Ob Gravel- oder Mountainbike, Trekking- oder Rennrad: Dank seiner landschaftlichen Vielfalt und gut erschlossenen Radrouten hält Friaul-Julisch Venetien für jeden Fahrradtyp und jedes Fitnesslevel die richtige Erkundungstour bereit. Kaum eine Region mitten in Europa bietet ähnliche Möglichkeiten, auf durchdachten Strecken die Berge mit dem Meer zu verbinden, am Alpenrand sanft dahinzugleiten und dabei Ausblicke auf Berge und Täler zu genießen. Gleichzeitig ist die Zweiradsaison im Friaul besonders lang: Wer die alpinen Touren im Sommer angeht, kann das ganze restliche Jahr auf den Radwegen in der Ebene oder in Küstennähe in die Pedale treten, ohne sich für Ex-tremtemperaturen rüsten zu müssen.
Am Fluss: Tagliamento-Radweg (FVG6)
Den "König der Alpenflüsse" begleitet der nach ihm benannte Tagliamento-Radweg auf einer Strecke von 137 Kilometern ab Tolmezzo. Der Startpunkt liegt zwar noch in den Alpen, doch die Nähe zum Tagliamento sorgt dafür, dass insgesamt nur 250 ansteigende Höhenmeter fällig werden. Dem stehen 580 Meter in der Abfahrt entgegen, sodass die Drei-Tages-Tour insgesamt mittel bis leicht ausfällt. Das Ziel ist der Badeort Lignano Sabbiadoro an der Adria.

Alpenrand: Pedemontana-Radweg (FVG3)
In der Gemeinde Gemona del Friuli am Ausgang der Alpen quert der Pedemontana-Radweg die Tagliamento-Route. Und das nicht zufällig, denn diese Strecke von Sacile im äußersten Westen bis Gorizia ganz im Osten der Region – und Italiens – wurde erdacht, um an der Grenze des friulanischen Alpenbogens entlangzuradeln, ohne dabei den Bewegungsapparat allzu sehr zu peinigen. Auf den vier mittelschweren Etappen mit jeweils 40 bis 50 Kilometern Länge eröffnen sich wunderbare Ausblicke auf die Berge und die südlich Hügellandschaft. Als kulturelle Highlights liegen entlang der Strecke unter anderem Maniago, das für die Herstellung von Messern berühmt ist, und Cividale del Friuli, Unesco-Welterbe für langobardische Kunst. Insgesamt sind auf den gut 180 Kilometern 850 Höhenmeter im Aufstieg zu bewältigen. Wer am Ende der Tour die Landesgrenze zu Slowenien überquert, befindet sich in Nova Gorica – Gorizia, das im vergangenen Jahr zusammen mit Chemnitz zur Kulturhauptstadt Europas gekürt wurde.
Am Übergang: Alpe-Adria-Radweg (FVG1)
Die bekannteste Mehrtagestour in Friaul-Julisch Venetien führt über den Alpe-Adria-Radweg, der die Region vollständig durchquert und dabei sämtliche Übergänge zwischen den typischen Landschaften – Alpen, Voralpen, Oberitalienische Tiefebene und Adriaküste – beinhaltet. Beginnend in Tarvisio im äußersten Nordosten, verläuft die 180 Kilometer lange, in drei etwa gleich lange Etappen aufgeteilte Route am ersten Tag durch die Julischen und Karnischen Alpen zunächst west- und dann südwärts. Am zweiten Tag trifft sie auf den Tagliamento und verlässt die Berge. Die dritte und letzte Etappe endet im Küstenort Grado auf der markanten Insel, die die Laguna di Grado eingrenzt. Die 800 Höhenmeter, die im Aufstieg zu bewältigen sind, konzentrieren sich weitgehend auf den ersten Tag der mittelschweren Radtour. Die gesamte Strecke beginnt in Salzburg, Österreich.
Am Meer: Adriabike-Radweg (FVG2)
In Grado schließt an den Alpe-Adria-Radweg direkt die von Venedig kommende Adriabike-Route an, die nimmermüde Radsportler in zwei weiteren Tagen nach Triest bringt. Die erste der beiden mittelschweren Etappen startet und endet am Meer, während der größte Teil ein Stück weit im Landesinneren verläuft, wie z.B. an den Orten Marano Lagunare, Lignano und Monfalcone. Am zweiten Tag wartet das volle Küstenerlebnis von Grado bis in die Regionshauptstadt Triest. Anstiege halten sich mit insgesamt 120 Höhenmetern in engen Grenzen, und vor allem der zweite Tag bietet herrliche Ausblicke auf den Golf von Triest sowie mögliche Zwischenstopps in allen wichtigen Badeorten der Region.
Am Bach: Karnischer Radweg (FVG8)

Wer lieber Tagestouren unternehmen möchte, findet in der Region zahlreiche schöne Routen in verschiedenen Schwierigkeitsgraden:
- Nach Ravascletto radeln und über das Val Degano zurückfahren.
- Über das Val Degano nach Tolmezzo zurückkehren und dabei den Monte Zoncolan erklimmen.
Besonders beliebt ist der Karnische Radweg, der von Tolmezzo aus auf 37 Kilometern Länge am Wildbach But flussaufwärts führt. Da die Route in die Berge vordringt, müssen Radler sich auf der kurzen Strecke immerhin 380 Höhenmeter erstrampeln und dafür zweieinhalb bis drei Stunden einplanen. Von Paluzza, dem Ziel der mittelschweren Route, kann man entweder auf dem gleichen Weg zurückrollen oder die Strecke zur größeren Runde auf verkehrsarmen Straßen durch die Valcalda und Ravascletto (einfache Route) oder über den Monte Zoncolan umgestalten, eine schweißtreibende Bergetappe des Giro Italia.








