Das Zusammentreffen verschiedener Landschaftsformen macht Friaul-Julisch Venetien zu einem ganz besonderen Ziel für Outdoorer. Der Norden der Region bietet mit den Karnischen und Julischen Alpen sowie den Friulanischen Dolomiten faszinierende Bergerlebnisse, während weiter südlich sanfte Hügel und schließlich die liebliche Friaulische Ebene das Landschaftsbild bestimmen. Kurz: ideale Bedingungen für abwechslungsreiche Wander- und Trekkingerlebnisse also ...
Entspannt: Alpe Adria Trail
Vom höchsten Berg Österreichs zu den sanften Gestaden der Adriaküste: Der Alpe Adria Trail bringt Weitwanderer vom Fuße des Großglockners durch Österreich, Slowenien und Italien bis zum italienischen Küstenstädtchen Muggia in Friaul-Julisch Venetien, südlich von Triest. Doch obwohl der Fernweg durch die beeindruckende Bergwelt dreier Länder führt, handelt es sich um eine Genusswanderung, die eher auf Flüsse und Seen als auf Gipfel setzt. Jeder der 43 offiziell empfohlenen Abschnitte bietet mindestens eine Einkehrmöglichkeit zum Krafttanken am Mittag und mehrere Unterkünfte für die Nacht in den Zielortschaften.
Elf Etappen der Strecke (jeweils zwischen 13 und 24 Kilometer lang) führen durch Friaul-Julisch Venetien. Der Weg könnte vielfältiger nicht sein: Von den Julischen Alpen geht es über die schöne Hügellandschaft der Weinanbaugebiete Colli Orientali del Friuli und Collio vorbei an UNESCO-Kulturstätten wie Cividale del Friuli und durch Dörfer wie Cormons und Gradisca d'Isonzo bis an den Karst und die Adria. Die letzten Etappen führen am Golf von Triest entlang zu den Schlössern Duino und Miramare, bis man schließlich Triest und das Endziel Muggia erreicht.

Alpin: Ring der Friulanischen Dolomiten
Die Friauler Dolomiten stellen den idealen Zielort für Outdoorer dar, die die wilde Seite und die natürliche Schönheit der italienischen Bergwelt in größtmöglicher Ruhe und abseits aller Menschenmassen entdecken wollen. Hier genießen sie Aussichten auf landschaftliche Schätze und raue Felsformationen wie den oben abgebildeten Campanile di Val Montanaia.
Die Essenz des weitgehend unberührten Gebirges nehmen Aktivurlauber bei einer viertägigen Runde durch die wilden Täler zwischen den Gruppen Pramaggiore, Monfalconi, Spalti di Toro und Cridola auf. Auf 33,5 Kilometern Strecke bringen Friaul-Entdecker stolze 3800 Höhenmeter unter die Sohlen und können jederzeit Abstecher, Varianten und weitere Gipfel hinzufügen. Dabei sind sie nie länger als sechs Stunden pro Tag bei mittlerer Schwierigkeit unterwegs und können so die von der UNESCO zum Welterbe ernannten Landschaften zwischen 1200 und 2300 Meter Meereshöhe ausgiebig genießen. Übernachtet wird in den Hütten Giaf, Flaiban-Pacherini, Pordenone und Padova, die Abendessen und Frühstück sowie auf Wunsch ein zusätzliches Mittagessen anbieten.
Obenauf: Karnischer Höhenweg
Ganz im Norden von Friaul-Julisch Venetien markieren die Karnischen Alpen die Grenze zu Österreich. Auf den Höhen des Gebirgszuges passieren Wandernde zerklüftete Gipfel, die wie uralte Wächter emporragen, und blicken auf saftige Hochalmen und in stille Täler, die vom Eis vergangener Gletscher geformt wurden. Wer die gesamte Traversata Carnica, den Karnischen Höhenweg, in ihrer gesamten Länge begehen will, startet in San Candido im Südtiroler Pustertal und erreicht schließlich Tarvisio in Friaul-Julisch Venetien, nahe der Grenze zu Österreich und Slowenien. Die Route umfasst elf Etappen. Die sieben östlichen davon verlaufen vollständig im Friaul an der Grenze zu Kärnten.
Die grandiose Aussicht auf diesem Streckenabschnitt bezahlen ambitionierte Wanderer mit einem durchweg hohen Schwierigkeitsgrad, drei Aufstiegen über 1200 Meter und Etappenlängen bis 26 Kilometer. Den höchsten Punkt in dieser Woche bildet gleich am ersten Tag der Passo Sesis mit 2367 Metern. Insgesamt kommen an dem Tag durch stetiges Auf und Ab 1400 Höhenmeter zusammen. Doch wie für den gesamten Weg gilt auch hier: Die Mühe lohnt sich!

Vielfältig: Tageswanderungen
Neben großen Etappenwanderungen liefern die Internetseiten des Tourimusverbandes Friaul-Julisch Venetien und die App Friuli Venezia Giulia Outdoor ausführliche Informationen zu einer großen Zahl an Tageswanderungen und Spaziergängen. So können auch weniger trainierte Urlauber den landschaftlichen Reichtum der Region kennen lernen, ohne gleich mehrtägige Hüttentouren absolvieren zu müssen. Für viele der beschriebenen Routen besteht zudem die Möglichkeit, einen ortskundigen Führer zu buchen, der Neuankömmlinge und Wiederkehrer zu den schönsten Flecken oder auch unbekannteren Zielen bringt und ihren Blick für die Besonderheiten der Region schärft. Bei leichtem bis mittlerem Schwierigkeitsgrad geht es durch kühle Wälder, zu spektakulären Aussichtspunkten am Berg oder Meer oder ganz hinauf auf Grate und Gipfel – je nach Abenteuerlust und jeweiliger Fitness der Gäste.
Abenteuer in Höhlen
Wer an heißen Tagen ein cooles Erlebnis sucht, sollte eine der zahlreichen für Besucher zugänglichen Höhlen von Friaul-Julisch Venetien besuchen. Ob natürliche Gänge und Gewölbe oder ehemalige Bergwerke: Auch unter der Oberfläche erwarten die Gäste der Region spannende, oftmals mystische Eindrücke.
Viele dieser Wunderkammern offenbaren ihre urtümliche Schönheit auch Laien ohne Erfahrung in der Begehung von Höhlen. Am besten erschließen sich die jeweilige Geschichte und der spezielle Zauber der unterirdischen Welten jedoch in Begleitung erfahrener Führer, die die geologischen und historischen Besonderheiten anschaulich und verständlich erklären.

Natürliche und künstliche Höhlen
Gut erschlossen sind die touristischen Höhlen Grotta di Pradis und die Grotta Nuova di Villanova im Norden des Friaul sowie die Grotta Gigante und die Grotta Torri di Slivia in der Triestiner Karstlandschaft. Hinzu kommt die Grotta di San Giovanni d’Antro in Pulfero östlich von Udine, zu deren Eingang mehr als 86 Stufen hinauf führen. Im Innern finden sich eine Kapelle und ein Altar aus dem 18. Jahrhundert sowie mehrere Statuen aus dem 16. Jahrhundert.
Und dann ist da noch der Bergbau: In diesen einst lukrativen Wirtschaftszweig der Region tauchen Urlauber am besten durch Besichtigung der ehemaligen Kohle- beziehungsweise Bleiminen wie die Miniera von Cludinico und Raibl sowie in der Ausstellung zum früheren Asphaltschiefer-Bergwerk am Rio Resartico ein.
Wer von den Abenteuern unter Tage noch nicht genug hat, findet beim Wandern legendenbehaftete weitere Ziele wie die Tempelhöhle des Sonnengottes Mithras in Duino-Aurisina oder die Attila-Höhle bei Paularo, in der der Hunnenkönig seine unermesslichen Schätze deponiert haben soll.
Weniger mythisch ging es nach dem Zweiten Weltkrieg in der Grotta Nera nahe Triest zu, in der Kampfmittelrückstände zur Explosion gebracht wurden, bis die Wände sich schwarz färbten.
Natur-Träume zum Übernachten

Mehr als schlafen: Im Friaul werden Übernachtungen zum Genuss im Grünen.
Sauris: schlafen im Tipi
In einem versteckten Bereich des Campingplatzes Treinke in den Bergen von Sauris können je zwei Personen den nächtlichen Geräuschen der Natur lauschen und dabei auf Wunsch bei geöffneter Stirnseite ihres Tipis den Sternenhimmel betrachten. Ihr Frühstück stellen sie bei Ankunft aus einer reichen Auswahl selbst zusammen und finden es morgens in einem Picknickkorb auf der eigenen Terrasse. Bei Regen kommt es in den Speiseraum des Campingplatzes, von wo es nur ein Katzensprung zum Spa mit Whirlpool, Solarium, Sauna und Kneipp- Becken ist.
Claut: höhergelegt übernachten
Ein ganzes Dorf in den Bäumen? Das gibt es mitten in den Friulanischen Dolomiten: In den Holzhhütten des ersten Baumdorfes Italiens können ganze Familien oder Gruppen bis neun Personen den Reiz des einfachen Lebens entdecken, während die Natur bis ans eigene Fenster vordringt. Annehmlichkeiten wie warmes Wasser, Strom oder Waschgelegenheiten gibt es im "Dorfzentrum", in das man von der luftig gelegenen Baumhausterrasse aus absteigt. Hier wartet morgens auch das Frühstück auf die Wipfelstürmer und auf Wunsch stehen Lunchpakete für Ausflüge in die Umgebung bereit.
Trasaghis: einmal mit allem
Camping Lago 3 Comuni bietet Gästen, die ein Upgrade zum Zelten suchen, Übernachtungen in komfortablen "Pods" an. Dabei handelt es sich um kleine Holzbehausungen, die an liegende, halbierte Fässer erinnern, aber im Inneren mit vollständiger Ausstattung von der Küche bis zum Badezimmer glänzen. Die Bequemlichkeiten setzen sich vor der Tür fort: Hier betreten die Bewohner zuerst eine kleine Terrasse und dann einen eigenen Gartenabschnitt mit Liegestühlen. Da fällt es fast schwer, sich zum nahe gelegenen Wassersport-Hotstpot Lago dei Tre Comuni aufzuraffen.
Pontebba: coole Kiste

Wie die Malga Glazzat hält auch die Albergo Diffuso aufklappbare Starsboxen bereit.
Die Gäste der Almhütte Malga Glazzat an der Grenze zwischen Julischen und Karnischen Alpen schlafen entweder traditionell im Bauernhaus, oder sie gönnen sich eine Nacht in einer Starsbox, die ihrem Namen alle Ehre macht: Das Dach der doppeltbettgroßen Holzhütte lässt sich komplett aufklappen, um das Leuchten der Sterne hereinzulassen. Das Erlebnis in Höhen, die von den Lichtern der Ziviliation verschont bleiben, ist einmalig. Jetzt müssen Sternengucker nur noch eine Entscheidung treffen: Soll auch die Front geöffnet bleiben? Dann nämlich reicht der letzte Blick vor dem Einschlafen bis weit in die umliegenden Berge hinein.
Dörfer als Hotel: Albergo diffuso
Ganze Dörfer als Hotels, restaurierte Häuser als Unterkünfte, Frühstück und andere Dienstleistungen über eine zentrale Rezeption: Albergo Diffuso, "verstreutes Hotel", beschreibt das Konzept, in historischen Städten oder Bergdörfern leer stehende Gebäude zu vermieten. Die Idee entstand im Friaul: Nach dem schweren Erdbeben von 1976 wurden viele Häuser in der Bergregion Carnia mit den Mitteln aus einem Fond wieder aufgebaut, standen dann aber leer, weil die Bevölkerung abgewandert war. Ab 1982 wohnten Urlauber in diesen ersten Alberghi Diffusi.
Julische und karnische Alpen: Zimmer im Grünen
Mehr Bewegungsfreiheit als in der Starsbox haben Reisende in den mobilen Zimmern von Friland, die an zahlreichen Standorten innerhalb und außerhalb von Friaul-Julisch Venetien entspannte Aufenthalte abseits der großen Touristenzentren ermöglichen. Es handelt sich um hölzerne Anhänger mit einem großen Innenraum, separatem Bad und zugehörigen Außenmöbeln. Die Panoramafront und weitere Fenster lenken die Blicke in Richtung besonders attraktiver Aussichten. Nachhaltigkeit ist hier zentrales Thema: Solarpaneele versorgen die Zimmer mit grünem Strom, und der Wasserverbrauch reduziert sich dank cleverer Technik um zwei Drittel.
Malborghetto Valbruna: Luxusbaumhaus
Das Kanaltal trennt die Julischen von den Karnischen Alpen. Dort hält die Berghütte Malga Priu besondere Familiennester für Urlauber bereit, die Bergerlebnisse mit ungewöhnlichem, aber komfortablem Wohnen verbinden wollen. Zwei eiförmige, zweistöckige Baumhäuser, liebevoll "Kiefernzapfen" genannt, verzücken nicht nur Kinder durch ihre abenteuerliche Architektur mit geschwungenen Innenwänden und Wendeltreppe. An der Front tritt man durch große Terrassentüren auf die Balkone, während im hinteren Bereich Bullaugen den Raum erhellen, ohne die runde Form zu durchbrechen.
Comeglians: Chalets und mehr
Südlich der Hohen Warte, des mit 2780 Metern höchsten Grenzwächters zwischen Österreich und Italien, liegt das Dolomiti Village mit seinen eleganten, geräumigen Chalets und romantischen Baumhäusern. Wer in der kleinen, vollständig aus hellem Holz gebauten Feriensiedlung logiert, fühlt sich wie das Mitglied einer eingeschworenen Berggemeinde. Der Parkplatz liegt am Eingang der Siedlung, sodass die Übernachtungsgäste auf ihren Terrassen in völliger Ruhe ihre sportlichen Tage ausklingen lassen können. Wer beim Entspannen Unterstützung braucht, findet diese im zentralen Wellnessbereich.








