Chile wirkt auf der Karte wie ein 4000 Kilometer langer Küstenstreifen im Westen Südamerikas.
In den sozialen Medien sorgen deshalb regelmäßig Chile-Memes für Schmunzeln: Sie spielen mit der ungewöhnlich schmalen, langgezogenen Form des Landes und vergleichen es etwa mit einem Streifen, einer Nudel oder einem Lineal oder zeigen Chilenen in superschmalen Autos oder Häusern ...
Doch Chile ist ein riesiges Land der Gegensätze und Superlative: Zwischen Stränden und Bergen, vom trockensten Ort der Erde bis zu riesigen Gletschern und von Wüsten bis zu Regenwäldern steckt das Land voller extremer Landschaften. Das macht Chile zu einem Traumziel für alle, die Abenteuer, Natur und Kultur suchen.
Was man in Chile gesehen haben muss:

Der trockenste Ort der Welt: Atacama-Wüste
Durchschnittlich fällt in der Atacama nur 0,5 mm Niederschlag im Jahr. Das macht die Wüste zum trockensten Ort der Welt außerhalb der Polargebiete. Dennoch ist sie keinesfalls tot. In der Nähe der Salzseen leben Tiere wie Lamas, Alpakas, Wüstenfüchse, Langschwanzschlangen und Flamingos, die sich an die extremen Bedingungen angepasst haben. Zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten zählen der Salar de Atacama, der Salar de Tara und der Salar de Maricunga am Fuß des höchsten Vulkans der Welt.
Alle paar Jahre blüht die Wüste nach spärlichem Regen in bunten Farben auf. Sie lassen sich am besten in den Morgen- und Abendstunden beobachten. Spektakuläre Sonnenuntergänge verspricht das Valle de la Luna nach einer Wanderung durch die Dünenlandschaft voller bizarrer Felsstatuen. In der Nacht erstrahlt dann der wohl klarste Sternenhimmel der Welt über den Vulkanen und die Temperaturen fallen auf bis zu -15 Grad Celsius.
Hinweis: Um das Valle de la Luna zu besichtigen, empfiehlt es sich, das Eintrittsticket im Voraus online unter valledelaluna.com zu kaufen. Für Erwachsene kostet ein Tagesticket, Stand 2026, 14 US-Dollar.

Der höchste Vulkan der Welt: Ojos del Salado
Mit 6893 m Seehöhe ist der Ojos del Salado der höchste Vulkan der Erde und noch dazu aktiv. Als zweithöchster Gipfel Südamerikas (nach dem Aconcagua) gehört er zu den Seven Second Summits und ist vergleichsweise einfach zu besteigen. Sein Name bedeutet Salzaugen-Schneegipfel, da um ihn herum Lagunen liegen und nur der Gipfel von Schnee bedeckt ist. Mehrere Lager liegen auf der chilenischen Seite des Bergs und so starten viele an der traumhaften Laguna Verde (ca. 4300 m) ihre Tour auf den höchsten Vulkan der Erde. Hier lässt es sich noch einmal in Thermalquellen entspannen, bevor die mehrtägige Wanderung in die Welt der 6000er beginnt.

Das höchstgelegene Geysirfeld der Welt: El Tatio
Östlich der Atacama-Wüste an der Grenze zu Bolivien blubbert und sprudelt die Erde, heißer Dampf steigt empor, wie man es sonst nur von Island kennt. Teilweise schießt das Wasser bis zu 50 Meter in die Luft. Am Vulkan El Tatio (4320 m) liegt das größte Geysirfeld der Südhalbkugel. Sie lassen sich am besten am frühen Morgen bestaunen, anschließend locken warme Thermalbecken zu einem Bad.

Einer der größten Gletscher der Welt
Einst bedeckte ein massives Eisschild die südlichen Anden. Übrig geblieben sind davon das nördliche und südliche patagonische Eisfeld – Campo de Hielo Norte und Campo de Hielo Sur. Nach der Antarktis und Grönland stellen sie das drittgrößte Eisfeld der Welt dar, verlieren allerdings immer mehr an Eismasse. Die Region ist schwer zugänglich und es gibt oft intensive Niederschläge. Mehrere Gletscher münden hier in Seen oder ins Meer, darunter der Viedma-Gletscher, der Perito-Moreno-Gletscher sowie der Pio-XI-Gletscher bzw. Brüggen-Gletscher. Letzterer liegt im Nationalpark Bernardo O‘Higgins, dem größten Nationalpark Chiles.
Grünes Chile: Nationalpark La Campana
Grün, hügelig und lebendig sind die Landschaften in der chilenischen Zentralzone. Der Nationalpark La Campana in der Nähe der Hauptstadt Santiago ist repräsentativ für die hier vorkommende Flora und Fauna. Das Unesco-Biosphärenreservat ist bekannt für den Besuch von Charles Darwin im Jahr 1834, der hier einige Arten beschrieb. Darunter die chilenische Palme, die nur hier vorkommt. An den Eingängen zum Park werden verschiedene Wanderungen beschrieben, wie die Besteigung des Cerro La Campana (1880 m). Von seinem Gipfel ergibt sich ein fantastischer Ausblick über die Anden, den Rio Aconcagua bis zum Pazifik.

Torres-del-Paine-Nationalpark
Wer an Patagonien denkt, dem kommen wohl als erstes Bilder aus dem Torres-del-Paine-Nationalpark in den Sinn. Die Bergwelt aus Gletschern, Fjorden und Seen ist ein wahres Postkartenmotiv. Die drei spektakulären Granittürme des Torres del Paine sind unverkennbar und eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten Chiles. Um hier tief in die Natur einzutauchen, gibt es den beliebten W-Trek (ca. 80 km), der zu weiteren Highlights wie dem Grey-Gletscher und durch das French Valley führt. Der O-Trek (ca. 120 km) kombiniert diese Strecke zu einer Rundwanderung. Dank der Refugios sind die Weitwanderungen ohne viel Gepäck möglich. Am meisten zu schaffen macht meist das wechselhafte Wetter mit starken Winden.

Patagoniens berühmteste Berge
Die beiden anderen berühmten Berge Patagoniens sind Cerro Torre (3128 m) und Fitz Roy (3405 m) im chilenischen Nationalpark Bernardo O‘Higgins. Ihre glatten Wände scheinen wie eine Einladung zum Klettern, doch besonders die Besteigung vom Cerro Torre gehört zu den schwierigsten der Welt. Aus der Ferne kann sie aber jeder betrachten, der mittelschwere Wanderungen unter rauen Wetterbedingungen schafft. Die meisten Touren beginnen in El Chaltén im benachbarten Nationalpark Los Glaciares in Argentinien. Eine Tageswanderung führt zur Laguna de los Tres. Hinter dem türkisblauen See ragen die Spitzen des Fitz Roy auf, wenn er nicht gerade im Nebel hängt. Nach einer Nacht im Zelt auf einem ausgewiesenen Camp geht es weiter zur Laguna Torres mit Blick auf den Cerro Torre und seinen Gletscher.

Hochebene zwischen den Gebirgen: Altiplano
Eingekeilt liegt der Altiplano zwischen den Gebirgsketten der West-Anden und Ost-Anden. Die Hochebene erstreckt sich über Peru, Bolivien und Argentinien, aber auch Chile hat einen kleinen Anteil. Wie in der Atacama-Wüste leben auch hier Alpakas, Andenfüchse und Flamingos. Die Landschaft auf über 3000 Meter Seehöhe ist karg, das Klima rau. Im chilenischen Altiplano kann man 6000 Meter hohe Vulkane besteigen oder einfach die Ausblicke auf diese unwirkliche Vulkanlandschaft genießen.

Ein Paradies für Pinguine: Isla Magdalena
Peitschender Wind und raue Landschaften – so muss sich das Ende der Welt anfühlen. An der Spitze Südamerikas liegt die Inselgruppe Feuerland. Die Magellanstraße trennt sie vom Rest Chiles. Hier wird es meist nicht wärmer als 10 Grad Celsius, perfekte Bedingungen für Pinguine. Zum einen leben hier Königspinguine, denen ein eigenes Naturschutzgebiet gewidmet wurde. Die kleinen Magellanpinguine leben auf der Insel Magdalena in einem geschützten Naturmonument. Auf Schiffstouren ab Puntas Arenas kann man sie beobachten und bekommt auch Seelöwen und Delfine zu Gesicht.

Das Ende der Welt: Feuerland
Regenwald, Tundra, Wüste, Berge und Fjorde – Feuerland ist vielseitig. Der lange Gebirgszug der Anden zieht sich bis hierher, der höchste Berg ist der Cerro Darwin (2488 m) inmitten des mächtigen Gletschergebiets Cordillera Darwin. Die Region ist eigentlich nur über dem Seeweg zugänglich, da es kaum ausgebaute Wege an Land gibt. Die beeindruckenden Fjorde und Gletscher wie den Marinelli erlebt man auf Expeditionskreuzfahrten.
Wer lieber wandert, kann auf der Insel Navarino in die wilde Natur am Ende der Welt eintauchen. Die „Dientes de Navarino“ ist die südlichste Trekkingroute der Welt und stellt auf vier anspruchsvollen Etappen die Ausdauer auf die Probe. Ab Puerto Williams, der südlichsten Stadt der Welt, geht es hinein in eine unberührte Landschaft voller Gletscherlagunen, Mooren und Wäldern umgeben von schroffen Bergen. Im Süden wartet der Ausblick auf das Archipel Kap Hoorn, dem südlichsten Punkt von Südamerika.
Anreise & Beste Reisezeit
Die meisten internationalen Flüge aus Europa führen über den Flughafen Santiago de Chile. Von dort erreichst du viele Regionen mit Inlandsflügen, etwa Calama für die Atacama-Wüste, Puerto Montt oder Punta Arenas für Patagonien. Wegen der enormen Entfernungen solltest du für deine Reise ausreichend Zeit einplanen. Auch Busse verbinden die größeren Städte und Regionen, sind auf langen Strecken jedoch oft viele Stunden oder sogar über Nacht unterwegs.
Da die Landschaften so unterschiedlich sind, hängt die beste Reisezeit stark von deinen Wunschzielen ab. Der chilenische Sommer dauert von Dezember bis Februar und gilt vor allem für Patagonien als ideale Reisezeit: Viele Wanderwege und Passstraßen sind dann zugänglich, allerdings ist in dieser Zeit auch am meisten los. Unterkünfte und Refugios solltest du daher frühzeitig buchen. November sowie März und April sind meist ruhigere Übergangszeiten mit oft guten Bedingungen.
Für das Altiplano im Norden Chiles sind die Monate April bis November besonders geeignet. Während des südamerikanischen Sommers kann es dort durch das sogenannte bolivianische Winterhalbjahr zu kräftigen Regenfällen und Gewittern kommen. Die Atacama-Wüste lässt sich dagegen grundsätzlich ganzjährig bereisen. Angenehme Temperaturen bieten häufig die Übergangszeiten im südamerikanischen Herbst – etwa März bis Mai – und im Frühling von September bis November. Für einen Besuch des Geysirfelds El Tatio solltest du unabhängig von der Jahreszeit warme Kleidung einpacken: In den frühen Morgenstunden kann es dort empfindlich kalt werden.
Der chilenische Winter von Juni bis August eignet sich zum Skifahren in den Anden nahe Santiago. Beliebte Skigebiete liegen nur wenige Stunden von der Hauptstadt entfernt. Für das Seengebiet und die südlichen Regionen sind dagegen die wärmeren Monate von November bis März empfehlenswert. Viele (deutschsprachige) Infos zum Land gibt es auf chile.travel/de












