10 Daunenschlafsäcke im Test 2009

Die besten Schlafsack-Tipps: Wie warm ist warm?

Bei unserem großen Daunenschlafsack-Test haben wir vor allem auf die Wärmeleistung der Federteile geachtet. Nur wer die outdoor-Temperaturangaben richtig liest, wird auf Tour auch in kalten Nächten nicht frieren.
Zu den getesteten Produkten

Leistungsnachweis: der ­outdoor-Temperaturbereich.

Temperaturangaben

Die outdoor-Temperaturangaben basieren auf aufwendigen Testverfahren. Zuerst misst das outdoor-Labor die Isolationsleistung der Schlafsäcke und überprüft die ­Atmungsaktivität der Stoffe. Denn nur wenn die vom Schläfer über Nacht abgegebene Feuchtigkeit (über ein Viertelliter) aus dem Schlafsack entweicht, behält er die volle Wärme­leistung. Des­halb muss der Schlafsack morgens auch gründlich auslüften und beim Transport im Rucksack vor Nässe ge­schützt werden. Außerdem bewerten die outdoor-Tester im Praxis­einsatz die Schlafsackkonstruktion. Dabei achten sie auf Schwach­stellen, über die war­me Luft entweicht, etwa zu große Kapuzen, schlecht anliegende Reißverschlussabdeckleisten oder ein klaffender Wärmekragen. Solche Konstruktionsfehler können die Isolation enorm schmälern – so wie ein offenes Fenster. Aus den Praxis- und Labortests werden die outdoor-Temperaturangaben anhand von Referenzmodellen ermittelt.

Genial: Wasserdichter Packsack von Sea-to-Summit.

Temperaturempfinden

Jeder Mensch empfindet Temperaturen anders. Daher gibt outdoor zwei Temperaturwerte an: Der Komfortwert (rot) gilt für alle, die schnell frieren; die Übergangs- oder Limit­angabe (orange) für Hitzköpfe. Sie gelten aber nur, wenn die Kapuze bei Kälte bis auf eine kleine Atemöffnung verschlossen wird. Wem ­dies unangenehm ist, der sollte zusätzlich noch fünf bis zehn Grad Reserve einplanen.

Pflicht für gute Nächte: eine bequeme, warme Isomatte.

Isomatte

Ohne eine gute Isomatte friert man selbst im besten Schlaf­sack. Tipps: Exped Synmat, Lestra Sleep Diamond Light Plus.

Fitness
Wer hungrig und kalt in den Schlafsack steigt, friert weiter. Denn der Schlafsack selbst erzeugt keine Wärme, er speichert sie nur. Essen Sie deshalb vor dem Zubettgehen, trinken Sie heißen Tee, und bewegen Sie sich. Und wenn auch das nichts hilft, funktionieren Sie einen Wassersack oder die Wasserflasche zur Wärmflasche um.

29.09.2009
Autor: Frank Wacker
© outdoor
Ausgabe 08/2009