Klettersteiggehen: Sicherung & Technik sichern ferrata
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Klettersteiggehen - Ausrüstung & Technik

Klettersteige bewältigen: So geht's

Die richtige Ausrüstung und Technik sind das A und O am Klettersteig. Unsere Tipps für Klettersteig-Anfänger und Fortgeschrittene hier ...

Schwindelfreie, trittsichere Bergwanderer kommen mit etwas Übung schnell auf Klettersteigen klar. outdoor zeigt, was dabei beachtet werden sollte:

1. Die richtige Ausrüstung

Benutzen Sie nur moderne Y-Klettersteigsets – diese bieten die meisten Sicherheitsreserven. Denn bei diesem Typ werden beide Karabiner ins Drahtseil eingehängt. An einer Verankerung, die das Drahtseil fixiert, oder an einer Leiter werden die beiden ­Karabiner nacheinander hinter der Verankerung wieder ins Seil eingehängt.

2. Karabiner

Vor dem Umhängen der Karabiner sollten Sie zunächst auf einen sicheren Stand achten. Der Aus- und Einhängepunkt muss gut erreichbar sein. Erst dann lösen Sie einen der Karabiner, hängen diesen oberhalb des Hakens wieder ein und kontrollieren sicherheitshalber noch den Verschluss, der ganz ­geschlossen sein muss. Mit dem zweiten Karabiner verfahren Sie im Anschluss genauso.

3. Kletterregeln

Auch beim Klettersteiggehen gelten die klassischen Kletterregeln: Immer bei drei Punkten auf guten Halt achten und nur einen Fuß (oder eine Hand) zum nächsten Tritt (Griff) führen. Dann kommt man auch in etwas steileren Passagen sicher und kräfte­schonend voran. Staut sich der „Klettersteigverkehr“ in anspruchsvolleren Abschnitten, wartet man an einem Ort, an dem man komfortabel steht, bis die schwierige Stelle ohne Unterbrechung durchstiegen werden kann.

OD Bergstiefeltest Klettersteig 2011
Jens Mönnich
Mit ein bisschen Übung ist die Bewältigung eines Klettersteigs kein Problem.

4. Bandschlingen

Ergänzend zum Klettersteigset kann man zusätzlich noch eine Bandschlinge (60 oder 90 Zentimeter Länge) durch die Einbindeschlau­fe das Klettergurts fädeln (Ankerstich). Diese Schlinge wird zusätzlich zum Klettersteigset mittels eines Seilkarabiners ins Drahtseil eingehängt, bevor man sich in Pausen oder zum Ausruhen in den Gurt setzt. Weil sie kürzer ist als die beiden „Arme“ des Klettersteigsets, lässt sich das Seil einfacher erreichen, wenn es weitergeht. Bei der Fortbewegung darf die Bandschlinge aber nie im Seil eingehängt sein – das ist lebensgefährlich!

5. Schwierigkeitsgrad checken

Auf Klettersteigen kann man nicht umkehren. Deshalb sollten Sie sich vor der Tour gründlich über den Schwierigkeitsgrad und die Länge der Tour informieren. Gerade Anfänger überschätzen sich oft und geraten dann bei Wetterumbrüchen in Bergnot. Bringen Sie außerdem in Erfahrung, ob es alternative Ausstiegsmöglichkeiten gibt, um im Notfall die Route zu verkürzen. Das verraten Ihnen in der Regel Klettersteigführer oder Routenbeschreibungen.

Stürze auf Klettersteigen sind unangenehm, mitunter sogar gefährlich. Das Klettersteigset verhindert zwar Ihren Absturz, Sie rutschen aber bis zur nächsten Verankerung zurück (Ausnahme: Skylotec Skyrider). Auf dieser Rutschpartie kann man sich am Fels oder Seil verletzen. Wer die Sicherungstechnik vom Klettern beherrscht, kann den Nachsteiger an kniffligen Stellen mit einem kurzen Seilstück und HMS (oder Abseilachter) zusätzlich sichern.

6. Die richtige Kletter-Technik

Klettersteige erfreuen sich großer Beliebtheit. Weit über 1000 Steige zählt der Alpenraum, allein in Österreich kamen zuletzt jedes Jahr mehr als zehn neue dazu, der Andrang ist groß. Parallel dazu steigt auch die Zahl der Notlagen auf Eisenwegen und damit die der Rettungseinsätze. Hauptursache sind nicht etwa Stürze oder Verletzungen, sondern sogenannte Blockierungen, bei denen die Ferratisti nicht mehr vor und zurück können – meist aufgrund von Erschöpfung und Überforderung.

Klettersteiggehen kann nämlich ganz schön anstrengend sein. Überhängende Passagen, glatter Fels sowie weite Abstände zwischen den Haltemöglichkeiten saugen die Arme schnell leer – erst recht, wenn man sich mehr nach oben zieht, anstatt sich mit den Beinen hochzudrücken. »Gute Kletterer erkennt man daran, dass sie vor allem die Tritte im Blick haben und nicht nur nach dem nächsten Griff schielen«, sagt Volker Leuchsner vom klettern-Magazin. Er rät auch dazu, den Körper grundsätzlich nah am Fels zu halten und die 3-Punkt-Regel zu beachten: Danach darf man immer nur dann eine Hand oder ein Bein bewegen, wenn die anderen drei Extremitäten sicheren Halt haben.

Und noch etwas lässt sich von Felskletterern lernen: an guten Haltemöglichkeiten die Arme hängen lassen und »ausschütteln«. Das regt die Durchblutung an und damit den Abtransport von leistungsmindernder Milchsäure, die sich aufgrund der starken Belastung bildet. Durch Schütteln, Hängenlassen oder Kreisen der Arme gelangt wieder »frisches« Blut in die leergepumpten Arme – und es kann weitergehen.

Ebenfalls hilfreich: regelmäßige Pausen. Auch durch vielfältige Bewegungsabläufe wirkt man der Muskelermüdung entgegen. Statt immer nur stumpf am Drahtseil oder an Sprossen zu ziehen, sollte man zur Abwechslung auch mal im Fels nach Halte- und vor allem Stütz- und Spreizmöglichkeiten Ausschau halten. Hier die wichtigsten Tipps zur Klettersteig-Technik:

Seitlich aufs Bein ziehen

Klettersteig Technik
Ben Wiesenfarth

Viel Armkraft spart, wer sich auf etwas höher gelegene Tritte hebelt. Dazu braucht man einen guten Seitgriff, am besten in Schulterhöhe. Mit diesem zieht man sich auf den Tritt – und drückt anschließend das Bein durch.

Auf die Beinarbeit konzentrieren

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Oft hält man nur nach Griffen Ausschau – dabei sind Tritte mindestens so wichtig. Allerdings erkennt man sie von oben schlechter. Um die Sicht auf die Tritte zu verbessern, sollte man sich – gelegentlich – etwas zurücklehnen.

Mit den Beinen ausspreizen

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Durch Ausspreizen auf zwei in ähnlicher Höhe liegenden Trittmöglichkeiten können Sie die Arme fast vollständig entlasten. Voraussetzung: Beide Tritte werden gleichermaßen belastet, Ihr Körperschwerpunkt befindet sich im Lot.

Am langen Arm hängen

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Zum Umhängen der Klettersteigkarabiner oder Ausschauhalten nach dem weiteren Wegverlauf empfiehlt es sich, am vollständig ausgestreckten Arm zu hängen. Das kostet deutlich weniger Kraft, als ihn angewinkelt zu halten.

Stützen spart Armkraft

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Beim Klettern befinden sich die Arme oft über Kopf. Sie ab und zu hängen zu lassen oder – besser – sich damit abzustützen fördert die Durchblutung und verhindert das gefürchtete »Zulaufen« (Muskelverhärtung) der Arme.

Seitlich an den Fels

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Je näher man an der Wand steht, desto weniger Kraft braucht man. Besonders dicht an den Fels kommt, wer sich seitlich, mit der Hüfte an den Fels stellt. Außerdem kann man so mit dem wandnahen Arm viel weiter nach oben greifen.

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