Wandern & Trekking im Südwesten Deutschlands
Die schönsten Touren im Schwarzwald
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Schwarzwald - Breisgau

Wandern rund um Freiburg

Keine deutsche Stadt bekommt so viel Sonne ab wie Freiburg im Breisgau, und ringsum locken herrliche Wanderungen. Diese Wanderwege können wir empfehlen ...

Wie kommt man hin?
Nach Freiburg kommen Wanderer recht einfach per Zug; z.B. Hamburg–Freiburg, einmal in Karlsruhe umsteigen, etwa 6 h. Mit dem Auto fährt man von Norden kommend auf der A 5 über Karlsruhe in den Breisgau, aus Bayern auf der A81 über Stuttgart.

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Wandern im Breisgau - Schwarzwald
Schwarzwald - Breisgau (Heft 05/20) Die Top-Touren rund um Freiburg
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Welche Wanderungen bieten sich dort an?
Tourenbeschreibungen und kleine Karten mit der Route findet man im Rother Wanderführer »Rund um Freiburg« von Walter Iwersen und Elisabeth van de Wetering (14,90 Euro). Unsere 4 Favoriten hier (auch als PDF zum Download) :

Wandern im Breisgau - Schwarzwald
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Welche Karten sind empfehlenswert?
Die Kompass-Karte »Freiburg und Umgebung« im Maßstab 1:25.000 zeigt die hier vorgestellten Touren. Sie kostet ab 9,99 Euro.

Weitere Infos zu Übernachtungsmöglichkeiten und Ausflugszielen bietet die offizielle Seite der Stadt visit.freiburg.de
Tipps für Veranstaltungen und Touren außerhalb Freiburgs stehen unter schwarzwald-tourismus.info

Wo übernachten?

Zentral zelten
Der Hirzberg Camping am Stadtrand von Freiburg dient als gutes Basislager für Touren im Schwarzwald (85 Plätze, aufgeteilt in Wohnwagen, Wohnmobile, Camping-Busse und Zelte). Gleich hinter dem Campingplatz beginnen mehrere Wege für Wanderer und Mountainbiker, darunter auch der mehrtägige Kandelhöhenweg. Der Preis: 25 Euro/Tag (zwei Personen mit einem Zelt und einem Auto), freiburg-camping.de

Mitten in Freiburg
Im traditionsreichen Schwarzwälder Hof logiert man mitten in der Freiburger Altstadt, nur ein paar Schritte vom Münster entfernt. Familie Engler, die das Hotel in dritter Generation führt, hat die Zimmer zeitgemäß hell und minimalistisch renoviert. DZ mit Frühstück ab 110 Euro; auf Anfrage bekommen Gäste ein ÖPNVTicket vom Hotel gestellt. Info: schwarzwaelder-hof.com

Spa am Berg
»Die Halde« nennt sich das schindelverkleidete Luxushotel auf dem Freiburger Hausberg Schauinsland bescheiden. In die Hotelküche auf 1147 Metern Höhe kommen hauptsächlich regionale Produkte; das Wild stammt aus umliegenden Jagdrevieren. Neben feinem Essen und komfortablen Betten darf man sich auch auf die Sauna freuen – wer will, mit Massage –, oder man schwimmt mit Blick auf den Feldberg. DZ ab 148 Euro pro Person, halde.com, das NightSpa inklusive.

Wo essen gehen?

Picknick am Münster
Auf dem Bauernmarkt am Münster kann man sich mit Obst und Spezialitäten aus der Region eindecken. Besonders zu empfehlen: Stefans Käsekuchen, der allerdings schnell ausverkauft ist. Der Markt findet jeden Tag außer an Sonn- und Feiertagen von 7.30 bis 13.30 Uhr statt. muenstermarkt.freiburg.de

Biergarten mit Aussicht
Einen schöneren Blick auf die Freiburger Innenstadt als vom Kastaniengarten wird man kaum finden – vor allem zu Sonnenuntergang. greiffenegg.de/kastaniengarten

Für Selber-Griller
Als hübsche Alternative zum traditionellen Biergarten lockt der Ganterbiergarten. Unweit der gleichnamigen Brauerei darf man unter schattenspendenden Bäumen eigenes Fleisch oder mitgebrachte Würste auf einen Leihgrill legen. Außerdem: Boule-Bahnen, Kinderspielplatz. Info über Facebook.

Rebsaft-Schänke
Wer lieber Wein trinkt, findet in der Alten Wache eine große Auswahl badischer Weine. Am schönsten sitzt man beim Verkosten auf der Weinterrasse. alte-wache.com

Weitere Tipps:

  • Baden in der Stadt: Wer sich nach dem Wandern abkühlen will, lässt sich in das Becken nahe der Fabrikstraße sinken: Felsen stauen hier die Dreisam auf. Noch schöner sind die Gumpen an der Dreieckswiese – wegen der pumpenden Muskelmänner auch »Venice Beach Freiburgs« genannt.
  • Insidertipp: Kehrt man auf dem Abstieg vom Rosskopf in der Gaststätte St. Ottilien ein – und das sollte man unbedingt –, verfällt man im Schatten der alten Kastanien leicht dem nachmittäglichen Müßiggang. Es lohnt sich aber, sich aufzuraffen und zur Kapelle hinter dem Biergarten zu gehen. Die Wände im Innern sind mit schönen Fresken bemalt, und hinten führt eine Tür hinab zur Grotte. Hier soll sich die heilige Odilia versteckt haben, die Schutzpatronin des Elsass. Unter modernen Buntglasfenstern rinnt Wasser in ein Becken, und besonders an heißen Tagen ist die Küh

So haben wir Freiburg & Umgebung erlebt

München brüstet sich ja gerne mit seiner Nähe zu den Bergen. Und an föhnverklärten Tagen könnte man wirklich glauben, dass die Alpen gleich hinter der Stadtgrenze beginnen. Als Oberbayer weiß ich aber: Eineinhalb Stunden fährt man immer, am Wochenende gern auch doppelt so lang. Umso erstaunter bin ich bei meiner ersten Reise in den Schwarzwald, als ich in Freiburg aus der Trambahn steige, über die Straße gehe – und auf dem Wanderweg zum Schauinsland stehe, dem berühmtesten der Freiburger Hausberge. Er ragt im Osten der Stadt auf. Gleich geht es auf einem Wurzelpfad steil durch den Wald hinauf, und innerhalb von Minuten ist die Stadt weit weg. Fast allein spaziere ich an diesem sonnigen Nachmittag dahin, nur ab und an überholen Jogger. Und oben auf dem Kybfelsen fläzen sich bereits zwei Mountainbiker auf der breiten Holzliege, von der man weit über den Schwarzwald schaut. Studenten wahrscheinlich. Knapp 25.000 sind an der Freiburger Universität eingeschrieben, und nicht wenige vor allem wegen der Berge.

Einfach nur zu wandern, finden sie offensichtlich zu lahm. Auf den Hausbergen wie dem Rosskopf sind die Mountainbiker und Bergläufer längst in der Überzahl. »Das Schwarzwaldbild wandelt sich gerade«, sagt Franziska Haller (47), Stadtführerin in Freiburg, als ich ein Stück mit ihr durchs Zentrum bummle. »Lange war es Familie, Opa und Oma. Aber jetzt kippt es. Der Schwarzwald wird hip.« So ein Wandel geht freilich nicht ohne Reibung vonstatten. »Nicht jeder Mountainbiker hält sich an die ausgeschilderten Trails«, sagt Haller. Und Mountainbike-Hasser auf der anderen Seite legten bis heute Nägel und Scherben aus.

Auf den anderen Hausbergen, Rosskopf und Kybfelsen, spürt man nichts von solchen Spannungen. Die jungen Radler grüßen freundlich, und selbst an einem strahlenden Sommertag bleibt auf den Waldwegen noch viel Platz. Am Wochenende freilich wird es auf den berühmten Gipfeln gleich östlich der Altstadt schon mal trubelig. Denn dann zieht es auch die Angestellten und Familien ins Freie – und im Falle des Schauinsland zusätzlich all die Touristen, die mit dem Auto und der Seilbahn heraufkommen.

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David Schultheiß

Weit muss man nicht fahren, bis es ruhiger wird

Franziska Haller hat mir den Tipp gegeben, die Bahn nach Kirchzarten zu nehmen, ein Vorort zehn Kilometer südöstlich von Freiburg. Hier beginnt der Weg auf einen der schönsten Aussichtsberge der Gegend, den Hinterwaldkopf. Nur ein junges Pärchen und ein hemdloser Asket – Bergläufer natürlich – begegnen mir, als ich zwischen blühenden Wiesen aufsteige. Butterblumen und Lichtnelken, Margeriten und Orchideen wachsen im hohen Gras, ringsum brummt und summt es. Die Allergikernase läuft, aber die Augen strahlen.

Oben auf dem Gipfel treffe ich wie verabredet Franziska Haller wieder, sie wird mich ein Stück begleiten. Die Stadtführerin sprüht vor Wissen und erklärt mir beispielsweise, dass Silberminen den Schauinsland durchlöchern. Und dass Archäologen dort unten im Zartner Becken – »oder der Bratpfanne, wie manche sagen« – die Reste einer keltischen Burg fanden, sechs Mal so groß wie das Freiburger Zentrum. Offenbar war das Klima damals schon angenehm im Breisgau. Vor 300 Jahren noch habe der Schwarzwald seinen Namen nicht verdient, erzählt Haller. Gerade mal 16 Prozent seiner Fläche waren damals bewaldet. Jahrhundertelang hatte man die Hügel gerodet, für den Haus- und Schiffsbau, für Minenstollen, für die Köhlerei. »Amsterdam und Rotterdam sind auf Schwarzwaldholz gebaut«, sagt Haller.

Heute machen Bäume wieder 80 Prozent des Schwarzwalds aus – allerdings überwiegend Tannen und schnell wachsende Fichten, der Brotbaum des Waldbauern. Auf den meisten Bergen stehen sie bis auf die Spitzen. Echte Gipfel, felsig und ausgesetzt, gibt es kaum. Der Hinterwaldkopf bildet eine Ausnahme. Durch ein Blumenspalier stapfen wir hinauf zur Wiesenkuppe. Nichts hindert den Rundblick über
einen Flickenteppich aus Weiden und Wäldern und auf einige der berühmtesten Berge des Schwarzwalds: den sagenumwobenen Kandel, den »Berg der Kräfte«. Und den Feldberg, mit 1493 Metern der höchste Berg des Schwarzwalds.

Der Gipfel ist nur dank Turm und Antenne auf dem sanft geschwungenen Höhenzug auszumachen. Als abends der Höllentaler, ein kühler Fallwind, durch die Freiburger Gassen streicht, sind Franziska Haller und ich gerne zurück in der Stadt. Man feiert mal wieder ein Sommerfest, durch die Altstadt drängelt sich eine heiter angeschwipste Menge. Wir essen Flammkuchen an einem Stand und spazieren hinauf zum Kastaniengarten. Von den Bierbänken aus überblicken wir die Dächer und sehen hinter dem roten Sandsteinbau des Münsters, dem Glasturm des Bahnhofs und der dunklen Spiegelfassade der Universitätsbibliothek – von den Studenten »Todesstern« genannt – die Sonne in den Vogesen versinken.


Sehr beschaulich und gemütlich wirkt das alles

Und ja, auch ein wenig verschlafen. Aber wer am nächsten Morgen wieder wandern will, dem bekäme ein rauschendes Nachtleben vielleicht auch nicht so gut. In welche Richtung man sich auch wendet, überall findet man
schöne Touren: im Süden im Hexental mit seinen Streuobstwiesen, im Norden im Zweitälertal und auf dem Kandel, im Osten im Hochschwarzwald und in seinen Bannwäldern, wo tellergroße Pilze auf von Moos überzogenem Totholz wachsen. Das vielleicht außergewöhnlichste Revier aber liegt im Westen: der Kaiserstuhl, ein über die Jahrmillionen abgeschliffener Vulkan im Oberrheingraben. »Jeder Buckel hier war mal eine Magmablase«, sagt Peter Linder. »Und die größeren Hügel waren Dünen aus Windsedimenten.« Linder, 67, ist Vorsitzender der Kaiserstühler Wanderführer, er zeigt mir die schönsten Plätze auf dem Kaiserstuhlpfad. Der Premium-Wanderweg folgt 22 Kilometer weit dem Rückgrat des Massivs, von Gipfel zu Gipfel.

Wir gehen einen Erdpfad, breit und sanft ansteigend wie in einem Stadtpark, durch kniehohes Gras. Vögel zwitschern, Grillen zirpen, Schmetterlinge schwirren über Orchideen wie Knabenkraut und Waldvöglein. »Die lieben diese Trockenwiesen«, erklärt Linder. Mehr als 30 Arten wachsen hier – auch dank des milden Klimas. Die Vogesen schirmen den Kaiserstuhl vor kühlen Westwinden ab, über das Rhônetal strömt warme Mittelmeerluft herbei. Früher bauten die Landwirte hier alle Sorten von Obst an. Heute wächst am Kaiserstuhl fast nur noch eine Frucht: die Weintraube. So weit wir blicken, überziehen Rebstöcke die terrassierten Hänge. Zur Toskana fehlen eigentlich nur noch die Zypressen. »An heißen Tagen wurden zwischen den Rebstöcken bis zu 70 Grad gemessen«, sagt Linder.

Ganz so hoch steigt das Thermometer an diesem Sommertag nicht an, aber wir freuen uns trotzdem, als wir in den Schatten des Waldes treten. Er wirkt heller, freundlicher als der klassische Schwarzwald. »Für Fichten und Tannen ist es zu trocken hier«, erklärt Linder. Dafür stehen am Wegesrand Buchen und Flaumeichen mit behaarten Blättern, die sonst nur am Mittelmeer wachsen. Und australische Robinien mit zerfurchten Rinden, gepflanzt von den Winzern, um aus ihnen Weinbergspfähle zu schlagen. Efeu spinnt viele Baumstämme ein, im Unterholz wachsen Storchschnäbel mit winzigen rosa Blüten. So schön diese Pracht in all den Grüntönen auch ist, irgendwann fehlt doch ein wenig die Aussicht. Und deshalb bin ich froh, als wir an der Katharinenkapelle mit ihrem sechseckigen, mit Kupferblech verkleideten Turm ankommen. Der Kiosk nebenan hat an diesem Wochentag leider geschlossen, aber das Treppenhaus zum Glockenturm steht offen. Sage und schreibe 30 Cent Eintritt kostet es, hinaufzusteigen. Eine glänzende Investition.

Wir ducken uns unter der Glocke durch, öffnen die Sprossenfenster und lassen den Blick schweifen: über den kahlen Badberg, über das Arboretum im Liliental mit den dunklen Mammutbäumen und über den Oberrheingraben, einst Europas tiefster Canyon, wie Linder erklärt. Wir sehen in der Ferne den Kandel und das Nashorn des Belchen. Gleich vor uns liegt die Eichelspitze, gekrönt von einem Stahlturm. Der Trubel der hippen Freiburger Hausberge ist in diesem Moment Welten entfernt. Und der Weg auf dem Kaiserstuhlpfad zum Glück noch lang ...

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