Extreme Trad-Erstbegehung: Franco Cookson E12 in Schottland

The World's Scariest Trad Route
Franco Cookson gelingt E12-Erstbegehung

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 23.09.2026
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Nervenstark: In der Schlüsselstelle hat Cookson nur einen Skyhook unter sich
Foto: Alistair Lee @britrockfilms

Dieses Jahr ist dem britischen Ausnahme-Kletterer Franco Cookson am 764 Meter hohen Ben Loyal im Norden Schottlands eine neue Extremroute gelungen. Für die 35 Meter lange Linie über zwei Seillängen schlägt er den unfassbaren Grad E12 7a vor.

Sollte sich diese Einstufung bestätigen, wäre But Nothing is Lost – so der Name der Route – die erste Route dieses Grades in Großbritannien. Weltweit wäre es überhaupt erst die zweite Linie in dieser Dimension nach dem Testpiece Bon Voyage im französischen Annot.

Vier Jahre harte Arbeit an einer No-Fall-Zone

Hinter dem Erfolg stecken vier Jahre harte Arbeit, Geduld und pure Nervenstärke. Die Route verläuft über eine extrem kompakte Granitwand, verlangt technisch anspruchsvolle Kletterei ab und bietet dabei nur eine sehr spärliche Absicherung. Mehrere Passagen sind als klassische No-Fall-Zonen eingestuft, bei denen ein Sturz potenziell tödliche Folgen haben kann.

Für Cookson ist das allerdings kein Neuland: Der Brite hat sich in der Szene bereits mit den Erstbegehungen der beiden E11-Routen Nothing Lasts und Immortal einen Namen gemacht.

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Abgelegene Wildnis und kurze Wetterfenster

Erschwert wurde das Projekt durch die raue Natur vor Ort. Der Ben Loyal liegt extrem abgelegen weit im Norden der schottischen Highlands am Westufer des Loch Loyal. Neben dem hohen logistischen Aufwand machten vor allem die berüchtigten, kurzen Wetterfenster in Nordschottland dem Kletterer zu schaffen, sodass pro Jahr oft nur wenige Versuche möglich waren.

Was ist das Besondere am Trad-Klettern?Der Begriff Trad-Klettern steht kurz für Traditional Climbing (traditionelles Klettern) und gilt in der Szene als die puristischste Form des Felskletterns. Im Gegensatz zum Sportklettern gibt es an der Wand keine fest installierten Bohrhaken zur Absicherung.

Das bedeutet:
Eigenabsicherung: Kletterinnen und Kletterer müssen mobile Sicherungsmittel wie Friends (Klemmgeräte), Keile oder Schlingen selbst in Felsrisse und -spalten legen, während sie nach oben steigen.

Das Risiko: Die Absicherung ist oft zeitaufwendiger, psychisch extrem anspruchsvoll und hält im Ernstfall meist weniger Sturzenergie ab als ein massiver Bohrhaken.

Die Ethik: Der Charakter des Felses bleibt absolut unversehrt. Es wird weder gebohrt noch künstlich eingegriffen, weshalb das Trad-Klettern tief mit der Geschichte und dem reinen Abenteuergedanken des Bergsteigens verwurzelt ist.