Wandern mit Roboter-Beinen: Test des Exoskelett Hypershell Ultra S

Wandern mit Roboter-Power
Das Exoskelett Hypershell Ultra S im Praxistest

ArtikeldatumVeröffentlicht am 25.09.2026
Als Favorit speichern

Was ist ein Exoskelett und was kann es?

Bei einem Exoskelett handelt es sich um eine tragbare Stützstruktur, die den menschlichen Körper bei körperlichen Bewegungen mechanisch unterstützt. Im Fall des Hypershell Ultra S sprechen wir von einem motorisierten System, das speziell für den Outdoor-Bereich entwickelt wurde. Sensoren erkennen deine Bewegungen und steuern integrierte Motoren an, die deine Beinmuskulatur aktiv entlasten. Das Ziel: Mehr Kraft am Berg, weniger Ermüdung und das Abfangen von Belastungen bei langen Distanzen oder steilen Anstiegen.

Erster Eindruck & Handling

Mit unter 2,5 kg inklusive Akku ist das Hypershell Ultra S überraschend leicht – das Gewicht spürst du beim Tragen kaum. Die Kombination aus Titanlegierung und Carbon wirkt hochwertig. Dank der exzellenten Justierbarkeit lässt sich das System perfekt an jeden Körper anpassen, sodass du es während des Tragens kaum spürst und die Bewegungsfreiheit dank des 300-Grad-Gelenks voll erhalten bleibt.

Ein echter Wermutstropfen ist allerdings der Transport: Die mitgelieferte Verpackung hat die Maße eines kleinen Rollkoffers. Das macht es schwer, das Exoskelett mal eben so mit auf Tour zu nehmen. Auch im Gelände ist es ziemlich sperrig, das System spontan während einer Wanderung an- oder abzulegen und im Rucksack zu verstauen. Das erfordert Planung.

Hypershell Exoskelett Ultra X S
Ralf Bücheler

Power im Aufstieg & der "Marionetten-Effekt"

Die zwei Motoren liefern bis zu 1.000 Watt Spitzenleistung. Im Aufstieg schaltet sich die Unterstützung spürbar zu – die Beine ermüden langsamer. Aber Achtung: Im Sport-Modus fühlt sich das anfangs wie ein Marionetten-Effekt an. Die Motoren ziehen die Beine extrem stark nach oben, drücken sie nach unten hin jedoch nicht aktiv. Zudem braucht die automatische KI-Erkennung oft ein paar Schritte, um zu erkennen, ob du gerade bergauf gehst, Treppen steigst oder den Untergrund wechselst.

Modi, Bedienung & das Smartphone-Problem

Das System bietet zwar 12 Modi, aber die Bedienung am Gerät ist mit nur einem einzigen Knopf ein echter Klick-Marathon, der mit klammen Fingern im Gelände keinen Spaß macht. Zwar lässt sich alles perfekt per App einstellen, doch wohin mit dem Handy? Da die Hosentaschen laut Hersteller leer bleiben müssen, um ein freies Arbeiten der Mechanik zu garantieren, musst du für jeden Blick aufs Smartphone den Rucksack absetzen.

Descent Assist & Akku

Der Descent Assist ist eine starke Hilfe: Bergab bremst das System sanft ab und schont die Knie. Beim Akku liefert Hypershell zwei 72-Wh-Packs mit. In der Praxis hält eine Ladung je nach Gelände 4 bis 7 Stunden – dank Schnellladegerät (ca. 1,5 Std.) und Wechselakku bist du auf Tagestouren bestens gerüstet.

Für wen lohnt es sich?

Trotz der Schwächen bei Transport und Steuerung schließt das Exoskelett eine echte Lücke. Es ist perfekt für Outdoor-Enthusiasten, die nicht mehr so können wie früher, und für alle, die nach einer schweren Verletzung wieder sicher in die Berge wollen.

Technische Daten

  • Motoren: 2 × M-One Ultra
  • Spitzenleistung: bis zu 1.000 W
  • Drehmoment: bis zu 22 Nm je Motor
  • Gehzeit: bis zu 7,5 Stunden pro Akku
  • Reichweite: bis zu 30 km pro Akku
  • Akku: 2 × 72 Wh, wechselbar
  • Gewicht: unter 2,5 kg inkl. Akku
  • Abmessungen zusammengefaltet: ca. 450 × 260 × 125 mm
  • Akkulaufzeit: bis zu 7,5 Stunden beim Gehen
  • Unterstützungsmodi: 12
  • Preis (UVP) je nach Ausführung (Pro, Max, Ultra) von 999 bis 1999 Euro

Fazit