Wie soll die Reise aussehen?
Die Natur intensiv erleben, entschleunigen, aber auch Abenteuer unternehmen – das ist für Outdoor-Fans wohl immer schon wichtig. Nun rücken diese Aspekte auch im Mainstream immer mehr in den Fokus. Laut einer Umfrage von Booking.com zu den Reisetrends für 2026 machen 44 Prozent der Deutschen Urlaub, um der Natur näherzukommen. 22 Prozent möchten sich dabei ruhigen Hobbys mit intensivem Naturerlebnis widmen, 59 Prozent wollen zu abgelegenen Orten reisen, um zu testen, wie die Reisebegleitung mit Unannehmlichkeiten und Unsicherheiten umgeht.
Auch Roadtrips liegen im Trend. Reisen werden also individueller und experimenteller. Eine Umfrage von Skyscanner, die im Jahr 2025 durchgeführt wurde, kommt zu dem Schluss, dass es im Urlaub nicht mehr darum geht, dem Alltag zu entfliehen. Vielmehr wünschen Reisende die eigene Persönlichkeit auszuleben und das machen, was sie lieben. So gaben 62 Prozent der Befragten an, für 2026 einen Bergurlaub zu erwägen, und 34 Prozent wollen wandern gehen. Auch der Explore Worldwide Report vom britischen Reiseunternehmen Explore Worldwide zeigt, dass die Nachfrage nach Aktivurlaub wächst.
Über die Alpen
Lange Wanderungen, wie eine Alpenüberquerung oder Radreisen, stehen also sicherlich bei vielen dieses Jahr auf der To-do-Liste. Neues Highlight dürfte auf jeden Fall die 2026 eröffnete 4-Länder-Route werden. In einer Woche abseits der überlaufenen Strecken durch Deutschland, Österreich, die Schweiz und Italien: Die 4-Länder-Alpenüberquerung (78 km, 3500 Hm) vom Kleinwalsertal bis nach Taufers im Münstertal punktet mit ständig wechselnden Bergpanoramen, kultureller Vielfalt, maximal mittelschweren Wegen und komfortablen Hotelübernachtungen. Infos und Touren mit Gepäcktransport: die-alpenueberquerung.com
Nachhaltigkeit ist das A und O
Für beliebte Orte wird die Nebensaison immer mehr zum Trend. Noch dazu wollen viele Menschen abseits des Massentourismus reisen und weniger bekannte Ecken entdecken. Der Reiz des Unbekannten ist also groß. Gleichzeitig wollen viele Befragte die Reiseziele nicht einfach so konsumieren, sondern kennenlernen und mit Einheimischen in Kontakt kommen. In einer Social-Media-Welt, in der man nicht weiß, was echt und was inszeniert ist, sehnen sich viele nach Authentizität und echten Begegnungen. Diese müssen dann nicht mal für Instagram und Co. festgehalten werden, wie der Trend um sogenannte Off-the-grid-Reisen zeigt. Das Handy wird weggelegt und digital detox ermöglicht es, den Moment bewusst zu erleben, wie zum Beispiel in den Vogesen. Mehrtägige Wanderungen und Orte, an denen man viel erleben kann, sind dazu ideal. Das ist sowohl bei Inlandsreisen in Deutschland als auch bei Fernzielen möglich. Die Anreise zu mittelweit entfernten Zielen wird dabei immer mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt. Das ökologische Bewusstsein wächst, viele achten auf nachhaltige Unterkünfte und unterstützen die lokale Wirtschaft, indem sie regionale Produkte kaufen.
Outdoor-Paradies Japan
Eine Mischung aus Tradition und Moderne, Regenwälder, majestätische Berge und ein sehr gutes Bahnnetz machen Japan zu einem Traumreiseziel. Zu jeder Jahreszeit gibt es hier einzigartige Naturerlebnisse: im Frühling die Kirschblüte, im Herbst das goldene Laub. Sowohl der Explore Worldwide Report, als auch Skyscanner und der Reiseanbieter Weltweitwandern nennen Japan als Reisetrendziel für 2026.
Outdoorsportler interessieren sich vor allem für die japanischen Alpen. Von Mai bis Juli sowie im September und Oktober lassen sich über 3000 m hohe Berge besteigen oder eine Pilgerwanderung angehen. Hier liegt auch der Vulkan Mount Fuji (3776m), der höchste Berg Japans. Im Winter ist Japan ein Paradies zum Ski und Snowboard Fahren. Die Region um Hokkaido ist eine der schneereichsten bewohnten Regionen der Welt. Um die 15 Meter Schnee fallen hier im Jahr. Wärmer ist es auf der Insel Okinawa. Die hellen Strände und das türkisblaue Meer lassen Karibikgefühle aufkommen. Beim Tauchen entdeckt man hier bunte Korallenriffe und eine lebendige Unterwasserwelt.

Der Mount Fuji ist der höchste Berg Japans.
Einmal im Leben: Neuseeland
Neuseeland ist wohl der Inbegriff von einer Once-in-a-lifetime-Reise. Fantastische Berge, glasklare Seen und paradiesische Buchten machen das Land zu einem Outdoor-Paradies. Beliebte Wanderungen sind hier der Rob Roy Glacier Track (10 km) im Matukituki Valley mit Blick auf den beeindruckenden Gletscher sowie der Mautohe Cathedral Cove Track (5 km) zu einem majestätischen Felsbogen.
Ab 2027 wird hier jedoch Eintritt verlangt. Besonders beliebte Naturschauplätze, die durch Filme wie "Herr der Ringe" bekannt wurden, kosten dann 20 bis 40 neuseeländische Dollar. Das Geld soll in die Instandhaltung der Infrastruktur und in den Naturschutz fließen. Dennoch bietet Neuseeland noch viele versteckte Naturjuwele ohne Touristenmassen. Eine Alternative zur Cathedral Cove sind unter anderem die Oparara Arches. Unbekanntere Great Walks eignen sich, um das Land wandernd zu erkunden und die Abenteuerlust zu stillen.

Neuseeland hat atemberaubende Naturschauplätze zu bieten.
Kühles Skandinavien
Coolcations sind nach wie vor im Trend, also Reisen an kühle Orte. In Zeiten von immer heißer werdenden Sommermonaten verwundert das nicht. Eine weitläufige Natur, versteckte Hütten und absolute Stille: In Skandinavien finden Urlauber diese Kühle und können sich zwischen Entspannung und Action entscheiden.
Finnland: Für preisbewusste Reisende lohnt sich ein Blick nach Norden: Laut einer aktuellen Analyse von Skyscanner gehört Rovaniemi in Finnisch-Lappland zu dem günstigsten Reisezielen des Jahres. Die Flugpreise aus Deutschland sind im Vergleich zum Vorjahr um rund 40 Prozent gesunken. Gründe dafür sind unter anderem neue Flugverbindungen und ein erweitertes Angebot an Direktflügen.

Die finnischen Nationalparks bieten mit tausende Seen, dichten Wäldern und weitläufigen Moore unzählige Outdoor-Abenteuer.
Schweden: Für das Reisejahr 2026 kündigen schwedische Tourismusstellen eine Reihe neuer Angebote an: neue Veranstaltungen (z. B. Winter‑Wine‑Run in Skåne), neue Hotels, Wellness‑ und Naturerlebnisse sowie kulturelle Highlights quer durchs Land – von Familienangeboten bis zu besonderen Stadt‑Erlebnissen. Diese Vielfalt macht Schweden zu einem attraktiven Ganzjahresziel.
- Stockholm und das Stockholmer Archipel: In der Umgebung liegt der Stockholm Archipelago Trail, ein neu entstandenes 270‑km‑Wanderwegenetz über Inseln und durch abwechslungsreiche Landschaften.
- Schwedisch‑Lappland & Norden: Nordlichter, Mitternachtssonne, endlose Wildnis, Hundeschlitten‑Touren, Schneeschuh‑ und Fjäll‑Trekking oder einfach die Stille der Arktis sind starke Anziehungspunkte für Aktivurlauber im Winter und Sommer zugleich.
- Südschweden & Schärenküste: die südlichen Regionen mit Schärenlandschaften, Weinregionen und Trail‑Events verbinden Landschafts- mit Genuss‑Erlebnissen (z. B. Weinläufe, Winter‑Events).
Norwegen:
- Senja: wird oft als "Norwegen in Miniatur" bezeichnet. Auf nur rund 1.600 km² vereint die Insel zerklüftete Fjorde, steile Berggipfel, Strände und stille Buchten. Diese Vielfalt macht sie zu einem perfekten Ziel für Wanderer, Outdoor‑Abenteurer und Fotografen, die ungestörte Landschaften erleben wollen. Während bekannte Ziele wie die Lofoten regelmäßig überlaufen sind, bleibt Senja noch vergleichsweise ruhig. Das macht die Insel für Reisende attraktiv, die das typische Norwegen‑Erlebnis ohne Menschenmassen suchen. Ihre Lage nördlich des Polarkreises bietet im Sommer die Mitternachtssonne und im Winter gute Chancen auf spektakuläre Nordlichter. Wer sowohl lange Tage zum Wandern als auch arktische Stimmung erleben möchte, findet hier einen idealen Erlebnisraum.
- Sunnmore: die Sunnmøre-Alpen sind ein Dorado für leicht zugängliche Outdoor-Abenteuer. Selbst für norwegische Verhältnisse ist dies eine dramatische Gegend, in der Fjorde in die Tiefe stürzen und Bergketten so hoch aufragen, dass sie die Sonne zu verdecken drohen", heißt es in "National Geographic". Das Magazin erklärte die Gegend zum "heißesten Reiseziel" in Skandinavien.
Madeira lockt mit mystischen Wäldern und Abenteuerwegen

Auch wenn heute viele Abschnitte mit Geländern entschärft wurden, reizt es diese märchenhaft bizarre Welt erneut zu erkunden.
Die Vulkaninsel bietet nicht nur alpine Pfade mit saugenden Tief- und grandiosen Weitblicken, sondern auch duftende Eukalyptus-Riesen und mystische Wälder aus knorrigem Lorbeer. Das Beste aber sind die teils nur 30 Zentimeter schmalen Levadas – Wasserkanäle, deren Seitenmauern als "Weg" dienen. Und die mal kühn an Steilwände gemauert, mal durch Berge hindurchführen und damit sowohl Schwindelfreiheit als auch eine Stirnlampe verlangen. Und wasserdichte Ausrüstung, denn in manchen der oft grob geschlagenen, unbeleuchteten Tunnel tropft es von der Decke.
Spaniens rauer Norden
Fast jeder Deutsche kennt die Costa Brava, Costa Blanca und Costa de Sol. Die spanische Nordküste hingegen ist viel weniger bekannt, dabei hat sie nicht nur Surfern und Feinschmeckern viel zu bieten: Entdeckt die Klippen und Buchten der Costa Verde und die Picos.
Der Nationalpark Picos de Europa liegt in den nordspanischen Provinzen Asturien, Kantabrien und León. Der Name des Nationalparks bezieht sich auf die beeindruckenden Gesteinsformationen, die man hier antrifft. Außerdem bildet der Parque Nacional de Picos de Europa den Lebensraum der symbolträchtigsten Tiere Spaniens: Braunbär und iberischer Wolf. Insgesamt stehen Wanderern im Picos de Europa 30 selbstgeführte Routen zur Verfügung und 17 Aussichtspunkte mit atemberaubendem Ausblick. Die 2000er der Picos de Europa lassen jedes Wanderherz höher schlagen!

Mehr Steinmänner als Wegweiser: Die Picos de Europa in Nordspanien haben sich ihre Ursprünglichkeit bewahrt.
Expeditionen in die Kälte
Nun wird es richtig abgelegen: Ob Arktis, Antarktis, Grönland oder Spitzbergen, wer hierher reist, sucht Abenteuer und Wildnis. Geführte Reisen und Expeditionsschifffahrten machen es möglich. Sie führen zu diesen schwer zugänglichen Gebieten und geben oft auch wissenschaftliche Informationen über die rauen Lebensbedingungen. Mit Schneeschuhen geht es durch den Schnee, mit Steigeisen über Gletscher und mit Kajaks paddelt man in eiskaltem Wasser. Ein intensiveres Naturerlebnis ist kaum möglich.
Harz: Nahziel für Jedermann
Ein Tourismusklassiker der Wirtschaftswunderjahre erwacht aus dem Dornröschenschlaf. Der Westhaz macht sich fit für die Zukunft und verbindet traditionelle Aktivitäten in der Natur mit nagelneuen touristischen Attraktionen und ,oderner Hotellerie. So wird er auch für jüngere Generationen attraktiv – als Naherholungsgebiet, in dem man schnell mal ein paar Tage Skifahren, biken oder die Natur genießen kann.
Als nördlichstes Mittelgebirge Deutschlands weist der Harz mit seinen blühenden Bergwiesen, schroffen Klippen, weiten Aussichten, bezaubernden Tälern und sanften Hügellandschafteneine eine Fülle einzigartiger Naturräume auf. Mit seinem gut beschilderten Wanderwegenetz von über 8.000 km gehört das Harz zu einer der beliebtesten Wanderregionen in der Heimat. Wandersaison ist eigentlich das ganze Jahr über. Wer es morgens bei einer Sonnenaufgangs-Tour weniger kalt mag, aber dafür auch früher aufsteht, zieht im Sommer los. Andernfalls ist auch der Winter empfehlenswert.

Das Wasser, die Wälder, die Berge sind das Pfund, mit dem der Harz seit Jahrhunderten trumpft.
Bayreuth der "Place to go"
Bayreuth zählt zu den kulturellen Perlen Deutschlands – das sieht auch die New York Times so. In ihrer renommierten Liste der "52 Places to Go in 2026" ist die oberfränkische Stadt vertreten. Anlass ist das 150-jährige Jubiläum der Bayreuther Festspiele im Sommer, bei dem gleich sieben Werke Richard Wagners auf dem Spielplan stehen – darunter zwei besonders aufwendig inszenierte Produktionen.
Ein Besuch lohnt sich aber nicht nur wegen der Festspiele: Nur wenige Kilometer außerhalb beginnt die Fränkische Schweiz – ein Paradies für Wanderer, Kletterer und Genießer regionaler Küche. Wer Kultur in Bayreuth mit Naturerlebnis kombinieren will, findet in den bizarren Felsformationen, Burgen und Höhlen der Region eine eindrucksvolle Kulisse für Tagesausflüge oder längere Touren.





