Sonderheft 01/22
Deutschlands schönste Radtouren für das ganze Jahr entdecken!
Tourenrad Special - Bikepacking ABC Georg Lindacher
Tourenrad Special - Bikepacking ABC
Tourenrad Special - Bikepacking ABC
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Tourenrad Special - Bikepacking ABC 18 Bilder

Ausrüstungstipps für Bikepacking-Einsteiger

Das Bikepacking ABC 3 Bikepacker geben euch praktische Tipps

Beim Bikepacking haben Speed und Fahrspaß Vorfahrt, das Übernachtungs-Equipment beschränkt sich daher auf ein Minimum. Drei Profis berichten, was sie am Bikepacking fasziniert, womit sie unterwegs sind und wozu sie Einsteigern raten.

Bikepackerin Juliane Bötel

Den Schlafsack auf einem Berggipfel ausrollen, irgendwo alleine in den Bergen – für Juliane Bötel ist genau das Luxus. Sobald die Temperaturen es zulassen, geht die 37-Jährige regelmäßig zum Bikepacken. Ihr bevorzugtes Ziel: die Alpen. »Etwa einmal im Monat streue ich ein Overnighter-Wochenende ein. Ich wohne im Münchener Süden – da liegen die Berge ja vor der Haustür«, erzählt sie.

Die Bikepackingtaschen an ihr Specialized Crux oder Epic Hardtail packen und ein paar Stunden später und viele Höhenmeter weiter oben mitten in der Natur einschlagen – was für sie heute Routine ist, begann vor fünf Jahren: »Eine Freundin und ich sind damals durch Rumänien gefahren. Geschlafen haben wir auf Campingplätzen, aber das Gefühl, mit dem Rad zu reisen, hat mich sofort gepackt«, erinnert sich Juliane, die einst als Radkurier in Berlin mit dem Radfahren begann und heute die Presseabteilung eines großen Radherstellers leitet. Bis zu 12 000 Kilometer radelt sie in einem guten Jahr und unternimmt auch gerne einmal größere Abenteuer:

Tourenrad Special - Bikepacking ABC
Georg Lindacher
Alter: 37 Jahre / Radsport seit: 2013 / Km pro Jahr: 9000 /Bestes Bikepacking-Erlebnis: Solo-Trip durch Montenegro und Bosnien / Bikepacking-Bikes: Specialized Crux und Specialized Epic Hardtail / Bikepacking-Ausrüstung: Gramm Tourpacking

Zwei Jahre nach ihrer Rumänien-Reise fuhr sie alleine zehn Tage durch Montenegro und Bosnien, 2020 stand sie am Start des Atlas Mountain Race in Marokko. Eine Knie-Operation später plant sie für dieses Jahr die Teilnahme am 200 Kilometer langen »The Rift« in Island und dem self-supported Bikepacking-Rennen »Badlands Gravel« in Spanien. »Ich mag das Gefühl, ins Ungewisse zu fahren. Auch wenn man alles vorher plant, es passiert immer etwas Unvorhergesehenes. Aber egal was kommt – ob Hungerast, Platten oder Gewitter –, man kommt immer irgendwie ans Ziel«, sagt Bötel. Ihr Tipp an Einsteiger lautet deshalb »einfach mal machen«. »Letztendlich macht den Reiz am Bikepacking aus, dass man minimalistisch unterwegs ist und so auch sich selbst neu kennenlernen kann. Der Alltag tritt in den Hintergrund, und das Leben wird unterwegs auf das Elementare reduziert: Schlafen, Essen – und Radfahren.« In Sachen Equipment rät sie Bikepacking-Interessierten entweder zu einem klassischen Gravelbike oder einem Hardtail, »wenn die Strecke anspruchsvoller ist«. Für sie außerdem ein Muss: Regenjacke, Gaffer-Tape und ein gutes Taschenmesser.

Mein Tipp für Einsteiger: »Mein Tipp für Bikepacker ist, sich wirklich auf das Abenteuer einzulassen. Das Handy ruhig mal in den Flugmodus schalten und wegpacken – auf keinen Fall von Instagram und Co. ablenken lassen. Erst dann startet ein Radabenteuer so richtig.«

Home, Sweet Home: Bikepacking Zelte

Diese ultraleichten Solozelte passen dank kleinem Packsack gut an den Lenker – wo sie hingehören.

Wechsel Bella

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Wechsel

Mit viel Platz für eine Person wartet der Wechsel-Newcomer auf. Es überzeugt mit einfacher Handhabung und einem – trotz geringem Gewicht – sehr robusten Stoff. Preis: um 525 Euro, Gewicht: 1,4 kg

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Rejka Arvid I

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Rejka

Das Solozelt von Rejka wiegt zwar ein paar hundert Gramm mehr, kostet dafür aber um einiges weniger als seine Mitstreiter. Außerdem lässt es sich schnell und einfach aufbauen. Preis: um 300 Euro, Gewicht: 1,7 kg

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Big Agnes Copper Spur HV UL 1 Bikepack

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Big Agnes

Extrem leicht und mit speziellem Lenker-Packsack ausgerüstet, ist das Big Agnes eine top Wahl für Grammjäger. Special: Bei schönem Wetter kannst du nur das Innenzelt aufstellen. Preis: um 50 Euro, Gewicht: 1,1 kg

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Martin Moschek: Leidenschaftlicher Bikepacker

Stolze 52 Länder und über 90 000 Kilometer – Martin Moschek hat auf seinen Touren so gut wie alles erlebt. Seit über 30 Jahren ist der heute 47-Jährige leidenschaftlicher Radreisender – und inzwischen auch Bikepacker. »In dieser Zeit ist das Fahrrad vom einzig möglichen Transportmittel zu einer Leidenschaft geworden«, sagt Moschek, der als Jugendlicher in der DDR Radsport als Leistungssport betrieben hat. Inzwischen schätzt er aber den Abenteuercharakter seiner Touren und berichtet auf seinem Blog www.biketour-global.de ausgiebig über seine Reisen.

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Martin Moschek
Alter: 47 Jahre​ / Radsport seit: 1983​ / Km pro Jahr: 12000​ / Bestes Bikepacking-Touren: Carretera Australien, Patagonien​ / Bikepacking-Bike: Salsa Fargo Titan​ / Bikepacking-Ausrüstung: Mix aus Revelates-Designs und Ortlieb-Taschen​

»Beim Bikepacking begegnest du Menschen oder gerätst in Situationen, mit denen du im Vorfeld nicht einmal ansatzweise gerechnet hast. Abenteuer ist, was unerwartet passiert«, sagt er und verweist exemplarisch auf eines seiner unzähligen Erlebnisse auf einer Tour durch Kenia und Tansania im Jahr 2019: »Nach einem anstrengenden Tag in Staub und Hitze fuhr ich an den Hängen des Kilimandscharo entlang. Es wurde langsam dunkel und ich erreichte einen einsamen Zeltplatz, wo ich der einzige Gast war. Im Kerzenschein gab es ein tolles Abendessen, und am nächsten Morgen zeigte sich der Kilimandscharo in ganzer Pracht und ohne Wolken. Das war die Belohnung für all die Anstrengungen.«

In Sachen Ausrüstung setzt Moschek meist auf sein Salsa-Fargo-Titan-Gravelbike sowie einen Mix aus Revelate-Designs- und Ortlieb-Taschen. »Immer dabei sind zudem ein GPS-Gerät, eine Regenjacke sowie eine Ersatz-Sattelklemme. Letztere deswegen,weil mir unterwegs mal eine Sattelklemme gebrochen ist – und plötzlich war das gesamte Rad nutzlos.

Mein Tipp zum Start: »Zum einen sollte man immer hinterfragen, ob man wirklich all das Gepäck braucht, das man eigentlich mitnehmen möchte. Dieser Check erspart mir bis heute viele unnötige Kilos«, sagt Martin. »Und zum anderen sollte man sich nie zu viel zumuten oder sich von anderen unter Druck setzen lassen. Nicht jeder ist Jonas Deichmann und muss einen neuen Weltrekord aufstellen. Beim Bikepacking kommt es auf die Erlebnisse an, die man unterwegs sammelt, und nicht auf die Kilometerleistung oder auf die Geschwindigkeit.«

MB Sonderheft 2018: Abenteuer Bikepacking
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Gute Nacht – In diesen Schlafsäcken

Drei Modelle, die wenig wiegen, klein packbar sind – und mollig warm halten.

Sea to Summit Spark SP I

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Sea to Summit

Kleiner geht es kaum noch: Der daunengefüllte Spark Sp I lässt sich winzig verpacken (2,5 l) und isoliert bis +5 °C. Preis: um 300 Euro, Gewicht: 340 g

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Alvivo Ibex Light

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Alvivo

Trotz günstigem Preis mit RDS-zer- tifizierten Daunen gefüllt, empfiehlt sich der Ibex Light allen, die ihr Lager bei minimal +9 °C aufschlagen. Preis: um 180 Euro, Gewicht: 460 g

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Y by Nordisk Passion Three

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Y by Nordisk

Das Komfort-Wunder ist erste Wahl für alle, die etwas mehr Platz im Schlafsack brau- chen. Er hält bei Temperaturen von bis zu +3 °C warm und ist in vier Längen erhältlich. Preis: um 550 Euro, Gewicht: 530 g

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Gravelbike-Fahrerin Anke Eberhardt

Von Brauerei zu Brauerei oder Biwakieren in der Wildnis – in ihrer relativ kurzen Gravel-Karriere hat Anke Eberhardt schon einiges erlebt. Die Journalistin aus Garmisch-Partenkirchen ist seit 2018 auf Stollenreifen unterwegs, nachdem sie zum damals neuen Graveltrend recherchieren durfte. So kam sie auch zum Bikepacken: »Mein erstes Mal war ein Overnighter mit dem britischen Abenteurer Alastair Humphreys. Der Typ ist mit dem Rad um die Welt geradelt, und ich: Premiere«, lacht sie und fügt an: »Ich war schon mit dem Packen total überfordert und habe alle Anfängerfehler auf einmal gemacht: zu viel mitgenommen, zu schwer, zu langsam.«

Franca Hoyer & Julian Rohn: Anke Eberhardt
Franca Hoyer & Julian Rohn
Alter: 40 Jahre​ / Radsport seit: 2018​ / Km pro Jahr: keine Angabe​ / Bestes Bikepacking-Erlebnis: Biwakieren mit Alastair Humphries​ / Bikepacking-Bike: Specialized Diverge​ / Bikepacking-Ausrüstung: Ortlieb-Bikepacking-Taschen​

Ähnlich erfrischend war dann auch ihre nächste Tour: ein Trip durch Franken – von Brauerei zu Brauerei. Sie lacht: »Aus Platzgründen musste ich meinen Wahoo (Bike-Navi, Anm. d. Red) verkehrt herum neben dem Vorbau montieren – und musste immer umdenken: Rechts war links und links war rechts. Das hat anfangs gut funktioniert, aber irgendwann war der Kopf nicht mehr frisch und ich bin ständig falsch abgebogen.« Dank der Einkehrstopps und dreier Freunde als Begleitung war die Tour dennoch lustig: »Wichtigstes Accessoire daher: die richtigen Leute!«, so Anke. Inzwischen geht sie öfter zum Bikepacken – wenn auch wegen einer Kreuzbandverletzung gebremst. »Zwei Tage mit einer Übernachtung im Hotel sind für mich perfekt, weil man dann nicht so viel Gepäck dabeihat.« Zudem komme es ihr beim Bikepacking nicht auf Kilometer und Höhenmeter an, sondern auf das Erlebnis. Das gilt für sie auch für die Auswahl der Touren: »Oft hat man ja den Eindruck, man müsste erst gar nicht losfahren, wenn man nicht die Alpen überquert oder den Globus umrundet. Aber auch mit kürzeren Wochenendtrips hat man Abenteuer-Feeling und kann sich dann langsam zu größeren Touren steigern.

Mein Tipp zum Einstieg: »Immer erst mal eine Testfahrt machen. Dann merkt man, wie schwer das Bike ist, ob irgendwas wackelt oder man noch mal Gewicht verlagern sollte. Und: wie lang man seine Tour überhaupt planen sollte, weil man das Gepäck bei der Fitness mit einkalkulieren muss. Ich finde: lieber kürzere Strecken planen und dafür mehr Spaß haben.«

Ultraleichte Outdoor-Betten

Drei Matten für jeden Anspruch: von bequem über ultraleicht bis günstig und robust.

Sea to Summit Ether Light XT

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Sea to Summit

Höchsten Komfort bietet die zehn Zentimeter dicke Ether Light XT – eine top Wahl für alle, die lieber gut liegen als das letzte Gramm sparen. Preis: um 200 Euro, Gewicht: 490 g

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Therm-a-Rest Neoair Uber light

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Therm-A-Rest

Obwohl 6,5 cm dick, nimmt die Uber Light verpackt nicht mehr Platz weg als eine Cola-Dose. Mit einem R-Wert von 4 hält sie sogar bis zur Frostgrenze warm. Preis: um 225 Euro, Gewicht: 250 g

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Basic Nature Lightweight

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Basic Nature

Nicht bequem, aber unkaputtbar, warm und ultraleicht: Die Faltmatte kannst du an den Rucksack oder zusammen mit dem Zelt an (breite) Lenker klemmen. Preis: um 48 Euro, Gewicht: 170 g, Breite: 55 cm

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