Camping Ausrüstung - 4 Sets für alle Bedürfnisse

Knallhart kalkuliert - Camping Ausrüstung

Muss gute Campingausrüstung wirklich ein Vermögen kosten? outdoor hat es ausprobiert und vier Leute einkaufen geschickt. Mission: Ein möglichst günstiges Campingset zusammenstellen. Anschließend wurden die Sets getestet.
Foto: Daniel Geiger Knallhart kalkuliert - Camping Ausrüstung

Wer eine Campingausrüstung sucht, hat die Qual der Wahl. Wir bringen Licht ins Dickicht des Equipments.

Das Outdoor-Leben macht Spaß. Fast jeder würde gerne einmal eine Nacht im Zelt verbringen, morgens in die Sonne blinzeln und einen frisch gekochten Kaffee genießen.

Aber wie viel muss man für eine gute Ausrüstung mindestens ausgeben? Um das herauszufinden, hat outdoor vier Tester auf Shoppingtour geschickt. Auftrag: aus Zelt, Schlafsack, Isomatte, Kocher und Töpfen ein günsti­ges Starterset zusammenstellen und anschließend damit auf Testtour gehen.

Zum Sparpreis hat Martin Böckelmann eingekauft: Gerade mal 166 Euro kostet sein Set, mit dem er über die Schwäbische Alb zieht. Mike Schmid hat für seine Tour durch den Schwarzwald mehr investiert – 244 Euro. »Dafür wiegt mein Equipment aber auch nur 4,8 Kilo.«

Christiane Rauscher war auf ihrer Wanderung in den Voge­sen der Komfort wichtiger. »Niedriges Gewicht ist okay. Aber wenn ich dafür jeden Ast durch die Isomatte spüre, trage ich lieber etwas mehr und habe es dafür nachts bequem.« Sie hat für ihr Set 260 Euro ausgegeben.

Nordlandfan André Schmid legte noch einmal 61 Euro drauf und tourt mit seinem Equipment zehn Tage lange über die sturm­umtoste Hardangervidda in Norwegen. Um es klar zu sagen: Alle Sets, auch das von André, liegen preislich an der absoluten Unterkante. Was er für sein komplettes Set bezahlt hat, legen andere Outdoorer ohne mit der Wimper zu zucken nur für ­einen Schlafsack hin.

Was leistet die Sparausrüstung im Praxistest?

Umso erstaunlicher die Resultate: Alle vier Zelte halten dicht, sogar im extrem günstigen Coleman Celsius für 90 Euro bleibt Sparmeister Martin nach ein paar durchregneten Nächten trocken – auch wenn es bei Wind kräftig schwankt, und er im winzigen Vorraum (Apsis) nicht kochen kann. Im Nordisk Celsius vermeldet Christiane einen leichten Wassereinbruch im Vorzelt. »Ist aber kein Beinbruch«, sagt sie. »Allerdings sollte man die Stiefel nicht ­unter die Türfixierung stellen – die ist undicht.«

Bestnoten gibt André seinem 189-Euro-Zelt. Es steht im tosenden Sturm wie eine Eins, die Bodenwanne glänzt im nachträglichen Labor­test mit einer top Wassersäule (10?000 mm). Außerdem kann man in der vorderen Apis bei Regen kochen. Nur das Einfädeln der Firststange kostet Kraft. Trotzdem: »Mehr brauche ich nicht«, sagt André. Abstriche muss man beim Raumangebot der Zelte machen – für zwei Personen reicht es vor allem beim Robens-Zelt nur knapp. Dafür liegt das Gewicht im grünen Bereich: Die leichteste Behausung bringt unter 2,5 Kilo auf die Waage, die schwerste etwas über drei Kilo. Für mehr Platz und zwei Eingänge, so das Ergebnis anderer outdoor-Tests, sind zwischen 200 und 300 Euro fällig, man schleppt dann aber auch mehr. Erst ab 400 Euro stimmt beides: Gewicht und Platzangebot.

20.05.2010
© outdoor
Ausgabe 05/2010