellungen schaffen. Wie Schloss Neuschwanstein für Bayern ist es ein Wahrzeichen der Region (neben der imposanten Burg Hohenzollern) und ein wahr gewordener Mittelalter-Traum – nur nicht so überlaufen.
Noch heute verströmt das Schloss Lichtenstein einen mittelalterlichen Charme. Auf 30-minütigen Führungen können die prunkvollen Innenräume ab März wieder besichtigt werden. Das Schloss hat im Januar und Februar Winterpause und öffnet danach dann täglich von 10 bis 16 Uhr.

Im Winter zeigt es sich leicht bepudert und nicht weniger zauberhaft als im Frühling oder Sommer.
Der bekannte Fernwanderweg Albsteig führt hier entlang; genauer gesagt, die elfte Etappe des HW1. In den Wintermonaten können die Wege durch Glätte, Schnee oder Matsch etwas gefährlicher werden, es gibt jedoch genügend Wandermöglichkeiten rund um das Schloss Lichtenstein, die auch schon früh im Jahr gut machbar sind:
5 schöne Wanderungen am Schloss Lichtenstein

Premiumwanderweg "hochgeträumt"
Der Klassiker am Schloss Lichtenstein ist der Wanderweg „hochgeträumt“, einer von 22 ausgezeichneten Wegen der sogenannten Hochgehberge auf der Schwäbischen Alb. Ausblicke auf das Schloss, ins Echaztal und auf die umliegenden Hügel lassen – wie der Name verspricht – Wanderer ins Träumen geraten. Vom Parkplatz geht es direkt zum Schloss. Ab 25. März lädt das Restaurant Altes Forsthaus zu einer Stärkung ein oder man hebt sich die Belohnung für nach der Wanderung auf.
Entlang der Hangkante des Albtraufs geht es zu Aussichtspunkten wie dem Breitenstein. Hier ist der Blick auf das auf einem Felssporn thronende Märchenschloss nochmal besonders schön. Wald- und Wiesenwege führen zur Nebelhöhle, die im Sommer besichtigt werden kann, und wieder zurück Richtung Schloss. Wer will, kann noch zu den Ruinen der Burg Alt-Lichtenstein wandern, die verborgen im Wald liegen.
10,4 km, 220 hm, 3,5 Stunden

Schlösslesteige
Die Schlösslesteige ist ein sanft ansteigender Zuweg von Honau zum Schloss Lichtenstein. An der Föhnerquelle vorbei geht es zunächst am Waldrand entlang und dann gleichmäßig bergauf. Durch einen menschengemachten Canyon wird das Schloss erreicht. Nun kann man auf dem Weg hochgeträumt wandern, den gleichen Weg zurück nehmen oder bei guten Bedingungen von der Ruine der alten Burg hinabsteigen. Dieser ist jedoch sehr schmal, steil und als alpiner Weg gekennzeichnet. Ein Wegweiser zeigt einen einfacheren Weg zur Echazquelle.
8,5 km, 575 hm, 3 Stunden

Echazquelle und Tobeltal
Eine ebenfalls einfache Wanderung beginnt im Zentrum von Honau am Wilhelm-Hauff-Museum. Das Museum ist dem Märchenerzähler gewidmet, der den Roman "Der Lichtenstein" schrieb. Aufgrund dieser Geschichte kaufte der Graf von Württemberg den Felsen, auf dem sich damals noch ein Forsthaus befand. Der Wanderweg führt zunächst zur sprudelnden Echazquelle, jedoch noch etwas tiefer in das Tobeltal hinein. Immer wieder erhascht man Blicke auf das Schloss Lichtenstein, das über dem Tal thront, und wandert an Forellenteichen zurück ins Dorf. Weitere Infos
2,5 km, 190 hm, 1 Stunde

Walderlebnispfad Lichtenstein
Unterhalb der Burg Lichtenstein entführt ein einfacher, familienfreundlicher Walderlebnispfad in die Natur am Albsteilhang. Fünf Stationen erklären kindgerecht Interessantes rund um Wasser, Wald und Geologie. Das kristallklare Wasser der Echaz sprudelt hier zwischen Felsen hervor und beginnt seinen Weg in Richtung Neckar. Am Ende warten Spielplatz und Fitnessparcours am Sportheim Honau. Die Tour lässt sich auch mit Echazquelle und Toblerweg (s.o.) kombinieren. (Tourdaten auf komoot hier)
2,8 km, 125 hm, ca. 1 Stunde

Premiumwanderweg "hochgehwachsen“
Etwas entfernt vom Schloss Lichtenstein verläuft ein weiterer Weg der Hochgehberge, der ebenfalls im Winter möglich ist. Namensgebend von "hochgehwachsen" sind die hohen Bäume im Wasenwald südlich von Reutlingen. Die einfache Wanderung verspricht Ruhe am Breitenbachsee, aber auch Action am Waldsportpfad und beim Toben auf der Waldweide. Am Wasser lassen sich Enten beobachten und im Waldgehege grasen Damhirsche. Außerdem kann mit dem Naturtheater, eine der ältesten und größten Freilichtbühnen in Baden-Württemberg besucht werden.
5,9 km, 90 hm, 1,5 Stunden
Auf in den Frühling: Die besten Tipps für die kommenden Monate in Deutschland – in der kommenden Heft-Ausgabe 04/2026, oder hier im PDF zum Download:












