Was ist ein Geysir?
Ein Geysir ist ein geothermisches Naturphänomen, bei dem Wasser und Dampf aufgrund geothermischer Prozesse mit großer Kraft aus dem Boden schießen. Dieses Ereignis entsteht durch die Erwärmung von Wasser in unterirdischen Reservoirs, die durch geothermische Energiequellen, wie Magma oder heiße Gesteinsmassen, erhitzt werden. Sobald der Druck zu hoch wird, bricht das Wasser an die Oberfläche. Geysire sind vor allem in vulkanisch aktiven Gebieten wie Island oder den USA zu finden.
Wie funktioniert ein Geysir?
- Wasseraufnahme: Regenwasser oder andere Quellen sickern in den Boden und sammeln sich in unterirdischen Reservoirs.
- Erhitzung des Wassers: Durch geothermische Energiequellen wie Magma oder heiße Gesteinsmassen wird das Wasser in diesen Reservoirs auf hohe Temperaturen erhitzt.
- Druckaufbau: Das heiße Wasser dehnt sich aus, wodurch sich der Druck unter der Erdoberfläche aufbaut.
- Ausbruch: Wenn der Druck zu hoch wird, wird das Wasser mit enormer Gewalt durch einen engen Schlot nach oben gedrückt und kommt als Eruption an die Oberfläche.
- Abkühlung und Wiederholung: Nach dem Ausbruch sinkt der Druck, und der Zyklus kann sich wiederholen, wobei der Geysir regelmäßig ausbricht.
Arten von Geysiren
- Heiße Geysire: Diese Geysire schießen heißes Wasser in die Luft. Ein berühmtes Beispiel ist der Old Faithful im Yellowstone-Nationalpark (USA). Der Steamboat-Geysir im Yellowstone-Nationalpark (USA) ist der höchste aktive geothermale Geysir der Welt, mit bis zu 90 Meter hohen Wasserfontänen.
- Kaltwassergeysire: Diese Geysire wie der Andernacher Geysir stoßen kaltes Wasser aus und sind weniger verbreitet als heiße Geysire.
Fakten zum Andernacher Geysir
- Höhe des Geysirs: Der Andernacher Geysir erreicht eine Höhe von bis zu 60 Metern, was ihn zum höchsten Kaltwassergeysir der Welt macht.
- Geologischer Ursprung: Der Geysir befindet sich im Vulkanpark Eifel in Deutschland und wird durch geothermische Aktivität im Tuffstein-Vulkan der Eifel gespeist.
- Regelmäßige Ausbrüche: Der Geysir bricht regelmäßig alle 30-40 Minuten aus und die Eruptionen können bis zu 10 Minuten andauern.
- Besucherzentrum: In Andernach gibt es ein modernes Besucherzentrum, das interaktive Ausstellungen zur Geologie und zum Ursprung des Geysirs bietet.
- Bootsfahrt zum Geysir: Besucher müssen eine Bootsfahrt zur kleinen Insel Namedyer Werth unternehmen, von wo aus sie das beeindruckende Naturschauspiel des Geysirs beobachten können.
Damit ist der Geysir Andernach der höchste Kaltwassergeysir der Welt und eine beliebte Attraktion in Rheinland-Pfalz. Doch nicht nur hier wird der Vulkanismus spürbar. Im Vulkanpark rund um den Laacher See geben viele Orte Einblicke in die Geschichte der Erde, Industrie und Kultur.
Ausflugstipps am Geysir Andernach
Geysir-Expedition
Alle zwei Stunden bricht der Geysir Andernach aus. Wie genau es dazu kommt, wird im Geysir Museum erklärt. Mitmach- und Experimentierstationen machen die Ausstellung zu einem spannenden Erlebnis. Anschließend geht es mit dem Schiff MS Namedy zur Halbinsel Namedyer Werth und man darf die Wasserfontäne mit eigenen Augen erleben. Die Saison startet Ende März und geht bis Ende Oktober. In der Regel fährt viermal täglich ein Schiff. Die Geysir-Expedition dauert drei bis vier Stunden und kostet etwa 20 Euro pro Person.
Einblicke in Naturwissenschaften und Geschichte
Tiefere Einblicke in den Vulkanismus der Osteifel gewähren die sieben Info- und Erlebniszentren sowie 16 Natur-, Kultur- und Industriedenkmäler des Vulkanparks. Sie erzählen von der explosiven Entstehungsgeschichte der Osteifel und dem damit verbundenen Gesteinsabbau der Region. Am nächsten zu Andernach liegt das Vulkanpark Infozentrum in Plaidt. Hier geht es um die Vulkane der Osteifel, die Abbaugeschichte von Basalt sowie Tuffstein und deren Transport zur Römerzeit. Wie die Steine anschließend verbaut wurden, zeigt das Römerbergwerk in Kretz in nachgestellten Arbeitsszenen.
Die Grube Bendisberg, die Erlebniswelten Grubenfeld und das Deutsches Bimsmuseum geben Einblicke in die Geschichte des Industriereviers zwischen Andernach und Mayen. Im Deutschen Vulkanmuseum Lava-Dome lässt sich virtuell ein Vulkanausbruch erleben. Hier kann auch der Lavakeller mit seinem System aus Stollen und Schächten besichtigt werden, in dem Basalt abgebaut wurde. Außerdem wurde er als Kühlschrank genutzt. Die Eintrittspreise liegen pro Museum zwischen fünf und zehn Euro, es gibt Kombitickets.
Vulkanpark-Radweg
Fünf der Vulkanpark-Attraktionen verbindet ein familienfreundlicher Radweg. Je nach Wunsch und Zeit können die interaktiven Museen besucht werden. Beginnend in Mayen radelt man entspannt über Mending, Kretz und Plaidt zum Geysir Andernach und erlebt eine Zeitreise in die Welt des Vulkanismus. Am Start liegt die Erlebniswelt Grubenfels, in dem Besucher selbst zu Bergarbeitern werden. Einen etwa drei Kilometer langen Abstecher verlangt der Besuch von Lava-Dome und Lavakeller. Auch das Römerbergwerk Meurin liegt nicht direkt an der Strecke. Das Vulkanpark Infozentrum verlangt keinen langen Umweg und am Ende lockt mit dem Kaltwassergeysir die Hauptattraktion.
4 Stunden, 33,3 km, 160 hm bergauf, 350 hm bergab

Wandern auf Traumpfaden
Wer durch die Osteifel wandert, wird nicht auf den ersten Blick bemerken, welch explosive Geschichte die Region geformt hat. Vor 13.000 Jahren brach der Laacher-See-Vulkan aus und bedeckte die Landschaft mit Asche. Heute ist die Vulkaneifel eine beschauliche Hügellandschaft. Doch einige Landschaftdenkmäler bezeugen die vulkanische Geschichte, wie die jahrtausendealten Steinbrüche und der Laacher See.
Beides erleben Wanderer auf dem anspruchsvollen Traumpfad Pellenzer Seepfad (5 Std., 16 km, 600 hm). Noch immer blubbert am See CO2 aus unterirdischen Magmakammern empor. Anders als vermutet, ist der See weder ein Vulkankrater noch ein Maar, sondern eine Caldera, die durch das Absacken der entleerten Magmakammer des Vulkans entstand. Maare, Vulkankuppen und Schlackenkegel gibt es auf dem einfachen Traumpfad Booser Doppelmaar (2,75 Std., 9 km, 100 hm) zu sehen. In den tiefen Krater des Bellerberg-Vulkans blicken Wanderer auf dem mittelschweren Vulkanpfad (2 Std., 6,5 km, 234 hm). Man folgt den versteinerten Lava-Strömen und kann in den ehemaligen Steinbrüchen sportklettern.
Rheinsteig und Rheinburgenweg
Parallel zum berühmten Rheinsteig verläuft auf der Uferseite von Andernach der Rheinburgenweg. Insgesamt führt dieser auf etwa 200 Kilometern von Remagen nach Bingen. Von Nord nach Süd gegangen, endet die dritte Etappe (6,5 Std., 20,2 km) in Andernach. Am vierten Tag geht es nach dem Besuch des Geysirs weiter nach Bassenheim (vier St., 13,7 km). Unterwegs warten zahlreiche Schlösser, wunderbare Ausblicke auf den Rhein und Einblicke in den Vulkanismus.












