Wenn im Winter ein scharfer Ostwind weht, wissen die Oberallgäuer, dass schönes Wetter kommt. Tagelang funkeln die Hänge dann in der Sonne, der Himmel leuchtet klar und blau, und die Gipfel locken in kalter Pracht. An solchen Tagen auf einem der Allgäuer Gipfel zu stehen und die weiße Wunderwelt von oben zu betrachten, ist einfach traumhaft. Auf präparierten Winterwanderwegen und Schneeschuhtouren wird das möglich. 95 Wege werden im Allgäu bei Neuschnee präpariert. Allein in der Region um Oberstdorf gibt es 140 km an gesicherten und geräumten Winterwanderwegen. Bei glatten Bedingungen können Grödel helfen.
Schneeschuhe ermöglichen es, auch durch unberührte Regionen zu wandern. Sie können meist dort ausgeliehen werden, wo es auch Skier gibt. Der breitbeinige Gang ist schnell erlernt. Vor dem Start einer Wanderung sollte man sich aber unbedingt über bestehende Lawinengefahr informieren und in aktuellen Wintersportberichten nachlesen, ob die Tour geöffnet/begehbar ist.
Den Winter genießen im Allgäu

Kleine Heuschober oder Stadl sind typisch im Allgäu und dienen der Lagerung von Heu.
Winterwanderung: Panoramaweg bei Bad Hindelang
Im malerischen Ostrachtal liegt Bad Hindelang. 52 Kilometer präparierte Winterwanderwege sorgen hier für unbeschwerten Winterspaß. Durch das Einzugsgebiet der Wertach verläuft ein gewalzter Weg in einer Runde von Oberjoch nach Unterjoch. An Skiliften vorbei erreicht man zunächst einen ehemaligen Grenzübergang nach Österreich. Mit Blick auf die Berge folgt man kleinen Bächen bis nach Unterjoch. Ein Fußweg führt an der Wertach entlang zurück nach Oberjoch.
9,7 km, 200 hm, 3:15 Stunden

Die Fellhornbahn beschert Ausblicke auf das Stillachtal und die Allgäuer Hochalpen.
Winterwanderung Fellhorn Höhenweg in Oberstdorf
Im südlichsten Urlaubsort Deutschlands gibt es eine Auswahl an 140 km präparierten Winterwanderwegen. Am Fellhorn (2037 m) kann man nicht nur Ski fahren, sondern auch ruhige Wanderungen genießen. Der leichte Höhenweg beginnt und endet an der Mittelstation der Gondel und führt in einer kleinen Runde unterhalb des Fellhorn-Kamms entlang. Der Schlappoldsee liegt im Winter unter einer dicken Schneeschicht. Man wandert Richtung Schlappold Alpe, die nur im Sommer bewirtschaftet ist. Der Kessel in dem sie liegt, ist lawinengefährdet, darum biegt man vorher ab und genießt auf dem Rückweg den Ausblick über das Stillachtal, das Nebelhorn und das Allgäuer Dreigestirn. Anschließend geht es mit der Gipfelbahn ganz nach oben und der Blick öffnet sich auf das Kleinwalsertal in Österreich.
1,5 km, 58 hm, 45 Minuten

Winterwanderung am Hopfensee bei Füssen
Klein aber fein liegt der Hopfensee im beschaulichen Hopfen bei Füssen. Südlich ragen die markanten Ammergauer Berge Säugling (2047 m), Hoher Straussberg (1933 m) und Branderschrofen (1879 m) auf. Tolle Ausblicke beschert die leichte Hopferwald-Runde. Von der belebten Uferpromenade geht es bergauf in den ruhigen Hopferwald. Wer will, kann einen Abstecher zur Burgruine Hopfen unternehmen. Sonnige Wiesen mit Ausblicken über die Alpen belohnen den Anstieg. Zurück am Ufer warten zahlreiche Einkehrmöglichkeiten. Wer noch nicht genug hat, kann anschließend noch auf dem geräumten Uferweg den See umrunden oder südlich des Sees durch Wald und Felder wandern.
5,7 km , 150 hm, 1:45 Stunden

Märchenhaft schön ist der Blick auf das Schloss Hohenschwangau im Winter.
Winterwanderung auf königlichen Spuren
Um das Jahr 1840 ließ Maximilian II. diese königliche Privatstraße auf alten Schmugglerpfaden von Hohenschwangau nach Pinswang in Tirol anlegen. Oberhalb des Alpsees gelegen, ist hier die Aussicht auf das türkisblaue Wasser und das Schloss Neuschwanstein besonders schön. In Pinswang öffnet sich dann der Blick auf die Tiroler Berge und es geht den gleichen Weg wieder zurück. Wer will, kann noch einen Abstecher zum Marienmonument am See unternehmen oder von der Ruine Frauenstein nochmal einen anderen Blick auf die beiden Königsschlösser genießen.
10 km, 250 hm, 3 Stunden
Winterwanderung: Kapfwaldrunde in Oberstaufen
Die Kapfwaldrunde ist eine der wenigen Winterwanderwege, die vom Deutschen Wanderinstitut zertifiziert wurden. Gut beschildert und präpariert führt die mittelschwere Rundwanderung durch die winterliche Märchenlandschaft von Oberstaufen. Bei schönem Wetter strahlt die Sonne zwischen den Bäumen im Kapfwald hindurch und bringt den Schnee zum Strahlen. Am Windeck schweift der Blick nach Steibis und über die weißen Gipfel der Nagelfluhkette, Bauernhöfe und Häuser verschönern das Bild der weißen Winterlandschaft. Zuletzt geht es an einem Bach entlang zu den Sinswanger Skiliften, wo vor Allem Familien mit Kindern das Skifahren üben.
6,5 km, 170 hm, 1:45 Stunden

Der Blick reicht bis zum Säntis in der Schweiz.
Schneeschuhtour: Hüttentour im Naturpark Nagelfluhkette
Zu den schönsten Schneeschuhtouren im Oberallgäu zählt eine Wanderung zur Hörmoosalpe und der Falkenhütte. Von Steibis bei Balderschwang eröffnen sich wunderbare Postkartenmotive über drei Länder. Zuerst schweift der Blick durch Vorarlberg in Österreich und über das Rheintal. Auch das Ehernschwanger Tal, das wirkt, als sei es aus einer anderen Zeit, sowie den exponierten Säntis in der Schweiz bekommt man zu sehen.
13,7 km, 580 hm, 4:30 Stunden

Schneeschuhtour im Kleinwalsertal
Wer das erste Mal Schneeschuhe an den Füßen hat, findet einfache Touren im österreichischen Kleinwalsertal. Nur eine Straße aus Oberstdorf führt hierher. Wenn im Winter der Schnee alle Geräusche dämpft, glaubt man, ans Ende der Welt gelangt zu sein. Durch das stille Hochtal wandert man auf dieser Tour hinauf zur 1620 Meter gelegenen Schwarzwasserhütte, während im Nordwesten der Hohe Ifen (2229 m) das Blickfeld dominiert. Normalerweise weht einem hier selbst im Winter der Duft von Kaiserschmarrn oder Kasknödel entgegen. Allerdings wird die Hütte gerade komplett saniert, und der Neubau dauert bis 2027, weshalb auch im Sommer 2026 keine Bewirtung möglich ist. Daher lieber genügend Proviant mitnehmen! Wer will, kann bis zum Neuhornbachhaus weiterziehen oder den gleichen Weg wieder zurücknehmen.
4,3 km, 310 hm, 1:30 Stunden

Schneeschuhtour zum Edelsberg bei Nesselwang
Hier kann sich jeder je nach Kondition und Erfahrung eine individuelle Wintertour zusammenstellen: Mit oder ohne die Alpspitzbahn, mit oder ohne Schneeschuhe und sogar Rodeln ist hier möglich. Ab Nesselwang führt ein präparierter Schlittenweg zur Kappeler Alp. Nach einer Stärkung geht es weiter zur Bergstation der Alpspitz-Kombibahn, während der Blick über die Allgäuer Seen schweift. Schneeschuhe sind sinnvoll bei der Besteigung von Alpspitz (1575 m) und Edelsberg (1630 m). Der Alpspitzweg führt schließlich wieder bergab oder man hat an einen Schlitten gedacht und rodelt an der Kappeler Alp vorbei zurück ins Tal. Mit Erfahrung und Steigeisen ist auch der Wasserfallweg bei Schnee und Eis machbar.
13,1 km, 740 hm, 5 Stunden

Schneeschuhtour: Burgschrofen-Runde bei Bad Hindelang
Drei Schneeschuhtouren mit Panoramaaussicht warten in Bad Hindelang. Eine führt von der Talstation der Hornbahn steil hinauf zum Burgschrofen (1355m) und dem Restaurant Gletscherspalte. Bei guten Bedingungen ist sogar eine Besteigung des Imberger Horns (1655 m) möglich und die Aussicht auf die Nagelfluhkette atemberaubend. Am Zwölferkopf (1355 m) wandert man Richtung der Ortschaft Imberg und über Serpentinen hinab zum Ausgangspunkt. Wer sich die zwei Stunden Aufstieg sparen möchte, kann mit der Hornbahn zum Restaurant hinauf fahren.
17,4 km, 1100 hm, 6:30 Stunden

Schneeschuhtour: Hörnergruppenüberschreitung
Die Hörnergruppe ist wie geschaffen für Winterabenteuer. Sanft geschwungene Rücken verbinden mehrere Gipfel, die man wunderbar aneinander reihen kann – während der Blick über den benachbarten Allgäuer Hauptkamm schweift. Technisch und konditionell stellt sie keine höheren Anforderungen als die Tour zur Schwarzwasserhütte. In Ofterschwang (864 m) startet die erste Etappe der Hörnergruppenüberschreitung mit dem Aufstieg zur Bergkette. Auf und ab auf etwa 1600 m geht es zum Schwabenhaus.
Am zweiten Tag wartet mit dem Riedbergerhorn (1786 m) der Höhepunkt der Schneeschuhtour mit einem unglaublichen Panorama: Im Osten grüßen die Oberstdorfer Alpen unter anderem mit dem Nebelhorn, ein Stück weiter nördlich ragt markant pyramidenförmig der Grünten auf, der auch als der Wächter des Allgäus bezeichnet wird. Im Süden reicht die Sicht bis hinein in die Vorarlberger und Tiroler Alpenwelt. Richtung Westen streift der Blick über Balderschwang, das Ziel der Mehrtagestour – übrigens die kleinste Gemeinde Bayerns (218 Einwohner) und zugleich diejenige mit dem höchstgelegensten Ortskern Deutschlands (1044 m).
17,9 km, 1100 hm, 2 Tage
Die besten Schneeschuhe für Wintertouren
Lage und Charakter des Allgäus
Das Oberallgäu liegt im äußersten Süden von Deutschland. Es gehört zum bayerischen Regierungsbezirk Schwaben, mit den anliegenden Grenzen von Oberschwaben, Tirol und Vorarlberg zwischen Bodensee und Lech. Im Winter prägt nicht nur der Skisport die Region, auch vielfältige Schneeschuhtouren machen das Oberallgäu zu einem äußerst attraktiven Ziel. Im Allgäu wechseln sanfte Hügelketten und weite, schneebedeckte Alpwiesen mit abgeschiedenen Tälern und steilen Bergflanken. Die besten Monate für Wintertouren sind Dezember bis März.












