Wandern & Trekking im Südwesten Deutschlands
Die schönsten Touren im Schwarzwald
Schwarzwald wandern: Albtal-Abenteuer-Track Manuel Sulzer
Schwarzwald wandern: Albtal-Abenteuer-Track
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Schwarzwald wandern: Albtal-Abenteuer-Track
Schwarzwald wandern: Albtal-Abenteuer-Track 7 Bilder

Wandern auf dem Albtal-Abenteuer-Track

Wilde Pfade im Schwarzwald Wandern auf dem Albtal-Abenteuer-Track

Der Albtal-Abenteuer-Track führt um Bad Herrenalb im Nordschwarzwald. Wir haben ausprobiert, wie viel Abenteuer Wanderer dort tatsächlich erwartet ...

Schwarzwald wandern: Albtal-Abenteuer-Track
Manuel Sulzer
Abenteuer-Feeling: An einigen steilen Stellen helfen Seile beim Gang durch die Felsen.

Tipps zur Planung eurer Reise ins Albtal

  • So kommt ihr hin: Mit dem Auto folgt man von Norden der A5 bis Ausfahrt Ettlingen und dann dem Albtal über Waldbronn nach Bad Herrenalb. Züge fahren aus großen Städten mehrmals täglich Karlsruhe an, von dort per S-Bahn weiter (siehe nächster Punkt).
  • Rumkommen: Im Albtal verkehren die S-Bahn-Linien S1 und S11 zwei Mal stündlich zwischen Bad Herrenalb und Karlsruhe bzw. Hochstetten (vgconline.de). Sie fahren viele Startund Zielorte der Touren an. Der Bus 116 bringt Wanderer stündlich, samstags zweistündlich, aus dem Oberen Gaistal nach Bad Herrenalb (kvv.de, PDF zum Download über »Fahrplan« »Fahrplantabelle«)
  • Orientieren: Wer sich nicht auf sein Abenteurer-Gen verlassen will, lädt sich die GPX-Daten zu den beiden Etappen und Extratouren herunter (siehe unten). Eine gute Übersicht bietet auch die Karte Pforzheim des Schwarzwaldvereins, 1:50000, 7,90 Euro. Mehr Details liefert WKA Albtal, 1:35000, Schwarzwaldverein, 6,40 Euro.
  • Geführte Touren: Monika Amann kennt jeden Winkel um Bad Herrenalb – und ist zertifizierter Schwarzwald-Guide. Sie bietet Touren mit verschiedenen Schwerpunkten an, zum Beispiel Waldbaden, auf historischen Spuren, Kräuter-, Nacht- und Vollmondwanderungen. Und sie begleitet Wanderer auch gerne auf beiden Etappen des Albtal-AbenteuerTracks. amanntour.de
  • Weitere Infos hier: albtal-tourismus. de; allgemein: badherrenalb.de
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Manuel Sulzer
Unbedingt Proviant mitnehmen – auf Etappe 1 gibt es keine Einkehr.

Wilden Pfade um Bad Herrenalb – Etappenübersicht

1. Albtal-Abenteuer-Track: Etappe 1

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Schwarzwald wandern: Albtal-Abenteuer-Track
Albtal-Abenteuer-Track (aus Heft 04/2021) Wanderwege rund um Bad Herrenalb im Nordschwarzwald
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Gleich nach dem Start in Bad Herrenalb schlängelt sich der Pfad durch den Bannwald am Marienberg (1. Crosspassage) und führt nach sechs Kilometern auf dicken Steinen durch den Rötenbach (2. Crosspassage). Bald darauf geht es am Seil hoch (3. Crosspassage) und dann auf dem Westweg zur Schweizerkopf- und zur Hahnenfalzhütte. Crosspassage Nr. 4 bringt Wanderer zur Albtalquelle und auf einem alten Grenzweg zur Teufelsmühle (908 m, höchster Punkt der gesamten Tour). Dann wanderst du über Stock und Stein hinab ins Große Loch mit seinen märchenhaften Höhlen (Crosspassage 5). Durch Wald hinab (Tipp: hier bis zur Risswasenhütte der »Großen Loffenauer Runde« folgen), dann über einen federnden Waldweg (6. Crosspassage) wieder Richtung Herrenalb.

Mehr zum Thema:
Länge 24,80 km
Dauer 8:06 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 1012 Meter
Höhenmeter absteigend 999 Meter
Tiefster Punkt 356 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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2. Albtal-Abenteuer-Track: Etappe 2

Auf dem Weg von Bad Herrenalb durch Wald hinauf zum Bernstein (694 m; Grillhütte für Selbergriller) erwarten den Wanderer nur zwei Crosspassagen. Danach geht es in Kehren und durch Wald hinab nach Bernbach und in einem Bogen um den Ort herum. Nach einer weiteren Crosspassage kommt die Klosterruine Frauenalb in Sicht (Einkehr, S-BahnAnschluss). Jetzt folgt der Track auf urlaten Pfaden dem Albtal nach Marxzell (S-Bahn-Halt).

Mehr zum Thema:
Länge 23,92 km
Dauer 7:25 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 805 Meter
Höhenmeter absteigend 927 Meter
Tiefster Punkt 384 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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3. Extratour: Wildkatzenpfad

Aus Bad Herrenalb folgt man der Alb nach Süden und stößt nach rund vier Kilometern auf den Wildkatzenpfad. Zehn Stationen informieren über die kleinen Räuber; der Pfad schlängelt sich um Zieflensberg (dort Einkehrmöglichkeit in der rustikalen Spechtschmiede). Auf der anderen Albseite zurück nach Bad Herrenalb.

Mehr zum Thema:
Länge 13,09 km
Dauer 3:46 Std
Schwierigkeitsgrad Mittelschwer
Höhenunterschied 325 Meter
Höhenmeter absteigend 325 Meter
Tiefster Punkt 369 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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Manuel Sulzer
Rast mit Aussicht: am Startplatz der Drachenflieger direkt an der Teufelsmühle.

4. Extratour: Talwiesenrunde

An der Klosterruine Bad Herrenalb beginnt die Runde. Sie führt hinauf zum Wald und auf Pfaden nach Süden ins Gaistal (Einkehr: Talwiesenschänke). Durch Wald und an der Alb zurück.

Mehr zum Thema:
Länge 11,09 km
Dauer 3:13 Std
Schwierigkeitsgrad Mittelschwer
Höhenunterschied 353 Meter
Höhenmeter absteigend 345 Meter
Tiefster Punkt 369 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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5. Extratour: Höhendörferrunde

Vom S-Bahn-Stopp HerrenalbKullenmühle auf dem Bachhaldenreitweg hinauf nach Rotensol. Dort Abstecher zur »Alten Eiche« mitnehmen und auf dem Neusatzer Höhenweg, vorbei an Neusatzer Pfütz und Seerosenteich, um Rotensol. Ab- wie Aufstieg.

Mehr zum Thema:
Länge 13,88 km
Dauer 4:00 Std
Schwierigkeitsgrad Mittelschwer
Höhenunterschied 343 Meter
Höhenmeter absteigend 343 Meter
Tiefster Punkt 350 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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Unterkunftsempfehlungen im Albtal

  • Schwarzwald-Strand: Viel Holz, urige Kaminöfen und ein Sandstrand direkt am Ufer der Alb – das bieten mitten in Bad Herrenalb die drei Ferienwohnungen von schwarzwaldstrand.de. Außerdem gibt es einen gemütlichen Gemeinschaftsbereich. Ab 115 Euro/Nacht bei 2 Pers., weitere Personen: 20 Euro, Mindestbuchung: 2 Nächte.
  • Baumhaus: Auf der Talwiese (Endpunkt der Family-Etappe des Abenteuer-Tracks) steht eine besondere Unterkunft: ein Baumhaus, in dem man im eigenen Schlafsack übernachtet. Es hängt in drei Metern Höhe. Komposttoilette, außerdem Handy-Ladestation und Brauchwasser.89 Euro/Nacht (bis 6 Pers.). baumhaustechnik.de
  • Im eigenen Zelt: Am Startpunkt von beiden AlbtalTrack-Etappen und recht zentral in Bad Herrenalb liegt der Erlebniscampingplatz. Ab 9 Euro pro Nacht. albtal-arena.de. Direkt nebenan wartet das Freibad mit Quellwasser-Becken. stw-badherrenalb.de

Einkehrtipps

  • Auf dem Albtal-Track: Aktuell gibt es auf Etappe eins keine Einkehrmöglichkeit. Die kürzereFamily-Etappe endet an der Talwiesenschänke im Gaistal (saisonalregionale Küche; talwiesenschaenke.de). Auf Etappe zwei bietet nach etwas mehr als halber Strecke der noble »König von Preußen« in der Klosterruine Frauenalb Wildgerichte (koenig-von-preussen.eu). Wer es bescheidener mag, packt Würstchen in den Rucksack und nutzt die Grillstelle am Bernsteinfelsen nach fast einem Drittel der 2. Etappe.
  • In Bad Herrenalb: Auf Kässpätzle oder Schwarzwald-Forelle können sich Wanderer in der Klosterscheuer freuen (klosterscheuer.de). Das Kurhaus-Restaurant (kurhaus-badherrenalb.de) verwöhnt mit Kaffee und Kuchen, aber auch herzhaften Gerichten wie Burgern oder Kalbsbäckchen.

Die Tipps unserer Reiseredakteurin Kerstin Rotard

  • Ziegel-Museum: Auf sogenannten »Feierabend-Ziegeln« hinterließen Handwerker Wünsche und Kommentare. Eine spannende Sammlung zeigt das Herrenalber Museum; außerdem ein Faksimile des Bad Herrenalber Gebetsbuchs. museum-bad-herrenalb.de
  • Kloster-Fest: Jedes Jahr am ersten Augustwochenende füllen bunte Stände die altehrwürdigen Ruinen des Herrenalber Klosters. Eine tolle Gelegenheit, um in die Geschichte hineinzuschnuppern und regionale Leckereien zu probieren! badherrenalb.de
  • Edel-Schrott: Mein Herz schlägt für alte Motorräder, Busse, Traktoren und Orchestrions, mechanische Musikmaschinen. Wem es genauso geht: fahrzeugmuseum-marxzell.de

Auf Abwegen – Unser Reisebericht vom Albtal-Abenteuer-Track

Monika Amann steigt über einen Baumstamm, der quer über dem Pfad liegt. »Man muss nur genau hinschauen«, sagt die schlanke, drahtige Frau, »dann findet man den Weg schon.« Der Weg, das ist der Albtal-Abenteuer-Track. Er beginnt in Bad Herrenalb, einem 8000 Einwohner starken Kurstädtchen am Nordrand des Schwarzwalds. Seit rund fünf Jahren lockt er Wanderer weg von den ausgetretenen Pfaden hinauf in die dichten Wälder, und seit drei Jahren kümmert sich Monika Amann um die Markierungen: Drei stilisierte Nadelbäume, der mittlere ein A, schimmern mal als weiße Sprüh-Zeichnung von Baumstämmen, mal weisen sie als Aufkleber – grün auf weiß – auf schon vorhandenen Schildern die Richtung. Doch die Abstände zwischen den Markierungen fallen deutlich größer aus als auf herkömmlichen Wanderwegen, ab und zu geht es auch einfach querfeldein, bergauf und bergab durch einen Schwarzwald, wie man ihn sich vorstellt: Fichten und Tannen schmiegen sich an Bergflanken, hier und da rieselt ein Wildbach zu Tal, Buntsandsteinbrocken, halb überwuchert, betten sich in einen weichen Teppich aus Nadeln.

Eine stattliche Runde

Etwas Kondition braucht es da schon, vor allem auf der ersten der beiden Etappen: Sie führt als Runde um das Gaistal im Süden von Bad Herrenalb. Auf ihren 25 Kilometern kommen 1000 Höhenmeter zusammen, meist auf Pfaden, die mit Büschen und Bäumen, Fels und Wurzeln verschmelzen, teilweise aber auch auf breiten Forstwegen. »Ein außergewöhnliches, erregendes Erlebnis«, so definiert der Duden Abenteuer, und das trifft auf den Albtal-Track schon zum Auftakt zu – da leitet er durch den Bannwald am Maienberg. »Seit 20 Jahren überlässt man den Wald sich selbst«, erzählt Monika und steigt über noch einen quer liegenden Baum hinweg. Links und rechts schließen junge Bäume Lücken blickdicht ab, Pilze besiedeln das Totholz.

In den Wäldern über dem Gaistal ragen zwischen grünen Fichten abgebrochene Baumstümpfe aus dem Grund. »Noch von Lothar«, sagt Monika. Sturm Lothar wütete am zweiten Weihnachtsfeiertag 1999 und ließ ganze Schwarzwaldhänge ohne einen stehenden Baum zurück. Heute hämmern Schwarz- und Buntspechte Höhlen in die verwitterten Stämme, die später auch andere Tiere nutzen. Solche kleinen Beobachtungen mag Monika an diesem Track. Sie deutet auf einen mehr als steilen Hang voller bemooster Felsblöcke und trutziger Fichten.

Da soll es hochgehen? Monika nickt und deutet zur Bestätigung auf die Track-Markierung an einem Baum. »Und zwar immer dem Seil nach«, sagt sie. Mit dem einen Fuß auf dicken Steinen Halt finden, den anderen hinterherziehen, immer mal wieder ins Seil greifen und sich hochstemmen. Das Herz schlägt schneller, der ganze Körper arbeitet. Nach der Steilstelle verliert sich der Pfad. Lediglich Spuren führen den Hang hinauf, im Zickzack zwischen dicht stehenden Bäumen, vorbei an Felsbrocken, Zweige streifen Kopf und Schultern. »Das ist die Idee«, ruft Monika von hinten. »Den Weg suchen und finden, genau schauen, und am liebsten ohne Navi-App, sondern mit den eigenen Augen.« Crosswandern nennen sie hier im Albtal diese Spielart des Abenteuerns. Oben folgt man dankbar ein Stück dem berühmten Weitwanderweg Westweg – nach der Seilpassage gefühlt eine Autobahn. Bald bietet sich eine großartige Aussicht: An der Schweizerkopfhütte, einem eckigen Holzpavillon mit Panorama-Fenstern, reicht der Blick über das frischgrüne Gaistal und weiter das Tal der Alb entlang nach Norden.

Nach 51 Kilometern mündet das Flüsschen beim Karlsruher Rheinhafen in den großen Strom. Dabei durcheilt es auch Marxzell, das man in der Ferne schimmern sieht. Dort endet die zweite Etappe des Tracks. Anders als die erste Etappe ist sie keine Rund-, sondern eine Streckenwanderung. Auch sie startet in Bad Herrenalb und bringt es auf über 24 Kilometer, gibt sich aber zahmer: weniger Crosspassagen, und ab der Klosterruine Frauenalb folgt sie dem Lauf der Alb durch waldige Hänge.

Schwarzwald wandern: Albtal-Abenteuer-Track
Manuel Sulzer
Am Geburtsort des Flüsschens Alb.

Auch den Startort des Tracks, Bad Herrenalb, sieht man von der Schweizerkopfhütte aus. Es ist Monikas Heimatstadt. Und das schon seit Generationen, oder? »Och, wir leben noch gar nicht so lange hier«, sagt sie, und der Schalk blitzt aus ihren blauen Augen. »Erst seit 1680.« Aus Tirol stammt ihre Familie. Damals wanderten viele Protestanten von dort aus, getrieben von strenggläubigen Katholiken. Monikas Wurzeln reichen tief, sie interessiert sich für alle Aspekte ihrer Heimat. Die gelernte Bankkauffrau leitete schon Kulturprojekte und lenkte mehrere Jahre als Geschäftsführerin die Geschicke der Bad Herrenalber Therme. Seit 2017 darf sie sich außerdem »Schwarzwald-Guide« nennen – und weiß quasi alles über Geologie, Fauna und Flora im Schwarzwald. »Gerade jetzt zu Corona-Zeiten erkunden Menschen die Natur wieder mehr, sehnen sich nach solchen kleinen Abenteuern wie diesen«, sagt Monika. Und biegt bald hinter der Schweizerkopfhütte wieder ins Unterholz ab. Sie zieht Luft tief durch die Nase ein und sagt: »Terpene.« Sie bilden den Hauptbestandteil des wohlriechenden ätherischen Öls von Tanne, Fichte & Co. »Die Bäume stoßen sie aus, wenn sie von Insekten befallen werden, eine Botschaft an die Nachbarbäume. Und wenn wir Menschen durchatmen, bekommen wir diese Stoffe ab – und regen damit unser Immunsystem an.«

Jetzt unter der Woche wandert kaum jemand den Abenteuer-Track, nur auf den bequemeren Passagen, die er sich mit anderen Wegen teilt, trifft man weitere Wanderer. Auch an der Hahnenfalzhütte, wo sonntags die Skizunft Bad Herrenalb Getränke verkauft, herrscht heute Ruhe. Kurz danach könnte man ins Gaistal absteigen und per Bus nach Bad Herrenalb zurückkehren – diese Wegvariante wird als Family-Etappe des Abenteuer-Tracks empfohlen. Wer ihr folgt, kommt an der Talwiese heraus, die die Zisterzienser-Mönche des Herrenalber Klosters im Mittelalter als Viehweide nutzten. Der Standardweg aber bringt Wanderer zur Albquelle. Frisch und klar sprudelt das Wasser aus dem Boden, eine Bank lädt dazu ein, eine Weile der Wassermusik zu lauschen. Ein Stück weiter beginnt Monikas Lieblingsstück des Tracks. Kleinwüchsige Birken und niedere Kiefern ducken sich links und rechts des mäandernden Pfads, hier und da Ebereschen und mehrstämmige, buschähnliche Buchen. »Ein bisschen wie in Norwegen, oder?«, fragt sie. Stimmt. Überall liegen grobe Felsblöcke, bewachsen mit Moosen, die Füße balancieren über den holprigen Weg. Der übrigens ein alter Grenzweg ist: Schief ragen Grenzsteine aus der Erde, tragen links das badische Wappen, rechts die drei Hirschgeweihe der Schwaben. Verwunschen wirkt dieser Wald, verwunschen und geheimnisvoll.

Kein Wunder, führt der Pfad doch zur Teufelsmühle. Der Sage nach soll der Müller den Teufel so verärgert haben, dass er die erste Mühle zerstörte und die Mauersteine in hohem Bogen in den Wald warf – daher auch die großen Blöcke am Weg. Eigentlich könnte man hier auf der Hälfte der Etappe einkehren, eigentlich. Doch leider gaben die Eigentümer das urige Gasthaus aus Altersgründen auf – es soll aber unter neuer Leitung wiedereröffnet werden. Dann, auf 908 Metern, ragt ein Steinturm in den Himmel, direkt vor einer traumhaften Aussicht über den Ort Loffenau, die Rheinebene und bis in die Vogesen. Er bildet mit seinem Anbau ein Haus des Schwarzwaldvereins.

Hier ist der höchste Punkt der Tour erreicht, aber noch nicht ihr Höhepunkt: Ein Pfad aus roten Steinchen leitet hinab in die Waldschlucht »Großes Loch« mit ihren 50 Meter hohen Wänden. Ein Wildbach hat die »Teufelskammern«, mannshohe Hohlräume, aus dem Sandstein gewaschen, Torbögen geformt und das ein oder andere Trollgesicht herausgeschmirgelt. Würzig-pilzig riecht es in den Höhlen, es plätschert, Bäume knacken. Eine gewaltige Fichte ist quer über den Bach gestürzt. Wenn im Schwarzwald irgendwo Waldweiblein oder Feenmänner wohnen, dann garantiert hier. Monika empfiehlt, jetzt der »Großen Loffenauer Runde« über wurzelige Pfade zu folgen statt dem Track, der eine breitere Spur nimmt. Beide stoßen später wieder zusammen, von der Länge her nimmt es sich nichts. Und nach einer gemütlichen Nacht in Bad Herrenalb geht das Abenteuer morgen weiter. Wie sagte der Duden? »Ein außergewöhnliches, erregendes Erlebnis.«

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