Um es vorwegzunehmen: Alle fünf Radträger 2026 haben den Test mit Bravour gemeistert; alle Geräte erhielten mindestens ein "gut" und sind damit empfehlenswert. Das hat die Testcrew in den vergangenen Jahren auch schon ganz anders erlebt! Umso erfreulicher das Ergebnis des diesjährigen Vergleichstests, den der Thule Epos 3 vor Uebler i31 Z, Norauto E-Fit 200-3, Yakima Justclick 3 EVO und Atera Forza L gewonnen hat (siehe Testberichte unten).
Am bequemsten transportiert man seine Räder auf der Anhängerkupplung, erst recht, wenn der Kofferraum voll mit Gepäck ist. Zudem sind Kupplungsfahrradträger im Hinblick auf Luftwiderstand und Montage das Maß der Dinge, wie auch der aktuelle Vergleichstest beweist:
Die 5 getesteten Modelle im Detail
Doch bevor jemand jetzt einfach in den Laden läuft und sich den Testsieger schnappt, sei eines dazu gesagt: Die richtige Wahl des Radträgers ist sehr individuell und sollte gut abgewogen werden. Deshalb ist trotz aller Empfehlungen eine sorgfältige Recherche nötig und gegebenenfalls eine Beratung im Fachhandel ratsam.
Worauf muss ich bei Radträgern achten?
Damit der Transport (auf der Anhängerkupplung) wirklich sicher ist, gilt es vieles zu beachten – mehr denn je, wenn eben nicht superleichte Hardtails mit auf die Reise gehen, sondern schwere E-Bikes. So muss der Träger das Gewicht der zu transportierenden Bikes stemmen können (die maximale Zuladung der Träger liegt meist bei 60 Kilo), zum anderen dürfen Radträger plus Zuladung die Stützlast der Anhängerkupplung nicht überschreiten. Auch die zulässige Achslast (also die Zuladung) des Zugfahrzeugs darf nicht überschritten werden. Das ist v.a. dann wichtig, wenn das Auto auf einer Urlaubsfahrt ohnehin schon voll bepackt ist.

Keine Anhängerkupplung? Kein Problem! Sie lässt sich bei den meisten Modellen nachrüsten.
Im Straßenverkehr gilt es ebenso einiges zu beachten: Es gibt zwar keine gesetzliche Geschwindigkeitsbeschränkung, die Hersteller geben ihre Träger aber in der Regel "nur" für Geschwindigkeiten bis maximal 130 km/h frei. Soll es ins Ausland gehen, kommen länderspezifische Bestimmungen dazu (siehe FAQ unten). In Italien, Portugal und Spanien braucht es unter anderem eine Warntafel, um überstehende Ladung zu kennzeichnen. Landesunabhängig muss am Kupplungsträger ein drittes Nummernschild befestigt werden. Und: In Deutschland darf das Auto samt Ladung maximal 2,55 m breit sein, der Überstand der Ladung seitlich maximal 40 cm pro Seite betragen.
Häufig gestellte Fragen
Das hängt von zwei Faktoren ab: Der vom Hersteller erlaubten Zuladung des Trägers an sich und der Stützlast deiner Anhängerkupplung.
Beim Fahrradträger gilt: Für moderne E-Bikes brauchst du in der Regel eine Zuladung von rund 25 Kilo je (!) Schiene, da die meisten modernen AHK-Träger eine Zuladung von 60 Kilo erlauben, sind zwei E-Bikes also meist kein Problem. Aber Obacht vor Trägern mit drei Schienen, oft haben diese trotz dritter Schiene eine ähnliche oder identische Zuladung, wie das Schwestermodell mit zwei Schienen!
Bei der Anhängerkupplung gilt: Hier unterscheiden sich die Stützlasten teils drastisch. Ein aktueller Skoda Fabia darf nur 60 Kilo zuladen, der Golf VIII hingegen 80 Kilo, ein BMW X5 wiederum satte 140 Kilogramm; wir gehen hierbei übrigens von den werksseitig montierten Anhängerkupplungen aus. Kurzum hilft hier nur ein Blick in den Fahrzeugschein, deine Stützlast ist unter Punkt 13 vermerkt. Wichtig dabei: Die Stützlast kombiniert sich aus dem Trägergewicht mitsamt montierten Fahrrädern. Der Beispiel-Fabia dürfte also egal bei welchem modernen Fahrradträger keine zwei E-MTBs schleppen, der Golf hingegen "nur" knapp. Aber: manche Anhängerkupplungen kann man auflasten lassen - näheres weiß der Kfz-Fachmann deines Vertrauens.
Dachträger sind die Klassiker, hier stehen die Räder aber voll im Wind (bis zu 40 % mehr Spritverbrauch), dafür sind Dachträger oft preiswert.
uneingeschränkter Kofferraumzugang, sehr gute Rahmenkompaktibilität, meist preiswert
für E-MTBs kaum/nicht geeignet, hoher Spritverbrauch, mühsames Be-/Entladen in luftiger Höhe
Heckträger sind oft preiswert und lassen sich an vielen Pkws anbringen, haben aber teils sehr deutliche Nachteile.
passende Kits für fast jedes Fahrzeug erhältlich, teils sehr günstig
zeitraubende Montage, sehr eingeschränkter Kofferraumzugang, Kratzergefahr durch auf Fahrzeug aufliegende Konstruktion, Räder können bei Vollbremsungen/Auffahrunfällen in den Innenraum durchschlagen
Kupplungsträger sind teuer, konstruktionsbedingt aber den anderen Systemen klar überlegen.
auch für schwere E-MTBs zugelassen, günstig im Windschatten gelegen, in der Regel hohe Sicherheit
teils sehr hohe Anschaffungskosten, Anhängerkupplung nötig, Handling bei "organischen" Rahmenformen nicht immer ideal
Ein drittes Nummernschild am Träger ist Pflicht, eine Abstempelung jedoch nicht erforderlich. Warntafel ist nicht vorgeschrieben. Eine maximal zulässige Höchstgeschwindigkeit gibt es von Rechts wegen her nicht, die Hersteller empfehlen maximal 130 km/h. Räder dürfen seitlich max. 40 cm über die Schlussleuchten herausragen. Maximale Breite des Autos mit Ladung: 2,55 m.
Eine Warntafel muss erst bei einem Überstand von einem Meter angebracht werden, die verlangte Tafel unterscheidet sich optisch von denen anderer EU-Länder. Im Camping-Zubehör gibt es zu diesem Zweck übrigens Wendetafeln.
Eine Warntafel muss ab einem Überhang von mehr als einem Meter verwendet werden. Die Ladung bei Wohnwagen und -mobilen darf seitlich nicht herausragen. Bei Pkws ist dies bis 20 cm pro Seite erlaubt.
Jede nach hinten herausragende Ladung muss mit einer reflektierenden, 50 x 50 cm großen Warntafel gekennzeichnet sein. Die Ladung darf 30 Prozent der Fahrzeuglänge nicht überschreiten. Zudem darf die Tafel nicht aus Kunststoff bestehen und muss bauartgeprüft sein. Die Tafel muss auch ohne Ladung auf dem Träger verwendet werden.
In Frankreich muss eine reflektierende Warntafel bei einer überstehenden Länge der Ladung ab einem Meter (maximal drei Meter) angebracht werden. Nachts muss der Träger jedoch mit einem roten, auf 150 Meter sichtbaren Licht ausgestattet sein.
ÜbrigensVor dem ersten Urlaub solltest du den Fahrradträger mindestens einmal zur Probe montieren und die Positionierung der Fahrräder testen. Manchmal wird daraus nämlich ein Tetris-Spiel, weil die Räder immer gegengleich montiert werden müssen und nicht in jeder Kombination so auf den Radträger passen, dass sie sauber den Schienen stehen und sicher befestigt werden können. Zudem sollte man unbedingt vor Reiseantritt eine Runde Probe fahren. Luftwiderstand, Fahr- und Bremsverhalten können sich je nach Basisfahrzeug spürbar ändern, auch die neuen Gesamtabmessungen wollen richtig eingeschätzt werden. Sollte die Reise ins Ausland führen, gilt es außerdem länderspezifische Bestimmungen zu beachten, was die überstehende Ladung angeht. In einigen Ländern wie etwa Italien, Portugal und Spanien ist beispielsweise eine Warntafel zwingend vorgeschrieben (bitte vor Fahrtantritt prüfen). Zu beachten ist weiterhin, dass diese Regel auch für Durchreiseländer gilt. Wer also über Italien nach Kroatien reist, muss die Warntafel in jedem Fall dabei und montiert haben. Wer sich nicht daran hält, riskiert hier teils sehr hohe Bußgelder.

So wurde getestetDie Fahrversuche führte das Testteam mit einem Mercedes-Benz GLE durch, der über eine Stützlast von maximal 140 Kilogramm verfügt. Die Tests bestanden aus einem Slalomparcours bei 60 km/h und dem doppelten Spurwechsel bei ebenfalls 60 km/h – beides sollte abruptes Ausweichen simulieren. Hinzu kamen Vollbremsungen aus 100 km/h sowie Tests auf der Rüttelstrecke, um Fahrten auf unwegsamen Strecken nachzustellen – etwa auf Feldwegen oder holprigen Straßen.
Außerdem wurden die Fahrradträger auf ihre Handhabung und Sicherheit untersucht. Im Kapitel "Aufbau und Gebrauch" prüften wir die Verständlichkeit der Anleitungen sowie die Verarbeitung und das Konzept der einzelnen Träger. Im Fokus standen jedoch vor allem die Montage, die Beladung der Träger sowie die Befestigung der Räder. Auch die Qualität der Diebstahlsicherung und der Heckklappenzugang bei beladenem Träger flossen in die Bewertung ein.
Im Test 2026 waren auf den Trägern folgende Bikes befestigt: Victoria Avyon, Bulls Daily Grinder und Canyon Grizl (Gesamtgewicht: 55 kg). Die Fahrversuche mussten aus Gründen der Sicherheit immer mit mindestens 45 Punkten bestanden werden, was auch bei allen Trägern der Fall war.












