Alm-Wanderungen und Spuren der Geschichte
Der Lagorai ist eines der am wenigsten dicht besiedelten Gebiete des Trentino. Seinen Namen verdankt er den über die gesamte Kette verstreuten kleinen Bergseen (italienisch "lago": See), die vor etwa 10000 Jahren beim Rückzug der Gletscher entstanden. Im Sommer bietet sich die Bergkette für Panorama-Wanderungen, MTB-Touren, Reitausflüge und mehrtägige Trekkingtouren an. Auf Routen, die sowohl für erfahrene Wanderer und sportlicher Biker als auch für gemütliche Spaziergänger geeignet sind, wandert man zwischen aussichtsreichen Gipfeln und durch einsame Täler. Im Winter verwandelt sie sich in ein Paradies für Skitourengeher und Schneeschuhwanderer, mit Routen durch verschneite Wälder und Täler. Immer wieder stößt man dabei auf Spuren des Krieges. Während des Ersten Weltkriegs war der Lagorai nämlich ein wichtiger Schauplatz an der italienischen Front, mit erbitterten Kämpfen zwischen (Italien) und österreichisch-ungarischen Truppen, besonders um den Monte Cauriol.
Hütten und Höfe im Lagoria
Malga Colo
Bergbauernhof im Valsugana/Lagorai bei Roncegno. Kleiner Hofladen mit hausgemachtem Käse und Joghurt.

Rifugio Sette Selle: Die erste Übernachtungsmöglichkeit auf dem Translagorai bei Start in Palù im Fersental.
Adotta una mucca
Die Initiative des gleichnamigen Vereins in Zusammenarbeit mit dem TVB Valsugana & Lagorai verbindet 15 lokale Malgas/Almhütten und "wurde ins Leben gerufen, um die Bergbetriebe und die lokale Wirtschaft zu unterstützen und den Menschen die unberührte Natur dieser Berge vorzustellen, ihnen zu zeigen, wie man nach traditioneller Art Käse produziert, und zu verdeutlichen, was es heißt, auf einer Almhütte zu leben und Kühe zu hirten".
Rifugio Sero
Bewirtete Almhütte bei Roncegno Terme im Valsugana/Lagorai mit Übernachtungsmöglichkeiten und sehr guter Küche.
Höhenwanderwege
Translagorai
Der Weitwanderweg führt entlang des gesamten Lagorai-Kamms von der Panarotta oberhalb von Valsugana bis zum Passo Rolle zwischen Fleimstal und Primör. Für die anstrengende Querung, die auch in umgekehrter Richtung möglich ist, werden fünf bis sechs Tage benötigt, wobei man wegen fehlender bewirtschafteter Schutzhütten zum Teil in einfachen Biwakunterkünften übernachten muss.

Forte Belvedere Die Festung steht in 1177 Meter Höhe auf der Alpe Cimbra.
Via Alta del Granito
Anspruchsvolle dreitägige Rundwanderung durch die Granitgruppe Cima d‘Asta/Cime di Rava. Der Höhenweg nutzt alte Militärwege aus dem Ersten Weltkrieg ebenso wie neu angelegte Pfade und verbindet zwei der wenigen bewirteten Hütten des Gebiets. Start- und Endpunkt ist die Malga Sorgazza etwa eine Stunde Fahrt von Trento entfernt.
Kriegsmusen und Festungen
Il Museo della Grande Guerra a Caoria: Dauerausstellung zum 1. Weltkrieg auf dem Lagorai
Das von der Alpini-Gruppe des Orts Caoria im Valle del Vanoi geleitete kleine Museum tief im Lagorai zeigt Ausrüstungsgegenstände sowohl der italienischen als auch der k.u.k-Armee, Dinge aus dem persönlichen Besitz der Soldaten beider Seiten sowie zahlreiche Dokumente über den Krieg und eine einzigartige Sammlung von Vintage-Fotografien. Ganz in der Nähe befinden sich der Militärfriedhof Caoria sowie wiederhergerichtete Schützengräben, Bunker und Stellungen.
Forte Belvedere
Das zwischen 1908 und 1912 erbaute Forte Belvedere – Gschwentst eine der größten österreichisch-ungarischen Bergfestungen, die jemals gebaut wurden. Das am 18. Mai 1912 fertiggestellte Fort Belvedere war Teil einer Kette von sieben Festungen zwischen den Wiesen und Wäldern des Lagorai. Es wurde so gebaut und getestet, dass es selbst schwersten Bombardierungen standhält. Heute ist es ein Kriegsmuseum, das den Besuchern mit multimedialen Installationen den Alltag innerhalb der Festung zeigt.
Werk Colle delle Benne
Die Festung auf dem gleichnamigen Hügel oberhalb des Orts Levico Terme wurde zwischen 1880 und 1882 zusammen mit der Zwillingsfestung Forte di Tenna von den Österreichern auf dem Colle di Tenna erbaut. Eine Reihe von Schutzgräben führt weiter hinauf bis zur Festung Busa Granda.





