2026 haben wir neben zahlreichen Ultraleicht-Schlafsäcken auch vier Quilts unter die Lupe genommen. Sie kombinieren das geschlossene Fußteil eines Mumienschlafsacks mit der Bewegungsfreiheit einer Decke: Oberhalb der Knie öffnen sie sich und geben dir damit deutlich mehr Spielraum, um die Beine beim Schlafen anzuziehen oder dich so richtig einzukuscheln – fast wie in der Bettdecke zu Hause.
Der Verzicht auf eine Kapuze bedeutet allerdings: Bei kühlen Nächten solltest du zum Schlafen ein warmes Midlayer mit Kapuze tragen, um Hals, Nacken und Kopf warmzuhalten. Mit einem Gewicht zwischen 360 und 700 Gramm und einem minimalen Packmaß von 2,8 bis 4,0 Litern sind Quilts echte Leichtgewichte. Die Preisspanne liegt zwischen 260 und 680 Euro.

Auch für kältere Bedingungen geeignet
Alle getesteten Quilts eignen sich grundsätzlich auch für kältere Bedingungen – mit einer Einschränkung: "Häufig zieht es beim Liegen am Übergang zwischen Matte und Quilt", berichtet Tester Joel, selbst überzeugter Quilt-Nutzer. Die Hersteller haben dafür unterschiedliche Lösungen entwickelt: Robens und Liteway setzen auf Elastikzüge mit verstellbaren Fixierungen. In frischen Nächten kannst du sie enger stellen und so verhindern, dass kalte Luft ins Innere kriecht. Zenbivy geht noch einen Schritt weiter: Hier wird der Quilt mit einem separaten Mattenüberzug kombiniert, an dem die Decke eingehakt wird – Zugluft komplett ausgeschlossen. Big Agnes wählt einen anderen Weg: Der Fly Creek UL Quilt besitzt einen durchgängigen Reißverschluss, mit dem du ihn bei Bedarf in einen vollwertigen Schlafsack verwandeln kannst.
Als Isolationsmaterial kommt bei allen Quilts hochwertige Daune zum Einsatz – wie bei den meisten Schlafsäcken auch. Sie isoliert bei gleichem Gewicht rund 50 Prozent besser als die leistungsfähigsten Kunstfasern oder günstigere Daunen. Die Bauschkraft liegt hier bei mindestens 750 cuin. Dieser Wert gibt an, wie viel Volumen in Kubikzoll (100 cuin entsprechen etwa 1,64 Liter) eine Unze (28,35 Gramm) Daune einnimmt.
Dank der innovativen Konstruktion hievt Zenbivy den Schlafkomfort auf ein neues Level – ohne extra Ballast. Das Ultralight Bed besteht aus einem Mattenüberzug (Ultralight Sheet), der von der Hüfte bis zum Kopfteil reicht und eine daunengefüllte Kapuze hat. Über Häkchen und Schlaufen kann man die Decke (Ultralight Quilt) beweglich, aber zugfrei daran festmachen. Trotz des Mumienfußteils ermöglicht das ein bettdeckenartiges Schlafgefühl – was kein Quilt und kein Schlafsack in solch einer Perfektion bietet. Das Ultralight Bed –4°C ist ideal für Touren von Frühjahr bis Herbst, die hochleistungsfähige Muscovydaune stammt von einer speziellen Entenart (RDS-Standard). Preis: 590, 620 und 680 € in den Größen M, L und XL. Gewicht/Packmaß: 700 g/4,0 L (in Gr. M). Der Quilt alleine bringt 495 Gramm auf die Waage und ist auschließlich über zenbivy.eu bestellbar. Testurteil: Überragend.
Beim Simple Quilt des ukrainischen Herstellers Liteway merkt man an jedem Detail, wie viel Gedanken sich Firmenchef Yevhen bei der Entwicklung gemacht hat: Der Meshpacksack lässt sich als Moskitokopfschutz tragen, die beiden Elastikbänder besitzen in der Position verstellbare Knöpfe zur Fixierung des Quilts auf der Matte. So kann man sie in kühlen Nächten enger zusammenrücken, damit der mit einem Zug verstellbare obere Rand am Hals sauber anliegt. Unterhalb der Knie körpernah geschnittenen, bietet der Quilt darüber mehr als genug Platz, um sich frei zu bewegen. Die Isolation und das Wärme-Gewichtsverhältnis sind hervorragend. Preis: 280 und 290 € in den Größen M/L, in Deutschland allerdings nur in diesem Online-Shop erhältlich. Gewicht/Packmaß: 520 g/2,8 L. Testurteil: Sehr gut.
Genial: Durch einen durchgängigen Zip lässt sich der Big Agnes Fly Creek UL Quilt wie eine Decke öffnen oder sich im Camp wie ein Mantel umhängen, bei kälteren Temperaturen zippt man ihn dagegen als Schlafsack zusammen. Weil es keine Kapuze gibt, brauchst du aber eine dicke Mütze. Das Fußteil verschließt man, indem man einfach ein mit Daunen gefülltes Stück Stoff (im Bild lila) überstülpt. Dadurch kann man auch mit dem Schlafsack durchs Camp wandeln. Die Materialien fühlen sich sehr angenehm an, zusammen mit den nur punktuellen Absteppungen sorgt das für einen hohen Kuschelfaktor beim Schlafen. Weitere Stärken: das herrlich niedrige Gewicht und die gute Wärmeleistung. Preis: 380 und 400 € in den Größen Regular und Long. Gewicht/Packmaß: 410 g/3,1 L in Größe Regular. Testurteil: Sehr gut.
Beim neuen Robens Scoria +6 handelt es sich um den mit Abstand leichtesten Quilt im Feld, wiegt er doch nur 360 Gramm. Zudem gefällt er mit seinen durchdachten Features: Im Schulterbereich eher wie eine Weste geschnitten, lässt er sich im Nacken mittels Druckknopf verschließen, was Schultern und Nacken vor Zugluft schützt. Dank verstellbarer Elastikbänder und variabler Schnallen kann man den Quilt so auf der Matte befestigen, wie man es braucht: mit viel Bewegungsfreiheit in lauen Nächten oder ein enger, möglichst zugarmer Sitz, wenn es einem frisch wird. Die Isolation reicht Hitzköpfen im Sommer locker aus, Frostbeulen sollten bei kühler Witterung eine leichte Daunenjacke anziehen. Preis: 260/270 € Gr. Regular/Long. Gewicht/Packmaß: 360 g/2,8 L mit zwei Bändern zur Mattenfixierung, sie wiegen zusammen 20 g). Testurteil: Sehr gut.
TippMorgens erst lüften, dann packen! Feuchte Daune verliert deutlich an Isolationsleistung. Da du nachts bis zu 250 Milliliter Feuchtigkeit abgibst, solltest du deinen Quilt (oder Schlafsack) morgens nach dem Schlafen erst ausgebreitet auslüften lassen, bevor du ihn verstaust. So bleibt die Bauschkraft erhalten und du schläfst auch in der nächsten Nacht warm.





