Podcast-Folge mit Tipps für Wintertouren
Eiskalte Wintertage, trübes Nebelwetter, Camping im Schnee – für outdoor-Redakteur Boris Gnielka immer ein Grund rauszugehen, nicht trotzdem, sondern gerade deswegen. In der aktuellen Folge fasst er alle Basics für eine coole Wintertour zusammen, gibt Tipps zur Ausrüstung und verrät, wo es ihn in diesem Winter hinzieht ...

Warum frieren wir eigentlich?
Mit Frieren teilt uns der Körper mit, dass er mehr Energie aufwenden muss, um seine Betriebstemperatur aufrechtzuerhalten (normal bei Erwachsenen so etwa bei 36-37°C). Bereits unter 15 Grad Celsius reagiert der Körper im Freien mit Signalen an die Blutgefäße in der Haut und in den Extremitäten, die sich daraufhin zusammenziehen, um einen Wärmeverlust zu verhindern. Erstes Anzeichen für eine eingeschränkte Durchblutung sind kalte Hände und Füße. Man beginnt zu frösteln, später auch starkes Zittern – ein weiterer Schutzmechanismus mit dem der Körper über die Muskeln versucht Wärme zu erzeugen und so den Körper vor dem Auskühlen zu schützen. So weit muss man es aber nicht kommen lassen:
Abhärten
Kälteempfinden kann man trainieren. Wer sich gezielt Kälteimpulsen aussetzt, tut außerdem etwas für sein Immunsystem. Das bedeutet zum einen, dass man oft und bei jedem Wetter nach draußen gehen sollte, zum anderen empfehlen sich kalte Duschen, Kneippanwendungen und kurze Barfußrunden im Schnee.
Das Zwiebelprinzip
Vier mäßig warme Schichten halten Kälte besser warm als drei dicke, auch wenn sie in Summe das gleiche Polster ergeben. Grund ist, dass die Luftschicht zwischen den Lagen zusätzlich isoliert. Lange Unterwäsche, Isolation (Fleece- oder Wollpulli), Windschutz (Softshelljacke und -hose) und Nässeschutz (Funktionsjacke) bilden die Bestandteile.
Trocken bleiben
Wer sich körperlich anstrengt, gerät auch bei kalten Temperaturen ins Schwitzen. Weil Körperwärme besser über feuchte als über trockene Haut und Kleidung entweicht, sollte man schnell trocknende Unterwäsche aus Kunstfasern oder einem Kunstfaser-Woll-Mix tragen. Sie funktioniert am besten, wenn sie auf der Haut anliegt, also nicht zu leger geschnitten ist.
Richtig atmen
Wenn man kalte Luft einatmet, muss der Körper sie auf dem Weg zur Lunge erwärmen. Gesünder für Bronchien und Lunge ist es, durch die Nase einzuatmen, denn dann ist der Weg länger.
Extremitätenschutz
Über den Kopf verlieren wir besonders viel Körperwärme, und Finger frieren schnell. Also: unbedingt eine Mütze und Handschuhe tragen. An den Händen empfiehlt sich das Zweilagenprinzip: dünne Fingerhandschuhe unter warmen Skihandschuhen oder Fäustlingen anziehen. Eisfüße scheinen bei manchen Menschen genetisch bedingt zu sein. Die Einmal-Sohlenwärmer von Thermopad bereiten dem Leiden für bis zu fünf Stunden ein Ende – ein Luxus für klirrend kalte Tage, ca. 3 Euro pro Paar
Schuhe und Co.
Wie am Körper muss die Luft auch an den Füßen zirkulieren können. Daher sollten die Schuhe so groß sein, dass man bequem dicke Socken darin tragen kann und gegebenenfalls auch Thermosohlen darin Platz finden. Vorsicht: Eine zu feste Schnürung behindert ebenfalls die Zirkulation.
Warme Isolationsjacke darf im Winter nicht fehlen
Die Fjällräven Expedition Mid Winter (ca. 430 Euro) ist die mit Abstand wärmste Kunstfaserjacke, die wir bis dato getestet haben. Selbst klirrender Frost von minus 30 Grad lässt sie kalt. Das liegt unter anderem an der ausgefeilten Zweilagenkonstruktion: Innen steckt Synthetikvlies, in den äußeren Kanälen daunenähnliche Fasern. Durch diesen Kniff trägt sich das Bollwerk trotz des hohen Gewichts sehr bequem (Damenjacke hier bestellbar). Ebenfalls kuschelig warm und einen Tick günstiger: die Daunenvariante Expedition Pack Down Hoodie (ca. 340 Euro).
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Hautfreunde
Die Gesichtshaut wird es danken: Für Outdoor-Spaß in tieferen Lagen reicht eine normale Kälteschutzcreme (z.B. von Weleda), im Gebirge bietet sich eine Sonnen- und Kälteschutz-Kombination sowie ein Fettstift für die Lippen an. Beides in einem gibt es von Ladival.
Innen heizen
Genauso warm wie Tee, aber viel nahrhafter: Eine Suppe wirkt bei Kälte Wunder. Gewürze unterstützen den Effekt, Scharfes wie Chili und Ingwer wärmt besonders. Für die heiße Suppe unterwegs bieten sich isolierende "Foodcontainer" an. Optimal bspw. der Thermos Stainless King Isolierbehälter (0,47 l, ca. 35 Euro).
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