Kaufberatung Lawinenairbags
Die besten Lawinenrucksäcke

Skitouren-Special

Dank Auftriebskörper senken Lawinenrucksäcke das Verschüttungsrisiko auf Tour enorm. Worauf es ankommt und welche Unterschiede es gibt, lest ihr hier ...

Mammut
Foto: Black
In diesem Artikel:
  • Wie sinnvoll ist ein Lawinenrucksack?
  • Preise für Lawinenrucksäcke beginnen bei ca. 600 Euro
  • Doch wie sieht’s aus beim Gewicht, liegen hier nicht Gasdrucksysteme vorn?
  • Die aktuellen Top-Modelle auf dem Markt – Überblick
  • Tourenski-Test und mehr
  • Winterbekleidungs-Highlights 2023

Wie sinnvoll ist ein Lawinenrucksack?

Gänzlich ausschließen lässt sich das Verschüttungsrisiko auf einer Skitour zwar nie, wohl aber minimieren. Etwa durch ein genaues Studium des Lawinenlageberichts, durch eine achtsame Routenwahl – und durch einen Lawinenrucksack: Ein kurzer, kräftiger Zug am Auslösegriff, und schon füllt sich ein im Rucksack versteckter Ballon in Sekunden mit Luft. Der Airbag vergrößert das Volumen des Skifahrers, statt in der Lawine zu versinken treibt er damit im Idealfall auf der Oberfläche.

Skitouren-Special

Trotz gleichem Grundprinzip setzen die Hersteller auf zwei unterschiedliche Systeme: Gasdruck und Gebläse. Die weit verbreiteten Gasmodelle pumpen den Ballon mit einer Kartusche aus Stahl oder – leichterem – Carbon auf. Bei beiden wird nach jeder Zündung eine frische Patrone fällig. Anders als bei der mehr und mehr aufkommenden Gebläse-Alternative: Hier füllt eine Hochleistungsturbine den Airbag mit Luft. Den nötigen Strom liefern aufladbare, kältefeste Stromspeicher (Superkondensator oder Lithium-Akku). Steht der Preis im Fokus, haben Gasdruckvertreter nach wie vor die Nase vorn.

Preise für Lawinenrucksäcke beginnen bei ca. 600 Euro

Online kann man einige Gasdruck-Lawinenairbags schon für knapp 600 Euro bekommen. Die Einstiegspreise bei Herstellern wie ABS, Arva und Mammut liegen bei etwa 700 Euro. Und die Gebläsekonkurrenz von Arc’teryx, Ortovox oder Scott gibt es erst ab ca. 1100 Euro. Letztere lockt aber mit handfesten Vorteilen, etwa einem Selbsttest, sobald du das System aktivierst. Vor allem aber lassen sich die Airbags mit einer Kondensator- oder Akkuladung zwei- bis viermal füllen – im Vergleich zu Kartuschenmodellen ein Plus an Sicherheit, insbesondere bei aufeinanderfolgenden Lawinenabgängen und auf Mehrtagestouren.

Doch wie sieht’s aus beim Gewicht, liegen hier nicht Gasdrucksysteme vorn?

Sie lagen. Die jüngste Turbinengeneration wie Litric von Arc’teryx und Ortovox oder E2 von Alpride erhöht das Rucksackgewicht nur um ein gutes Kilo – kaum mehr als bei den leichtesten Kartuschen-Airbags.

Doch egal für welches System du dich entscheidest, von beiden steht ein breites Angebot an Rucksäcken bereit – für flotte Sprints abseits der Piste wie für ausgedehnte Gebietstraversen.

Du benötigst mehrere Rucksackgrößen? – Viele Gasdrucksysteme kannst du entnehmen und in andere Rucksack-Modelle umziehen. Bei Black Diamond, Arva und Ortovox (Litric) sitzen die Airbags dagegen im Tragesystem, an das du Packsäcke verschiedener Größen zippen kannst.

Die aktuellen Top-Modelle auf dem Markt – Überblick

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Hersteller

ABS A.Light Go

An Freerider und andere Off-Piste-Piloten wendet sich der A.Light Go von ABS (22 Liter, ab 2450 Gramm, 689 Euro). Sein neues Auslösesystem EasyTech lässt (ohne eingesetzte Kartusche) beliebig viele Testzündungen zu. Als weitere Besonderheit setzt der Lawinen-Airbag-Pionier auf zwei große, getrennte Ballone, was zum einen die »Auftriebsfläche« bei Verschüttung, zum anderen die Sicherheit gegen einen Ausfall erhöht.

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Skitouren Rucksäcke
Hersteller

Arva Airbag Tour Switch

Tagestrip oder mehrtägige Gebietsdurchquerung? Beides! Beim Airbag Tour Switch von Arva kannst du das Tragesystem mit Airbag durch anzippbare Packsäcke zum individuellen Rucksack mit 25 und 40 Liter Inhalt kombinieren. Wie alle Modelle der Franzosen besitzt auch der Airbag Tour Switch einen Doppelballon mit getrennten Kammern, den eine Stahl- oder Carbonkartusche aufpumpt (ab 1980 Gramm, 689 Euro).

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Hersteller

BCA Float E2-35 Avalanche Airbag

Auch im Float E2-35 Avalanche Airbag (2762 g, 1250 Euro) von BCA steckt die elektronische E2-Technologie von Alpride (siehe Scott). Der Rucksack aus wasserdichtem Nylongewebe, der in zwei Rückenlängen angeboten wird, zielt mit einer Größe von 31 Litern vor allem auf Tages- und Wochenendtrips. Freerider und Variantenfahrer finden im Float E2-25 Avalanche Airbag eine kompaktere Alternative (25 Liter).

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Hersteller

Black Diamond Jet Force Pro 25L

Abstecher abseits der Piste und Kurztouren sind das Metier von Black Diamonds 25-Liter-Modell Jet Force Pro 25L (2870 g, 1220 Euro). Im Auslösefall pumpt ein akkubetriebenes Gebläse einen 200-Liter-Ballon voll mit Luft – bis zu vier Mal pro Akkuladung. Und bei Verschüttung entleert die Turbine den Airbag wieder, erzeugt dadurch einen luftgefüllten Hohlraum zum Atmen, der die Überlebenschancen erhöht.

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Hersteller

Scott Patrol E2 30

Scott stattet seine Lawinenrucksäcke seit jeher mit Technik von Alpride aus – den Patrol E2 30 für 1100 Euro (30 Liter, 2720 Gramm) etwa mit dem neuen E2-System. Die Turbine zum Befüllen des Ballons treibt ein Superkondensator an, der sich per USB-CAnschluss oder mit zwei AA-Zellen nachladen lässt. Im Vergleich zum Vorgänger E1 fällt das Systemgewicht durch ein leichteres und kompakteres Gebläse auf magere 1140 Gramm.

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Hersteller

Deuter Alproof 22/30

Deuter gibt mit dem Alproof ein vielversprechendes Comeback bei Lawinenrucksäcken. Was zum einen an den E2-Turbinen-Airbags von Alpride liegt (siehe Scott), zum anderen an der üppigen Ausstattung mit Halterungen für Ski, Snowboard und Helm, Materialschlaufen am Hüftgurt sowie Safety-Fach. Der Newcomer tritt mit 22 und 32 Litern Inhalt an, jeweils auch als Damenversion mit kürzerer Rückenpartie (ab 2400 g, 1200 Euro).

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Skitouren Rucksäcke
Hersteller

Mammut Tour 30 Womens Removeable Airbag

Mit dem Tour 30 Women Removable Airbag 3.0 bietet Mammut Frauen einen Lawinenrucksack mit kürzerer Rückenpartie und einem an die weibliche Anatomie angepassten Tragesystem. Der 30-Liter-Pack (810 €) wiegt mit Carbonkartusche nur 2410 Gramm. Viel dazu bei trägt das 1010 Gramm leichte Removable Airbag-System 3.0 (R.A.S.), das sich auch in weitere Rucksäcke der Schweizer und anderer Anbieter einsetzen lässt.

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Skitouren Rucksäcke
Hersteller

Evoc Line R.A.S. 20

»R.A.S. ready« – der Evoc Line R.A.S. 20 wird ohne Airbag-System verkauft, ist aber mit dem Removable-Airbag-3.0-Modul von Mammut kompatibel. Das kompakte 20-Liter-Modell für Tagestrips glänzt mit Halterungen für Ski, Snowboard und Schneeschuhe sowie einem Notfallfach für Schaufel und Sonde. Überzeugend: das niedrige Gewicht (2210 g) und der faire Preis (699 Euro mit R.A.S.-System) des vielseitigen Rucksacks.

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Skitourenspecial 12/2021: Safety
Hersteller

Osprey Soelden Pro 32 / Sopris Pro 30

Beim Lawinenrucksack Soelden Pro 32 greifen die US-Amerikaner auf das bewährte E1-Airbagsystem von Alpride zurück. Nach einem kurzen, kräftigen Zug am Auslösegriff füllt ein superkondensatorbetriebenes Turbogebläse den Airbag sekundenschnell mit Luft – bis zu zweimal pro Ladung. Der Superkondensator lässt sich mittels Micro-USB-Anschluss oder – zum Beispiel auf mehrtägigen Skitouren – mit zwei AA-Batterien wieder aufladen. Doch der Lawinenrucksack überzeugt auch in puncto Tragekomfort und Lastenkontrolle: Selbst bei wilden Tiefschneeschwüngen und voller Ladung saß er in unserem Test geradezu wie festgeklebt am Rücken, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken. Und egal ob Fixierungen für Ski, Schneeschuhe, Snowboard und Helm, Materialschlaufen am Hüftgurt - die vielseitige Ausstattung macht den 32-Liter-Rucksack zur perfekten Wahl für Wintertouren aller Art. Der Osprey-Lawinenrucksack ist auch als Damenmodell Sopris Pro erhältlich (30 Liter Volumen).

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Hersteller

Ortovox Avabag Litric Tour 30

Ortovox, bekannt für hochwertige Gasdruckairbags, geht erstmals auch mit Gebläserucksäcken an den Start. Die Allgäuer pflanzen das in Kooperation mit Arc’teryx entstandene, ultraleichte Litric-System in eine »Baseunit« mit Tragesystem, an die sich Packsäcke mit 16 bis 40 Liter Inhalt andocken lassen. Empfehlung für Tagesausflüge: der Avabag Litric Tour 30 (2410 Gramm, 1150 Euro).

Hinweis der Redaktion: Im November 2022 ist Ortovox leider auf ein technisches Problem aufmerksam geworden. In seltenen Fällen könnte sich dies auf die Gebläseeinheit des Airbags auswirken und würde damit die Schutzwirkung verringern. Vom LiTRIC-System selbst geht keine Gefahr aus. Aus Sicherheitsgründen bittet der Hersteller daher, deinen AVABAG LiTRIC nicht weiter in lawinengefährdetem Gelände zu benutzen und an Ortovox zurückzuschicken. Zurückgerufen werden aus diesem Grund freiwillig alle Ortovox Avabag Litric Modelle (Avabag Litric TOUR, Avabag Litric FREERIDE, Avabag Litric ZERO) einschließlich der Zip-Ons.

Nicht vom Rückruf betroffen sind die mechanischen Ortovox Avabag Lawinenrucksäcke mit Kartuschensystem.

Soll 2023 kommen: Der neue Arc'teryx Micon Litric. Bei diesem Lawinenrucksack handelt es sich um das gemeinsam mit Ortovox entwickelte Airbag-System (siehe oben), bei dem ein superkondensatorbefeuertes Gebläse einen 150-Liter-Ballon entfaltet. Mit einem Gewicht von 1080 Gramm zählt das in Deutschland gefertigte System zu den leichtesten auf dem Markt. Was sich auch beim Allroundrucksack Litric 32 auswirkt, schlägt er doch mit lediglich 2090 Gramm zu Buche – ein Spitzenwert (32 Liter, ca. 1300 €).

Tourenski-Test und mehr

Winterbekleidungs-Highlights 2023

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Erscheinungsdatum 07.02.2023

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