Die höchsten Berge der Welt
Seven Summits - die Dächer der Kontinente

Zu den "Seven Summits" – den sieben höchsten Bergen der Kontinente – gehören neben dem allseits bekannten Mount Everest auch einige unbekannte Gipfel. Oder könntest Du auf Anhieb sagen, wo der Puncak Jaya zu finden ist? ...

Seven Summits der Erde - Mount Everest
Foto: Kenneth Koh / Adventure-Nomad via Getty Images

Um es vorweg zu nehmen: Der Puncak Jaya ist mit 4.884 m Höhe der höchste Berg Ozeaniens und weltweit der höchste Berg auf einer Insel. Man findet ihn in der indonesischen Provinz Papua Tengah in Westneuguinea. Der Berg ist vielleicht bekannter unter dem Namen "Carstensz-Pyramide" und wurde früher auch Djalaspitze oder Sukarno genannt.

Am 30. April 1985 gelang es dem Amerikaner Dick Bass als Erster, die höchsten Punkte aller Kontinente zu erreichen. Innerhalb von vier Jahren bezwang er alle Seven Summits der Erde – und begründete damit eine neue Disziplin des Bergsteigens. Reinhold Messner tat es ihm 1986 gleich und prägte folgende »Messner-Liste«:

Equipment & Tipps für Bergtouren
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Gipfel des Mount Everest oder Chomolungma - höchster Berg der Welt, Blick von Kala Patthar, Nepal, Himalaya
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Höchster Berg Asiens: Mount Everest (8848 m)

»Mutter des Universums« nennen Tibets Einheimische den 8.848 Meter hohen Riesen – der höchste Berg der Erde. Er liegt in Nepal an der Grenze zum Nachbarland Tibet und heißt auf Nepali »Stirn des Himmels«. In der westlichen Welt wurde er 1865 nach Sir George Everest benannt, einem britischen Chef-Geometer in Indien. 1953 erreichten der Neuseeländer Edmund Hillary und der Sherpa Tenzing Norgay den Gipfel, auf dem nur ein Drittel des normalen Luftdrucks herrscht. Bis heute bezwangen mehr als 7.600 Menschen den Mount Everest. Reinhold Messner und Peter Habeler gelang dies 1978 als Erste ohne Sauerstoffmaske.

Schwierigkeit: sehr schwer
Optimale Wanderzeit: Oktober bis November und März bis April
Anbieter: u.a. www.alpineascents.com

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Seven Summits der Erde - Aconcagua
cristianl via Getty Images

Höchster Berg Südamerikas: Cerro Aconcagua (6962 m)

Im Jahr 1882 erkundeten Forschungsreisende den Aconcagua zum ersten Mal. Seitdem besteigen rund 4.000 Menschen das 6.962 Meter hohe Dach Südamerikas pro Jahr. Der »weiße Wächter« liegt in den argentinischen Anden an der Grenze zu Chile. Auf der »Normalroute« gelangt man ohne Kletterstellen, auf Pfaden und Steigspuren zum Gipfel. Die Lagerplätze am Berg sind groß und meist schneefrei. Schwierig ist der Berg wegen der oft langen Schotterhänge und seiner Höhe. Eine gute Akklimatisierung der Alpinisten ist deshalb Grundvoraussetzung. Zudem sorgt der »Viento Blanco«, ein Höhensturm, dafür, dass Besteigungen des heiligen Berges der Inka nicht immer drin sind. Wer also die Anden von ganz oben betrachten will, muss Zeitreserven einplanen.

Schwierigkeit: relativ leicht, Akklimatisierung erforderlich
Optimale Wanderzeit: November bis März
Anbieter: u.a. www.dav-summit-club.de

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Seven Summits der Erde - Denali
Enn Li-Photography via Getty Images

Höchster Berg Nordamerikas: Denali (6190 m)

Der »große Kalte« ist mit 6.190 Metern der höchste Berg Nordamerikas. Er ragt fast freistehend in der Alaska Range auf, einer Gebirgskette im Denali-Nationalpark 160 Kilometer südlich des Polarkreises. Der Berg selbst trägt den Namen Denali erst seit 2015. Mit der Umbenennung in die Sprache der Ureinwohner Alaskas, zollt man den Respekt zu ihren Traditionen. Früher war er in Bezug auf den ehemaligen US-Präsidenten William McKinley als Mount McKinley bekannt. Er gilt als kältester Berg der Erde: bereits im Sommer traktiert er Gipfelaspiranten oberhalb 4000 Meter mit Temperaturen bis –50 Grad Celsius. Von Expeditionen fordert der Denali damit nicht nur spezielle Ausrüstung und Insiderwissen, sondern auch Teamgeist, höchsten Einsatz und Gletscher-Know-how. Eben jenen Herausforderungen stellte sich 1913 eine vierköpfige Gruppe, welche den Denali erstmals bezwang.

Schwierigkeit: sehr schwer
Optimale Wanderzeit: April bis Juni
Anbieter: u.a. www.hauser-exkursionen.de

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Seven Summits der Erde - Kilimanjaro
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Höchster Berg Afrikas: Kibo (5895 m)

Kilima njaro, »schimmernder/weißer Berg«, nennen die Einheimischen das Dach Afrikas. Rund 340 Kilometer südlich des Äquators erhebt sich dieses Gebirgsmassiv majestätisch über Tansanias Savannen. 7-Summits-Jäger, die den höchsten Punkt erreichen wollen, den Kibo bzw. seinen Gipfel Uhuru Peak auf 5895 Metern, durchwandern sechs Vegetationsarten in einer mehrtägigen Tour: Regenwald, Gras-, Savannenland, Hochmoore, Frostschuttwüsten und ewiges Eis. Allein sind sie dabei nicht. Der »Kibo« hat im Jahr 25.000 Gipfelaspiranten. Als erster Europäer erkletterte 1889 Hans Meyer, der Enkel des Meyer-Lexikon-Erfinders, den höchsten Berg Afrikas.

Schwierigkeit: relativ leicht, Akklimatisierung erforderlich
Optimale Wanderzeit: Mitte Dezember bis Februar und Juli bis September
Anbieter: www.asi.at

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Seven Summits der Erde - Elbrus
Anton Petrus via Getty Images

Höchster Berg Europas: Elbrus (5642 m)

Das Dach Europas erhebt sich zwischen Schwarzem Meer und Kaspischer See: der Elbrus. Sein vergletscherter Doppelgipfel besteht aus zwei erloschenen Vulkanen. Auf dem Sattel dazwischen kann es durch die Nähe zum Meer zu heftigen Stürmen kommen. Der höchste Punkt liegt am Westkrater auf 5.642 Metern. Über 70 Gletscher fließen an den Flanken ins Tal. Dadurch führen die Aufstiege oft über 30 bis 35 Grad steile Gletscherhänge. Ausgangsort ist das russische Terskol nahe der georgischen Grenze. Gipfelbesteiger sollten die Sauerstoffknappheit nicht unterschätzen, ebenso wie die Menge an Trinkwasser – fünf bis sechs Liter täglich gelten als ausreichend und damit doppelt so viel wie normal. Mittlerweile kommen jährlich 70.000 Kraxler oben an. 1874 waren es bei der Erstbesteigung gerade einmal vier Personen.

Schwierigkeit: mittelschwer
Optimale Wanderzeit: Mai bis August
Anbieter: u.a. www.oase-alpin.de, www.kobler-partner.ch

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Seven Summits der Erde - Mount Vinson
NoahJonKatz via Getty Images

Höchster Berg Antarktis: Mount Vinson (4892 m)

Erst 1966 wurde der mit 4.892 Metern höchste Berg der Antarktis zum ersten Mal bestiegen, bis heute wagen sich selten Expeditionen hierhin: Temperaturen bis unter –40 Grad Celsius, teils unbändiger Wind, das gefürchtete »White-out« und nicht zuletzt die lange und teure Anfahrt halten die meisten Bergsteiger fern. Erreichen lässt sich der Berg vom chilenischen Punta Arenas aus. Von Feuerland fliegt man zur Eisstation Patriot Hills und von dort 200 Kilometer in die Ellsworth Mountains am Fuß des Mount Vinson.

Schwierigkeit: sehr schwer
Optimale Wanderzeit: Ende November bis Ende Januar
Anbieter: u.a. www.alpinewelten.com

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Seven Summits der Erde - Puncak Jaya
Alfindra Primaldhi / Wikimedia Commons

Höchster Berg Australiens: Puncak Jaya (4884m)

Abenteuer, Exotik und alpine Herausforderung – all das gilt für das 4.884 Meter hohe Bergmassiv im Westteil von Neuguinea. Politisch gesehen liegt der höchste Berg Ozeaniens damit in Indonesien. Und doch gehört die Pyramide geografisch zur australischen Kontinentalmasse und nicht zu Eurasien. Wer hinauf will, muss einige Hürden überwinden: Neben Heliflug zum Basislager und Marsch durch den Regenwald wird Felskletterei im Schwierigkeitsgrad IV verlangt. Dazu kommen bürokratische Hindernisse, welche es 1962, dem Jahr der Erstbesteigung, in der Form noch nicht gab. Während die »Messner-Liste« den Puncak Jaya enthält, bestritt Dick Bass stattdessen den Mount Kosciuszko. Dieser gilt als höchster Berg des australischen Festlands.

Schwierigkeit: mittelschwer
Optimale Wanderzeit: Februar bis November
Anbieter: u.a. www.laserer-alpin.at

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03 / 2023

Erscheinungsdatum 07.02.2023

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