Wasser marsch! Wassersport in Friaul-Julisch Venetien

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Friaul-Julisch Venetien
Wasser marsch!

ArtikeldatumVeröffentlicht am 17.08.2026
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Wie ein blaues Band zieht sich der Fluss Tagliamento vom bergigen Nordwesten der Region zuerst nach Osten, um dann durch deren Zentrum nach Süden zu streben. Dort bildet er auf seinen letzten Kilometern vor der Adria die Grenze zu Venetien. Die 170 Kilometer lange Wasserader ist der wichtigste Fluss von Friaul-Julisch Venetien und gleichzeitig der bedeutendste der verbliebenen Wildflüsse der Alpen – er verfügt noch über ein breites, naturbelassenes Schotterbett mit verzweigten Gerinnen und dazwischen liegenden Inseln.

Neben seiner Bedeutung als Naturdenkmal ist der Tagliamento auch als Anziehungspunkt für Urlauber und Sportler wichtig: In Friaul-Julisch Venetien ist es gelungen, den Wildfluss für sportliche Aktivitäten verschiedenster Art nutzbar zu machen, ohne seine Natürlichkeit einzuschränken oder sein Gesamtbild zu verändern. So tummeln sich auf den ruhigen Abschnitten und in den schnelleren Passagen des Tagliamento heute Kanu- und Kajakfahrer sowie Packrafter, die ihre kleinen, leichten Schlauchboote wie Rucksäcke zum Startpunkt der jeweiligen Tour tragen.

Andere wilde Flüsse, vor allem in den Bergregionen im Norden des Friaul, eignen sich hervorragend fürs Canyoning. Ideale Gegebenheiten finden Outdoorer, denen eiskaltes Wasser und steile Felsrutschen ein entschlossenes Lächeln aufs Gesicht zaubern, beispielsweise im Val d’Arzino am Alpenrand im Nordwesten der Region, mitten in den Friulanischen Dolomiten.

Urlaub in Friaul-Julisch Venetien, Italien
Massimo Crivellari

Doch die Wassersportmöglicheiten von Friaul-Julisch Venetien beschränken sich keineswegs auf Flüsse und Schluchten: Viele Aktivurlauber ziehen die ruhigen Oberflächen der zahlreichen Seen dem wilden Gurgeln der Fließgewässer vor. Ein echter Hotspot ist der Lago di Cavazzo. Am größten Natursee von Friaul-Julisch Venetien haben die drei Gemeinden Cavazzo Carnico, Bordano und Trasaghis Anteile, was zum Beinamen Lago dei Tre Comuni führte. An seinem türkisfarbenen Wasserspiegel, eingerahmt von den Ausläufern der Alpen, erfreuen sich neben Kanuten und Kajakfahrern auch zahlreiche Stand-up-Paddler, die lieber aus einer aufrecht stehenden Position übers Wasser blicken.

Vom See zum Meer

Ob sitzend oder stehend: Gepaddelt wird auch an der Meeresküste Friaul-Julisch Venetiens. Vom Geheimtipp zur beliebten Destination für Kanu- und SUP-Fans hat sich beispielsweise Duino einige Kilometer nördlich von Triest entwickelt. Wer hier an der Küstenlinie entlangpaddelt, blickt auf romantische Buchten, über denen das alte und das neue Kastell des Ortes thronen.

Wer es etwas schneller mag, geht weiter westlich rund um die Inselgemeinde Grado oder in der anschließenden Laguna di Marano surfen. Und ganz ambitionierte Wassersportler, die auf ihre Koordination vertrauen, versuchen sich unter einem Drachen hängend am Kitesurfen.

Bei Stand-up-Paddlern erfreut sich der auf einer Halbinsel gelegene Ort Lignano Sabbiadoro ganz im Westen der Laguna di Marano großer Beliebtheit. Wendet man sich von hier aus in Richtung Festland, so fällt der Blick auf eine weitere Halbinsel, über die sich der Fluss Stella in weiten Schlingen windet, bevor er ins Meer mündet. Hier erstreckt sich die Riserva Naturale Foci dello Stella, das Naturschutzgebiet Stella-Mündung, das ausschließlich über den Wasserweg zu erreichen ist. Hobby-Vogelkundler finden dort zahllose Möglichkeiten zur Beobachtung ihrer gefiederten Zielobjekte – vom allgegenwärtigen Höckerschwan über Grau-, Silber- und Purpurreiher bis hin zu Rohrweihen und anderen Raubvögeln, die aus der Luft oder von Ansitzen aus auf Beute lauern. Ein spannenderes Ziel für eine SUP- oder Kajaktour als die letzten Windungen des Flusses Stella auf seiner naturreichen Mündungshalbinsel ist auch für weitgereiste Wassersportler kaum denkbar.

Wo die Freiheit grenzenlos ist

Urlaub in Friaul-Julisch Venetien, Italien
Mauro Gubiani

Während Wassersportler sich auf den blauen Flächen von Friaul-Julisch Venetien tummeln, werden sie nicht selten aus schwindelnder Höhe beobachtet: Immer wieder kreisen Abenteurer über der abwechslungsreichen Landschaft der Region, die das vielfältige Luftsportangebot zu Entdeckungen aus einer ungewohnten Perspektive nutzen. Dabei ermöglichen die friulanischen Berg- und Hügellandschaften durch ihre günstigen Winde und vor allem konstante Aufwinde ein uneingeschränktes Flugerlebnis.

Zahlreiche Veranstalter bieten im Friaul Gleitschirmflüge – je nach Ausbildung des Fluggastes allein oder im Tandem mit einem erfahrenen Piloten, der ganz nebenbei noch erklärt, welche Ausblicke sich unter dem Gespann auf Landschaft und Orte eröffnen. So starten von Gemona aus verschiedene Clubs zu Rundflügen über die Voralpen und die Moränenhügel rund um die wasserreiche Lebensader Tagliamento, und in Meduno führt eine Flugschule speziell für Angstpatienten Flugtherapien durch. In der Region lassen sich außerdem Drachenflüge buchen: Mit einem speziellen Gurtzeug im dreieckigen Gestänge des Hängegleiters gesichert, können Gäste bei diesem Sport besonders lange Langsamflüge genießen.