Wie komme ich nach Nordirland?
Wer nicht grade einen mehrwöchigen Aufenthalt in Irland plant und mit der Fähre anreist, nimmt am besten das Flugzeug. Nach Belfast geht es über London (von Frankfurt ab 250 Euro), ganz ohne Zwischenstopp und ohne Grenzkontrollen fliegt man besser nach Dublin. Von dort geht es mit dem Mietwagen in zwei Stunden nach Belfast (und in nur einer in die Mourne Mountains).
Wie bewege ich mich vor Ort fort?
Am flexibelsten reist es sich mit dem Mietwagen (7 Tage ab 130 Euro), billiger fährt man mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln: translink.co.uk. Zwischen Belfast und Giant’s Causeway zum Beispiel verkehren zweimal am Tag Busse.
Die besten Wanderungen in Nordirland – eine Übersicht
1. Cave Hill Belfast
Nicht mehr als ein Spaziergang ist die Runde vom Parkplatz des Schlosses von Belfast auf den Hausberg der nordirischen Hauptstadt. Den besten Blick über Belfast und die Irische See bis zur Isle of Man hat man vom Felsen am McArt’s Fort aus.
2. Glenariff
Auf dem Weg zur Causeway-Küste sollte man den Stopp am Glenariff Forest Park nicht verpassen. Am Besucherparkplatz an der Glenariff Road kann man zwischen verschieden langen Runden wählen, empfehlenswert ist die längste, der Scenic Trail.
3. Fair Head
Für die Runde vom Parkplatz an der Murlough Road wird man weit mehr als die angegebene Gehzeit brauchen: Immer wieder gelangt man zu grandiosen Aussichtslogen und Felsen, die zum Sitzen und Staunen einladen: Man hat eine herrliche Aussicht auf Schottland und Rathlin Island. Bei Wind und Nebel ist die (gut markierte) Tour auf dem weglosen und nicht eingezäunten Felsplateau mit absoluter Vorsicht zu genießen!

Der Giant's Causeway wirkt wie von einem größenwahnsinnigen Gartenlandschaftsbauer angelegt.
4. Giant's Causeway
Die schönste und auch einsamste Art, sich dem Unesco Naturerbe am Giant’s Causeway zu nähern, stellt eine Wanderung vom Dunseverick Castle aus dar. Dazu Parkt man am Besucherzentrum und fährt mit dem öffentlichen Bus vier Stationen nach Osten. Hier beginnt der gut ausgebaute Weg an der berühmten Küste entlang. Wer sich den Rummel am Endpunkt sparen möchte, besichtigt die Basaltstufen schon morgens und geht nachmittags gleich zum Parkplatz weiter.
5. Slieve Donard
Diese schwere Tour erfordert etwas Orientierung und sollte von Ortsunkundigen nur bei guten Bedingungen gemacht werden. Vom Parkplatz an Trassey Road geht es in den Sattel von Hare‘s Gap und von dort steil auf den Commedagh (767m), 160 Meter hinab und ebenso steil auf den Slieve Donard (849 m) und in einem großen Bogen durch das Tal zurück. Alternativ kann die Tour auch als Streckenwanderung nach Newcatle gemacht werden.
Wie orientiere ich mich auf den Touren?
Die vorgestellten Touren sind bis auf die Wanderung in den Mourne Mountains bestens ausgeschildert und von den jeweiligen Parkplätzen aus gut zu finden, im Zweifel helfen Apps wie Komoot. Papierkartenfans werden in den Mournes mit der Karten von Ordnance Survey im Maßstab 1:50 000 glücklich. Blatt 29, Preis: 9,40 Euro.
Welches Equipment brauche ich?
Von der Regenjacke bis zur Sonnencreme: Wanderer sollten auf jedes Wetter eingestellt sein. In den Mournes (und in anderen entlegenen Berggebieten) kann ein leichtes Tarp während Wolkenbrüchen und in Notfällen gute Dienste leisten.
Wie läuft es mit der Einreise nach Nordirland?
Wer über London nach Belfast fliegt, muss dies auf jeden Fall mit einem gültigen Reisepass tun. Reisende über Dublin gelangen zwar auch nur mit Personalausweis auf die Grüne Insel, für Nordirland benötigt man aber offiziell einen Reisepass, auch wenn man ihn an der inneririschen Grenze wahrscheinlich nicht vorzeigen muss.
Gibt es auch geführte Touren?
Unter awayweewalk.com bietet Eimear Flanagan geführte Wanderungen an der Causeway Coast an. Wer einen Führer in den Mournes sucht, wird bei Peter Rafferty fündig: walkthemournes.com
Wo kann ich übernachten?
- Causeway Hotel: Viktorianisches Flair hoch über den Klippen – das gibt es im Causeway Hotel, zur Felsformation sind es nur 20 Minuten zu Fuß. Ein Doppelzimmer mit (sehr gutem) Frühstück kostet 220 Euro. thecausewayhotel.com
- In Newcastle: Gleich an der Promenade des Badeortes liegt das Avoca Hotel und besticht mit kleinen, aber charmant eingerichteten Zimmern mit Blick aufs Meer. Eine Übernachtung mit Frühstück für zwei Personen ist ab 220 Euro zu haben. avocahotel.com

Die historische Crown Bar in Belfast ist bei Touristen ebenso beliebt wie bei Einheimischen.
Wo lässt es sich gut einkehren?
- In Bushmills: Eine der ältesten Whiskeybrennereien der Welt kann man im Ort Bushmills, keine 3 Kilometer vom Giant’s Causeway entfernt, besuchen. Im Netz: bushmills.com. Gediegen essen lässt sich im Bushmills Inn an der Hauptstraße. Kleinere Gerichte von der Mittagskarte kosten um die 20 Euro, abends wird größer aufgekocht (ab 40 Euro). bushmillsinn.com
- In Newcastle: Solides Pub-Food in einem ebenso soliden Pub gibt es in der Quinns Bar an der Promenade in Newcastle. quinnsbarnewcastle.com
Der komplette Reisebericht zum Download
Was Nordirland an landschaftlichen Highlights zu bieten hat, wollen wir auf einer viertägigen Rundtour erkunden. Nur etwa halb so groß wie Belgien, lässt es sich in zwei Stunden durchqueren, vom mittig gelegenen Belfast dauert es mit dem Auto nicht mehr als eine Stunde in den äußersten Norden, der ganz oben auf unserer Liste steht. Der nächste Tag ist ein Sonntag, und der Spätsommerhimmel empfängt uns in strahlendem Blau. Auf der Straße herrscht wenig Verkehr, die Landschaft zieht vorbei, das Gras leuchtet auf beiden Seiten der inneririschen Grenze gleich grün und nur vereinzelt über Anwesen flatternde Union Jacks erinnern daran, dass wir uns nicht in der EU befinden. Als ersten Stopp hat uns Eimear den Glenariff Forest ans Herz gelegt. Das Naturschutzgebiet liegt auf halber Strecke zwischen Belfast und dem berühmten Küstenabschnitt am Giant‘s Causeway, es bietet sich für eine dreistündige Wanderung an...












