Warum wir Trekking so lieben
Tipps für Mehrtagestouren und Trekking mit Zelt
OD 2016 Montenegro Dumitor Corbis

Wanderungen und Bergtouren in Montenegro

Europas stille Winkel: Montenegro Im Land der schwarzen Berge: Montenegro

Wanderer, die in Europa nach neuen Eindrücken suchen, werden in Montenegro fündig. Vom Massentourismus wie in anderen Adria-Anrainern ist in dem erst seit zehn Jahren unabhängigen Kleinstaat zwischen Bosnien-Herzegowina und Albanien wenig zu spüren.

Das etwa 100 mal 120 Kilometer große Montenegro wartet mit hervorragenden Bedingungen für Wanderer auf. Im Gegensatz zu den Karstlandschaften der nördlicheren Adriaregionen wächst hier bis in große höhen Wald, was dem Land den Namen »Schwarze Berge« eingebracht hat und Wanderern Schutz vor der glühenden Mittelmeersonne verspricht. Die Landschaft gibt sich vielfältig. Die Palette reicht vom südlichsten Fjord Europas, der Bucht von Kotor, bis in die zerklüfteten Kalkberge des Durmitor-Massivs, das am Bobotov Kuk 2522 Meter erreicht. Noch wilder gibt sich die Bergwelt der Prokletije, ganz im Osten an der Grenze zu Albanien. Der Karst formt sich hier zu schroffen Felsnadeln und riesigen Schotterfelsen. Im Gegensatz zu anderen Staaten des ehemaligen Jugoslavien besteht in Montenegro übrigens keine Gefahr durch Landminen.

Montenegro – Tourentipps:

Tour 1: Schon in der Antike bot Europas südlichster Fjord, die Bucht von Kotor, einen der besten Naturhäfen. Heute ist sie UNESCO Natur- und Kulturerbe. Wanderer verschaffen sich auf einer Überschreitung des Vrmac-Rückens einen Überblick. Der gut ausgebaute Weg führt von Lepetane über den Sveti Illija (743 m) nach Kotor (5 Stunden, 800 Hm).

Tour 2: Der auf 1500 Metern gelegene Durmitor-Nationalpark besticht durch viele Höhlen, Gletscherseen und den höchsten, ganz in Montenergro gelegenen Gipfel, den Bobotov Kuk (2522 m). Wanderer starten am Durmitor Seldo auf 1908 Metern und wandern auf abwechslungsreichen Pfaden in fünfeinhalb Stunden auf den Gipfel und zurück.

Tour 3: Im wilden Osten Montenegros: In 6,5 Stunden einmal um den Gebirgsstock des Komovi führt die spektakuläre Tour von Eko Katun Štavna bei Andrijevica. Auf dem Weg liegen schöne Almdörfer, glasklare Bäche und herrliche Wälder.

Mehr Infos: Montenegro, Marcus und Rosemarie Stöckl, Rother, 12,90 Euro.
oder auf www.visit-montenegro.com

Die wilden Fünf: Für jeden Outdoor-Freund der passende Nationalpark

Für Kletterfreunde, denen ein 2000er allein zu wenig ist: der Durmitor Nationalpark

Im Winter ist der knapp 400 Quadratkilometer große Durmitor Nationalpark im Norden Montenegros eine beliebte Wintersportregion, im Sommer zieht er Wanderer, Bergsteiger und Naturliebhaber in seinen Bann. Kein Wunder, überschreiten doch allein 48 Gipfel des Parks die 2.000-Meter Grenze. 1980 wurde der Nationalpark Welterbe der Unesco - die atemberaubende Landschaft mit dem zweithöchsten Gipfel des Landes, dem Bobotov Kuk (2.523 Meter), der tiefsten Schlucht Europas (Tara Schlucht, 1.300 Meter) und den 18 saphirblauen Gletscherseen ist einmalig und schützenswert. In den weitläufigen, intakten Kiefernwäldern leben noch heute Braunbären, Adler, Wölfe und Luchse. Wandertipp:Eine der schönsten Aussichten zum Bezimeni Vrh (2.487 Meter), Bobotov Kuk (2.523 Meter) und dem Djevojka (2.440 Meter) bietet der Berg Planinica. Zwischen all den Felsriesen wirkt der Planinica trotz seiner 2.330 Meter nur wie ein sanfter Hügel. Vielleicht bedeutet er auch deshalb übersetzt "kleiner Berg". Im Sommer ist er bei guten Witterungsbedingungen einfach zu besteigen – die Wege sind gut beschildert.

Für Wanderer, die den Blick in die Ferne lieben: der Lovcen Nationalpark

Ein Wanderausflug in das reizvolle Naturschutzgebiet Lovcen gehört zum Pflichtprogramm einer jeden Montenegro-Reise. Das Besondere am Lovcen Nationalpark ist seine Vielfalt: eine einzigartige Mischung aus kulturhistorischen Denkmälern, einer überwältigenden Pflanzenvielfalt und dann natürlich: atemberaubende Berglandschaften. Die Straße von Kotor zur alten Hauptstadt Cetinje am Fuße des Lovcen-Berges ist bereits spektakulär – 25 haarsträubende Serpentinen klettern immer höher hinauf und eröffnen traumhafte Ausblicke. Für Wanderer gibt es zahlreiche gut ausgeschilderte Wege – von einfach bis anspruchsvoll. Wanderguides führen auf Wunsch auf einsamen Pfaden durch den Park, begleiten Schwindelfreie auf Aussichtsplattformen und vermitteln Wissenswertes über die Region. Wer den Nationalpark Lovcen besucht, wird schnell Aus- und Weitblick-süchtig: Nachdem die 461 Stufen hinauf zum höchstgelegenen Grabtempel der Welt – dem Mausoleum des montenegrinischen Dichters und Erzbischofs Petar II. Petrović Njegoš auf dem Berg Jezerski Vrh (1.657 Meter) – Schritt für Schritt gemeistert sind, wird aus dem erschöpften "Puh" schnell ein begeistertes "Ah". Von hier oben genießt man einen fantastischen Ausblick auf gleich zwei Meere: das steinerne der umliegenden Karstlandschaft und das blaue der Adria.

Für Urwald-Wanderer: der Nationalpark Biogradska Gora

Klein, aber fein: der Nationalpark Biogradska Gora im Zentrum der montenegrinischen Bjelascia-Bergkette ist der zwar kleinste der fünf Nationalparks des Landes, dennoch, oder vielleicht gerade deswegen ein ganz besonderer. Neben einer unglaublichen Artenvielfalt und stillen Gletscherseen finden Naturfreunde hier einen der letzten "echten" Urwälder Europas. König Nikola I. erkannte den immensen Wert dieser einzigartigen Naturlandschaft und stellte die Region bereits 1878 unter seinen Schutz – nur 14 Jahre nachdem mit dem Yellowstone-Park in den USA der erste Nationalpark der Welt gegründet wurde. Rund um die Gipfel des Zekova Glava und des Crna in gut 2.000 Meter Höhe finden geübte Wanderer ein weitläufiges Wegenetz - und eine ergreifende Ruhe.

Für Wanderer, die einmal die Ersten sein wollen: der Prokletije-Nationalpark

Der Prokletije-Nationalpark im gleichnamigen Bergmassiv im Nordosten Montenegros zählt wohl zu den unberührtesten Gegenden Europas. Auf den Wanderer warten üppige Wälder, schroffe Felsnadeln, spiegelglatte Gletscherseen und absolute Einsamkeit. Obwohl Prokletije übersetzt "Die Verdammten” bedeutet, sollte man sich von der Namensgebung nicht abschrecken lassen. Tatsächlich wirken die teils kargen Berge und ganzjährig eisigen Hochplateaus auf den ersten Blick wenig einladend, doch die faszinierende Landschaft ist fast unberührt und die Gastfreundlichkeit der Bewohner in den abgelegenen Tälern unvergleichlich. Die einsame Bergwelt mit ihren markanten Tälern und Schluchten, wilden Bächen und stillen Gletscherseen lädt zum Wandern, Klettern, Trekken und Erobern ein: Hier gibt es tatsächlich noch Regionen, in die zuvor noch kein anderer Besucher seinen Fuß gesetzt hat.

Für Wanderer, die sich verzaubern lassen wollen: der Skadarsko Jezero Nationalpark

Obwohl der Skadar-See im Frühjahr nach der Winterschmelze etwa auf die Größe des Gardasees heranwächst und damit zum zweitgrößten See Südeuropas wird, ist das Süßwasserreservoir vielen noch völlig unbekannt. Mit 270 Vogelarten ist der Skadar-See eines der größten Vogelschutzgebiete Europas: Einige der letzten Pelikane Europas, aber auch Störche, Reiher, Falken und Adler haben hier ein geschütztes Refugium gefunden. Es ist ein traumhaft schönes, märchenhaft anmutendes Gebiet, umgeben von steilen Bergen, Insel-Klöstern, klaren, türkisfarbenen Gewässern und einem riesigen Teppich aus schwimmenden Seerosen. Wer eine Wanderung auf einer der insgesamt neun markierten Wege durch den Nationalpark macht, kommt verzaubert zurück und wird sicherlich zustimmen, dass der See nicht nur der Legende nach aus den Tränen einer Fee entstanden sein muss.

Der Besuch der Nationalparks ist kostenpflichtig: Tagestickets ab 2,- Euro sowie Karten und ausführliches Informationsmaterial sind in den jeweiligen Besuchszentren erhältlich.

OD-2013-Trekkingstiefel-Hanwag-Alaska-GTX (jpg)
Sonstige Outdoor-Schuhe
OD_0715_instructor_trekkingstoecke_(7) (jpg)
Camp & Equipment
Dieser Artikel kann Links zu Anbietern enthalten, von denen outdoor-magazin eine Provision erhält. Diese Links sind mit folgendem Icon gekennzeichnet:
Zur Startseite
Mehr zum Thema Trekking
OD 0716 Fjällräven Zelt Special Boden Untergrund Fels
Camp & Equipment
Camping and Making Sausages on the Campfire
Touren & Planung
Rucksack packen - Trekking
Touren & Planung
OD 1009 Trekkingstoecke im Test14 (jpg)
Sonstiges