Bei Wind und Wetter gut geschützt
Regenjacken für Wanderer & Outdoor-Sportler
Regenjackentest Daniel Geiger
JACK WOLFSKIN EAGLE PEAK JACKET im Test
MARMOT PRECIP STRETCH JACKET im Test
MOUNTAIN EQUIPMENT ODYSSEY JACKET im Test
OUTDOOR RESEARCH HELIUM II JACKET im Test 9 Bilder

Regenbekleidung für Wanderer im Test

Günstige Regenjacken & Regenhosen

Du brauchst eine wasserdichte, atmungsaktive Regenjacke zum Wandern? Dann muss es nicht gleich die teuerste 3-Lagen-Jacke für Profi-Alpinisten sein – es geht auch günstiger, wie unser aktueller Regenjacken-Test 2020 zeigt ...

Wer eine Regenjacke kaufen möchte, steht meist vor der Frage, welche Jacke wasserdicht und trotzdem halbwegs atmungsaktiv ist. Denn wasserabweisend sind viele so genannte "Outdoorjacken" – allerdings sind diese nicht automatisch atmungsaktiv! Die Atmungsaktivität der Regenjacke hängt davon ab, wie hochwertig die Membran ist, wie viel der Nähte "getaped" sind (also sozusagen "wasserdicht lackiert") und ob es an der Ärmel-Unterseite Lüftungsreißverschlüsse ("Pitzips") gibt. Wenn man sich also eine Regenjacke kaufen will, gilt es auf verschiedene Faktoren zu achten – einiges dazu erfahrt ihr hier im Artikel (auch als PDF zum Download), oder in unserer aktuellsten Podcast-Episode zum Anhören:

Kompletten Artikel kaufen
Regenjackentest
Regenjacken-Test 2020 (Heft 04/20) Günstige Regenjacken für Wanderer
Sie erhalten den kompletten Artikel (8 Seiten) als PDF

Ein Indikator für die Wasserdichtigkeit einer Outdoor-Regenjacke ist die "Wassersäule": Bei hochwertigen Regenjacken gibt es eine Hersteller-Angabe, wieviel Wasserdruck das jeweilige Material der Regenjacke "aushält". Beim Kauf einer Regenjacke spielt aber auch immer der Preis eine Rolle – je nach Einsatzzweck kann es daher auch ruhig mal eine etwas günstigere Regenjacke sein. Denn die wasserdichten, atmungsaktiven Funktionsjacke aus der Topliga der Outdoor-Hersteller kostet schnell mal 500 Euro und mehr.

Doch so viel muss man nicht ausgeben: Schon für knapp 300 Euro gibt es einen hochfunktionellen, robusten Wetterschutz für Trekkingtouren – das zeigt der OUTDOOR-Test von 18 verhältnismäßig preiswerten Regenjacken für Damen und Herren von 150 bis 330 Euro. Noch günstiger wird es für alle, die in unseren Breiten im Sommer vor allem bei schöner Witterung los ziehen und den Wetterschutz meist im Rucksack herumtragen. Empfehlenswerte Leichtjacken mit winzigem Packmaß bekommt man ab 170 Euro. »Und mit etwas Glück findet man derzeit sogar das eine oder andere Regenjacken-Modell in alten Farben auch noch deutlich reduziert«, sagt Ausrüstungsredakteur Boris Gnielka.

Die Testergebnisse im Überblick

Produkte/ Link zum Bericht Preis Testergebnis Hier können Sie die Produkte kaufen
HAGLÖFS L.I.M JACKET 250/250 € (Herren/Damen) Sehr gut Preisvergleich
JACK WOLFSKIN EAGLE PEAK JACKET 200/200 € (Herren/Damen) Sehr gut Preisvergleich
MOUNTAIN EQUIPMENT ODYSSEY JACKET 280/280 € (Herren/Damen) Sehr gut Preisvergleich
OUTDOOR RESEARCH HELIUM II JACKET 170/170 € (Herren/Damen) Sehr gut Preisvergleich
PATAGONIA CALCITE JACKET 270/270 € (Herren/Damen) Sehr gut Preisvergleich
RAB KINETIC ALPINE JACKET 240/240 € (Herren/Damen) Sehr gut Preisvergleich
SALEWA AGNER POWERTEX 3 LAGEN HARDSHELL 250/250 € (Herren/Damen) Sehr gut  
SCHÖFFEL 3L JACKET ALETSCH 330/330 € (Herren/Damen) Gut Preisvergleich
MARMOT PRECIP STRETCH JACKET 150/150 € (Herren/Damen) Gut Preisvergleich
       

Die niedrigen Preise beeindrucken umso mehr, weil die Funktionsjackenproduktion Präzisionsarbeit bedeutet. Das fängt bei den Materialien an: Sie bestehen aus mindestens zwei Schichten, dem Außenstoff und der auf der Innenseite aufgebrachten hauch dünnen wasserdichten, atmungsaktiven Folie (Membran) oder Beschichtung. »Schon kleinste Unregelmäßigkeiten bei der Herstellung führen zu Lecks«, so Gnielka. Bei den Trekkingjacken verarbeiten die Hersteller vorwiegend sogenannte Dreilagenlaminate.

Bei diesen wird innen auf die Membran noch ein feines Futter aufgeklebt. So entsteht ein besonders strapazierfähiges Materialsandwich, weil sich die drei Schichten (Oberstoff, Membran, Futter) gegenseitig verstärken – außer das Außengewebe zieht schnell Fäden, wenn es an scharfkantigen Felsen oder spitzen Ästen hängen bleibt wie es bei der Rab Alpine Kinetec passierte. Die Leichtjacken bestehen dagegen vor allem aus 2,5-Lagenlaminaten. Hier ersetzt eine ultradünne Beschichtung (die»0,5«-Lage) den Futterstoff, häufig mit Prägungen– durch sie klebt das Material weniger auf der Haut. In dieser Gruppe finden sich auch Federgewichte wie die Outdoor Research Helium (180 g, 0,5 l Packmaß) und die Haglöfs L.I.M Jacke (220 g, 0,6 l). Die nicht ganz so robusten Laminate dieser Modelle eignen sich allerdings weniger für tägliche Gassirunden oder den Weg ins Büro. Jack Wolfskin schließlich setzt bei seiner neuen Wanderjacke Eagle Peak (200 €) auf die Zweilagenkonstruktion, bei der das Futter nicht aufgeklebt wird, sondern lose in der Jacke hängt. Das schafft ein besonders anschmiegsames Tragegefühl, trotz des recht dicken, haltbaren Außenmaterials.

Wie sieht es mit dem Tragekomfort der getesteten Regenjacken 2020 aus?

Alle getesteten Regenjacken punkteten in diesem Test mit gutem bis sehr gutem Tragekomfort. Dank aufwendiger Schnitte lassen alle Bewegungsfreiheit, die Kapuzen kann man über eine Volumenregulierung am Hinterkopf exakt anpassen, so dass sie Kopfbewegungen mit machen. »Die Kapuze von Schöffel bekommt allerdings Abzug, weil ihre Verstellung schwergängig ist und der Elastikzug schnell aus dem Klemmverschluss springt«, erklärt Boris Gnielka. Außerdem fühlen sich die 2,5-Lagenmaterialien von Marmot (innen etwas gummiartig) und Outdoor Research (insgesamt recht glatt) nicht ganz so angenehm an. Letztere trägt sich durch das minimale Gewicht dafür wie ein Hauch von Nichts. Großes Lob verdient der Klimakomfort: Bei der Atmungsaktivitätsmessung im Labor schneiden alle Laminate sehr gut ab – was Dutzende von Testtouren bestätigen. Zwar entsteht auf den Innenseiten der 2,5-Lagenjacken etwas mehr Kondenswasser, doch die Materialien trocknen bei diesen Regenjacken auch schneller als bei der Zwei- und Dreilagenkonkurrenz.

Unterm Strich das beste Klima bieten zwei Trekkingjacken: Auf Rang eins die Schöffel Aletsch, gefolgt von der Mountain Equipment Odyssey. Bei ihnen kann man über Reißverschlüsse in den Achseln (Pitzips) zusätzlich Dampf ablassen, wenn man kräftig Gas gibt– was vor allem Hitzköpfe häufig nutzen.

Jede Menge Know-how verlangt auch die wetterfeste Konstruktion: Alle Außennähte werden von innen mit einem Band (Tape) abgedichtet – was höchste Fingerfertigkeit verlangt. »Schon bei minimalen Verarbeitungsmängeln zieht Feuchtigkeit unter den Nahtbändern hindurch ins Innere«, sagt Boris Gnielka. Kapuzen wiederum benötigen einen Schild und sollten an Wangen und Kinn sauber abschließen, damit einem Regen und eisiger Wind nicht um die Ohrenpfeifen. Außerdem müssen Zipper nässe sicher eingebaut oder breit abgedeckt sein, die Innenseiten von Bündchen und Saum dürfen Feuchtigkeit nicht nach innen saugen.

Wie sieht es mit dem Wetterschutz aus? – Halten alle Regenjacken dicht?

Wie regenfest die Testkandidaten wirklich sind, zeigt die OUTDOOR-Powerberegnung. Gut 220 Liter prasseln dabei herunter – so viel wie bei einem mehrstündigen Wolkenbruch. Seitliche Düsen simulieren sturmgepeitschte Schwälle. Doch alle Regenjacken 2020 halten dicht, nur bei der preiswertesten Jacke (Marmot Precip Stretch) werden nach der Hälfte der Zeit die Pitzips feucht. Überbewerten sollte man das aber nicht, denn damit hält sie jedem Gewitterregen stand. Nur wenn es den ganzen Tag wie aus Kübeln schüttet, kommt sie an ihre Grenzen.

Bestnoten in Sachen Wetterschutz verdienen die Haglöfs L.I.M. und die Patagonia Calcite. Bei beiden gibt es nicht einmal minimale Saugeffekte. Außer dem bilden ihre großen, versteiften Kapuzenschilde und hohen Kragen Bollwerke gegen eisigen Wind. Doch die anderen Kandidaten folgen ihnen dicht auf den Fersen,die Modelle von Salewa und Schöffel fallen aber aufgrund ihrer nicht optimal schützenden Kapuzen etwas ab.

Was für Features eine Jacke benötigt, hängt vor allem vom Einsatzbereich ab. Alle Trekkingmodelle besitzen hochgesetzte Taschen, die sich nutzen lassen, wenn man einen Rucksackhüftgurt trägt. Die tief positionierten Taschen der Marmot Precip Stretch lassen sich – je nach Rucksack – beim Wandern nur eingeschränkt nutzen. Schlicht geht es bei den Fliegengewichten von OutdoorResearch und Haglöfs zu, weil jeder Zip oder Zug das Gewicht nach oben treibt.

Unser Testfazit 2020:

Schon für verhältnismäßig wenig Geld bekommt man eine sehr empfehlenswerte Regenjacke. Welche der getesteten Regenjacken 2020 für Dich die richtige ist, hängt vom Einsatzbereich ab. Wanderer, die ihren Wetterschutz täglich tragen, greifen zur traumhaft bequemen Jack Wolfskin Eagle Peak für 200 Euro. Will man eine federleichte, kleinst verpackbare Regenjacke, die in der Regel im Rucksack steckt, kommen die Top-Empfehlungen von Outdoor Research (170 €) und Haglöfs (250 €). Die beste Regenjacke für Trekkingtouren liefert Mountain Equipment mit dem Odyssey Jacket. Diese robuste Regenjacke kostet 280 Euro und empfiehlt sich auch für alle, die eine möglichst vielseitige Jacke suchen.

Die getesteten Regenjacken 2020 im Detail:

HAGLÖFS L.I.M JACKET

HAGLÖFS L.I.M JACKET im Test
Daniel Geiger

Verfeinertes Leichtmodell: Frisch überarbeitet geht das Haglöfs L.I.M Jacket an den Start: Es besteht jetzt aus Gore-Tex Paclite Plus, dessen leicht raue Innenseite sich auf der Haut angenehmer anfühlt als die sehr glatte des klassischen Paclite-Materials. Die hohe Atmungsaktivität und wenige Tapes ermöglichen einen guten Klimakomfort trotz fehlender Belüftungen. Auch wiegt das L.I.M Jacket sehr wenig, ist kleinst verpackbar und hält einem Wind und Wetter vom Leib. Der körperbetonte Schnitt lässt Bewegungsfreiheit.

Testurteil: Sehr gut

Preis: 250/250 € (Herren/Damen)
Material: GTX Paclite Plus (2,5-L.)
Gewicht: 220/195 g
Packmaß: 0,6/0,6 l
Sonstiges: Recht geräumige Brusttasche, helmtaugliche Kapuze, eher kurz und körperbetont, Bluesign zertifiziert.Tapefläche: 0,10 m².
Wetterschutz: Dicht, großer tunnelförmiger Kapuzenschild und hoher Kragen halteneisigen Wind ab, gut imprägniert.
Tragekomfort: Macht selbst beim Klettern jede Bewegung mit, weiches, raschel armes Material, bequeme Kapuze.
Praxis/Handling: Etwas hakelige Zips, Miniklemmverschlüsse nicht so leicht zu greifen.
Fazit: Wanderer, die einen Regenschutz zum Immer-Dabeihaben suchen, sollten sich das Haglöfs L.I.M Jacke näher anschauen. Sie wiegt wenig und bietet einen Top-Wetterschutz.

JACK WOLFSKIN EAGLE PEAK JACKET

JACK WOLFSKIN EAGLE PEAK JACKET im Test
Daniel Geiger

Preiswerter Allrounder: Jack Wolfskin trifft mit dem neuen Eagle Peak Jacket ins Schwarze. Es schmiegt sich weich um den Körper, das extra Futter minimiert die Bildung von Kondensfeuchtigkeit, und das Material zählt zu den atmungsaktivsten im Feld. Nur auf langen, deftigen Anstiegen vermissten Hitzköpfe Pitzips. Auch in puncto Wetterschutz lässt die Eagle Peak nichts anbrennen. Die geräumige Brusttasche bietet Stauraum, wenn man einen Rucksack mit Hüftgurt trägt. Ein extra Lob verdient das top Preis-Leistungs-Verhältnis.

Testurteil: Sehr gut (Kauftipp 04/20)

Preis: 200/200 € (Herren/Damen)
Material: Texapore O2+ 2-Lagen
Gewicht: 505/430 g
Packmaß: 2,/1,8 l
Sonstiges: Drei geräumige Außen-, eine Innentasche, recht körperbetont und kurz, PFC-frei imprägniert. Tapefläche: 0,19 m².
Wetterschutz: Dicht, kaum Saugeffekte (Ärmelbündchen). Kragen/Kapuzenschild schützen stark. Gut imprägniert.
Tragekomfort: Geschmeidige, raschelarme Jacke mit angenehmem Futter, top Bewegungsfreiheit, bequeme Kapuze.
Praxis/Handling: Praxisgerecht ausgestattet, Zips und Züge lassen sich einfach bedienen.
Fazit: Wer keine Pitzips braucht, findet in der Jack Wolfskin Eagle Peak Jacket einen durchdachten, günstigen und vielseitigen Wetterschutz.

MARMOT PRECIP STRETCH JACKET

MARMOT PRECIP STRETCH JACKET im Test
Daniel Geiger

Günstiger Wanderpartner: Über ein halbes Jahrzehnt galt die Marmot Precip als ultimativer Preistipp (s.u.), wenn man eine langlebige, recht leichte Regen jacke wollte. Nun übernimmt die Precip Stretch die Rolle: Sie kostet nur 30 Euro mehr, trägt sich wegen des aufwendigeren Schnitts und der exakt anpassbaren Kapuze aber etwas angenehmer. Dank der hohen Atmungsaktivität und Pitzips liegt der Klimakomfort selbst bei starker Anstrengung im grünen Bereich. Wolkenbrüche steckt die Precip weg, tagelanger Dauerregen bringt sie aber ans Limit.

Testurteil: Gut

Preis: 150/150 € (Herren/Damen)
Material: Nanopro 2,5-Lagen
Gewicht: 270/260 g
Packmaß: 1,4/1,4 l
Sonstiges: Zwei tief sitzende, recht geräumige Taschen, Pitzips (29 cm), 2-Wege-Frontzip, eher kurz und körperbetont. Tapefläche: 0,13 m².
Wetterschutz: Dicht, nach ein paar Stunden Starkregen ziehen Pitzips aber Nässe nach innen. Gut: Kapuze/Imprägnierung.
Tragekomfort: Lässt Bewegungsfreiheit, bequeme Kapuze. Raschelarmes Material, fühlt sich innen aber etwas gummiartig an.
Praxis/Handling: Die tief sitzenden Taschen werden vom Rucksackhüftgurt verdeckt.
Fazit: Keine Jacke für anhaltendes Schmuddelwetter, aber ein preiswerter, langlebiger Regenschutz zum Wandern, Biken und für den Alltag.

MOUNTAIN EQUIPMENT ODYSSEY JACKET

MOUNTAIN EQUIPMENT ODYSSEY JACKET im Test
Daniel Geiger

Vielseitiger Testsieger: 280 Euro kostet die Mountain Equipment Odyssey – wenig für eine strapazierfähige Dreilagen jacke mit Pitzips und Kapuze, die über einen Kletterhelm passt. Auch die übrige Performance verdient Lob: Ob Trage- oder Klimakomfort, Wetterschutz und Handhabung, die Odyssey landet in allen Kriterien im vorderen Drittel des Felds, Gewicht und Packmaß liegen voll im Rahmen. Unterm Strich bietet sie die beste Gesamtperformance. Das macht sie besonders vielseitig und sichert ihr den Testsieg.

Testergebnis: Sehr gut (Testsieger 04/20)

Preis: 280/280 € (Herren/Damen)
Material: Drilite 3-Lage
Gewicht: 375 g/345 g
Packmaß: 1,4/1,3 l
Sonstiges:
2 Außentaschen, Pitzips (23 cm), helmtaug liche Kapuze, 2-Wege-Frontzip, eher kurz, PFC-frei imprägniert. Tapefläche: 0,18 m².
Wetterschutz
: Dicht, nur am Kinn gibt es leichte Saugeffekte. Effektiver Windschutz von Kapuze/Kragen, gut imprägniert.
Tragekomfort:
Macht auch beim Klettern Bewegungen mit, raschel armes, geschmeidiges Material, bequeme Kapuze.
Praxi/Handling:
Schnörkellose, praxisgerechte Aus
Fazit:
Schon für 280 Euro bekommt man eine sehr funktionelle, viel seitige Dreilagenjacke – das zeigt die Mountain Equipment Odyssey.

OUTDOOR RESEARCH HELIUM II JACKET

OUTDOOR RESEARCH HELIUM II JACKET im Test
Daniel Geiger

Schlichtes Federgewicht: Mit schlappen 180 Gramm und 0,5 Liter Packmaß lässt die Outdoor Research Helium das Herz von Grammzählern höher schlagen. Sie hält bei Starkregen dicht, nur die Kapuze könnte noch etwas besser schützen. Der Klimakomfort geht für ein Modell ohne Belüftungsöffnungen in Ordnung – dank hoher Atmungsaktivität und geringer Tapefläche. Auch die schnörkellose Ausstattung passt zum Gesamtkonzept. Weitere Pluspunkte: der günstige Preis und eine lebenslange Zufriedenheitsgarantie.

Testergebnis: Sehr gut (Kauftipp 04/20)

Preis: 170/170 € (Herren/Damen)
Material:
2,5-Lagen Pertex Shield
Gewicht:
180/155 g
Packmaß:
0,5/0,4 l
Sonstiges:
Kleine Brusttasche, integrierte Packtasche, Elastikbündchen, kurz, lebenslange Garantie. Die Tapefläche beträgt 0,10 m².
Wetterschutz: Dicht, doch Wangen sind durch den recht kleinen Kapuzenschild kaum vor Wind geschützt. Gut imprägniert.
Tragekomfort:
Trägt sich wie ein Hauch von nichts, das innen recht glatte Material raschelt jedoch. Bequeme Kapuze.
Praxi/Handling:
Bietet alles, was ein Notregenschutz braucht, Frontzip läuft etwas hakelig.
Fazit:
Outdoor Research liefert mit der Helium einen preiswerten Regenschutz für Tageswanderungen, der kaum Platz braucht und wenig wiegt.

PATAGONIA CALCITE JACKET

PATAGONIA CALCITE JACKET im Test
Daniel Geiger

Wetterfeste Komfortjacke: Für eine 2,5-Lagenjacke wiegt die Patagonia Calcite recht viel. Dafür verbindet sie top Wetterschutz mit üppiger Ausstattung: Neben drei geräumigen Taschen gibt es auch lange Pitzips, über die man bei kräftiger Anstrengung abdampfen kann. Außerdem eignet sich die Calcite durch den dicken Recycleaußenstoff für Zelttreks oder zum Bergsteigen – so robust wie eine Dreilagenjacke in dieser Gewichtsklasse ist sie aber nicht. Die Herstellung der Jacke in Vietnam erfolgt nach den strengen Richtlinien von Fair Trade.

Testergebnis: Sehr gut

Preis: 270/270 € (Herren/Damen)
Material:
GTX Paclite Plus (2,5-L.)
Gewicht:
410/365 g
Packmaß:
1,2/1,1 l
Sonstiges:
Außenstoff: Recyclepolyester, drei große Außen taschen, Pitzips (32 cm), helmtaugliche Kapuze, eher kurz. Tapefläche: 0,17 m².
Wetterschutz:
Dichte Jacke, der große, recht steife Kapuzenschild und der hohe Kragen schützen sehr gut. Top imprägniert.
Tragekomfort:
Lässt Bewegungsfreiheit, raschelt kaum, bequeme Kapuze, weicher Außenstoff, etwas raue Innenseite.
Praxi/Handling:
Front- und Taschenzips könnten noch leichter laufen, sonst klasse.
Fazit:
Die richtige 2,5-Lagenjacke für alle, denen bester Wetterschutz und Ausstattung wichtiger sind als minimales Gewicht und Packmaß.

RAB KINETIC ALPINE JACKET

RAB KINETIC ALPINE JACKET im Test
Daniel Geiger

Vom Tragegefühl gleicht die Rab Kinetic Alpine mit ihrem hochelastischen, weichen Material einer Softshell. Die Innenseite nimmt viel Feuchtigkeit auf und hält den Körper trocken, die Taschen lassen sich durch das nicht ganz dichte Futter zur Belüftung nutzen. Auch der Wetterschutz überzeugt, doch der Außenstoff an Schultern und Armaußenseiten könnte besser imprägniert sein – ist dafür aber robuster als der Rest der Jacke. Hier zieht das Material bei harter Beanspruchung auch mal Fäden (Snagging).

Testergebnis: Sehr gut

Preis: 240/240 € (Herren/Damen)
Material:
Proflex 3-Lagen
Gewicht:
350/315 g
Packmaß:
1,2/1,1 l
Sonstiges:
Zwei sehr große Außentaschen, eine Innentasche, eher kurz und körperbetont, helmtaugliche Kapuze. Tapefläche: 0,11 m².
Wetterschutz:
Jacke/Taschen dicht, Kapuze/Kragen top. Außenstoff an Armaußenseiten/ Schultern saugt sich aber schnell voll.
Tragekomfort:
Geschmeidig, innen weich und raschelarm. Engt auch beim Klettern nicht ein. Komfortable Kapuze.
Praxi/Handling:
Praxisgerechte Features, die Zips und Züge laufen leichtgängig.
Fazit:
Bei rauen Einsätzen kommt das Material an Grenzen. Doch als traumhaft komfortable Wanderjacke ist die Rab Kinetic Alpine empfehlenswert.

SALEWA AGNER POWERTEX 3 LAGEN HARDSHELL

SALEWA AGNER POWERTEX 3 LAGEN HARDSHELL im Test
Daniel Geiger

Robuster Minimalist: Salewa Agner auch als Regenjacke für Wanderer und Trekker. Ihr Dreilagenmaterial hält mehr aus als die meisten 2,5-Lagenlaminate und geht nicht gleich in die Knie, wenn man sich durch dichtes Gestrüpp kämpft oder am rauen Fels entlangschrappt. Der fehlende Kapuzenschild verhindert zwar die volle Punktzahl beim Wetterschutz, fällt aber weniger ins Gewicht, wenn man eine Softshell mit guter Kapuze trägt. Die Ausstattung ist schlicht und praxisgerecht.

Testergebnis: Sehr gut

Preis: 250/250 € (Herren/Damen)
Material:
Powertex Active 3-Lagen
Gewicht:
280/245 g
Packmaß:
0,8/0,7 l
Sonstiges:
Zwei große Außentaschen (eine dient als Packsack), körperbetont, eher kurz, fällt klein aus, PFCfrei imprägniert. Tapefläche: 0,13 m².
Wetterschutz:
Dicht, gut imprägnierte Jacke. Die Kapuze schließt sauber ab, doch der fehlende Schild gibt Abzug.
Tragekomfort:
Macht jede Bewegung mit, recht weiches, aber etwas rascheliges Material, bequeme Kapuze.
Praxi/Handling:
Bietet viel Stauraum, ansonsten minimalistisch und funktionell.
Fazit:
Die Salewa Agner Powertex spielt ihre Stärken als robuster und schnörkelloser Wetterschutz aus – gut fürs Trekking und Bergsteigen.

SCHÖFFEL 3L JACKET ALETSCH

SCHÖFFEL 3L JACKET ALETSCH im Test
Daniel Geiger

Leichtes Dreilagenmodell: Schöffel setzt beim verhältnismäßig leichten 3L Jacket Aletsch auf Dermizax NX, eines der atmungsaktivsten Dreilagenlaminate auf dem Markt. In Kombination mit den langen, am unteren Ende aber schwer zu erreichenden Pitzips sorgt das für top Klimakomfort. Auch trägt sich die Aletsch bequem und trotzt kräftigem Dauerregen. Wind pfeift einem aber wegen der kaum anpassbaren Kapuze um die Ohren, der Elastikzug der Verstellung springt schnell aus dem Stopper. Mit Kletterhelm sitzt die Kapuze besser.

Testergebnis: Gut

Preis: 330/330 € (Herren/Damen)
Material:
Dermizax NX 3-Lagen
Gewicht:
330/295 g
Packmaß:
1,1/1,0 l
Sonstiges:
2 große Außentaschen, Pitzips (37 cm), 2-Wege-Frontzip, körperbetont und mittellang, PFC-frei imprägniert. Tapefläche: 0,18 m².
Wetterschutz:
Dicht, bestens imprägniert. An Kinn und Wangen lässt sich die Kapuze aber nicht anpassen – hier zieht es.
Tragekomfort: Engt nicht ein, raschelt wenig, geschmeidiges Material. Sauber eingestellt, sitzt die Kapuze bequem.
Praxi/Handling:
Unteres Pitzipende liegt am Rücken, unfunktionelle Kapuzenverstellung.
Fazit:
Wen die unfunktionelle Kapuze nicht stört, bekommt mit der Schöffel Aletsch eine leichte, robuste Dreilagenjacke mit top Klimakomfort.

Gute und günstige Regenkleidung – weitere Kauftipps

Diese Regenhosen und Regenjacken aus unseren Tests sind supergünstig, trotzdem empfehlenswert:

Marmot Precip Jacket

OD-0414-Regenjacken-Test-Marmot-Prezip-Jacket-Men (jpg)
Marmot

Die leichte und klein verpackbare Regenjacke Marmot Precip Jacket verdient dank des atmungsaktiven Materials und des niedrigen Preises schon seit Jahren eine dicke Kaufempfehlung. Auch der Wetterschutz liegt für diese Preisklasse auf einem starken Niveau – eine gute Leichtjacke für Tageswanderungen.
Preis: 100 Euro
Gewicht/Packmaß: 315 g/1,2 l
Zum Test der Marmot Precip Jacke

Regenhose: Patagonia Torrentshell Pants

OD-0314-Regenhosen-Test-Patagonia-Torrentshell-Pants-Damen (jpg)
Patagonia
outdoor-Regenhosen Test 2014

Sehr günstige Regenhose aus einem 2,5-Lagenmaterial, die im OUTDOOR-Test eine solide Leistung ablieferte (im Bild die Damenhose). Die Patagonia Torrentshell empfiehlt sich weniger für den tagelangen Dauereinsatz in Regengebieten, sondern vielmehr als leichte, klein verpackbare Regenhose für Wanderungen und Treks.
Preis: 90 Euro
Gewicht/Packmaß: 275 g/0,9 l
Zum Test der Patagonia Torrentshell Pants

Regenjacke: Schöffel Easy M/L

OD-0413-Funktionsjackentest-Schoeffel-Easy-M-L (jpg)
Hersteller
Funktionsjacken im outdoor-Test: Schöffel Easy M/L

Die günstige Schöffel Easy gehört zu den Verkaufsschlagern von Schöffel. Zu Recht, schließlich glänzt die Wanderjacke mit viel Komfort. Ihr weiches Futter klebt nicht auf der Haut, das Material ist sehr atmungsaktiv. Auch der Wetterschutz liegt im grünen Bereich.
Preis: 170 Euro
Gewicht/Packmaß: 550 g/1,9 l
Zum Test der Schöffel Easy M/L

Wanderhose: Vaude Strathcona Pants

OD-0313-Softshellhosentest-Vaude-Strathcona-Pants (jpg)
Hersteller
Softshellhosen im outdoor-Test 2013

Zwar keine Regenhose im klassischen Sinn, dennoch hält die schlank geschnittene Vaude Strathcona Pants Nieselregen lange Zeit ab, schützt gleichzeitig vor Kälte und Wind. Vorbildlich: Ihr schnell trocknendes Stretchmaterial ist mit dem nachhaltigen Bluesign-Siegel zertifiziert.
Preis: 100 Euro
Gewicht: 450 g
Zum Test der Vaude Strathcona Pants

Der Test unter der Lupe

Waschmarathon: Zehn Maschinenwäschen entsprechendem harten Dauergebrauch mehrerer Monate. Danach zeigt sich, ob Verklebungen halten und wie dauerhaft der Außenstoff imprägniert ist.

Powerberegnung: Die Dichtigkeit wird unter der Beregnungsanlage getestet, die einem stundenlangen, sturmgepeitschten Wolkenbruch gleicht. Auf Tour beurteilt die Testcrew, wie effektiv Kragen und Kapuzen eiskalten Wind abhalten.

Klimafaktoren: OUTDOOR misst im Labor den Dampfdurchgang der Laminate und prüft, wie viel Kondensinnen anfällt (je weniger, desto besser). Diese Werte und der Grad der Luftdurchlässigkeit der Membran ergeben die Atmungsaktivität. Außerdem bewertet OUTDOOR die Imprägnierung. Ein weiteres,wichtiges Kriterium ist, wie gut sich das Klima über Lüftungen (Pitzips, Bündchen, hochschiebbare Ärmel, Taschen mit Netzfutter) regulieren lässt. Auch die Jackenkonstruktion spielt eine Rolle: Je weniger Fläche die Nahttapes einnehmen, desto besser.

Praxiseinsatz: Auf Tour beurteilt die Testcrew den Tragekomfort. Auch die Position und Größe der Taschen wird bewertet sowie die Handhabung der Reißverschlüsse und Schnürzüge.

Qualitäts-Check: Mit einem Scheuertest prüft OUTDOOR die Robustheit der Stoffe. Nachhaltige Materialien und eine saubere Verarbeitung geben Bonuspunkte im Qualitätskriterium.

Mehr über das OUTDOOR-Testverfahren:

OD Sturmtest Zelt Windmaschine
OD Sturmtest Zelt Windmaschine OD So testet outdoor1b (jpg) OD So testet outdoor1a (jpg) OD Praxistest Zelt 12 Bilder
Zur Startseite
Lesen Sie auch
od-2014-regenjacken-dreilagenjackentest-hardshells best of test (jpg)
Bestenlisten
Mehr zum Thema Regenjacke
od-2014-regenjacken-dreilagenjackentest-hardshells best of test (jpg)
Bestenlisten
Jack Wolfskin Eagle Peak Jacket 2020
Regenjacken
La Sportiva Rise JKT
Regenjacken
Páramo Wetterschutz-Kleidung
Nachhaltigkeit