Van-Ausbau für Einsteiger: Tipps für deinen DIY-Campingbus

Van Ausbau für Einsteiger
So baust du dir deinen eigenen Campingbus

Podcast
ArtikeldatumVeröffentlicht am 13.02.2026
Als Favorit speichern

Vanlife und der Ausbau von Campingbussen sind mittlerweile weit mehr als nur ein Nischenthema in Deutschland – es ist zu einem Trend geworden, der immer breitere Kreise zieht. Ob auf Instagram, in YouTube-Videos oder bei spezialisierten Anbietern – der Selbstausbau von Vans und Kastenwagen hat auch in der breiten Öffentlichkeit an Bedeutung gewonnen. Besonders für handwerklich Interessierte, Abenteurer und Reiselustige ist der DIY-Ausbau ein attraktiver Weg, um sich ein individuelles, mobiles Zuhause zu schaffen. Doch bevor es losgeht, solltest du einige Dinge beachten.

Hör rein in die neue Podcast-Episode "Van-Ausbau für Einsteiger"

Du hast den Bus oder Kastenwagen gekauft und fragst dich, wie du nun am besten mit dem Ausbau startest? In der aktuellen Folge von "Hauptsache raus" erklärt Manuel Lemke von busbastler.de, wie deine ersten Schritte aussehen sollten. Er gibt wertvolle Tipps zu Solarstrom, einer bordeigenen Toilette und den ersten Reisezielen für dein mobiles Zuhause. Hör dir die Episode an und lerne von den Profis!

Du möchtest Manuel Lemke persönlich treffen? Dann schau bei einem Workshop oder Event der Busbastler vorbei oder hör in ihren Podcast hinein. Mehr über Manuel Lemke und busbastler.de.

Schritt-für-Schritt zum perfekten Campingbus

Zusätzlich zu den Podcast Tipps von Manuel (oben) haben die Kollegen und Kolleginnen aus der Redaktion Promobil noch einen groben Fahrplan für den Campervan-Selbstausbau für euch:

1. Planung ist alles

Bevor du mit dem Ausbau deines Campingbusses beginnst, solltest du dir einige grundlegende Fragen stellen: Was ist dein Ziel? Soll der Bus nur für den Urlaub dienen oder auch alltagstauglich sein? Wie viele Personen sollen darin schlafen? Wenn du auch im Winter campen willst, ist eine gute Dämmung unerlässlich. Die geplante Urlaubsweise – ob auf Campingplätzen oder wild in der Natur – bestimmt ebenfalls, wie autark dein Fahrzeug sein muss.

Tipps und Zubehör fürs Wintercamping
Uli Regenscheit

2. Der perfekte Grundriss

Für den Ausbau ist ein durchdachter Grundriss entscheidend. Überlege dir, wie du den Raum am besten nutzt, und zieh dir Inspiration von anderen Fahrzeugen. Beim Entwerfen hilft ein 3D-Tool wie Sketchup. Denk auch an einen Zeitpuffer und das nötige Werkzeug.

Campingbus Selbstausbau
Archiv

3. Das Basisfahrzeug

Für den Ausbau gibt es zwei Hauptarten von Basisfahrzeugen: große Kastenwagen wie der Fiat Ducato oder kompakte Transporter wie der VW T6.1. Die größeren Fahrzeuge bieten mehr Platz und Komfort, während die kleineren Busse in der Stadt handlicher sind. Wichtig: Achte beim Kauf eines gebrauchten Fahrzeugs auf den Zustand, besonders bei der Technik.

4. Dachwahl: Aufstell- oder Hochdach?

Ein Aufstelldach sorgt für zusätzliche Schlafplätze und bleibt oft unter der 2-Meter-Parkhaushöhe. Hochdächer bieten permanente Stehhöhe und sind ideal für den Wintereinsatz. Je nach Modell solltest du mit Kosten von 1.700 bis 7.000 Euro rechnen.

5. Fenster für Licht und Luft

Die Wahl zwischen serienmäßigen Fenstern oder nachträglich eingebauten Campingfenstern ist wichtig. Campingfenster sind oft doppelt verglast, bieten bessere Isolierung und lassen sich öffnen. Achte auf die Wahl der richtigen Fensterart (vorgehängte oder Rahmenfenster).

6. Dachhauben: Belüftung ist entscheidend

Dachhauben sorgen für eine schnelle Belüftung und tragen zum Raumgefühl bei. Plane mindestens ein bis zwei Hauben ein, je nach Platzangebot. Eine gute Dichtung ist wichtig, um Wasserschäden zu vermeiden.

7. Dämmung: Für ein gutes Raumklima

Eine ordentliche Dämmung schützt vor Kälte und Feuchtigkeit. Besonders wichtig ist die Dampfsperre, um Rostbildung zu vermeiden. Für Wände und Dach eignen sich flexible PE-Schaummatten, für den Boden druckfester Schaum.

Campingbus Selbstausbau
Uli Regenscheit

8. Bettkonstruktion: Komfort ist gefragt

Schlafkomfort ist entscheidend – besonders in kompakten Bussen. Eine umklappbare Sitzbank kann als Bett genutzt werden, aber ein richtiges Bett ist natürlich komfortabler. Kaltschaummatratzen und Lattenroste bieten den besten Komfort.

9. Möbelbau: Platz clever nutzen

Die Möbel im Camper müssen funktional und leicht sein. Markiere den Grundriss auf dem Boden, um einen Eindruck von den Platzverhältnissen zu bekommen. Achte darauf, leichtes Material wie Pappelsperrholz oder Hohlkammerplatten zu verwenden.

Campingbus Selbstausbau
Volkmar Hintze

10. Toilette: Mobil oder fest?

In kleinen Bussen ist oft kein Platz für eine fest installierte Toilette. Mobile Lösungen wie das Porta Potti oder Trockentoiletten bieten eine gute Alternative. In größeren Fahrzeugen lässt sich eine Kassettentoilette einbauen.

11. Dusche: Flexible Lösungen für kleine Busse

Für den Duscheinbau in kompakten Fahrzeugen sind mobile Lösungen wie Solarduschen oder Kanisterduschen ideal. Bei größeren Bussen kann eine fest installierte Dusche mit einem Waschbecken und Duschvorhang zum Einsatz kommen.

12. Küche: Kochen auf kleinstem Raum

Kochen im Camper erfordert kreative Lösungen. Gaskochfelder oder mobile Elektrokochplatten sind gängige Optionen. Auch eine Kühlbox ist wichtig, besonders in kleinen Fahrzeugen, um Lebensmittel frisch zu halten. Wer Platz für einen Kühlschrank hat, kann auf Kompressor- oder Absorbergeräte setzen.

Kühlschrank Campingbus
Rolf Nachbar

Eine wichtige Frage für die Gestaltung des Innenraums ist zudem die bevorzugte Urlaubsweise. Fährst du meist auf Campingplätze mit kompletter Infrastruktur oder eher auf Stellplätze mit wenig Ausstattung? Oder möchten Sie gar möglichst wild in der Natur campen, wo es erlaubt ist?

Je mehr Autarkie die bevorzugte Urlaubsform erfordert, umso mehr Technik muss ins Fahrzeug. Beginnend von der Stromversorgung über genügend Wasser- und Gasreserven bis hin zur Küchen- und Sanitärausstattung.

Ausstattung für den Campingbus-Selbstausbau

Hersteller

  • Polyroof: Aufstell- und Hochdächer für Campingbusse, Zubehör.
  • Reimo: Dächer, Möbel, Sitzbänke und Technikzubehör für Campingbusse.
  • SCA: Aufstell- und Hochdächer für Campingbusse.

Zubehörshops

  • Fritz Berger
  • Frankana
  • Camping-Profi
  • Movera
  • Camping Wagner
  • Reimo

Auto zum Camper umrüsten? – Tipps dazu hier

Fazit