Der brandneue ZAG Mata Ti Ski im Test: Mehr als nur ein Allrounder

Allrounder mit überraschender Stärke
ZAG Mata Ti Ski im Test

ArtikeldatumVeröffentlicht am 20.03.2026
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ZAG Mata Ti
Foto: Thorsten Dentges

Die Eckdaten

ZAG ist ein französisches Unternehmen am Fuße des Mont Blancs, bisher bekannt für Powder- und Freeski-Modelle. Mit dem Mata Ti will man nun im All-Mountain-Pistensegment Fuß fassen. Der Ski kommt mit Titanal-Verstärkung, spürbarer Vorspannung und griffigen Kanten. Unser Testski (178 cm) misst 142–90–120 mm bei einem Radius von nur 14,5 Metern – ungewöhnlich kurz für diese Kategorie. Das Gewicht: laut Hersteller 1950 Gramm pro Ski ohne Bindung.

ZAG Mata Ti
Thorsten Dentges

Härtetest auf der Streif

Wir haben den selbst proklamierten Allrounder dort geprüft, wo es wehtut: im Powder und auf blankem Eis. Im frischen Tiefschnee zeigt sich ein gemischtes Bild. Während der Experte Auftrieb und Verspieltheit vermisst, ist der durchschnittlich talentierte Pistenfahrer begeistert: "Easy-Going!"

Auf der eisigen Streif in Kitzbühel – legendäre Hahnenkammabfahrt, bis zu 85 Prozent Gefälle – wünschten sich beide Tester mehr Kantengriff. Auf blankem Eis rutscht der Ski etwas schwammig. Doch auf griffiger, planierter Piste zeigt er sein Können: wundervoll-spielerisch, spurstabil selbst bei über 80 km/h.

Als Allrounder macht er bei Extrembedingungen ordentlich mit – nicht herausragend, aber unauffällig sicher. Beim Speedcarven punktet er mit Wendigkeit und spricht Fahrer und -innen an, die kurze bis mittlere Schwünge bevorzugen. Stabil genug ist er auch für schwerere Menschen (über 85 kg) und höhere Geschwindigkeiten.

ZAG Mata Ti
Thorsten Dentges

Die große Stärke: Zerfahrene Realität

Hier liegt die übertroffene Erwartung: In aufgeworfener, zerfurchter Piste – der Normalzustand ab Spätvormittag in vielen Skigebieten – spielt der Mata Ti seine Klasse aus. Als wendiger, agiler und gleichzeitig spurstabiler Ski treckert er bei langsamem Tempo geschmeidig über Buckel und Hindernisse. Mit mehr Speed moscht und surft er fetzig über die Piste. Erstklassig!

Besonders beeindruckend: Jeder Fahrer war schon nach wenigen Metern mit dem Ski vertraut. Die fehlerverzeihende Natur und das geringe Ermüdungspotenzial selbst nach achtstündigen Skitagen setzen Maßstäbe.

ZAG Mata Ti
Thorsten Dentges

Die technischen Details des ZAG Mata Ti

Preis: 749 €

Gewicht: 3160 g (mit Bindung Salomon Strive 14)

Maße: 142–90–119 mm

Radius: 14,5 m

Farben: Weiß mit Rot oder Grün

Größen: 163, 168, 173, 178, 183

Einsatzgebiete: Piste, Route, Offpiste

Materialeigenschaften: Heavy-Duty-Konstruktion Titanal (Ti) mit Pappelholz-Kern und multiaxialen Glasfaserschichten sowie Gummi-Einlage, Rockerkonstruktion Front/back 10%

Test: 2 Monate

Wir haben auch den brandneuen ZAG Freeride-Skihelm getestet

ZAG Send MIPS Skihelm
Philip Geiger

Das hat uns an dem Helm gefallen

 ausgezeichnete Passform

 top Preis-Leistungs-Verhältnis

Das weniger

 etwas zu dicke Ohrenpolster

Mit dem Send Mips für Freerider (145 €) und dem aufstiegsorientierten Stealth 3Norm für Tourengeher (159 €) liefert ZAG ein beeindruckend starkes Debüt ab – und das zu einem Preis, der eine klare Kampfansage an die etablierte Konkurrenz ist. Wir haben den Freeride-Helm Send Mips ausgiebig getestet und sind überzeugt: Hier wurde die langjährige Erfahrung aus dem Gelände direkt in die Produktentwicklung investiert. Die Passform ist herausragend – einmal eingestellt, sitzt der Helm wie eine zweite Haut, ohne bei schnellen Turns oder Sprüngen zu verrutschen. Das integrierte MIPS-System sorgt dabei für den nötigen Schutz vor gefährlichen Rotationskräften. Für ein angenehmes Kopfklima, sorgen die strategisch platzierten Belüftungskanäle an der Oberseite. Einziger kleiner Kritikpunkt: Das Innenfutter an den Ohrpads ist für manche Kopfformen etwas zu dick geraten. Angesichts der sonst makellosen Performance und des aggressiven Preises ist das jedoch ein zu vernachlässigender Punkt.

Fazit