Fernskiwanderweg & Rucksacklauf im Schwarzwald

Winterzauber auf der Loipe
Fernskiwanderweg im Schwarzwald

Update
ArtikeldatumVeröffentlicht am 08.01.2026
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Durch die aktuellen niedrigen Temperaturen und starken Schneefälle erstrahlt der Schwarzwald in seiner vollen Winterpracht. Die verschneiten Wälder und weiten Täler bieten Langläufern ideale Bedingungen, um die Natur in ihrer reinsten Form zu erleben. Zwar sind noch nicht alle Loipen präpariert, aber bereits einige sind gut fahrbar und bieten dir unvergessliche Wintererlebnisse.

Bereits offene präparierte Loipen

  • Bernau: FIS-Strecke (3,0 km / 71 hm)
  • Schönwald: Rothausloipenzentrum (2,5 km / 66 hm)
  • St. Märgen–Thurner: Skating Thurnerspur (7,5 km / 195 hm)
  • Bernau: Taubenmoos Loipe (2,4 km / 34 hm)

Weitere Infos zu allen Loipen findest du hier. Wichtig: checke vor deiner Tour den Schneebericht.

Fernskiwanderweg

Wer noch keine zehn Mal auf einfachen Rundloipen unterwegs war, spielt nicht in der Liga erfahrener Langläufer. Ganz egal, wie viel Ausdauersport er sonst betreibt. Deswegen war ich überhaupt nicht für den Fernskiwanderweg Schonach–Belchen qualifiziert, über den es etwas sperrig auf seiner Homepage heißt: "Die Bewältigung kann also nur geübten Skiläufern empfohlen werden." Aber wenn zwei langlaufbegeisterte Lieblingskollegen geschickt argumentieren, verabschiedet sich die Vernunft manchmal. "Klar schaffst du das!" ermunterte Christian, der jeden Winter beim Rucksacklauf antritt, einem Langlaufmarathon auf dem Fernskiwanderweg, der meist im Februar stattfindet.

"Wir gehen es ganz gemütlich an", fügte Nane hinzu, ihres Zeichens seit Kindesbeinen auf jeglicher Art von Brettern zu Hause. Nun gut. Herausforderungen besitzen auch ihren Reiz. So kam es, dass ich mich mit den beiden für ein Wochenende auf dem Fernskiwanderweg im Schwarzwald verabredete.

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Christian Lampe

Die 100 Kilometer lange Langlaufwanderung beginnt im Wintersportort Schonach und endet im Südschwarzwald unterhalb des Belchens. Dazwischen liegen nicht nur Wald, Bilderbuchhöfe und niedliche Dörfer, sondern auch der 1493 Meter hohe Feldberg und andere Schwarzwaldhöhen. So kommen 2300 Höhenmeter im Aufstieg zusammen. Der für Normalsterbliche unfassbare Rekord über die Gesamtstrecke liegt bei fünf Stunden und 51 Minuten, aufgestellt hat ihn 1982 ein Local namens Georg Thoma. Berühmt wurde er als Schwarzwald-Wunderknabe bereits in den 1960er Jahren, mit olympischem Gold und Weltmeistertitel in der Nordischen Kombination. Als Hobbyläufer indes plant man mindestens drei Tage für den Trek ein. Unsere Tour soll nur ein Teilstück umfassen und zwei Tage dauern: 50 Kilometer vom Gasthaus Kalte Herberge bei Vöhrenbach über die Weißtannenhöhe nach Hinterzarten und weiter über Feldberg und Stübenwasen zum Loipenhaus am Notschrei-Pass.

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Christian Lampe

Infos und praktische Tipps zum Fernskiweg

Der Fernskiwanderweg ist von Schonach zum Belchen, also nur in einer Richtung markiert. Er sollte daher nicht in entgegengesetzter Richtung gelaufen werden (mancher Anstieg ist als Abfahrt nicht ratsam). Wer sich trotzdem nicht davon abhalten lassen will, nach Schonach zurückzulaufen, der erspart sich viel Ärger mit entgegenkommenden Läufern, wenn er zumindest auf den Rundloipen deren Laufrichtung einhält. Hierbei ergeben sich natürlich Abweichungen von der Originalstrecke des Fernskiwanderweges.

Die Markierung besteht aus runden, orangefarbenen Kunststoffscheiben mit dem Signet der Arbeitsgemeinschaft (frontal zur Laufrichtung) und – auf Freiflächen – in Markierungsstangen mit orange eingefärbtem Zopfende. Starke Richtungsänderungen (z. B. Spitzkehren) werden durch Richtungspfeile angezeigt. An den wichtigsten Einstiegsstellen befinden sich Orientierungstafeln mit aufgedrucktem Streckenplan.

Die Markierung wird im Frühjahr abgeräumt. Die Bitte des Wegebetreibers: Den Fernskiwanderweg im Sommer nicht zu Fuß oder mit dem Mountainbike machen!

Etappenübersicht

Etappe 1: 1: Schonach – Kalte Herberge

33 km / ca. 7 h / Ca. 800 Hm im Aufstieg

Gestartet wird an der Schonacher Sporthalle. Während die Landschaft sich mit Kuppen und Talmulden zunächst sanft gibt, zeigt der Weg gleich Zähne: Lange Anstiege und schnelle Abfahrten stehen an, bevor mit dem Brend (1149 m) der höchste Punkt des Tages erreicht ist. Nach Neueck und Neukirch geht es überwiegend bergab, bevor die letzten 7 km wieder viel Kraft fordern.

Etappe 2: Kalte Herberge – Hinterzarten

27 km / 5 h / ca. 300 Höhenmeter im Aufstieg

Die vergleichsweise moderate Etappe beginnt mit einem kurzen Anstieg, dann folgt Flachstrecke. Flotte Abfahrten stehen an, bevor der lange, aber mäßige Anstieg über den Thurner (1030 m) zur Weißtannenhöhe (1081 m) führt. Die 10 km nach Hinterzarten verlaufen fast nur bergab. Wer Tag 3 entschärfen möchte, nächtigt im Gasthaus Jägerheim am Rinken (Taxi ca. 20 Euro).

Etappe 3: Hinterzarten – Untermulten

40 km / 8 h / ca. 1.200 Hm im Aufstieg

Es wird hart: Von Hinterzarten sind es etwa 15 km Bergaufstrecke, bevor man auf dem Feldberg steht. Zudem endet beim Rinkengasthaus die präparierte Loipe, man kämpft sich einige Kilometer auf einem Pfad voran. Zwischen Feldberg und Stübenwasen sowie am Notschrei warten dafür super Loipen. Noch 15 km Auf und Ab bis zum Zielbucheintrag am Multen-Gasthaus.

Variante: Gemütlich in fünf Etappen

5 mal: 15-25 km / ca. 6 h / bis 600 Hm im Aufstieg

Wer viel Zeit für Pausen einplant, Orte entlang des Wegs erkunden möchte oder grundsätzlich gern gemütlich unterwegs ist, nimmt sich am besten fünf Tage Zeit für den Trek. Unterkünfte gibt es entlang des Weges reichlich, so dass eine individuelle Einteilung problemlos möglich ist. Allerdings empfiehlt es sich vor allem in Ferienzeiten, im Voraus zu buchen.

So plant ihr euren Wintersport-Trip auf dem Fernskiwanderweg:

  • Beste Zeit: Je nach Schneelage dauert die Saison des Fernskiwanderwegs von Mitte Dezember bis Mitte März. Als schneesicherster Monat gilt der Februar. Gegen Winterende profitiert man von mehr Tageslichtstunden.
  • Hinkommen: Nach Schonach im Schwarzwald kommt man mit dem Auto oder Bus und Bahn. Für den Rückweg vom Zielort Untermulten bietet sich der Nahverkehr an. Fahrplaninfo: efa-bw.de. Es gibt auch Shuttleoptionen.
  • Orientieren: Die Route ist durchgehend mit orangefarbenen Schildern markiert. Ergänzend empfiehlt sich die Loipenkarte Fernskiwanderweg Schonach-Belchen (5€).
  • Informieren: Shuttleoptionen, Loipenkarte und alles, was man über den Langlauftrek wissen sollte, findet sich auf der zugehörigen Homepage: fernskiwanderweg.de

Unterkünfte

  • Allgemeines: Eine Liste mit Hotels und Gasthäusern am Fernskiwanderweg, die gegen Gebühr auch Gepäcktransport anbieten, findet sich hier.
  • Urig und traditionsreich: Die "Kalte Herberge" bei Vöhrenbach ist gemütlich, bietet ein leckeres Frühstücksbuffet, und der Wirt weiß viel über den Fernskiwanderweg zu erzählen. DZ mit Frühstück ab 29 Euro, kalte-herberge.de
  • Zentral und familiär: Mitten im Ort Hinterzarten liegt das wanderfreundliche Hotel Imbery. Nach einem langen Skitag lockt dort eine Sauna. Ü/F im DZ ab 38 Euro, hotel-imbery.de

Einkehrmöglichkeiten

  • Kirschtorte & Co.: In rustikalem Ambiente pausiert man in der Stübenwasen-Hütte unweit des Feldberggipfels.
  • Gute Wahl: die Schwarzwälder Kirschtorte und deftige Brotzeiten. berggasthof-stuebenwasen.de

Entdeckungen abseits der Loipe:

  • Kuckucksuhren gehören zu den Wahrzeichen des Schwarzwalds. Kreative Modelle baut Rombach & Haas in Schonach. black-forest-clock.de
  • Am Anfang war der Holzski: Über Wintersportgeschichte nicht nur im Schwarzwald informiert das Skimuseum in Hinterzarten. schwarzwaelder-skimuseum.de

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