5 Akku-Stirnlampen gegen 5 Batterie-Stirnlampen

Welche Lampen lieferten im Test 2017 die bessere Leistung?

Foto: Colourbox.de Stirnlampe & Polarlicht

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Ob zum Lesen im Zelt und Hüttenbett, Wandern in der Dunkelheit oder für die abendliche Trainingsrunde im Wald: Eine gute Stirnlampe ist für Outdoorer Pflicht. Doch welche Stirnlampe kaufen? 5 Akkulampen und 5 Batterie-Stirnlampen im Test 2017 ...
Zu den getesteten Produkten

Das Testfeld im Überblick
Hinweis: Einen tagesaktuellen Preisvergleich zu den getesteten Stirnlampen finden Sie unten auf dieser Seite.

Stirnlampe / Link zum Testbericht Preis Testurteil
Black Diamond Storm (Batterie, Testsieger) 55Euro Überragend
Petzl Tikka (Batterie, Kauftipp) 30 Euro Sehr gut
Fenix HL 15 (Batterie) 30 Euro Gut
Princetontec EOS (Batterie) 50 Euro Gut
Beal L80 (Batterie) 27 Euro Befriedigend
Petzl Actik Core (Akku, Testsieger) 55 Euro Überragend
Nitecore NU 30 (Akku, Kauftipp) 45 Euro Sehr gut
Black Diamond Revolt (Akku) 60 Euro Sehr gut
Fenix HL26R (Akku) 55 Euro Sehr gut
Ledlenser MH-6 (Akku) 70 Euro Gut
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Auch wenn die Tage kürzer werden, gibt es keinen Grund, den Feierabend auf dem Sofa zu vertrödeln, statt noch eine Runde durch den Wald zu drehen. Mit einer leistungsstarken, hellen Stirnlampe schlagen Sie der Dunkelheit ein Schnippchen und machen die Nacht zum Tag. Und das war nie leichter als heute. »Die Entwicklung lichtemittierender Dioden schreitet mit großen Schritten voran«, sagt Claire Gerard, Produktentwicklerin beim französischen Stirnlampenpionier Petzl. Kein Wunder also, dass jede Saison neue Lampen mit noch mehr Leuchtkraft, längerer Akkulaufzeit und kleineren Gehäusen auf den Markt kommen. Nicht nur von Petzl, auch von vielen anderen Herstellern.

Der technische Fortschritt macht vor den Energiespeichern nicht halt, weshalb immer mehr Stirnlampen ihren Saft aus potenten Akkus statt aus Einwegbatterien beziehen. Doch bringt das wirklich nur Vorteile? Um das zu klären, haben wir zehn aktuelle Strahler zum Vergleich antreten lassen, je fünf akku- und batteriegespeiste. Während die wiederaufladbaren Kandidaten zwischen 45 und 70 Euro kosten, bekommt man die mit zwei bis vier Microzellen (AAA) bestückten Lampen schon ab 27 Euro.

»Für den gelegentlichen Einsatz beim Wandern oder als Notlampe genügt eine Batterie-betriebene Stirnlampe meist völlig«, sagt outdoor-Ausrüstungstester Frank Wacker. Wer aber regelmäßig Licht braucht – ob für abendliche Gassi- und Joggingrunden oder Wochenendtouren –, kann mit einer Akkulampe nicht nur Geld sparen, sondern auch größere Löcher ins Dunkle brennen, wie der Test zeigt.

Foto: Redaktion Stirnlampen Test 2017

Vor allem bei den zentralen Prüfpunkten Ausleuchtung und Leuchtdauer liegen die wiederaufladbaren Modelle vorn. Sie strahlen im Durchschnitt heller, weiter sowie breitflächiger – und lassen in der Lichtleistung weniger schnell nach. Am besten schneidet hier die brandneue Petzl Actik Core ab, die kleinste und mit 83 Gramm leichteste Lampe im Test. Auch die ebenfalls akkubetriebenen Black Diamond Revolt und Nitecore NU30 machen mit Leuchtweiten von bis zu 115 Metern die Nacht zum Tag – und das viele Stunden, gedimmt sogar mehrere Tage lang. Bei den Batteriemodellen schafft das nur die Black Diamond Storm – mit Abstrichen bei der Leuchtweite auch die Petzl Tikka.

Doch sollte eine Lampe nicht nur weit, breitflächig und möglichst lange leuchten, sondern außerdem bequem sitzen und sich einfach handhaben lassen. Während man etwa bei der Beal L80 Schwierigkeiten hat, die Lampe ob ihres schwergängigen Tasters überhaupt einzuschalten, überzeugen Nitecore Nu 30, Petzl Actik Core und die beiden Black-Diamond-Modelle mit fast intuitiver Bedienung – bei zum Teil reichhaltiger Ausstattung. Dazu gehören etwa ein Rotlicht sowie eine Warnung bei schwächelnden Akkus und Batterien oder – noch besser – eine mehrstufige Kapazitätsanzeige.

Die Option, den Akku durch Batterien zu ersetzen, wie bei Black Diamond Revolt und Petzl Actik Core, eröffnet vor allem Trekking-Fans neue Möglichkeiten. Nach etlichen Nachtwanderungen und Auswertung Hunderter Messwerte liegen die Akkulampen am Ende deutlich in Führung. Sie punkten mit der besseren Ausstattung und leuchten heller und weiter. Außerdem bricht ihre Maximalleuchtkraft nicht so schnell und deutlich ein wie bei den Modellen mit Batteriefach.

Eine Ausnahme stellt hier die Black Diamond Storm dar. Als einziges Batteriemodell verfügt sie über vier statt der sonst üblichen zwei bis drei Microzellen (AAA). Und damit über genug Rückhalt, um weiter als 100 Meter zu leuchten oder aber gedimmt bis zu 120 Stunden lang – perfekt für lange Zelt- und Wildnistouren, zumal die Storm nicht nur – wie die meisten anderen Lampen im Test – Regen, sondern auch Tauchbäder aushält.

Mit knapp 30 Euro fast halb so teuer und ebenfalls sehr ausdauernd, überzeugt unter den Batteriestrahlern sonst nur die Petzl Tikka auf voller Linie. Das verdankt sie vor allem ihrem breitflächigen, aber immer noch ausreichend weitreichenden Lichtkegel und der enormen Ausdauer im gedimmten Modus.

Foto: Redaktion Stirnlampen Test 2017

Unter den Akkustrahlern empfehlen sich hingegen gleich vier Kandidaten. Allen voran der Testsieger von Petzl. Die Actik Core ist nicht nur das kleinste und mit 83 Gramm leichteste Modell im Vergleich, sondern auch das mit dem am besten austarierten Leuchtbild und dem einfachsten Handling. Trotz des breitflächigen Lichtscheins strahlt sie im Maximalmodus volle zwei Stunden über 70 Meter weit! Gedrosselt brennt sie über eine Woche lang und eignet sich damit selbst für lange Trekkingtouren – zumal man ihren Akku durch drei Microzellen ersetzen kann.

Wer hingegen eine Lampe sucht, die nicht nur weit und lange strahlt, sondern auch viele Feautures bietet, sollte sich die Black Diamond Revolt, Fenix HL26 R oder Nitecore Nu 30 näher ansehen. Während die Black Diamond mit unterschiedlichsten Leuchtmodi und einem stufenlosen Dimmer jedem Ausleuchtungswunsch nachkommt, punktet die leichtere Fenix mit einer konstanten Lichtabgabe über sieben Stunden (siehe Grafik).

Sie wollen möglichst wenig ausgeben? Dann empfiehlt sich die Nitecore Nu 30. Sie erhellt Wege zwar nicht so breitflächig wie Petzl, Black Diamond und Fenix, doch sorgt ihr kleiner Fokus und extrem potenter Energiespeicher für enorme Reichweiten und lange Ladeintervalle – eine feine Sache vor allem für Trailrunner, Mountainbiker und Skitourengeher, die Hindernisse sehr weit im Voraus erkennen müssen.

Tagesaktueller Preisvergleich zu den Stirnlampen in diesem Vergleichstest:




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21.12.2017
Autor: Boris Gnielka
© outdoor
Ausgabe 12/2017