Die Vorfreude auf den Sommerurlaub ist riesig, die Touren sind geplant, der Camper gepackt. Doch während du dich auf digitale Auszeiten in der Natur freust, machen Cyberkriminelle keine Pause. Ganz im Gegenteil: Reisebuchungen und digitale Reiseorganisation sind ein beliebtes Ziel – gerade weil wir unterwegs vieles schnell "nebenbei" am Smartphone erledigen.
Gefälschte Buchungsbestätigungen, manipulierte Links oder unsichere WLANs können genutzt werden, um Zugangsdaten abzugreifen, Schadsoftware zu verbreiten oder sensible Daten auszuspähen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt deshalb, digitale Sicherheit schon vor Reisebeginn mitzudenken. Wer Geräte, Konten und Daten rechtzeitig absichert, reduziert das Risiko unangenehmer Überraschungen – im Urlaub und auch danach.

Vorbereitung ist alles: Digitale Checkliste vor dem Start
Bevor du den Rucksack schulterst oder den Motor startest, mach deine digitalen Begleiter kurz "reisetauglich":
- Reiseunterlagen nur über vertrauenswürdige Wege abrufen: Am besten direkt im Portal/bei Anbieter oder Hotel, bei dem du gebucht hast. Kommt plötzlich eine Nachricht per Mail oder Messenger "außer der Reihe": genau prüfen – und Links/Anhänge bei Verdacht nicht öffnen.
- Zurückhaltend mit persönlichen Infos umgehen: Keine Reisepläne, Standorte oder "Wir sind jetzt zwei Wochen weg"-Posts öffentlich teilen. Auch Abwesenheitsnotizen können zu viel verraten.
- Konten absichern: Starte beim E-Mail-Postfach (zentral fürs Zurücksetzen von Passwörtern), dann Buchungsportale und Bezahldienste. Nutze starke Passwörter plus Zwei-Faktor-Authentisierung (2FA) – oder steige, wo möglich, auf Passkeys um.
- Geräte schützen: Aktiviere eine Bildschirmsperre (Code, Fingerabdruck, Face-ID). Das hilft enorm bei Verlust oder Diebstahl.

Unterwegs sicher bleiben: So schützt du dich vor den häufigsten Fallen
Gerade zwischen Campingplatz, Hütte, Bahnhof und Flughafen sind schnelle Verbindungen praktisch – aber nicht immer sicher:
- Öffentliches WLAN nur mit Vorsicht nutzen: Angreifer richten mitunter eigene Netze mit vertrauenserweckenden Namen ein (z. B. "Flughafen-WLAN"). Tipp: Für mehr Sicherheit in öffentlichen Netzen kann ein VPN sorgen.
- Phishing erkennen und ausbremsen: Betrüger setzen auf Stress ("sofort bestätigen", "Zahlung fehlgeschlagen").
Tipp: Reiseunterlagen und Zahlungen immer direkt über die bekannte Website/App aufrufen – nicht über Links aus Nachrichten. - Öffentliche USB-Ladestellen meiden: Beim Laden können – je nach Konstellation – nicht nur Strom, sondern auch Daten übertragen werden.
Tipp: Nutze eigene Netzteile und Kabel (Powerbanks sind unterwegs sowieso Gold wert). - Geräte nicht unbeaufsichtigt lassen: Auf Rastplätzen, im Zug oder im Café reichen Sekunden. Eine Sperre ist gut – aber am besten ist: Gerät am Mann/ an der Frau.
Technik-Exkurs: Was sind VPN und Passkeys?VPN (Virtual Private Network): Ein VPN kann Deine Verbindung in öffentlichen Netzwerken zusätzlich absichern, indem Daten verschlüsselt übertragen werden.
Passkeys: Moderne Login-Alternative, bei der Du Dich z. B. per Fingerabdruck oder Gesichtserkennung anmeldest – das kann Phishing deutlich erschweren.












