Drei Herbstparadiese für Wanderer: Ungezähmte Natur & Indian Summer

Im Rausch der Farben
3 Herbstparadiese für Wanderer

ArtikeldatumVeröffentlicht am 26.09.2026
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Mittelgebirge Pohorje, Slowenien - Wandern im Herbst
Foto: borchee via GettyImages

Der Herbst ist Wanderzeit. Die Temperaturen sind angenehm, die Luft kristallklar, und die Natur malt ihre Landschaften in Flammenrot und Goldgelb. Doch viele Wanderer zieht es immer zu den gleichen bekannten Zielen – und genau dort wird es eng. Dabei gibt es da draußen noch echte Perlen zu entdecken: Ein dünn besiedeltes slowenisches Mittelgebirge mit tosenden Wasserfällen zum Beispiel, oder ein mystisches Tessiner Tal, das einst Künstler inspirierte.

Oder wie wäre es mit einem Besuch des italienischen "Piccola Yosemite" mit Granitwänden zum Staunen? Diese drei Reviere sind echte Herbstschätze:

Sloweniens Pohorje: Weite Blicke, wildes Wasser

Südwestlich der lebendigen Universitätsstadt Maribor wartet ein stilles Naturparadies auf dich: das dünn besiedelte Mittelgebirge Pohorje in Slowenien. Hier findest du eine Mischung aus weiten Ausblicken und wilder, unberührter Natur.

Gipfelschau mit Panoramablick

Wenn du dir erst einen Überblick verschaffen möchtest, steuere den Črni vrh/Schwarzkogel (1543 m) an. Die leichte Tour dauert 2 Stunden 15 Minuten, führt über 6,8 km und überwindet 219 Höhenmeter. Start und Ziel sind die gemütliche Berghütte Ribniška Koča (1507 m). Unterwegs erreichst du den Jezerski vrh/Seeberg (1537 m) und den von Latschen gerahmten Torfmoorsee Ribniško jezero. Bei klarem Herbstwetter reichen deine Blicke bis in die Steiner Alpen und die Karawanken.

Zum wilden Wasserfall

Noch beeindruckender ist die kurze, aber anspruchsvolle Wanderung (2 Stunden 45 Minuten, 5,7 km, 291 Hm) vom Ausgangspunkt Pri Bajgotu (1050 m) zum 24 Meter hohen Wasserfall Veliki Šumik slap. Hier prägen rauschendes Wasser, moosbewachsene Felsen und im Herbst magisch verfärbter Urwald die spektakuläre Kulisse. Unser Buchtipp dazu: Slowenisches Weinland, Rother 2026, 17,90 Euro.

Val Onsernone im Tessin: Das mystische Tal

Ein Stück nordwestlich des Lago Maggiore zeigt sich das Tessin von seiner urwüchsigsten Seite: das von tiefen Kastanienwäldern überzogene und von engen Schluchten zerfurchte Val Onsernone. Dieses mystische Tal zog bereits Künstler wie Alfred Andersch, Max Frisch und Golo Mann in seinen Bann. Seit 2024 sind seine zwölf Orte als "Bergsteigerdörfer" ausgezeichnet – eine Würdigung durch die Alpenvereine.

Val Onsernone, Tessin, Wandern
Hannes Tell

Zwischen leuchtendem Laub zu Panoramagipfeln

Im Herbst wanderst du hier zwischen flammendem Laub zu spektakulären Aussichtspunkten. Die mittelschwere Tour (5 Stunden 20 Minuten, 12 km, 1150 Hm) von Spruga zum Pizzo Zucchero (1899 m) belohnt dich mit herrlichen Panoramablicken. Am Weg funkelt der See Salei, und auf der gleichnamigen Alpe kannst du hervorragende regionale Polenta genießen.

Bis zu den Walliser Alpen

Noch höher hinaus geht es bei der anspruchsvollen Wanderung (6 Stunden, 11,6 km, 1463 Hm) von Comologno über den Pizzo Ruscada (2004 m) zum Monte Comino. Vom höchsten Punkt reicht die Sicht bis zu den Walliser Alpen – ein unbezahlbares Herbsterlebnis.

Val di Mello: Das "Piccola Yosemite" Italiens

Im Herzen der Lombardei verbirgt sich ein wahrer Geheimtipp: das Val di Mello. Das 2009 gegründete Naturschutzgebiet ist das größte Naturreservat der Region und mit seinen hoch aufragenden Granitwänden und massiven Findlingen trägt es einen wunderbaren Spitznamen: Piccola Yosemite. Die Ähnlichkeit mit dem kalifornischen Yosemite-Nationalpark wird oft genannt.

Perfekt für jeden Wanderer

Das Val di Mello besticht durch seinen flachen Talboden – damit ist es für praktisch jedermann gut erreichbar. Kurz nachdem du das Naturschutzgebiet betrittst, erreichst du bereits zwei herrliche Gewässer mit kristallklarem Wasser: den wunderschönen Qualido-See und das "Bidet della Contessa".

Wer tiefer ins Tal eindringt, wird mit wunderschönen Wasserfällen belohnt, die aus den Seitentälern strömen, sowie mit unzähligen typischen Berghütten. Das macht das Val di Mello zum idealen Ort für einen erholsamen und zugleich faszinierenden Tag in den Bergen. Am besten besuchst du das Tal im Herbst unter der Woche; dann erlebst du genau die Einsamkeit, die du dort suchst. Keine Busse und großen Touristenströme mehr, du teilst dir die monumentale Kulisse nur mit wenigen Gleichgesinnten.

Während du dort wanderst, bleibt dein Blick immer wieder an der Eleganz des Monte Disgrazia (3678 m) hängen – ein majestätischer Begleiter durch das Tal. Im September und Oktober leuchten die umliegenden Kastanienhaine in warmen Farbtönen und verstärken das romantische Flair dieses besonderen Ortes.

Ein Muss für Kletterer

Für alle Kletterbegeisterten ist ein Besuch des Val di Mello ebenfalls Pflicht. Die Granitwände bieten Weltklasse-Kletterrouten und ziehen Kletterer aus aller Welt an. Auch Wanderfreunde profitieren von dieser Beliebtheit – die Infrastruktur ist hervorragend ausgebaut. Infos hier

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