Schlafsack Test 2019 - Wärmebildaufnahme Frank Wacker
Schlafsack Test 2019
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Schlafsack Test 2019 12 Bilder

Test: Daunen- und Kunstfaserschlafsäcke

Schlafsack-Highlights für die Saison 2020

Sechs mal Daune, vier mal Kunstfaser – Dreijahreszeiten-Schlafsäcke im Test, alle empfehlenswert ...

Erholsame Nächte sind auf Tour das A und O. Diese zehn neuen Schlafsackmodelle halten euch zwischen 10 und minus 5 Grad kuschelig warm – ideal für Einsätze von Ende Frühjahr bis Anfang Herbst.

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Schlafsack Test 2019 - Wärmebildaufnahme
Heft 10/19 Schlafsack-Test 2019
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Warm soll der Schlafsack für Camping- und Trekkingtouren sein, aber nicht zu gut isolieren, sonst schmort man im eigenen Saft. Außerdem muss der Schnitt genügend Platz bieten – wie viel, hängt von den persönlichen Vorlieben ab. Manche bevorzugen eng am Körper anliegende Modelle, andere brauchen besonders geräumige Outdoorbetten. »Ob ein Schlafsack passt, merkt man schon nach wenigen Minuten Probeliegen – sehr wichtig, bevor man sich endgültig entscheidet«, sagt Ausrüstungsredakteur Boris Gnielka.

Für Einsätze von Ende Frühjahr bis Anfang Herbst liegt man mit einem Dreijahreszeiten-Schlafsack richtig. Ihr unteres Temperaturlimit liegt im Schnitt bei minus fünf Grad – genug auch für kühle Nächte. Genau diese Schlafsäcke – mit Daunen und Kunstfaserfüllung – haben wir im Herbst 2019 getestet. Die Preisspanne der Test-Schlafsäcke lag dabei zwischen 180 und 605 Euro (aktuelle Online-Preise siehe Tabelle unten). »Die großen Preisunterschiede verursacht vor allem die Füllung«, erklärt Boris Gnielka. In den günstigsten Schlafsäcken stecken Kunstfasern. So auch bei dem nachhaltigsten Testschlafsack im Feld, dem Marmot Trestles Elite Eco (ca. 180 €). Seine PFC-frei imprägnierten Stoffe und die Synthetikfüllung bestehen aus Recycle-Polyester und lassen sich einfach wiederverwerten.

Der teuerste Test-Schlafsack stammt von der amerikanischen Edelmanufaktur Western Mountaineering. In ihm steckt feinste Gänsedaune, die bei gleichem Gewicht besser wärmt als jeder andere Dämmstoff. Den happigen Preis macht die lange Lebensdauer wieder wett: Hochwertige Daune von ausgewachsenen Tieren hält je nach Einsatzhäufigkeit 15 bis 20 Jahre – rund vier Mal so lang wie Synthetikfasern. Genauso langlebig, ebenfalls sehr leistungsfähig, aber deutlich günstiger ist Entendaune, wie sie Valandré, Mountain Equipment und Sea to Summit verwenden (Preisspanne: 290 bis 390 €). Die Daune der letzten beiden Hersteller stammt zudem aus zertifzierter artgerechter Haltung nach dem renommierten Responsible Down Standard (RDS) oder dem Down-Codex von Mountain Equipment.

Fünf Hersteller bieten spezielle Damenschlafsäcke. »Sie fallen kürzer aus als die Unisex-Version und besitzen stärkere Füllungen, weil Frauen oft schnell frieren«, erklärt Tester Boris Gnielka. Besonders konsequent setzen das Sea to Summit und Marmot um – ohne den Preis nach oben zu schrauben: Sea to Summit packt 170 Gramm mehr Daune in die Kammern als beim Herrenschlafsack, Marmot 120 Gramm mehr Kunstfasern.

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MPS Fotostudio

Eine Sonderrolle im Feld übernimmt der Carinthia TSS (Kunstfaser, siehe Bild oben), eine Schlafsackkombi für alle vier Jahreszeiten. Diese besteht aus einem Dreijahreszeitenschlafsack (TSS Inner), das sich für Wintertouren in einen breiter geschnittenen, dünnen Sommerschlafsack (TSS Outer) einknüpfen lässt – ein vielversprechendes Konzept.

Wie warm die Testkandidaten sind, das prüft unsere Testcrew mit einem aufwendigen, seit über 20 Jahren bewährten Verfahren. Zum einen wird mit einer Wärmebildkamera die Isolation ermittelt, zum anderen spielen die Praxiserfahrungen eine Rolle, denn Testschläfer spüren am besten, ob es am Reißverschluss zieht oder Kälte durch zu schwach gefüllte Kammern und schlecht sitzende Kapuzen in den Schlafsack kriecht.

Am besten isoliert der Damenschlafsack von Sea to Summit – was wenig überrascht, besitzt es doch die prallste Füllung: 720 Gramm Daune. Frostbeulen können ihn bis minus fünf Grad nutzen, Hitzköpfe bis minus 13 Grad.

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Frauen frieren meist schneller als Männer. Deshalb packt Sea to Summit in die Damenversion Altitude ATII 170 Gramm mehr Daune als ins Herrenmodell Ascent ACII.
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Ein direkter Vergleich der Wärmebilder zeigt die Isolationsunterschiede zwischen dem Damen- und Herrenmodell von Sea to Summit. Er beträgt rund 25 Prozent.

Der Nomad Orion (–2/–10 °C) schafft es auf Rang zwei, dicht gefolgt von den wärmsten Kunstfasermodellen, dem Mammut Kompakt und dem Carinthia Innenschlafsack. Auch die meisten anderen Testkandidaten isolieren sehr gut: Ihre Werte liegen im Schnitt bei 3/–5 Grad. Am Ende des Felds landet das Herrenmodell von Mountain Equipment. Seine schwach gefüllte Unterseite kommt selbst bei kältefesten Personen schon bei plus zwei Grad ans Limit – weil diese auch bei ruhigen Schläfern über Nacht zumindest partiell nach oben wandert, beschränkt dies den Einsatzbereich auf nicht zu kalte Nächte. Der Carinthia Außenschlafsack eignet sich für Temperaturen bis 12/5 Grad, gekoppelt trotzt der TSS klirrendem Frost (–17/–25 °C).

»Die wahre Leistungsfähigkeit des Schlafsacks zeigt sich aber erst, wenn man die Isolation in Relation zu Gewicht und Packmaß bewertet«, sagt Boris Gnielka. Dann haben drei Daunenmodelle die Nase vorn, allen voran der Western Mountaineering Alpinlite, der es mit seinen 880 Gramm auf 2/–6 Grad bringt. Den starken zweiten Platz teilen sich der Nomad Orion und Valandré Swing. Die besten Synthetikschlafsäcke – Carinthia und Marmot – folgen im Mittelfeld. Rechnet man ihre Wärmeleistung aufs Gewicht des Western Mountaineering Alpinlite herunter, läge ihr Temperaturlimit für kältefeste Schläfer bei fünf Grad. »Dennoch sind Kunstfaserschlafsäcke für nasskalte Witterung die erste Wahl. Sie wärmen auch, wenn sie feucht werden. Daune fällt dagegen mit der Zeit zusammen und isoliert kaum noch«, ergänzt Boris Gnielka. Das bringt den Synthetikmodellen klare Vorteile im Testkriterium »Praxis/Handling«.

Schlafsäcke 2019: Kuschelig und bequem

Neben Isolation, Gewicht und Packmaß spielt der Schlafkomfort eine wichtige Rolle. Alle getesteten Schlafsäcke schnitten dabei gut ab, am wohlsten fühlten sich die Tester jedoch in den Test-Schlafsäcken Western Mountaineering Alpinlite, Sea to Summit Ascent/Altitude, Valandré Swing 500 Neo (alle drei: Daune) und Carinthia TSS (Kunstfaser). Sie umschmiegen den Schläfer mit angenehmen Stoffen, die Kapuzen lassen sich weit öffnen. Bei den Schlafsäcken von Sea to Summit kann man zudem das Oberteil dank eines kurzen Zip auf der gegenüberliegenden Seite des langen Seitenzips wie eine Decke zurückschlagen. Auch besitzen sie besonders breite Fußteile.

Testfazit unseres Schlafsack-Tests:

Insgesamt bietet das Testfeld eine sehr gute Leistung, doch fünf Schlafsäcke stechen hervor«, sagt Boris Gnielka. Möchte man ein möglichst leichtes und warmes Modell, führt kein Weg am Western Mountaineering Alpinlite (um 600 €, Daune) vorbei. Der mit Daunen gefüllte Swing Neo von Valandré schlägt sich fast so gut und kostet moderate 350 Euro. Den Komforttipp erringt Sea to Summit (Daune, um 380 €). Carinthia wiederum liefert das beste Kunstfasermodell. Der Preis (420 €) relativiert sich, weil man mit der TSS-Kombi drei Schlafsäcke fürs ganze Jahr bekommt. Und der Marmot Trestles Elite Eco (180 €) ist nicht nur günstig, sondern auch sehr nachhaltig.

Schlafsäcke 2019 - Testfeld & Ergebnisse im Überblick

Testschlafsäcke / Link zum Preisvergleich Testurteil Gewicht Preis
Carinthia TSS Überragend (Testsieger) 1315 g (Innenmodell in M) 420/425 Euro (Größe M/L)
Western Mountaineering Alpinlite Überragend (Testsieger) 880 g in Größe Regular 560 bis 605 Euro (Gr. S/R./L/XL)
Marmot Trestles Elite Eco 20 Sehr gut (Kauftipp) 1100 g (Größe Regular) 180/190 Euro (Größe Reg./L)
Valandré Swing 500 Neo Sehr gut (Kauftipp) 930 g (Größe M) 349/369/389 Euro (Gr. S/M/L)
Deuter Exosphere -6° (SL) Sehr gut 1350 g (Größe Regular) 190/200 Euro (Reg./L)
Grüezi Bag Biopod Downwool Subzero Sehr gut 1060 g (Größe 185) 290/300/350 Euro (175/185/200)
Mammut Kompakt MTI 3-Season Sehr gut  1530 g (Größe 180) 189/199 Euro (Größe 180/195)
Nomad Orion 700 Sehr gut 1040 g 369 Euro
Sea to Summit Ascent ACII / Altitude ATII Sehr gut 1100 g (Größe Regular) 370/390 Euro (Größe Reg./long)
Mountain Equipment Classic 500 Gut/Sehr gut 1035 g (Größe Regular) 290/310/330 Euro (Reg./L/XXL)

Der Test unter der Lupe – nach diesen Kriterien testen wir Schlafsäcke:

Temperaturwerte

outdoor ermittelt zwei untere Temperaturgrenzen, bis zu denen sich Schlafsäcke einsetzen lassen. Der obere Komfortwert gilt für verfrorene Personen, die tiefere Limitangabe für kältefeste. Erreicht werden sie nur mit einer gut isolierenden Isomatte, die Kapuze muss ganz zugezogen sein. Zum Teil weichen die outdoor-Angaben von den Herstellerwerten (EN-Norm) ab. Letztere werden mit Puppen ermittelt. Das kaschiert Konstruktionsschwächen.

Komfort/Handhabung

Wie gut sich die Zipper oder Züge bedienen lassen und wie bequem ein Schlafsack ist, wird in der Praxis beurteilt. Fühlen sich die Materialien und die Füllung angenehm kuschelig an? Sitzen die Kapuzen und Wärmekragen druckfrei? Auch der Schlafsackschnitt spielt eine wichtige Rolle: Manche mögen enge Modelle, weil weniger Luft aufgewärmt werden muss, andere brauchen Platz. Deshalb erstellt outdoor zu jedem Schlafsack eine Schnittskizze. Tipp: Die meisten Hersteller bieten ihre Modelle in unterschiedlichen Größen an. Wählen Sie diese so, dass Ihre Zehen die Füllung bei geschlossener Kapuze nicht zusammendrücken. Die feuchtigkeitsunempfindlichen Kunstfasermodelle schneiden im Kriterium Praxis/Handling besser ab als Daunenmodelle.

Qualitätsprüfung

Bewertet werden die Materialien, die Verarbeitung, die Nachhaltigkeit und die Langlebigkeit. Kunstfasern verlieren mit der Zeit ihre Isolation, gute Daune dagegen kaum. Stammt Letztere von ausgewachsenen Gänsen oder Enten, hält sie am längsten. Je höher die Füllkraft, gemessen in cuin – Kubikinch pro Unze (28,35 g) –, desto besser die Wärmeleistung pro Gramm.

Alle Test-Schlafsäcke 2019 im Detail:

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