Die vielen hochkarätigen Neuheiten sorgten schon im Vorfeld für Hochspannung: Deuter hat Deutschlands meistverkauften Wanderrucksack mit Netzrücken und zigfachen outdoor-Testsieger überarbeitet, den Futura, Vaude seinen Bestseller Wizard. Weitere Highlights gibt es bei den Körperkontaktsystemen: Weltmarktführer Osprey verpasste seinem günstigen Verkaufsschlager Sportlite ein Facelift, Gregory legte die Alpinpack-Serie Alpinisto neu auf. Und hinter dem jungen Schweizer Label Nola steckt einer der genialsten Rucksackentwickler der Branche: David Freitag. In einigen unserer früheren Testsieger und Kauftipps der Marke Bach steckte sein Know-how.
Alle Rucksäcke in einem Überblick
Netzrückenmodelle
Im Vergleich zu den Herrenmodellen haben sie kürzere Rücken sowie schmalere und stärker vorgeformte Schulter- und Hüftgurte, damit sie sich besser an die weibliche Anatomie anschmiegen. Auch zierlichen Männern und Jugendlichen passen sie häufig besser, während große, kräftige Frauen eher mit einem Herrenrucksack zurechtkommen. Alle Modelle gibt es auch als Damenversion. Drei der Netzrücken-Kandidaten bieten höhenverstellbare Schulterträger. So lässt sich der Verlauf der Gurte an Nacken und Brust anpassen. "Kaum zu glauben, dass ein oder zwei Zentimeter höher oder tiefer so viel ausmachen", sagt outdoor-Online-Redakteur Ralf Bücheler. Scheuerte der Träger zuvor am Hals und drückte unten auf die Rippen, liegt er nun bequem an.

Handy & Co. kannst du in Schultergurtfächern griffbereit parken. Das geht bei Exped, Nola, Rab und Mammut.
Körperkontaktmodelle
Die Körperkontaktmodelle sind im Schnitt gut zehn Prozent leichter als die Netzrücken. Eine extra Damenversion gibt es nur von Salewa, doch durch die eher schmalen und flexiblen Schulter- und Hüftgurte passen die Kandidaten von Gregory, Klättermusen und Nola auch zierlichen Personen wie Testerin Katleen Richter gut.

Dank luftiger Polster und Netzrücken verdunstet Schweiß effektiv. Das erhält deine Leistungsfähigkeit.
Wie wir Wanderrucksäcke testen
- Trageverhalten: Für das wichtigste Testkriterium beladen wir jeden Rucksack nach gleichem Muster mit identischem Gewicht (sechs Kilo) und gehen damit im Team auf Tour. Unterwegs tauschen wir die Modelle durch, dabei wird das Tragesystem eines jeden Rucksacks neu auf den Träger oder die Trägerin angepasst. Beim Wandern liegt das Hauptaugenmerk der Testcrew auf den Punkten Anschmiegsamkeit, Sitz am Rücken, Ventilation/ Klimakomfort sowie Bewegungsfreiheit. Ebenfalls im Fokus liegen die Kontrollierbarkeit der Last bei hastigen Bewegungen, die Kopffreiheit nach hinten und die Lastübertragung: Im Idealfall verteilt sich das Gewicht gleichmäßig auf den Beckenkamm, den Rücken und nur zu einem sehr kleinen Teil auf die Schultern.
- Belüftung: Wie gut die Testkandidaten abdampfen, ermitteln wir ebenfalls im direkten Vergleich. Dabei achtet sie vor allem auf den Rücken und checkt beim Wechseln der Rucksäcke die Nässe des T-Shirts. Neben der Tragesystemart zählt auch die Größe der Auflagefläche. So dampfen Modelle mit schmalen Auflagen (im Test: Bach, Mammut, Sale wa) besser ab als solche, die den Rücken komplett belegen. Ebenfalls im Blick: Schulter und Hüftgurte. Breite, laststabile Modelle können sich schnell als Hitzestaufallen erweisen.
- Ausstattung: Wichtiger als die schiere Anzahl der Features ist deren Praxistauglichkeit und Bedienbarkeit. Nicht fehlen dürfen Kompressionsriemen (am besten vier oder mehr), Seitenfächer aus Stretchmesh für Trinkflaschen und genug Stauraum für Kleinigkeiten, die in Griffweite liegen sollten (Smartphone, GPS, Handschuhe, Mütze). Bedienung Lassen sich die Zipper und Schnallen auch mit Handschuhen greifen und bedienen? Wie gut gleiten die Reißverschlüsse, und wie leicht lassen sich Tragesystem und Brustgurthöhe verstellen? All das prüft das Testteam auf Tour.
- Robustheit: Je kräftiger und abriebfester die Materialien, desto besser schneidet ein Rucksack in diesem Kriterium ab. Grobzahnige Reißverschlüsse mit vernickelten Schiebern, eine extra saubere Verarbeitung (mit eingefassten Nähten etwa) und umweltfreundliche Materialien geben Bonuspunkte
- Volumen und Gewicht: Rucksackhersteller ermitteln das Packvolumen mit unterschiedlichen, meistens nur grob vergleichbaren Methoden. Deshalb messen wir das Fassungsvermögen mit eigenen Volumensäcken. Außerdem wiegen wir alle Rucksäcke selbst – ohne Regenhülle, falls diese zum Lieferumfang gehört. So lassen sich die Werte gut vergleichen. Das Gewicht bewerten wir immer im Verhältnis zum Volumen des jeweiligen Rucksacks.

Für den Tragetest muss jeder Kandidat gleich viel wiegen. In diesem Test exakt 8 kg.
Der komplette Vergleichstest zum Download

Alle Testkandidaten bieten Halterungen, um die Trekkingstöcke sicher am Rucksack festzuschnallen.
FAQ: Alles, was man über Wanderrucksäcke wissen muss
Rucksack FAQ
Beim Kauf eines Wanderrucksacks sind vier Aspekte besonders wichtig: das Volumen, die Ausstattung, das Tragesystem und die passende Rückenlänge. Ein gut sitzender Rucksack, der auf Ihre Touren abgestimmt ist, steigert den Komfort und die Leistungsfähigkeit erheblich. Es wird empfohlen, den Rucksack vor dem Kauf gut beladen Probe zu tragen.
Das benötigte Volumen hängt stark von der geplanten Tour ab:
- Tagestouren: Für Tageswanderungen sind Rucksäcke mit einem Volumen zwischen 20 und 30 Litern in der Regel ausreichend.
- Wochenendtrips und Hüttentouren: Hierfür eignen sich Modelle mit einem Volumen von 22 bis 36 Litern.
- Mehrtägige Trekkingtouren mit Zelt: Wenn Sie mehrere Tage mit Zelt und Selbstversorgung unterwegs sind, benötigen Sie deutlich mehr Stauraum, oft ab 50 Litern aufwärts.
Ein guter Wanderrucksack sollte über praktische Features verfügen. Dazu gehören Kompressionsriemen, um den Inhalt zu sichern, seitliche Stretch-Taschen für Trinkflaschen und genügend Stauraum für schnell zugängliche Kleinteile wie Smartphone oder GPS-Gerät. Eine integrierte Regenhülle und Befestigungsmöglichkeiten für Trekkingstöcke sind ebenfalls von Vorteil.
Bei einem Rucksack mit Netzrücken wird ein Netz über einen Metall- oder Kunststoffrahmen gespannt, das am Rücken anliegt. Dadurch entsteht ein Abstand zwischen Rücken und Rucksack, was eine hervorragende Luftzirkulation ermöglicht.
Netzrücken-Rucksäcke sind ideal für:
- Tagestouren und Wanderungen in gemäßigtem Gelände: Hier spielen sie ihren Vorteil der hervorragenden Belüftung voll aus.
- Sommerliche Wanderungen und Touren in warmen Regionen: Der erhöhte Tragekomfort durch die geringere Schweißbildung ist hier ein großer Pluspunkt.
- Alltagsgebrauch: Modelle wie der Vaude Wizard sind aufgrund ihrer Vielseitigkeit auch für den Alltag geeignet.
Ein Kontaktrücken liegt direkt am Körper an. Das Tragesystem ist so konzipiert, dass die Last nah am Körperschwerpunkt getragen wird, was die Stabilität erhöht. Für eine ausreichende Belüftung sorgen oft luftige Schäume und Ventilationskanäle.
Kontaktrücken-Rucksäcke sind die bessere Wahl für:
- Anspruchsvolle Bergtouren, Klettersteige und alpines Gelände: Die exzellente Lastkontrolle sorgt hier für mehr Sicherheit und Stabilität.
- Touren mit höherem Gewicht: Bei schwerer Beladung ermöglicht der körpernahe Sitz eine bessere Gewichtsverteilung.
- Aktivitäten, bei denen viel Bewegungsfreiheit gefordert ist: Modelle wie der Nola Viandar oder der Gregory Alpinisto bieten eine hervorragende Lastkontrolle bei gleichzeitig hoher Bewegungsfreiheit.












