Alpenüberquerungen gehören weiterhin zu den beliebtesten Reisetrends bei Wanderern. Doch bekannte Routen wie der E5 von Oberstdorf nach Meran sind längst an ihre Grenzen gestoßen: volle Wege, lange Etappen und Unterkünfte, die oft schon ein Jahr im Voraus ausgebucht sind.
Mit der neuen 4-Länder-Alpenüberquerung, die 2026 eröffnet wurde, gibt es nun eine echte Alternative – ruhiger, komfortabler und landschaftlich überraschend vielseitig.
Wie verläuft die Route?
Die 7-tägige Alpenüberquerung startet im Kleinwalsertal und endet in Taufers im Münstertal. Dazwischen durchqueren Wanderer vier Länder und erleben dabei ständig wechselnde Landschaften – von alpinen Hochlagen bis zu südlich geprägten Tälern.
Ein besonderes Merkmal der Route ist ihr Verlauf durch das Herz der Alpen. Mehrfach werden Hauptwasserscheiden überschritten. Entlang kleiner Bäche entscheidet sich, ob das Wasser über die Donau ins Schwarze Meer, den Rhein in die Nordsee oder über die Etsch ins Mittelmeer fließt. Für viele Wanderer ist genau das ein faszinierender Nebenaspekt dieser Tour.
Die Wege sind überwiegend leicht bis mittelschwer, technisch anspruchsvolle Passagen bleiben die Ausnahme. Damit eignet sich die Route ideal für alle, die eine echte Alpenüberquerung suchen, ohne sich auf hochalpine Extremtouren einzulassen. Gleichzeitig verläuft die Strecke bewusst abseits der stark frequentierten Klassiker.
Die Etappen im Überblick
Etappe 1
Kleinwalsertal (A) – Lech am Arlberg (A): 13,5 km / 1.600 hm
Die Etappe führt durch das Kleinwalsertal und die Allgäuer Alpen bis zum südlichsten Punkt Deutschlands mit seinem markanten Grenzstein Nummer 147.
Etappe 2
Lech am Arlberg (A) – Klostertal (A): 14 km / 1.550 hm
Vom Zugertal, einem der eindrucksvollsten Hochtäler Österreichs, verläuft die Route zur Ravensburger Hütte und anschließend entlang des Spullersees ins Klostertal.
Etappe 3
Klostertal (A) – Montafon (A): 9,5 km / 950 hm
Ein gleichmäßiger Anstieg führt zum Muttjöchle (2.074 m), das mit einem 360-Grad-Panorama belohnt. Das Etappenziel liegt im Montafon, dem südlichsten Landesteil Vorarlbergs.
Etappe 4
Montafon (A) – Klosters (CH)
11,5 km / 1250 hm
Über alte Schmugglerpfade führt die Route am Schlappiner Joch (2.202 m) über die österreichisch-schweizerische Grenze nach Graubünden.
Etappe 5
Klosters (CH) – Scuol (CH): 14,5 km / 850 hm
Das Unterengadin zeigt sich mit rätoromanischer Kultur, historischen Steinhäusern und großzügigen Dorfbrunnen. Die Etappe verläuft über angenehme Wege in moderaten Höhenlagen. Zwischendurch lädt ein kleiner Badesee zur Abkühlung ein.
Etappe 6
Scuol (CH) – Taufers im Münstertal (I): 15 km / 1.500 hm
Der höchste Punkt der 4-Länder-Alpenüberquerung liegt an der Grenze zwischen der Schweiz und Italien auf 2.292 Metern. Beim Abstieg in den Vinschgau ist der Ortler (3.905 m) ein ständiger Blickfang.
Welche Unterkünfte gibt es entlang der Route?
Im Gegensatz zu vielen klassischen Alpenüberquerungen setzt die 4-Länder-Route auf komfortable Hotelübernachtungen. Statt Hüttenübernachtungen wird in gemütlichen Hotels und Gasthöfen geschlafen, meist in Talorten oder an Übergängen.
Das bringt mehrere Vorteile:
- erholsamer Schlaf und bessere Regeneration
- regionale Küche und kulturelle Vielfalt
- kein Gedränge in Schlaflagern
Ein zentrales Element des Konzepts ist der Gepäcktransport. Wanderer sind tagsüber nur mit leichtem Tagesrucksack unterwegs, während das Hauptgepäck zur nächsten Unterkunft gebracht wird. Das macht die Alpenüberquerung deutlich entspannter und spricht auch Genusswanderer an.
Wann sollte ich mit der Planung beginnen?
Auch wenn die 4-Länder-Alpenüberquerung weniger bekannt ist als der E5, gilt: früh planen zahlt sich aus. Für die Hauptsaison von Juni bis September empfiehlt es sich, jetzt schon mit der Organisation zu beginnen.
Gerade die begrenzte Anzahl an Hotels entlang der Route sorgt dafür, dass Termine in der Hochsaison schnell vergeben sind. Wer zeitlich flexibel ist, kann auch kurzfristiger starten, sollte dann aber bei Unterkünften und Etappen Kompromisse einplanen.












