Lena Jauerning & Kathrin Gerhardt

Alpencross Salzburg - Triest

Zu Fuß von Salzburg nach Triest

499 Kilometer, 25000 Höhenmeter – der noch junge Alpencross Salzburg–Triest ist eine echte Herausforderung. Aber eine unvergesslich schöne!

Im Januar träume ich mich an den Strand. Fantasiere im frostigen Februar von einer Liege unter Palmen und schreibe im März meiner Freundin Kathrin: »Gehst du im Sommer mit mir ans Meer?« Sie antwortet prompt: »Klar. Wie wäre es mit Salzburg–Triest? Die Route ist noch neu, dauert halt 28 Tage bis zur Adria.« Zu Fuß über die Alpen bis ans Meer? Klingt utopisch. Aber wir sind beide erprobte Fernwanderer und haben schon mehrere Alpenüberquerungen zusammen gemeistert.

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Alpencross Salzburg-Triest Zu Fuß über die Alpen: Von Salzburg nach Triest
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Im Vorjahr zum Beispiel sind wir den größten Teil des berühmten »Traumpfads« gewandert: eine vierwöchige Mammuttour von München über das Karwendel, die Zentralalpen und die Dolomiten bis Venedig. Ich denke sehnsuchtsvoll zurück an majestätische Gipfelparaden, satte Bergwiesen, Geröllpisten und Hüttenabende mit Alpenglühen und Apfelstrudel. Und ich pfeife auf den Liegestuhl!

Lena Jauerning & Kathrin Gerhardt
Mit dem Zug reisen wir ohne Stress nach Salzburg. Das hält ganz nebenbei unseren ökologischen Fußabdruck schön klein.

Mai: Mit der Post kommt der Salzburg-Triest-Wanderführer. Die Route ist noch jung. Autor Christof Herrmann, wie wir ein München-Venedig-Veteran, bekam nicht genug vom Fernwandern und stellte sich eine eigene Tour zusammen – durch Österreich, Deutschland, Slowenien und Italien.

Ich möchte am liebsten sofort los und blättere gespannt. Doch schon gleich zu Beginn wird aus Vorfreude Nervosität. Auf 499 Kilometern sind über 25 000 Höhenmeter im Aufstieg und 26 000 Meter im Abstieg zu überwinden, noch mehr Auf und Ab als auf dem anstrengenden Traumpfad München–Venedig. Ich lege das Buch zur Seite und gehe ins Fitnessstudio.

Drei Monate später wird es ernst. Am 1. August stehen wir am Startpunkt der Tour Salzburg–Triest, genauer gesagt: im Mirabellgarten Salzburg. Opulente Springbrunnen, barocke Blumenornamente und japanische Touristen. Mittendrin wir, mit Rucksack und Wanderstiefeln. Durch Linden- und Buchenspaliere schreiten wir in Richtung Festung Hohensalzburg.

Lena Jauerning & Kathrin Gerhardt
Jetzt beginnt der Alpencross wirklich! Hibbelig stehen wir im Mirabellgarten Salzburg. Im Hintergrund das erste Mini-Ziel: Festung Hohensalzburg.

Kaum liegt die Stadt hinter uns, baut sich vor uns der beeindruckende Untersberg auf, der nördlichste Ausläufer der Berchtesgadener Alpen und auch Grenzwächter zwischen Deutschland und Österreich. Es geht gleich richtig zur Sache: Über unzählige Holzstufen arbeiten wir uns steil bergauf zu unserem ersten Etappenziel, dem Zeppezauerhaus auf 1663 Meter Höhe.

Gut, dass es überall am Weg die Alpenhütten gibt, die Nachtlager und Verpflegung bieten. So reisen wir mit leichtem Gepäck, ohne Zelt und nur mit Tagesproviant. Trotzdem: Oben angelangt, bin ich pitschnass geschwitzt, Fitnesscenter hin oder her. »Warum sind wir nicht in die Karibik geflogen?«, stöhnt Kathrin, als wir an Tag zwei im Morgendunst vor dem Zeppezauerhaus sitzen und die Stiefel schnüren.

Eine siebenstündige Etappe liegt vor uns, Ziel Berchtesgaden. Jeder einzelne Muskel schmerzt. Kathrin steht auf, in Zeitlupe. Ächzt. Läuft ein paar Schritte. Sieht aus wie ein schlecht geölter Roboter Ich werfe einen letzten Blick zurück. Tief unten liegt Salzburg. Winzig und unbedeutend scheint die Stadt. Die Berge dagegen: gewaltig groß – und unbezwingbar? Was haben wir uns da nur wieder vorgenommen!

Lena Jauerning & Kathrin Gerhardt
Aua, aua, aua! Kathrin kämpft ihre protestierenden Muskeln warm. An manchen Morgen motiviert selbst das schönste Bergpanorama kaum.

Eine Motivatorin haben wir aber: Die Sonne begleitet uns den ganzen Tag über und bleibt uns auch am dritten Tag treu. Königswetter am Königssee! Die Sonne zaubert Kronjuwelen aufs Wasser, am Ufer wachen erhaben die Berchtesgadener Gipfel, und über allem thront stolz seine Majestät, der Watzmann. Was für ein Anblick! Und heute ist erst Tag drei von dreißig.

Vor uns liegen noch jede Menge großartige Bergpanoramen. Mein Herz macht riesige Freudensprünge, meine Beine leider nur winzige Schlurfschritte. So richtig gut warmgelaufen fühlen wir uns immer noch nicht. Wir tappen vom See zur Jenner-Bergbahn.Für 9 Euro bis zur Mittelstation spart man sich hier 600 Höhenmeter Aufstieg. »Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis«, stimmen wir überein.

Aber ist das nicht geschummelt? Ein Verstoß gegen den Alpenüberquerer-Codex? Kathrin schüttelt den Kopf. »Nö. Wir schummeln nicht. Wir sparen nur Kräfte.« Recht hat sie. Vor uns liegt auch so noch jede Menge Schwerstarbeit. Hoch. Eine Almkuh schaut uns träge hinterher. Höher. Das Herz pumpt. Noch höher. Leichtfüßig tänzelt eine Schar Gämsen durchs Felsenlabyrinth. Ich taste mich mit Händen und Füßen über die Blöcke. Runter. Wieder hoch. Zur Wasseralm am Südende des Königssees.

Lena Jauerning & Kathrin Gerhardt
Der Königssee trägt den Namen »Fjord der Alpen« – können wir jetzt nachvollziehen. Mit etwas Fantasie könnte das hier wirklich Norwegen sein.

Es gibt Kaffee und Kuchen. Süß zergeht der vierte Wandertag auf der Zunge. Der Muskelkater ist verschwunden. Ab jetzt werden Kilometer gemacht! Etappe fünf brechen wir auf halber Strecke ab. Vier Stunden kämpfen wir uns durch strömenden Regen. Dann setzt das Gewitter ein. Direkt über uns. Wir laufen wie die Hasen und finden Unterschlupf im Kärlingerhaus.

Eine Insel, mitten im Steinernen Meer. Immer mehr durchweichte Gestalten gesellen sich zu uns. »Macht ihr eine Runde mit?« Unsere Tischnachbarin packt ein Kartenspiel aus. »Was spielen wir?«, frage ich. Sie wirft mir ein paar Karten zu. »Schwimmen«. Der Regen prasselt gegen die Fensterscheibe.

Kurz vor den Hohen Tauern bremst das Wetter uns wieder aus. Vor uns liegt die Fraganter Scharte, mit 2754 Metern der höchste Punkt der Tour. Eine Herausforderung – aber nach neun Tagen Training fühle ich mich dafür bereit. Doch in der Nacht schneit es. Der Übergang über die Scharte wird plötzlich zu einem schwer kalkulierbaren Risiko. Wir sind frustriert. Wollen laufen. Brechen auf, hadern, kehren um. Und umfahren schließlich per Bus zwei Etappen. Vernunft siegt. Aber fühlt sich richtig mies an.

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Starkregen und Gewitter gehören auf einem echten Alpencross dazu, wissen wir. Aber muss das gerade jetzt beim Aufstieg zur Wasseralm sein?

Tag Elf. Da! Ein Sonnenstrahl! Und noch einer! Nach und nach gehen zwischen den Tannen immer mehr Scheinwerfer an. Die Stimmung steigt, der Weg auch: um 1700 Höhenmeter. Wir sind unterwegs in die Kreuzeckgruppe. Vier Wanderer überholen uns. GroßeRucksäcke, flotter Schritt. Alpenüberquerer? Bisher haben wir nur vereinzelt Triest-Wanderer getroffen. Schade.

Letztes Jahr begegneten uns ständig München-Venedig-Geher. Man lief im gleichen Rhythmus von Hütte zu Hütte, lachte und litt zusammen. Eine aus der Gruppe dreht sich plötzlich um. »Ihr seid doch letztes Jahr auch den Traumpfad gewandert, genau wie wir!« Großes Hallo, und tatsächlich: Die vier wandern nach Triest.

Alpenüberquerer sind Wiederholungstäter. Abends, an der winzigen Hugo-Gerbers-Hütte, treffen wir noch mehr Triest-Wanderer. Darunter auch Marcus, einen Bekannten aus Stuttgart. Lange sitzen wir draußen und blicken in die Ferne, übers Gipfelmeer. Marcus schließt sich uns an. Er macht sich gut als psychologischer Betreuer. »Schaffen wir« ist sein Mantra für mich.

Denn ich bin nicht ganz schwindelfrei. Und der schmale Pfad hinauf zum Hochkreuz balanciert ständig haarscharf am Abgrund entlang. Unter uns ein wildes Mosaik aus Gras, Fels, Schnee und Wasser. Es ist berauschend schön, aber nervenaufreibend.

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An Tag elf treffen wir zufällig unseren Alpencross-Bekannten Marcus – und sind ab da zu dritt. Am Globoko-Pass liegen drei Viertel des Wegs hinter uns.

Tag zwölf. Kompletter Szenenwechsel. Auf die aufregende, schroffe Kreuzeckgruppe folgt ein Sonntagsspaziergang durch langgezogene Täler und über sanfte Almen. Nett hier. Aber wir haben Heißhunger auf hohe Gipfel und steile Pässe! Am sechzehnten Tag erreichen wir Slowenien mit dem sagenumwobenen Triglav-Nationalpark, benannt nach dem höchsten Berg des Lands.

So steil sind die Berge, so dunkel ragen die Tannen aus dem Nebel und so unheimlich still ist es oben in den zerklüfteten Steinwüsten, dass es nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Ob etwas dran ist an den Geschichten von weißen Bergfrauen und goldbehörnten Gamsböcken? Man könnte schnell den Bezug zur Realität verlieren – träfe man nicht allenthalben auf einen lebensfrohen Slowenen mit einem Rucksack voll riesiger Wurstbrote.

Kurz vor dem Ort Trenta er- wartet uns die schwierigste Etappe des gesamten Weges. Unser heutiges Ziel ist das »Basislager« für Touren auf den 2864 Meter hohen Triglav: die einsam auf 2050 Metern Höhe gelegene Pogačnikov-Hütte. Um dorthin zu gelangen, müssen wir den schroffen Planja-Sattel überschreiten. Unser Weg hinauf führt über den Südhang des Berges Prisojnik zum benachbarten Berg Razor.

Nach drei Stunden Aufstieg baut sich vor uns eine spektakulär steile Felswand auf. Unmöglich, da führt kein Weg hinauf! »Schaffen wir«, sagt Marcus. Und wirklich, es geht: mit einiger Kletterei, am Drahtseil und über Leitern. Dann arbeiten wir uns im Zickzack eine steile Geröllflanke hinauf und stehen tatsächlich auf dem Planja-Sattel. Die Welt liegt uns zu Füßen!

Lena Jauerning & Kathrin Gerhardt
Danke, Marcus! Ohne dein Mantra »Schaffen wir« wären wir hier vielleicht gescheitert. Oder hätten uns gar nicht erst an den Planja-Sattel gewagt.

Die Tage fliegen. Wir passieren, immer noch in Slowenien, die blumengesprenkelten Wiesen des Dolina-Tals, und schon stehen wir auf dem Globoko, dem allerletzten Alpenpass. Vor uns erstrecken sich die Hügel Friaul Julisch Venetiens. In der Ferne blitzt es blau. »Das Meer!«, reißen die Arme hoch. Nach der italienischen Grenze wandern wir vorbei an verlassenen Dörfern und zum Kloster Castelmonte.

Wir sind erschöpft, Knie und Füße schmerzen. Einen ganzen Monat wandern: Das zehrt. Im Vorjahr habe ich mir die letzten fünf Etappen bis Venedig gespart. Diesmal will ich unbedingt durchhalten. Bei dreißig Grad im Schatten schleppen wir uns durch die Weinberge.Schwapp, schwapp, singen die Wellen zur Begrüßung.

Lena Jauerning & Kathrin Gerhardt
Endspurt! Zum Schluss läuft der Alpencross noch einmal zur Hochform auf und schlängelt sich als Höhenweg über der Küste von Duino nach Triest.

Am vorletzten Tag setzen wir uns in Duino auf die Kaimauer. Eine kitschig-rote Sonne versinkt in der Adria. Zum Schluss gewährt ein Höhenweg über der Steilküste uns noch einmal traumhaften Meerblick. Abends in Triest ziehen wir die Schuhe aus und setzen uns aufs Pflaster. Mitten auf der feudalen Piazza dell’Unità d’Italia. Verschwitzt und schmuddelig, aber am Ziel. Ich stupse Kathrin an. »Was machen wir eigentlich nächsten Sommer?« »Wir gehen ans Meer«, sagt sie. Ich nicke: »Welche Route?«

Interview mit der Autorin Lena Jauerning

Lena Jauerning & Kathrin Gerhardt

Alpencup-Veteranin Lena Jauernig wanderte vier Mal über die Alpen und meisterte einen gigantischen US-Trek. Hier verrät sie, wie so eine Tour gelingt.

outdoor: Du hast schon vier Alpencross-Touren hinter dir und bist etliche andere Fernwanderwege gelaufen, zum Beispiel in den USA den 4300 Kilometer langen Pacific Crest Trail. Was treibt dich?

Lena: Anfangs war sehr viel Ehrgeiz dabei – mehr Kilometer, mehr Höhenmeter, mehr Schweiß. Das Gefühl, mir etwas beweisen zu müssen, hat inzwischen stark nachgelassen. Ich teste immer noch gerne Grenzen aus, genieße es aber auch, großartige Landschaften zu entdecken, die man nur zu Fuß erreicht.

Worin besteht der qualitative Unterschied zwischen einem mehrtägigen Trek und einer vierwöchigen Tour?

Je länger du läufst, desto stärker stellt sich ein Rhythmusgefühl ein. In diesen »Flow« findet man bei einer dreitägigen Tour nicht hinein.

Auf den Jakobswegen wandert meist die Sinnsuche mit. Wie ist das bei einem Alpencross?

Sinnsuche klingt in diesem Zusammenhang zu überhöht. Wandern hilft, Abstand zum Alltag zu gewinnen: Vom Gipfel eines Berges aus betrachtet wirken manche deiner Probleme unten im Tal ziemlich klein. Der Perspektivwechsel macht dich frei im Kopf.

Wie trainiert muss man sein, um eine Strecke wie München-Venedig oder Salzburg-Triest angehen zu können?

Fit genug, um tagtäglich sechs bis acht Stunden zu laufen und 1000 Höhenmeter oder mehr zu überwinden. Aus eigener, bitterer Erfahrung weiß ich: Wenn du untrainiert startest, sind die ersten Tage verdammt hart und schmerzhaft. Mein Rat: Mindestens drei Monate vorher regelmäßig Laufen und ins Fitnessstudio gehen.

Wann hat sich der Körper an die Belastung gewöhnt?

Nach ungefähr einer Woche fühle ich mich stark, ein Spaziergang ist eine Alpenüberquerung aber zu keinem Zeitpunkt. Ab der dritten Woche setzen die ersten »Verschleißerscheinungen« in Knien, Füßen oder Rücken ein.

Auf deinen Touren warst du immer mit einer Freundin unterwegs. Braucht man auf einem langen Weg Gesellschaft?

Ich finde es angenehm, schöne Erlebnisse sowie schwierige Erfahrungen zu teilen, würde aber so eine Tour nicht mit jedem unternehmen. Wer vier Wochen Tag und Nacht miteinander verbringt, muss sich richtig gut verstehen. Und zwar selbst dann, wenn man sich stundenlang durch strömenden Regen gekämpft hat, am Rande der Erschöpfung steht und die Hütte immer noch nicht in Sicht ist.

Und bei Konflikten?

Erst mal auf Abstand gehen. Das funktioniert beim Wandern ja ganz gut, du musst nur vorlaufen oder dich zurückfallen lassen. Wenn sich die Gemüter wieder abgekühlt haben, in Ruhe und lösungsorientiert über das Problem sprechen. Zum Glück habe ich aber auf Tour bisher nie richtig schlimme Streits erlebt. Bis ich mal aus der Haut fahre, muss sehr viel passieren, und auch beim Wanderpartner ist mir ein gesundes Maß an Gelassenheit wichtig.

Lena Jauerning & Kathrin Gerhardt

Wie kommst du damit zurecht, dass auf den Hütten Privatsphäre rar ist?

Das sehe ich gelassen als Tauschgeschäft: Privatsphäre gegen Gemeinschaftsgefühl.

Nimmt man nach zwei Wochen noch die Schönheit der Berge wahr?

Ja! Denn Schönheit hat bekanntlich viele Gesichter: Die Julischen Alpen mit ihren Gesteinswüsten sind schroff-schön, die Berchtesgadener Alpen rund um den Königssee erhaben-schön, die steile, wilde Kreuzeckgruppe verwegen-schön. Und so weiter ...

Was macht man, wenn es nicht mehr geht?

Kopfhörer auf die Ohren, Musik ultralaut aufdrehen und weiterlaufen.

Wenn du einen einwöchigen Abschnitt herausgreifen solltest – welchen würdest du am liebsten noch einmal wandern?

Die Julischen Alpen würde ich gerne näher erkunden und vielleicht sogar auf den Triglav steigen – wir haben den höchsten Berg Sloweniens auf unserer Tour Salzburg-Triest ja nur umrundet.

Was hattest du auf den Alpentreks dabei?

In meinen 26-Liter-Rucksack packe ich: feste Bergstiefel, zwei Paar Wandersocken, eine kurze und eine lange Wanderhose, ein lang- und ein kurzärmeliges Merinoshirt, eine leichte Daunenjacke, Handschuhe und Mütze, Regenponcho, eine Baseballcappi als Sonnenschutz, Leggins, T-Shirt und Schlappen für die Hütte, Erste-Hilfe-Set, Toilettenartikel, Sonnencreme, Hüttenschlafsack, Handy, Ladegerät und Powerbank, Personalausweis, EC- und Kreditkarte sowie ausreichend Bargeld (nicht alle Hütten akzeptieren Kartenzahlung), eine Trinkflasche und etwas Proviant. Auf Trekkingstöcke verzichte ich, das ist aber Typsache.

Auf wie viel Kilo kann man sein Gepäck reduzieren, ohne etwas zu vermissen?

Da ich auf Hütten übernachte und dort auch esse, komme ich mit 5–7 Kilo klar.

Was würdest du immer auf einen Alpencross mitnehmen?

Ich setze auf Multifunktionsgeräte. Zum Beispiel aufs Smartphone: Auch wenn es natürlich längst nicht überall Netz gibt, benutze ich es als Taschenlampe, Fotoapparat und E-Book-Reader und um Musik zu hören und lade Karten und Wanderführer darauf. Noch so eine Allzweckwaffe sind profane Zip-Beutel aus dem Supermarkt. Sie dienen als Geldbeutel, als Badetasche oder als wasserdichte Hülle für Handy und Karten. Zu Hause lasse ich sämtliche Kosmetikartikel (außer Zahnbürste, Duschgel, Shampoo, Deo und Sonnencreme).

Würdest du die Hüttenübernachtungen reservieren?

Wer alleine oder zu zweit unterwegs ist, bekommt meist auch ohne Reservierung einen Schlafplatz, und wenn es das Notlager im Speiseraum wird. Ich nehme das Risiko in Kauf, um flexibel zu bleiben.

Wo deckst du dich unterwegs mit Proviant ein?

Die meisten Alpencross-Routen führen zumindest alle paar Tage durchs Tal und an Tante-Emma-Läden oder Supermärkten vorbei.

Ab wann kann man keine Müsliriegel mehr sehen?

Das geht bei mir inzwischen sehr schnell. Mein Tipp für mehr Abwechslung: Vollkornbrot und veganer Gemüseaufstrich, der hält sich ein paar Tage lang im Rucksack.

Was kostet ein Monat Alpencross ungefähr?

Wer auf Hütten übernachtet und Frühstück und Abendessen mitbucht, zahlt zwischen 30 und 50 Euro pro Nacht. Dazu kommen noch Ausrüstung oder die An- und Abreise.

Deine drei wichtigsten Tipps?

Erstens: nicht viel zaudern, ob man es schafft. Das bedeutet nicht, Training und Organisation auszulassen! Zweitens dem Motto »Hike your own hike« folgen. Es ist dein Abenteuer, orientiere dich nicht an anderen. Drittens: eine Mitgliedschaft im Deutschen Alpenverein. Sie spart Kosten auf den Hütten und beinhaltet eine Bergversicherung.

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