Lage und Charakter des Treks
Hinter dem GR 20 ist der Mare e Monti der berühmteste Fernwanderweg der Insel – und die entspanntere Alternative zum Überklassiker. Zehn Etappen hat der Weg (ca. 125 Kilometer und gut 6.000 Höhenmeter); er ist mit einem orangefarbenen Balken markiert. Beste Zeit: Am schönsten zum Wandern sind Frühling und Herbst. In der Regel sind die Wege schon im April gut zu gehen, im Mai blüht die Macchia. Von Juni bis August ist es oft zu heiß zum Wandern, im September und Oktober dagegen wird es kühler, während das Meer weiter Badewärme bietet. Wer keine 10-12 Tage Zeit für den Weitwanderweg hat, kann wie wir in fünf Tagen die Filetstücke des Mare e Monti von Tuvarelli bis nach Marignana genießen – und die Schlucht des Fango ist dabei ein echter Leckerbissen.
Etappenübersicht
Etappe 1: Calenzana – Bonifatu
594 m im Aufstieg, 450 m im Abstieg, 4,5 h
Traumblicke aufs Meer und schöne Flüsse liegen am Weg nach Bonifatu im Wald.
Etappe 2: Bonifatu – Tuarelli
664 m im Aufstieg, 1100 m im Abstieg, 6 h
Wald- und macchiareiche Etappe, an deren Ziel ein Flussbecken zum Bad lockt.
Etappe 3: Tuarelli – Galeria
221 m im Aufstieg, 271 m im Abstieg, 4,5 h
Kurze, leichte Etappe – so bleibt viel Zeit für den herrlichen Strand von Galéria.
Etappe 4: Galeria – Girolata
754 m im Aufstieg, 784 m im Abstieg, 6 h
Durch die wunderschönen Scandola -Küstenberge zur urigen Halbinsel Girolata.
Etappe 5: Girolata – Curzu
852 m im Aufstieg, 562 m im Abstieg, 4,5 h
Erst entlang der Küste, dann landeinwärts geht es ins kleine Bergdorf Curzu.
Etappe 6: Curzu – Serriera
364 m im Aufstieg, 604 m im Abstieg, 3,5 h
Kürzeste Etappe – kann man um eine Strandtour (Bussaglia) erweitern.
Etappe 7: Serriera – Ota
880 m im Aufstieg, 570 m im Abstieg, 6 h
Richtung Landesinneres warten Kastanienbäume und ordentlich Höhenmeter
Etappe 8: Ota – Marignana
650 m im Aufstieg, 260 m im Abstieg, 5 h
Die wilde Speluncaschlucht und alte genovesische Brücken beeindrucken an Tag 8.
Etappe 9: Marignana – Ecase
610 m im Aufstieg, 720 m im Abstieg, 6,5 h
Die vorletzte Etappe hält Kastanienwald und ein Ziel inmitten von Macchia parat.
Etappe 10: Escase – Cargese
380 m im Aufstieg, 910 m im Abstieg, 5 h
Meerwärts! Erdbeerbäume und Blicke auf die Bucht von Chiuni krönen das Finale.
Wie komme ich zum Mare e Monti?
Per Zug oder Auto nach Livorno, Savona, Nizza oder Toulon, wo Fähren nach Bastia auf Korsika starten – mit dem Auto ab 300 € für 2 Personen retour. Aus mehreren deutschen Städten fliegt man mit einem Umstieg nach Calvi, von Köln-Bonn fliegt Eurowings direkt.
Vom Flughafen Calvi fahren Taxis im Viertelstundentakt nach Calenzana, wo der Mare e Monti beginnt. In eineinhalb Stunden gelangt man per Bus vom Zielort Cargèse nach Ajaccio. Ab da fährt ein Zug bis nach Bastia oder Calvi (etwa 20 €). Eine Übersicht aller Bus- und Zuglinien auf corsicabus.org Der Mare e Monti ist mit einem orangefarbenen Balken markiert. Drei topografische Karten von IGN bilden die gesamte Strecke im Maßstab 1:25.000 detailliert ab: Nummer 4149 OT für den Abschnitt Calenzana bis Tuvarelli, Nummer 4150 OT für Tuvarelli bis Marignana und Nummer 4151 OT für Marignana bis Cargèse (je 13,90 €, ignrando.fr).
Wo kann ich am Mare e Monti übernachten und einkehren?
Am Ende jeder Etappe finden Wanderer mindestens eine Herberge (Gîte d‘étape). Eine Übersicht gibt es auf Parc Naturel Régional de Corse, informations et téléchargements (pnr.corsica, PDF Seite 10). Manche Gîtes ähneln Campingplätzen, andere Hostels. Für die Stockbetten braucht man einen Hüttenschlafsack. Einige Gîtes sind immer geöffnet, die meisten aber nur von April bis Oktober. Wanderer können sich in Tuvarelli vom Besitzer des Campingplatzes U Pagliaghju in Galéria abholen lassen (gitedetape-u-pagliaghju.business.site), auch die Besitzerin des Bauernhofs Chiuni (0033/638202644) in Revinda bietet den Service an. Zur Halbpension in den Gîtes gehört ein mehrgängiges Dinner. Meist gibt es typisch korsische Küche: als Vorspeise zum Beispiel luftgetrockneten Rohschinken, als Hauptgericht Wildschweinragout mit Rosmarinkartoffeln und zum Dessert Käse und Kuchen. Besondere Empfehlung: das Gîte e Casarelle in Girolata (ecasarelle.wixsite.com) und das Gîte l‘Alivi in Serriera (aubergealivi.com).

Wer sich das Organisieren sparen will, bucht bei Veranstaltern wie Europe Active ein Paket mit Übernachtungen und Gepäcktransfer (11 Tage ab 1230 €, europe-active.co.uk)
Wie sieht es mit meinem CO2-Fußabdruck während der Reise aus?
Laut CO₂-Rechner unseres Umweltpartners Wilderness International verursacht die Flugreise für zwei Personen ab Frankfurt am Main einen CO₂-Ausstoß von ungefähr 1600 kg. Die Reise mit dem Zug beziehungsweise Bus und der Fähre verursacht circa 1200 kg CO₂-Ausstoß. Das kannst du mit 26,70 Euro bzw. 20 Euro in unserem outdoor-Wald-Projekt kompensieren: outdoor-magazin.com/wald

Die Gumpen von Tuvarelli sind an heißen Tagen ein himmlischer Naturpool.
Der komplette Reisebericht zum Download
Auf welche spezielle Art des Genusswanderns wir uns hier im wilden Westen Korsikas freuen dürfen, verheißt schon der Name: Mare e Monti, Meer und Berge. Wobei wir öfter in Bächen und Flüssen als im Meer baden werden. 125 Kilometer weit windet sich der Mare e Monti Nord von Calenzana im Nordwesten Korsikas südwärts bis Cargèse. Hinter dem GR20 ist er der berühmteste Fernwanderweg der Insel – und die entspanntere Alternative zum Überklassiker. Zehn Etappen hat der Weg, wir sparen uns die ersten zwei, die meist durch den Wald führen, und steigen in Tuvarelli ein. In fünf Tagen wollen wir die Filetstücke des Mare e Monti bis nach Marignana genießen – und die Schlucht des Fango ist gleich mal ein Leckerbissen. Oberhalb des Flusses spazieren wir über einen Sandpfad entlang einer alten Trockenmauer. Flechten verkrusten die Stämme der schlanken Steineichen, an Erdbeerbäumen hängen halbgrüne Früchte, Eidechsen schwänzeln in das Gesträuch. Schönstes Mittelmeer-Wandern...
Den kompletten Artikel inklusive aller Tourentipps gibt es hier als PDF zum Download:
Wo kann ich mich noch informieren?
Im Rother Wanderführer "Korsika – Mare e Monti, Mare a Mare" beschreiben Willi und Kristin Hausmann alle Etappen der je drei Varianten beider Fernwanderwege und listen alle Unterkünfte auf (16,90€). Eine Goldgrube für Informationen über Korsika ist die Seite paradisu.de

FAQs zur Wanderinsel Korsika
Neben dem GR20 ist der Mare e Monti nord der bekannteste korsische Fernwanderweg und startet wie sein großer Bruder in Calenzana. Wanderer tauchen ein in eine Welt aus herb duftender Macchia, lichten Kiefernwäldern und bizarren Felsgebilden. In elf Tagen umgeht man dabei die höchsten Berge der Insel – besonders im Frühling ein Genuss, wenn auf den 2000ern der Korsischen Alpen noch der Schnee glänzt. Den Höhepunkt der Wanderung bildet die Spelunka-Schlucht westlich des Küstenortes Porto.
Die Highlights der nördlichsten Inselquerung Mare a Mare nord sind das unberührte Flusstal des Tavignano, die ehemalige Inselhauptstadt Corte mit ihrer berühmten Zitadelle und die Hügel der Castangniccia, auf denen uralte Kastanienbäume wachsen: . Zehn Tage benötigen Wanderer dazu. Ab dem Gebirgsnest Evisa verlaufen die beiden westlichen Etappen zusammen mit dem Mare e Monti nord. Auf diesem kann die Wanderung sowohl in nördlicher als auch in südlicher Richtung erweitert werden.
Mitten durch das wilde Herz Korsikas führen die sieben Etappen des Mare a Mare centre. Bei Ghisonaccia an der Ostküste startend, gewinnt der Weg in zwei Tagen gemächlicher Steigung an Höhe. Dann folgen drei Etappen durch Mittelgebirge, die aber nicht über die Baumgrenze vordringen. In den letzten zwei Tagen verliert die Route immer weiter an Höhe, bis sie schließlich bei Porticcio den Golf von Ajaccio erreicht. Wer will, zweigt kurz vorher auf den Mare e Monti sud ab: Hier entdecken Wandernde die prähistorischen Stätten von Filitosa, die Wachtürme der Genueser und Aussichten auf das Meer. Von Burgo bei Propriano geht es in fünf Etappen durch die Hügelketten der Südwestküste. Die Gesamtsteigung fällt mit 2662 Höhenmetern für korsische Verhältnisse moderat aus, der höchste Punkt der Tour liegt auf 870 Metern. Man kann den orangefarben markierten Weg mit dem Mare a Mare centre kombinieren.
Mit 2706 Metern ist der Monte Cinto (korsisch Cintu) der höchste Berg Korsikas. Er liegt im Cinto-Massiv im nördlichen Teil der Mittelmeerinsel. Eine Besteigung des Monte Cino ist von Haut Asco im Norden oder von Lozzi im Süden aus möglich und dauert ca. 4 Stunden. Erstbesteiger war der französische Alpinist Edouard Rochat am 6. Juni 1882.
Der GR20 ist eine alpine Wanderroute, die Schwindelfreiheit, Trittsicherheit und Kondition voraussetzt. Im Schnitt legt man täglich 700 bis 800 Höhenmeter zurück. Die Nordetappen führen meist durch steiles, felsiges Gelände mit leichten Kletterstellen. Die Südetappen fallen oft moderater aus und bieten eine Mischung aus Höhen-, Plateau- und Gratwegen.
Korsika (korsisch: Corsica, französisch: Corse) ist nach Sizilien, Sardinien und Zypern die viertgrößte Insel im Mittelmeer. Der Name Korsika oder auch Kallisté geht wohl auf die Griechen zurück, und bedeutet soviel wie "Die Schönste!". 1769 besiegten die Franzosen die korsischen Truppen und gliederten die Insel ins französische Staatsgebiet ein. Die Amtssprache auf Korsika ist Französisch. Korsisch ist die von den "Ureinwohnern" der Mittelmeerinsel Korsika gesprochene Regionalsprache, die hier seit dem 19. Jahrhundert in Konkurrenz zum Französischen steht.
Direktflüge gibt es zum Beispiel von München nach Bastia und Calvi von Lufthansa ab 200 Euro retour (Stand: 2022). Es existieren auch Fährverbindungen nach Korsika, sowohl vom französischen Festland als von Italien um die 170 Euro retour. Info: corsica-ferries.de, eurowings.com.












