Ausrüstung für Bergtouren: Steigeisen

Was Sie über Steigeisen wissen sollten - Technik, Ausstattung und Einsatzbereich

Foto: Franz Scholz Der richtige Umgang mit dem Steigeisen
Mit dem perfekten Steigeisen und der richtigen Technik verlieren steile Schneehänge ihren Schrecken. Wir zeigen wie's geht und worauf Sie achten sollten.

Wer glaubt, Steigeisen seien nur etwas für ausgefuchste Alpinisten, irrt: Auch normale Bergwanderer können Steigeisen gut gebrauchen: vor allem im Frühjahr, wenn schattige Bergwege noch tief unter einer - oft vereisten - Schneeschicht ruhen. Deren Querung stellt Wanderer ohne stählerne Traktionshilfen vor ein oft unkalkulierbares Risiko. Mit Steigeisen hingegen gelingt sie kinderleicht und sicher - selbst ohne Eispickel. Nimmt man einen Eispickel auch noch mit, kommt man unterwegs auch auf steilere Gipfel und kann sogar ambitionierte Hochtouren angehen.

Allerdings passen Steigeisen nicht an jeden Schuh. Am besten eignen sich natürlich richtige Bergstiefel mit fester Sohle und Kipphebelaufnahme: ein Kunststoffkeil an der Ferse, der das Anlegen entsprechender Steigeisen zum Kinderspiel macht und für festen Halt sorgt. Eine solche Kipphebelaufnahme findet sich oft auch an normalen Bergwander- und Klettersteigstiefeln sowie an einigen Approachschuhen.

Vor dem ersten Einsatz stellen Sie die Steigeisen auf Ihre Schuhgröße ein, kürzen die Riemen und setzen, falls nicht schon geschehen, die Antistollplatten ein. Wählen Sie für die Tour Hosen mit möglichst engem und innen verstärktem Beinabschluss: Beides minimiert das Risiko von Beschädigungen durch scharfe Zähne des Steigeisens. Breitbeinig gehen müssen Sie mit Steigeisen nicht, aber konzentriert und mit eher kurzen Schritten. Wichtig: Setzen Sie die Steigeisen auch auf eishartem Grund immer mit allen Zacken auf, dann bieten sie den maximalen Grip.

Nur im steilen, vereisten Gelände oberhalb von zirka 35 Grad kommen allein die Frontzacken der Steigeisen zum Einsatz. Sie lassen sich umso leichter platzieren, je schärfer sie sind. Reinigen Sie daher Ihre Steigeisen nach jedem größeren Einsatz zuerst unter fließendem Wasser und danach mit einem öligen Lappen - so hat Rost keine Chance. Bei Bedarf können Sie die Frontzacken des Steigeisens mit einer Flachfeile nachschärfen. Weitere Steigeisen-Details und Tipps zum Umgang mit Steigeisen finden Sie hier:

Was Sie über Steigeisen wissen sollten - Technik, Ausstattung und Einsatzbereich

10.09.2013
© outdoor
Ausgabe 3/14