Neben grandiosen Landschaften und leckerem Essen begeistert das Trentino auch mit seiner vielschichtigen Kultur. In der Vergangenheit zogen immer wieder Völker und Armeen durch das heutige Trentino und hinterließen ihre Spuren – in Form von Sprachinseln, Burgen, Schlössern und Traditionen. Vieles davon ist heute noch sichtbar und wird weiterhin gepflegt.
Musik in den Bergen: Die Klänge der Dolomiten
Von Juni bis Ende August spielen hochkarätige Musiker vor der Naturkulisse der Dolomiten – auf Almen und Gipfeln. Die Konzerte sind kostenlos, doch der schweißtreibende Aufstieg ist der Preis. Besonders spektakulär: Sonnenaufgangskonzerte, für die alle bereits in der Dunkelheit gemeinsam aufsteigen.

Von den Zinnen der Burg hat man einen tollen Blick ins Etschtal.
Burg mit Fresken: Castello di Avio
Eine der ältesten Burgen des Trentino thront auf einem Felsrücken über der Etsch. Fresken im Haus der Wachen zeigen Kriegs- und Alltagsszenen. Im Liebeszimmer aus dem 14. Jahrhundert reitet Amor auf einem Ross, Pfeile durchbohren Herzen.

Die Skulptur der Künstlerin Lee Jaehyo aus Kastanienholz.
Freilichtmuseum: Arte Sella
Seit 1986 wächst im Val di Sella bei Valsugana ein Freilichtmuseum mit knapp 100 Installationen in Wiesen und Wäldern. Die Künstler arbeiten meist mit Naturmaterialien wie Holz und Stein. Zu sehen entlang der Wege bei Malga Costa, Cattedrale Vegetale und Villa Strobele.

Die Burg der Grafen Spaur spielte eine wichtige Rolle in der Geschichte Tirols.
Mozarts Cembalo: Castel Valer
Der Familienlegende nach spielte Mozart 1796 auf dem Cembalo im Schlosssaal. Sicher ist: Er komponierte eine Messe für den Bischof von Innsbruck. Das Schloss überragt die Apfelterrassen des Val di Non. Der achteckige Bergfried ist mit 41 Metern der höchste im Trentino. Besichtigung nur mit Führung.

Das Valle del Fersina oder Valle dei Mòcheni heißt deutsch Fersental oder Bersntol.
Lebendige Sprachinseln
Im Fersental hat sich der südbairische Dialekt Bersntolerisch erhalten – Erbe deutscher Siedler ab dem 13. Jahrhundert und späterer Bergleute. Dokumentiert im Museum S Pèrkmandlhaus und Kulturinstitut in Palù. Auf der Alpe Cimbra sprechen rund 1.000 Menschen, vor allem in Lusern, noch Zimbrisch – eine der seltensten Sprachen der Welt. Ein Dokumentationszentrum widmet sich ihrem Erhalt.

Das Dorf zählt zu den „Borghi più belli d’Italia“, den schönsten Italiens.
Ladinische Kultur: Vigo di Fassa
Das Bergdorf zu Füßen der Rosengarten-Gruppe ist Zentrum der ladinischen Kultur. Das Museum Fassa vermittelt multimedial Geschichte und Mythologie der Dolomiten – von alten Legenden bis zum Ersten Weltkrieg. Masken, Gewänder und Arbeitsgeräte dokumentieren das harte Leben in den Bergen.

Die Berghütte Malga del Doss bei Ossana gilt als idealer Standort zur Sternbeobachtung
Sternenhimmel: Ossana
Das von einer Langobardenburg bewachte Dorf zählt seit 2022 zu den schönsten Italiens. Umgeben von Wäldern nahe dem Nationalpark Stilfserjoch, ist es Ausgangspunkt für Wanderungen, Rafting und Bike-Touren. Das Besondere: Von der Malga del Doss aus lässt sich nirgends in Italien besser der Sternenhimmel beobachten.

200.000 Menschen pro Jahr besuchen den Wallfahrtsort.
Pilgerstätte: San Romedio
Der Wallfahrtsort thront auf einem 70 Meter hohen Kalkfelsen. Die älteste Kirche entstand um 1000 auf dem Grab des Hl. Romedius, der hier mit einem gezähmten Bären gelebt haben soll. 131 in den Fels geschlagene Stufen führen hinauf. Oben wird in Erinnerung ein Braunbär gehalten. 200.000 Pilger kommen jährlich.

Von Mezzano sieht man schon die Pale di San Martino.
Bergidyll: Mezzano
Das Dorf auf 640 Metern zählt zu den „Schönsten Italiens" – dank intakter Dorfstruktur und zahlreicher Fresken an den Hausfassaden. Bekannt für künstlerische Holzstapel (Castata), Käse, 400 Gemüsegärten und ein historisches Wasserverteilungssystem. Traumlage zu Füßen der Palagruppe.

Das Castel Caldes liegt mitten im gleichnamigen Ort.
Liebeslegende: Castel Caldes
Der Legende nach sperrte ein Graf seine Tochter Olina in den Burgturm, weil sie einen Minnesänger liebte. Sie starb an Liebeskummer, nachdem sie die Fresken im Turmsaal gemalt hatte. Das imposante Schloss aus dem 13. Jahrhundert steht in Caldes, einem der schönsten Dörfer Italiens. Im Sommer geöffnet.








