Trekkingcamps in Deutschland - Schwarzwald David Schultheiß
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Ganz legal wild zelten

Alles über Trekkingcamps in Deutschland

Die Zahl kleiner „Trekking-Camps“ in Deutschland steigt rasant. Hier alle Ziele im Überblick – von Schleswig-Holstein bis Bayern.

„Wie in Kanada“ – wenn man diese Worte hört und es de facto um den Schwarzwald oder die Pfalz oder ein anderes deutsches Mittelgebirge geht, ist man zu recht misstrauisch. Wanderer, die in diesen Regionen bereits ihr Zelt aufgeschlagen und sich am Lagerfeuer mit Gleichgesinnten Trekking-Geschichten erzählt haben, bevor sie vom Sound des nächtlichen Waldes in den Schlaf gelullt wurden, stimmen dem Vergleich hingegen häufig zu. Und dass, anders als in Kanada, hierzulande nicht mit futtersuchenden Bären zu rechnen ist, dürfte kaum jemand stören.

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Wilde Zeltplätze Infos über Trekkingcamps in Deutschland
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Das Wildnisflair der sogenannten »Trekking-Camps« überrascht und begeistert immer mehr Outdoor-Freunde. Vor rund zehn Jahren machte die Pfalz den Auftakt mit zunächst sieben Camps. Inzwischen haben zahlreiche Regionen das denkbar einfache Konzept übernommen: In der Regel gibt es eine Feuerstelle mit rustikalen Sitzgelegenheiten, Platz für bis zu vier Zelte, dazu ein Klohäuschen – fertig. Trinkwasser muss man ebenso wie Proviant mitbringen.

Trekkingcamps in Deutschland - Schwarzwald
David Schultheiß
Vor allem bei kürzeren Touren zu empfehlen: Camping-Küche mit frischem Gemüse.

Die Kosten belaufen sich meist auf zehn Euro pro Zelt, gebucht wird online, und erst dann erfährt man die genaue Lage des (per Auto nicht erreichbaren) Ortes. Eine weitere Regel: Es darf nur eine Nacht gezeltet werden, am nächsten Morgen müssen die Wanderer weiterziehen. Aber das ist ja auch ganz normal beim Trekking. Hier ein kleiner Überblick zu Trekking-Camps in Deutschland (Stand 12/2019):

1 – Eifel: Große Vielfalt mit bald 18 Camps

Geheimnisvolle Moore, tiefe Flusstäler und weite Seen inmitten dichter Wälder: Der Naturpark Hohes Venn-Eifel kommt der Vorstellung von Wildnis schon recht nah. Gleich zehn Trekking-Camps liegen hier verborgen, weitere acht kommen nächstes Jahr hinzu. Jedes bietet sich für ein Mikroabenteuer an, und nördlich des Ortes Schleiden lassen sich drei Camps auch leicht zu einer Trekkingtour kombinieren. Alle Camps besitzen eine Komposttoilette und eine hölzerne Plattform für bis zu zwei Zelte. Eine Nacht kostet pro Zelt zehn Euro, die GPS-Daten gibt es dann auf trekking-eifel.de

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Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH

2 – Hunsrück: Zelten am Saar-Hunsrück-Steig

Seltene Tiere wie der Schwarzstorch und die Wildkatze leben in den tiefen Buchenmischwäldern des Nationalparks Hunsrück-Hochwald. Ab kommendem Frühjahr können Wanderer auch hier in drei Trekking-Camps das Nachtleben unter Bäumen genießen. In einem davon vernimmt man mitunter sogar Wolfsgeheul – aus einem nahen Freigehege. In allen Camps stehen zwei Holzplattformen für je zwei kleine Zelte oder ein Vierpersonen-Zelt, außerdem gibt es je ein Toilettenhäuschen. Praktisch: Die Lager liegen am Saar-Hunsrücksteig, einem Fernwanderweg (Etappe 9, 10 und 12). Buchbar vom 1. April bis 31. Oktober für zehn Euro pro Nacht unter nationalpark-hunsrueck-hochwald.de.

Trekkingcamps in Deutschland - Schwarzwald
David Schultheiß
Auf manchen Plätzen zeltet man auf dem Boden, andere besitzen Holzplattformen.

3 – Sächsische Schweiz: Trekking zwischen Tafelbergen

Fragt man nach dem markantesten Mittelgebirge Deutschlands, dann muss die Antwort wohl »Elbsandsteingebirge« lauten. Bizarre Felsklippen, mächtige Tafelberge und verwunschen wirkende Wälder ziehen Wanderer und Kletterer seit über 100 Jahren an. Trekking Fans kommen auf dem 100 Kilometer langen »Forststeig Elbsandstein« auf ihre Kosten. Dafür wurden unter anderem vier Biwakcamps mit je einer Minihütte und einer Komposttoilette eingerichtet. Wer alle sieben Etappen geht, muss auch in Trekkinghütten nächtigen, eine drei- bis viertägige Kurzversion ist als reine Zelttour möglich. Eine Biwaknacht kostet fünf Euro pro Person, eine Hüttennacht zehn. Buchbar von April bis Ende Oktober, Infos unter forststeig.sachsen.de – Tourentipps hier:

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Deutschland

4 – Schleswig-Holstein: Perfekt für Radwanderer

Ein feiner Zug: Engagierte Privatleute und die Stiftung Naturschutz bieten in Deutschlands hohem Norden Wanderern, Rad- und Kanufahrern ein Plätzchen auf der grünen Wiese an – 19 Stück sind es zur Zeit: mal auf dem Gelände eines Hofes, mal im Wald, mal in der Nähe eines Deiches oder Sees. Das Angebot steht unter dem Motto »Wildes Schleswig-Holstein«, viel mehr als grünes Gras darf man an Komfort nicht erwarten. Jeder Platz ist für ein bis zwei Zelte pro Nacht gedacht, für maximal je drei Personen. Am Morgen muss man weiterziehen. Die Übernachtung kostet in der Regel nichts. Info: wildes-sh.de/uebernachtungsplaetze

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Björn Hänssler

5 – Einsame Trekking-Camps am Soonwaldsteig

Stolze 85 Kilometer führt der Soonwaldsteig über die grünen Höhen zwischen dem Städtchen Kirn im Westen und Bingen am Rhein im Osten. Und auf 40 von ihnen berührt er keine Siedlung. Wer übernachten will, muss also vom Weg abweichen – oder zelten. Das geht auf der Strecke an der Ruine Schmidtburg, auf dem Campingplatz Lauschhütte und auf zwei der insgesamt vier Trekking-Camps im Soonwald. Die sind recht großzügig: Immerhin fünf Zelten und einem Gruppenzelt bieten sie Platz, zur Abenteuerromantik trägt auch eine Feuerstelle bei. Und wenn man am fünften Tag im beschaulichen Bingen ankommt, wird es einem fast wie eine Metropole vorkommen. Weitere Infos: soonwaldsteig.de/trekkingcamps

6 – Spessart: Neue Trekking-Camps im Wald

Neben dem Vorreiter Pfalz, der Eifel und dem Schwarzwald lockt seit einer Weile auch der Spessart in Bayern mit mittlerweile drei Trekking-Camps im Wald aufschlagen. Auf einer 60 Kilometer langen Rundtour lassen sie sich bestens miteinander kombinieren. Wer nur eine Nacht im Wald nächtigen möchte, entdeckt auch dafür einen schönen Tourenvorschlag auf der zugehörigen Website. In den Spessart-Camps finden jeweils bis zu fünf Zelte Platz – perfekt für einen Gruppenausflug. Preise: Zehn Euro pro Nacht – Saison ist vom 1. April bis 31. Oktober. Mehr Infos zu den Camps: trekking-bayern.de/region/spessart.html

7 – Steigerwald: Zwei Trekkingtouren mit viel Flair

Zwischen Würzburg im Nordwesten und Nürnberg im Südosten vereint der Steigerwald Weinberge, Laubwälder und zahlreiche kleine Seen. Insgesamt zehn Trekking-Camps entstanden hier in den letzten Jahren: Drei von ihnen verbindet die »Süd-Rundtour« auf 42 Kilometern; wer länger unterwegs sein möchte, geht die 74 Kilometer lange »Nord-Rundtour«, an der die anderen sechs Lager liegen. An jedem Etappenziel wartet eine Aufgabe, wie zum Beispiel Hütten bauen oder Brot backen. Wer dort abends nur gemütlich am Lagerfeuer sitzen möchte, darf natürlich auch buchen. 1. April bis 31. Oktober, Kosten: 4,80 Euro pro Person/Nacht. trekkingerlebnis.de/trekking

8 - Frankenwald: Stippvisite am Grünen Band

»Stille hören, Weite atmen, Wald verstehen« – dieser Einladung dürfen Wanderer jetzt auch mit Zelt in den Naturpark Frankenwald im Norden Bayerns folgen. Als erstes einer Reihe geplanter Camps eröffnete 2019 der Trekkingplatz Frankenwald Kobach. Auf 400 Quadratmetern bietet er vier Zeltpartien viel Raum, außerdem eine Feuerstelle mit Sitzbänken sowie einen Brennholzvorrat. Man erreicht das Camp auf unterschiedlichen Routen – zum Beispiel mit einer Stippvisite am »Grünen Band«. Wo früher die innerdeutsche Grenze verlief, bietet der lange Zeit unberührte Grünstreifen heute mehr als 1200 Pflanzen- undTierarten einen Lebensraum. Eine Zeltnacht kostet zehn Euro. Info und Buchung: frankenwald-tourismus.de/de/draussen/wandern

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Jens Klatt

9 – Altmühltal: Am schönsten per Boot

Zu Füßen von Kalkfelsen, Wacholderheiden und Burgen schlängelt sich sanft die Altmühl dahin. Den Blick auf diese Kulisse der Fränkischen Alb, in der 1861 der Urvogel Archaeopteryx entdeckt wurde, genießen Besucher am besten vom Wasser aus. Eine 154 Kilometer lange Bootswanderstrecke zwischen Gunzenhausen und Kelheim bietet sich verteilt auf acht Tage auch für Einsteiger an. Sein Zelt schlägt man auf sogenannten Bootsrastplätzen direkt am Wasser auf, sie kosten drei Euro pro Person und Nacht. Wanderer, die zu Fuß unterwegs sind, können die Plätze ebenfalls nutzen. naturpark-altmuehltal.de

10 - Pfalz: Die Wiege der deutschen Trekking-Camps

Hier nahm das Trekking-Camp-Geschehen in Deutschland seinen Auftakt: Im Jahr 2009 öffneten zwischen der Burgruine Guttenberg und dem Berg Kalmit (673 m) die ersten sieben Lager. Mittlerweile ist die Zahl auf 15 gestiegen, sie verteilen sich zwischen Bad Bergzabern im Süden und Imsbach im Norden – zwei Wochen lang können Zeltfans von Camp zu Camp wandern. Immer wieder liegen Bauwerke wie die Burg Trifels oder hübsche Weindörfer am Weg. Bei den Camps eins bis sieben finden jeweils vier Zelte Platz, bei den anderen sechs. Geöffnet von April bis Ende Oktober, zehn Euro pro Nacht/Zelt. trekking-pfalz.de

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Ben Wiesenfarth

11 – Schwarzwald: Zelten mitten in ursprünglicher Natur

Nach dem gleichen Prinzip funktionieren seit Mai 2017 die sechs Trekking-Camps im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord und im Nationalpark Schwarzwald. Die Trekking-Camps liegen zwischen Baden-Baden und Freudenstadt und sind nur zu Fuß erreichbar. Bis zu drei Zelte haben Platz, außerdem gibt es eine Feuerstelle und ein Toilettenhäuschen.

Die Schwarzwald-Camps lassen sich auf einer mehrtägigen Tour miteinander verbinden, zwischen weiter voneinander entfernten Camps kann man Teilstrecken mit öffentlichen Verkehrsmitteln überbrücken. Weder die Wege noch die Camps sind ausgeschildert – wer dort übernachten möchte, bucht vorher über die Online-Plattform trekking-schwarzwald.de

Eine Nacht kostet pro Zelt zehn Euro. Die Beschreibung der „letzten Meile“, also den Zugang zum Camp, bekommt man per E-Mail.

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Jens Klatt
Zelten - Camping Schwarzwald

Auch am Schluchsee gibt es eine schöne Möglichkeit in der Natur des Schwarzwalds zu zelten: wir hatten darüber bereits ausführlich berichtet.

Wer sich dort einbuchen möchte, sollte einen Blick auf die Webseite www.schwarzwaldcamp.com werfen.

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Zelte

Trekkingausrüstung im Test:

Top5: Trekkingausrüstung 2018 Ausrüstung Equipment Trekking Camping Zelte
Top5: Trekkingausrüstung 2018 Ausrüstung Equipment Trekking Camping Zelte

(weitere Ausrüstungshighlights gibt es im PDF zum Download ganz oben im Artikel)

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Titelbild der OUTDOOR Ausgabe 01/2020
OUTDOOR / Alamy / Nick Fox

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